{"id":13807,"date":"2010-07-31T00:00:00","date_gmt":"2010-07-31T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13807"},"modified":"2010-07-31T00:00:00","modified_gmt":"2010-07-31T00:00:00","slug":"13807","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/07\/13807\/","title":{"rendered":"Der Aufbau neuer Arbeiterparteien und die Aufgabe von SozialistInnen"},"content":{"rendered":"<p>  Diskussion auf der Sommerschulung des CWI<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Am Dienstag, 13. Juli, richtete sich die Aufmerksamkeit bei der   Sommerschulung, die vom Komitee f&#252;r eine Arbeiterinternationale (ebgl.   Abk&#252;rzung: CWI) Mitte Juli eine Woche lang in Belgien veranstaltet wurde   und an der mehr als 400 GenossInnen aus aller Welt teilnahmen, auf die   Frage des Aufbaus neuer Arbeiterparteien mit Massenbasis.<\/p>\n<h4>  <i>von Paul Murphy, Socialist Party (Schwesterorganisation der SAV   Irland)<\/i><\/h4>\n<p>  Der Aufruf zum Aufbau solcher Parteien ist seit fast 20 Jahren in vielen   der CWI-Sektionen wesentlicher Bestandteil unseres politischen   Programms. Die Sommerschulung bildete die ideale Arena daf&#252;r, die   unterschiedlichen von den verschiedenen Sektionen bislang gemachten   Erfahrungen miteinander auszutauschen, die Perspektiven f&#252;r die   Entwicklung neuer Parteien zu diskutieren und die wesentlichen   Schlussfolgerungen zu ziehen, was unsere zweigleisige Aufgabe angeht,   einerseits dabei unterst&#252;tzend zu wirken, neue revolution&#228;r-marxistische   Kr&#228;fte zu bilden und zweitens auf die Bildung neuer Massenparteien   hinzuwirken.<\/p>\n<p>  Die Diskussion einleitend gab Tony Saunois vom &#8222;Internationalen   Sekretariat&#8220; des CWI zun&#228;chst einen &#220;berblick &#252;ber das, was sich in den   letzten Jahren entwickelt hat. Er erkl&#228;rte, dass der Prozess der   Verb&#252;rgerlichung der ehemals sozialdemokratischen und &#8222;kommunistischen&#8220;   Parteien das grundlegende Element daf&#252;r war, das uns dazu bewog, zur   Gr&#252;ndung neuer Massen-Arbeiterparteien aufzurufen. Es war auch der   Prozess, in dem Parteien wie die &#8222;Labour Party&#8220; in Britannien und die   Sozialdemokratische Partei (SPD) in Deutschland von Parteien mit einer   aktiven Basis in der Arbeiterklasse aber mit prokapitalistischer F&#252;hrung   mehr und mehr zu Parteien wurden, die ihre Wurzeln verloren.<\/p>\n<p>  Andros aus Griechenland wies in der sich anschlie&#223;enden Debatte darauf   hin, dass der Aufruf zum Aufbau neuer Arbeiter-Massenparteien heute in   vielerlei Hinsicht eine Fortsetzung der traditionellen Orientierung des   CWI auf die Massenbewegungen der Arbeiterklasse ist. In den 1960er,   -70er und -80er Jahren sei diese Taktik leicht vereinbar gewesen mit   einer Orientierung auf und einer Teilnahme an den traditionellen   sozialdemokratischen Parteien und manchmal auch an anderen Parteien.   Heute m&#252;ssten wir diese Taktik hingegen anders anwenden. Vor allem auf   die Art und Weise, dass wir zur Gr&#252;ndung neuer Arbeiter-Massenparteien   aufrufen und in dieser Richtung arbeiten.<\/p>\n<p>  Seit dem ma&#223;geblichen Rechtsruck der sozialdemokratischen Parteien,   wurden neue linke Formationen gebildet. Dennoch erreichte bis auf die   &#8222;Rifondazione Communista&#8220; in Italien bislang keine dieser neuen   Strukturen entscheidenden Zulauf aus der Arbeiterklasse und wurde somit   zu einer echten Massenpartei. In der Diskussion wurden daf&#252;r zwei   wesentliche Gr&#252;nde genannt: Der erste besteht darin, dass es bisher an   einem klaren linken, antikapitalistischen, sozialistischen Programm   mangelte, das ArbeiterInnen und Jugendliche im Zusammenhang mit der   aktuellen Krise des Kapitalismus angesprochen h&#228;tte. Zweitens deutet der   kontinuierlich festzustellende Mangel an Orientierung auf die K&#228;mpfe und   Aktionen der Arbeiterklasse darauf hin, dass diese Parteien nicht von   den K&#228;mpfen ergriffen wurden, zu denen es in ganz Europa gekommen ist.   Auf dieser Grundlage war die Entwicklung dieser Parteien wie auch die   Arbeit in ihnen recht kompliziert. Tony wies darauf hin, dass die Frage   neuer Arbeiterparteien ihre Antwort in der objektiven Lage findet, da es   f&#252;r die Arbeiterklasse nicht m&#246;glich ist, &#252;ber Nacht revolution&#228;re   Massenformationen hervorzubringen. Die Entwicklung breiter   Massen-Arbeiterparteien ist allgemein gesehen ein notwendiger Schritt,   um das Bewusstsein zu heben und zu revolution&#228;ren Massenparteien zu   kommen. Vor allem vor dem Hintergrund des heute festzustellenden Grades   an Klassenbewusstsein.<\/p>\n<h4>  Weshalb beteiligen wir uns an neuen linken Parteien?<\/h4>\n<p>  Eine Reihe GenossInnen berichteten davon, wie kompliziert es um die bis   dato herausgebildeten neuen Formationen steht. Fakt ist, dass die   Mehrheiten in den F&#252;hrungen dieser Formationen sich selbst nicht als   diejenigen sehen, die eine klar oppositionelle Haltung gegen&#252;ber den   etablierten Parteien einzunehmen h&#228;tten. Eines der CWI-Mitglieder aus   Deutschland betonte, dass beispielsweise niemand in der F&#252;hrung der   Partei DIE LINKE den Sozialismus als eine realistische Alternative zum   Kapitalismus betrachtet. Das kann dazu f&#252;hren, dass die Arbeit in diesen   Strukturen bisweilen frustriert, da unsere Initiativen von der   Parteib&#252;rokratie fortw&#228;hrend blockiert werden.<\/p>\n<p>  Sascha aus Deutschland stellte kurz dar, warum es f&#252;r das CWI dennoch   wichtig ist, Teil dieser Parteien zu sein. Der Grund daf&#252;r liegt in den   Perspektiven, die diese Formationen und Parteien haben. Auf Grund ihrer   momentanen, nach au&#223;en wahrnehmbaren Politik ist es unwahrscheinlich,   dass die DIE LINKE kontinuierlich zu einer echten Massen-Arbeiterpartei   in Deutschland wird. Dennoch ist es m&#246;glich, dass die momentan   bestehenden Formationen eine Rolle dabei spielen werden, Massenparteien   der Arbeiterklasse zu bilden.<\/p>\n<p>  Tats&#228;chlich bestehen innerhalb der Partei DIE LINKE zwei Parteien: eine   reformistische Arbeiterpartei und eine sozialliberale prokapitalistische   Partei. Es ist unerl&#228;sslich, dass Mitglieder der SAV (Sektion des CWI in   Deutschland) hinsichtlich o.g. Entwicklungsm&#246;glichkeiten vor Ort sind.   Sie m&#252;ssen eine klare linkssozialistische Politik vorantreiben und   versuchen, eine starke Linke zu organisieren, aus der eine Massenpartei   erwachsen kann. Eine andere M&#246;glichkeit, die nicht von der Hand zu   weisen ist, ist die, dass die Partei durch Klassenk&#228;mpfe nach links zu   bewegen ist. Das k&#246;nnte dann wiederum dazu f&#252;hren, dass der rechte   Fl&#252;gel sich abspaltet.<\/p>\n<p>  Wie an der Instabilit&#228;t der neuen linken Formationen ablesbar, besteht   keine M&#246;glichkeit darin, aus den sozialdemokratischen und   &#8222;kommunistischen&#8220; Parteien der Nachkriegs&#228;ra &#8222;einfach&#8220; stabile   Arbeiterparteien werden zu lassen. Begr&#252;ndet wird dies durch die Natur   der &#246;konomischen Periode und die Krise, die zusammen dazu gef&#252;hrt haben,   dass es nicht dieselbe materielle Grundlage f&#252;r Reformen gibt, wie sie   in der Nachkriegsphase von Reformisten noch vorangebracht werden   konnten. Vielmehr kam stattdessen die Frage auf, ob man sich an   Koalitionen mit kapitalistischen Parteien beteiligen und in Regierungen   eintreten sollte, die Angriffe auf die arbeitende Bev&#246;lkerung ver&#252;bten.   Deshalb waren und sind diese neuen Formationen von Natur aus instabil,   weisen innere Spannungen auf und verzeichnen h&#228;ufig auch Abspaltungen.<\/p>\n<h4>  Die Reaktion der Linken auf die Wirtschaftskrise<\/h4>\n<p>  Die neuen linken Formationen in den jeweiligen L&#228;ndern haben alle   unterschiedliche Wurzeln und somit auch verschiedenen Charakter. Die   &#8222;Neue Antikapitalistische Partei&#8220;(NPA) in Frankreich z.B. wurde von   einer trotzkistischen Organisation, der &#8222;Ligue Communiste   Revolutionaire&#8220;, gegr&#252;ndet, die sich politisch nach rechts entwickelte   und sich selbst zu Gunsten einer breiteren Formation aufl&#246;ste. Ausl&#246;ser   f&#252;r den Prozess des Aufbaus der Partei DIE LINKE in Deutschland waren   Funktion&#228;rInnen der unteren und mittleren Organisationsebene der   Gewerkschaften, die 2004 mit der SPD brachen und die WASG bildeten.   Sp&#228;ter vereinigte man sich mit den &#220;berresten der ehemaligen   Regierungspartei Ostdeutschlands. Der Linksblock in Portugal wurde durch   das Zusammenkommen bereits bestehender linker Organisationen &#8211; vor allem   der MaoistInnen, TrotzkistInnen in der Tradition des &#8222;Vereinigten   Sekretariats der Vierten Internationale&#8220; und EurokommunistInnen &#8211;   initiiert. &#8222;Syriza&#8220; ist ein B&#252;ndnis linker Organisationen, von denen die   gr&#246;&#223;te &#8222;Synaspismos&#8220; ist, die aus einer Abspaltung von   EurokommunistInnen aus der &#8222;Griechischen Kommunistischen Partei&#8220;   hervorging.<\/p>\n<p>  Trotzdem sind Gemeinsamkeiten festzustellen. Die grundlegende ist, dass   allen die Tendenz anh&#228;ngt sich zu bewegen. Und zwar nicht &#8211; durch den   Eindruck, den die &#246;konomische Krise hinterlassen m&#252;sste, nach links,   sondern nach rechts. Marco aus Italien hob bei seiner Bezugnahme auf die   Entwicklung der &#8222;Rifondazione Communista&#8220; die Gefahren dieser   Verhaltensweise und bei der Beteiligung an kapitalistischen Regierungen   hervor. Die PRC, welche zu Hochzeiten &#252;ber 100.000 Mitglieder z&#228;hlte,   ist heute von ihrer rechtsorientierten F&#252;hrung de facto zerst&#246;rt und   CWI-Mitglieder f&#252;hren Kampagnen zur Etablierung einer &#8222;Arbeiter-Linken&#8220;,   die sowohl alte als auch neue AktivistInnen mit einschlie&#223;t.<\/p>\n<p>  Dimitrios aus Griechenland berichtete, wie zu einem bestimmten Zeitpunkt   der Entwicklung das &#8222;Syriza&#8220;-B&#252;ndnis 17,5 Prozent in den   Meinungsumfragen erringen konnte, dann aber haupts&#228;chlich auf Grund des   politischen Zick-Zack-Kurses der F&#252;hrung auf vier Prozent abfiel. Selbst   als die F&#252;hrungsgremien formal sozialistische Positionen einnahmen,   trieb keineR ihrer &#246;ffentlich bekannten Vertreter diese Haltung   &#246;ffentlichkeitswirksam voran. Dimitrios kritisierte das neue Programm   von &#8222;Syriza&#8220;, das ihre F&#252;hrung vorschl&#228;gt. Es beinhaltet ein Mischmasch   an Forderungen, ohne f&#252;r ArbeiterInnen eine klare linke Alternative im   Zusammenhang mit der profunden Krise parat zu haben.<\/p>\n<p>  Das Ergebnis ist, dass &#8222;Syriza&#8220; sich nun selbst in einer ernsthaften   Krisenlage befindet. Der &#8222;rechte&#8220; Fl&#252;gel von &#8222;Synaspismos&#8220; (dem   st&#228;rksten B&#252;ndnispartner innerhalb von &#8222;Syriza&#8220;) hat bei jedem   Linksschwenk die Bremser-Rolle &#252;bernommen. Vor einem Monat spaltete sich   dieser rechte Fl&#252;gel ab, und &#8222;Xekinima&#8220; (Sektion des CWI in   Griechenland) begr&#252;&#223;te diese Abspaltung als M&#246;glichkeit f&#252;r   &#8222;Synaspismos&#8220; und &#8222;Syriza&#8220;, eine entscheidende Bewegung nach links zu   tun. Unsere Position wurde dennoch von anderen angegriffen und f&#252;hrte   dazu, dass es zu etlichen Diskussionen kam und unsere Argumente   Beachtung fanden.<\/p>\n<p>  Cedric vom CWI sprach &#252;ber die linken Kr&#228;fte in Portugal. Der Linksblock   spiegelt dort leider viel von der Schw&#228;che wider, von der andere linke   Kr&#228;fte &#252;berall in Europa gekennzeichnet sind. Man hat auf die Krise   nicht wirkungsvoll reagiert, keine nennenswerten Vorschl&#228;ge   hervorgebracht, mit denen ArbeiterInnen und Jugendliche h&#228;tten   mobilisiert werden k&#246;nnen. Das vornehmliche Motto lautet weiterhin &#8222;Mehr   Gerechtigkeit in die Wirtschaft&#8220;, was nat&#252;rlich f&#252;r die keinen Schritt   vorw&#228;rts darstellt, die zu k&#228;mpfen bereit w&#228;ren. Tats&#228;chlich will ein   gro&#223;er Teil der F&#252;hrung des &#8222;Linksblocks&#8220; eine sogenannte &#8222;moderne   Linke&#8220; etablieren, die in der Realit&#228;t eine Linke bedeutet, die   Klassenkampf als &#252;berkommen ansieht.<\/p>\n<p>  Lise, ein Mitglied von &#8222;Gauche Revolutionnaire&#8220; (Sektion des CWI in   Frankreich), beschrieb, wie langsam die NPA reagiert und sich auf die   gro&#223;en K&#228;mpfe der ArbeiterInnen und RentnerInnen orientiert. So nutze   man beispielsweise die Rolle des landesweit bekannten NPA-Mitglieds   Olivier Besancenot, einem Postler, w&#228;hrend des Postbesch&#228;ftigten-Streiks   nicht effektiv, um einzugreifen und zu versuchen, den korrekten Weg f&#252;r   den Kampf voranzutreiben. Das spiegelt auch die Tatsache wider, dass die   Partei &#8211; wie viele andere neue linke Kr&#228;fte in Europa, sich viel zu sehr   mit Wahlen besch&#228;ftigt, statt auf den Klassenkampf in den Betrieben und   auf der Stra&#223;e zu fokussieren.<\/p>\n<h4>  Das CWI und die neuen linken Formationen<\/h4>\n<p>  Innerhalb vieler dieser Parteien stellt sich zur Zeit zusammen mit   anderen vermehrt die Aufgabe des Aufbaus linker Oppositionsgruppen, um   dem Rechtsruck der F&#252;hrungen entgegen zu wirken. So hat die CWI-Sektion   &#8222;Liberdade Socialismo e Revolucao&#8220; in Brasilien eine wichtige Rolle   dabei gespielt, dass der linke Kandidat Plinio zum   Pr&#228;sidentschaftskandidaten der &#8222;Partei Sozialismus und Freiheit&#8220; (PSOL)   gew&#228;hlt wurde.<\/p>\n<p>  Die CWI-GenossInnen in Frankreich haben eine entscheidende Rolle dabei   gespielt, eine linke Opposition innerhalb der NPA zusammen zu bringen.   Sie schafften es, in einer Abstimmung unter den Parteimitgliedern 30   Prozent f&#252;r ihre eindeutig linkssozialistische Position zu gewinnen.   Innerhalb der linken Gruppierung &#8222;Solidaire&#8220;, die in Meinungsumfragen in   Quebec auf neun Prozent kommt, arbeiten unsere Mitglieder gemeinsam mit   anderen, um die Partei nach links zu bewegen. In Griechenland waren wir   ebenfalls in &#228;hnlichen landesweiten Initiativen aktiv, und es ist   wahrscheinlich, dass wir dort zu einem bestimmten Zeitpunkt eine   &#228;hnliche Entwicklung erleben werden wie innerhalb von DIE LINKE.<\/p>\n<p>  In L&#228;ndern, wo es bisher keine neuen linken Parteien gibt, sind unsere   Mitglieder in Kampagnen f&#252;r eben solche Parteien involviert. Dort, wo   wir substantielle Kr&#228;fte haben, m&#252;ssen wir auch eine entscheidende Rolle   spielen. F&#252;r Gro&#223;britannien trifft dies zu, wo wir bei der Gr&#252;ndung der   &#8222;Trade Unionist and Socialist Coalition&#8220; (TUSC;   &#8222;Sozialistisch-gewerkschaftliche Koalition&#8220;) mithalfen, an der sich   k&#228;mpferische GewerkschafterInnen und SozialistInnen beteiligen, und die   auch bei den letzten Wahlen kandidierte.<\/p>\n<p>  Dave von der Socialist Party in England and Wales (Sektion des CWI in   England und Wales) beschrieb die schwierigen objektiven Bedingungen, mit   denen sich SozialistInnen bei den j&#252;ngsten Wahlen konfrontiert sahen.   Tiefgreifende Angst und Abneigung gegen&#252;ber den Konservativen trieben   viele zur&#252;ck in die Arme der &#8222;Labour Party&#8220;, was dazu f&#252;hrte, dass   s&#228;mtliche kleine Parteien Verluste verzeichneten. Betont wurde, wie   wichtig es sei, die TUSC als Arbeitsfeld aufrecht zu erhalten.   Schlie&#223;lich handelt es sich dabei um einen Schritt in Richtung Gr&#252;ndung   einer neuen Arbeiterpartei.<\/p>\n<p>  Michael aus Irland berichtete &#252;ber unsere Arbeit dort im Bereich der   Aufbauversuche einer neuen Arbeiter-Massenpartei. Die politisch &#8222;rechte&#8220;   Natur nahezu der gesamten Gewerkschaftsf&#252;hrung bedeutet, dass es dort   &#228;u&#223;erst unwahrscheinlich ist, einen &#8222;irischen Bob Crow&#8220;   (klassenk&#228;mpferischer Vorsitzender der britischen   Eisenbahnergewerkschaft RMT, A.d.&#220;.) zu erleben. Allerdings bedeutet die   prominente Rolle, die die &#8222;Socialist Party&#8220; (Sektion des CWI in Irland)   auf der Linken in Irland einnimmt, dass uns eine besondere Rolle bei der   Entwicklung einer neuen Formation zukommt, und wir eine   Schl&#252;sselposition dabei einnehmen k&#246;nnten. Da es sehr wahrscheinlich   ist, dass die &#8222;Irish Labour Party&#8220; nach den n&#228;chsten Wahlen in die   Regierung mit eintreten wird, k&#246;nnte die Gr&#252;ndung einer neuen Partei   einfacher werden. Zwischenzeitlich versucht die &#8222;Socialist Party&#8220; f&#252;r   die Wahlen &#252;ber die Bildung eines linken B&#252;ndnisses zu verhandeln.<\/p>\n<h4>  Entwicklungen in den Kommunistischen Parteien<\/h4>\n<p>  Einer der Diskussionsf&#228;den in der Debatte entspann sich an der Frage der   Notwendigkeit, die Entwicklungen in den Kommunistischen Parteien zu   verfolgen, die ebenfalls von der Krise beeinflusst werden k&#246;nnten. Das   Beispiel der &#8222;Izquierda Unida&#8220; (&#8222;Vereinigte Linke&#8220; in Spanien) wurde   herangezogen, um diesen Prozess zu verdeutlichen. Der neue Vorsitzende   dieser Partei spricht von Klassenkampf und bewegt sich nach links, was   ihn und die Partei f&#252;r viele ArbeiterInnen und Jugendliche in Spanien   weitaus interessanter werden l&#228;sst.<\/p>\n<p>  Die portugiesische Kommunistische Partei bleibt mit 75.000 Mitgliedern   eine starke Kraft in der Arbeiterklasse und zieht weiterhin eine Schicht   junger Menschen an. Einschlie&#223;lich der F&#252;hrung der Gewerkschaft CGTP   h&#228;lt sie ferner Schl&#252;sselpositionen in der Arbeiterbewegung. Leider hat   sie jedoch einen sektiererischen Ansatz. So wird eine gemeinsame Arbeit   mit anderen Kr&#228;ften abgelehnt und man hat kein Verst&#228;ndnis von der   Methode des &#220;bergangsprogramms. So wird nicht versucht, eine Br&#252;cke   zwischen dem Widerstand gegen akute K&#252;rzungen und f&#252;r Sozialismus zu   bauen, f&#252;r den man ja vorgibt einzutreten. Dennoch nehmen die   Diskussionen innerhalb dieser Partei und unter Mitgliedern, die sich   weiter nach links orientieren zu.<\/p>\n<p>  Sogar die KKE (Kommunistische Partei Griechenlands), eine offiziell   stalinistische Partei und &#228;u&#223;erst sektiererisch im Auftreten, wird von   der Krise betroffen sein. Unsere Mitglieder aus Griechenland erkl&#228;rten,   wie dies bereits geschehen ist. Nach jedem ernstzunehmenden Klassenkampf   verlassen ehrliche und aufrichtige ArbeiterInnen an der Basis die KKE,   weil diese einen extrem sektiererischen Ansatz vertritt. So organisiert   sie stets eigene und von anderen abgeschottete Demonstrationen mit ihrer   eigenen Gewerkschaftsorganisation PAME, anstatt sich in den von der   (sozialdemokratischen; Erg. d. &#220;bers.) PASOK gef&#252;hrten Gewerkschaften   mit den ArbeiterInnen dort auseinander zu setzen.<\/p>\n<p>  Unsere Reaktion darauf &#8211; wo sowohl alte Kommunistische Parteien mit   wirklichen Wurzeln in der Arbeiterklasse vorhanden sind als auch neue   neue Formationen bereits bestehen, ist f&#252;r Einheitsfront-Aktionen zu   argumentieren und gemeinsame Diskussionen zwischen beiden Parteien zu   arrangieren. Der Ansatz von &#8222;Syriza&#8220; in Griechenland ist dort   weitestgehend korrekt, wo man wiederholt Aufrufe an die KKE richtet,   doch gemeinsam mit ihr Aktionen durchzuf&#252;hren und f&#252;r gemeinsame   Diskussionen einzutreten. Und das, obwohl das politische Programm von   &#8222;Syriza&#8220; begrenzt ist. W&#228;re sie in den Umfragen bei 17,5 Prozent   geblieben und h&#228;tte sie mit dem damaligen Ansatz weitergemacht, so h&#228;tte   sie einen echten Eindruck auch auf die KKE gemacht.<\/p>\n<h4>  Aus kleinen Gruppierungen werden Massenparteien<\/h4>\n<p>  In seinem Schlusswort fasste Andros zusammen, dass die Organisierung von   politischen Massenparteien nicht notwendiger Weise &#252;ber Nacht vor sich   geht. Bevor dieser Prozess vollendet war, brauchte es im Falle der   britischen &#8222;Labour Party&#8220; Jahrzehnte. Ist aber einmal eine im   Klassenkampf verhaftete Partei etabliert, so wird es einfacher sein und   schneller gehen, einen solchen Prozess auch anderswo voranzubringen. Die   Beispiele S&#252;deuropas in den 1960er und 1970er Jahren illustrieren, wie   schnell ein solcher Prozess vor dem Hintergrund der Krise vonstatten   gehen kann. In einer ganzen Reihe von L&#228;ndern bildeten sich, wie etwa am   Beispiel der &#8222;Sozialistischen Partei&#8220; in Portugal im Zuge der   portugiesischen Revolution nachzuvollziehen, sehr kleine Gruppen sehr   rasch zu Massenparteien aus.<\/p>\n<p>  Die Wirtschaftskrise stellt jetzt einen entscheidenden Faktor bei der   Entwicklung neuer Arbeiterparteien dar. Sie wird auch &#252;ber   Geschwindigkeit und Charakter dieser Entwicklungen entscheiden. Es ist   durchaus im Bereich des M&#246;glichen, dass &#8222;Syriza&#8220; und andere linke   Formationen unter dem Eindruck der &#246;konomischen Krise gro&#223;e Spr&#252;nge nach   links machen k&#246;nnen. Allerdings ist es auch m&#246;glich, dass sie auf Grund   des Trends ihrer F&#252;hrungen nach rechts das Schicksal der PRC heimsuchen   k&#246;nnte.<\/p>\n<p>  Auch, wenn es sich nicht um einen stetigen Prozess nach vorne handelt,   so ist klar, dass sich in vielen L&#228;ndern Entwicklungen in Richtung neuen   Arbeiter-Massenparteien herauskristallisieren. Auf Grund der bislang   gemachten Erfahrungen ist ebenso klar, dass das CWI eine wichtige Rolle   bei diesen Entwicklungen spielen und ebenso auch unsere eigenen Kr&#228;fte   herausbilden kann, die f&#252;r ein sozialistisches Programm k&#228;mpfen.<\/p>\n<\/p>\n<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/z\/summerschool3.jpg\">  <\/p>\n<\/p>\n<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/z\/summerschool1.jpg\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Diskussion auf der Sommerschulung des CWI\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[102,28],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13807"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13807"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13807\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13807"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13807"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13807"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}