{"id":13790,"date":"2010-07-28T14:00:00","date_gmt":"2010-07-28T14:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13790"},"modified":"2010-07-28T14:00:00","modified_gmt":"2010-07-28T14:00:00","slug":"13790","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/07\/13790\/","title":{"rendered":"Kapitalistische Weltwirtschaftskrise und Klassenk&#228;mpfe"},"content":{"rendered":"<p>  Bericht von der Sommerschulung des CWI<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i><b>In der dritten Juliwoche dieses Jahres hielt das Komitee f&#252;r eine   Arbeiterinternationale (englische Abk&#252;rzung: CWI), dem die SAV als   Sektion in Deutschland angeh&#246;rt, seine j&#228;hrliche Sommerschulung in   Belgien ab. Mehr als 400 TeilnehmerInnen, davon circa 50 aus   Deutschland, waren dabei. Darunter GenossInnen aus ganz Europa, aus   Russland, Zentralasien, Indien, den USA, Quebec und dem Nahen Osten. Wir   ver&#246;ffentlichen hier einen Bericht von Kevin Parslow &#252;ber die erste   Debatte auf der Schulung, die sich mit der Weltwirtschaftskrise und   ihren internationalen Auswirkungen besch&#228;ftigte.<\/b><\/i><\/p>\n<p>  Die Sommerschulung des CWI fand vom 11. bis 16. August in Belgien vor   dem Hintergrund statt, dass kapitalistische Regierungen in ganz Europa   und weltweit grausame Ma&#223;nahmen gegen die Arbeiterklasse unternehmen, um   die enormen, nach dem Zusammenbruch des internationalen Bankensystems   vor gut einem Jahr entstandenen Haushaltsdefizite zu verringern. Die   erste Diskussionsrunde zum Thema &#8222;Krise des Weltkapitalismus und die   Klassenk&#228;mpfe in Europa&#8220; wurde von Peter Taaffe vom &#8222;Internationalen   Sekretariat&#8220; des CWI eingeleitet.<\/p>\n<\/p>\n<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/z\/school6klein.jpg\">  <\/p>\n<\/p>\n<p>  Zu Beginn wurde ein kurzer Film eingespielt, der einige der explosiven   K&#228;mpfe der Arbeiterklasse und der Jugend zeigte, zu denen es bereits   &#252;berall auf der Welt gekommen ist.<\/p>\n<p>  Peter erkl&#228;rte, dass Trotzki 1938 in seinem Text &#8222;Der Todeskampf des   Kapitalismus&#8220; (auch bekannt als &#8222;Das &#220;bergangsprogramm&#8220;) schrieb, dass   die kapitalistische Klasse weltweit &#8222;dem Desaster mit geschlossenen   Augen entgegen schliddert&#8220;. Handelt es sich dabei nicht um eine &#228;u&#223;erst   passende Beschreibung f&#252;r das, was heute geschieht?<\/p>\n<p>  An allen Ecken und Enden ist der Kapitalismus von der Krise befallen.   Der US-Imperialismus hat sich im nunmehr zehn Jahre dauernden und nicht   gewinnbaren Afghanistankrieg verstrickt, das ist l&#228;nger als in der   Vietnam-Intervention. Im Irak herrscht ein nur &#228;u&#223;erst br&#252;chiger   &#8222;Friede&#8220;, und ein sektiererischer B&#252;rgerkrieg k&#246;nnte sich jederzeit   erneut entfachen und zum Zerfall des Landes beitragen.<\/p>\n<\/p>\n<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/z\/school5klein.JPG\">  <\/p>\n<\/p>\n<p>  &#196;hnlich wird es dem gesamten Planeten ergehen, sollte der Kapitalismus   weiterhin die Kontrolle &#252;ber ihn behalten, und die unweigerlich damit   zusammenh&#228;ngende Auspl&#252;nderung der Erde weiter voranschreiten. Das   Desaster um BP im Golf von Mexiko ist das j&#252;ngste Beispiel vollkommen   unverantwortlichen Handelns und der Gier nach Profit. Den &#8222;Krieg f&#252;r &#214;l&#8220;   hatten wir bereits. Blickt man nach Zentralasien und Lateinamerika, so   nehmen jetzt die Auseinandersetzungen um Wasser zu. Laut UNO wird einer   von drei Menschen in L&#228;ndern leben, die von Wasserknappheit betroffen   sein werden. Bereits heute haben wir es mit 450 Millionen Menschen in 29   L&#228;ndern zu tun, in denen es wahrscheinlich ist, dass es dort zu   zunehmenden Spannungen auf Grund von Wassernutzungsrechten kommen wird.   Der Klimagipfel von Kopenhagen war eine vollkommene Katastrophe.<\/p>\n<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/z\/school4klein.JPG\">  <\/p>\n<\/p>\n<p>  Aber Peter wies darauf hin, dass sich das Unverm&#246;gen des Kapitalismus am   deutlichsten am Beispiel der Weltwirtschaft ablesen l&#228;sst, die letztlich   den wichtigsten Faktor darstellt und die alle anderen, die Gesellschaft   betreffenden Aspekte bedingt. Es ist gerade einmal ein paar Monate her,   dass die Kapitalisten weltweit ihre sogenannten Rettungspakete   verteidigten. In einer Schwindel erregenden Kehrtwende beim G20-Gipfels   in Toronto aber schwenkte eine Mehrheit der f&#252;hrenden kapitalistischen   Politiker zu &#8222;Sparma&#223;nahmen&#8220; um! Pl&#246;tzlich war Obama isoliert. Ein   Zeichen f&#252;r die Schw&#228;che, auf Grund derer er nicht in der Lage war, den   Willen des US-Kapitalismus durchzusetzen, obwohl dieser weiterhin die   gr&#246;&#223;te Volkswirtschaft der Welt darstellt.<\/p>\n<h4>  Die EU trommelt f&#252;r &#8222;Sparma&#223;nahmen&#8220;<\/h4>\n<p>  Der europ&#228;ische Kapitalismus marschiert &#8211; jedenfalls im Moment &#8211; ganz im   Rhythmus der Trommeln, die die britischen Konservativen und Angela   Merkel, die deutsche Kanzlerin, schlagen und &#8222;Sparma&#223;nahmen&#8220;   favorisieren. Wer aber den Weg des Sparens geht, wird die   Wirtschaftskrise enorm zuspitzen. Die wirtschaftliche &#8222;Erholung&#8220;   basierte weitestgehend darauf, dass die Lager aufgef&#252;llt wurden. Jetzt   aber haben wir es mit einer Staatsschuldenkrise zu tun, da diese wegen   der staatlichen Bankenrettungspakete und steigender Arbeitslosigkeit   sowie Sozialleistungen empor schnellen.<\/p>\n<p>  Peter stimmte mit dem US-amerikanischen keynesianischen &#214;konomen Paul   Krugman &#252;berein, der meinte, dass die Krise sich &#228;hnlich der Depression   des sp&#228;ten 19. Jahrhunderts entwickeln w&#252;rde, bei der es sich um eine   l&#228;nger anhaltende wirtschaftliche Stagnation handelte, statt sich wie   die Krise der 1930er Jahre zu entwickeln. Der Keynesianismus kann die   Probleme des Kapitalismus langfristig aber nicht l&#246;sen, weil   schlussendlich entweder die Arbeiterklasse &#252;ber erh&#246;hte Steuern und   Inflation zur Kasse gebeten wird oder die Kapitalisten in einen   Investitions-&#8222;Streik&#8220; treten werden, sollten sie zur finanziellen   Verantwortung gezogen werden. Ein Journalist des Guardian (London)   behauptete, dass der Keynesianismus nach dem G20-Gipfel tot sei. Es kann   jedoch sein, dass weitere Rettungspakete von N&#246;ten sein werden, um das   System zu retten. Vor allem dann, wenn es zu einer Welle an Protesten   kommt.<\/p>\n<p>  Die Privatwirtschaft jedenfalls wird das Problem auf gar keinen Fall   l&#246;sen. In Gro&#223;britannien stehen 750.000 Arbeitspl&#228;tze im &#246;ffentlichen   Dienst zur Disposition und in Folge dessen werden weitere 600.000   Stellen im privaten Sektor verschwinden. Momentan wird &#252;brigens noch so   getan, als w&#252;rde die Privatwirtschaft zwei Millionen &#8222;neue&#8220;   Arbeitspl&#228;tze schaffen! Die Schw&#228;che der industriellen Basis   Gro&#223;britanniens wird die Illusion ersch&#252;ttern, wonach man in der Lage   w&#228;re, sich aus der Krise hinaus zu exportieren. Deutschland verzeichnete   zwar einen gewissen Anstieg bei den Exportzahlen. Der Rest der   de-industrialisierten Welt aber &#8211; vor allem der Rest Europas &#8211; wird   nicht so viel Gl&#252;ck haben. Und China sieht sich momentan einer   Verlangsamung gegen&#252;ber, da es zu einer &#220;berhitzung und einem   Zusammenbruch auf dem Immobilienmarkt gekommen ist. &#220;ber-Investitionen   und massive Profitraten waren zu verzeichnen. Die Entscheidung Chinas,   seine W&#228;hrung Renminbi neu zu bewerten, hat bisher zu einem nur geringen   Wertanstieg (von 0,77 Prozent) gef&#252;hrt und hatte nicht den erhofften   Effekt, Chinas Handels&#252;berschuss gegen&#252;ber den USA abzubauen.<\/p>\n<\/p>\n<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/z\/school1ok.JPG\">  <\/p>\n<\/p>\n<p>  Auch wenn es in Deutschland zu einer gewissen wirtschaftlichen Belebung   kommt, so wird diese von den Massen kaum wahrgenommen, weil die   Arbeitslosigkeit steigt, Einkommen gek&#252;rzt werden und es zum R&#252;ckgang   der Lebensstandards kommen wird. Millionen ArbeiterInnen in Europa leben   heute unter schlechteren Bedingungen als zur Zeit vor der Krise, die   gekennzeichnet war durch eine allgemein neoliberale Politik. Die   Kapitalisten werden immer mehr Besch&#228;ftigte in den mehr informellen und   unsicheren Besch&#228;ftigungssektor dr&#228;ngen, damit Entlassungen leichter   werden.<\/p>\n<p>  Die neue Koalitionsregierung in Gro&#223;britannien zeigt, wie Bedingungen   f&#252;r ArbeiterInnen attackiert werden k&#246;nnen. Mittels brutaler   K&#252;rzungsvorhaben sollen Abfindungen f&#252;r BeamtInnen gek&#252;rzt werden. Der   ganze &#246;ffentliche Sektor steht Rentenstreichungen gegen&#252;ber. Europaweit   stehen Angriffe auf Renten und Pensionen ins Haus. In Frankreich will   Pr&#228;sident Sarkozy das Rentenalter bis 2018 auf 62 Jahre anheben. Anatole   Kaletsky beklagte in der Tageszeitung The Times (London) die Tatsache,   dass die Menschen nach ihrem Arbeitsleben einfach zu lange leben. Er   schlug vor, dass Renten und Pensionen nur noch f&#252;r zehn Jahre nach   Einstieg in den Ruhestand gezahlt werden, und Menschen, die l&#228;nger   leben, ihr Stimmrecht verlieren sollten!<\/p>\n<p>  Peter wies darauf hin, dass Griechenland zur Zeit als das schw&#228;chste   Glied in der Kette des europ&#228;ischen Kapitalismus gesehen wird. Die   europ&#228;ischen Kapitalisten betrachten Griechenland als &#8222;Stresstest&#8220; f&#252;r   die F&#228;higkeit der Arbeiterklasse, Widerstand zu leisten. Es herrscht   eine nie dagewesene Propaganda-Barrikade, die aus nichts als L&#252;gen   zusammengesetzt ist. Die ArbeiterInnen sind dem mit sechs Generalstreiks   begegnet. Vergleiche zu Argentinien in den Jahren 2001\/02 wurden sowohl   von kapitalistischen Politikern wie Mitsotakis, dem ehemaligen f&#252;hrenden   Kopf der rechts-konservativen Partei &#8222;Neue Demokratie&#8220;, wie auch von   GenossInnen der CWI-Sektion in Griechenland, Xekinima, gezogen. Es   handelt sich dabei um eine sehr gute Analogie, da es damals in   Argentinien zu acht Generalstreiks, der Erst&#252;rmung von Superm&#228;rkten und   der Besetzung von Fabriken kam. Sollten die Angriffe fortgesetzt werden,   sieht so auch die Zukunft Griechenlands &#8211; und nicht nur Griechenlands   aus. Die Arbeiterklasse in Griechenland verarbeitet gerade ihre   Erfahrungen und wird &#8222;bis zum Herbst abwarten&#8220;, der politisch gesehen   hei&#223; werden wird.<\/p>\n<p>  Generalstreiks oder die M&#246;glichkeiten f&#252;r Generalstreiks liegen in der   momentanen Situation vieler europ&#228;ischer L&#228;nder begr&#252;ndet, so Peter.   Frankreich erlebte in den letzten Monaten bislang zwei gro&#223;e Streiks   gegen die Rentenpl&#228;ne im &#246;ffentlichen Dienst. Es k&#246;nnte dort zu den   entschlossensten Aktionen seit den Streiks gegen die Jupp&#233;-Pl&#228;ne im   Jahre 1995 kommen. Auch in Italien, Spanien und Portugal konnten wir   schon vergleichbare Streikaktionen erleben. Vor allem in Spanien ist es   dadurch bereits zu einem deutlichen Schwenk nach links gekommen.   Gleiches gilt auch f&#252;r einige Arbeiterorganisationen in Portugal. Die   Gewerkschaftsf&#252;hrer versuchen verzweifelt, auf die Bremse zu treten, um   Widerstand zu erschweren. In Gro&#223;britannien rufen die CWI-Sektionen zu   einer landesweiten Demonstration gegen die schlimmsten und brutalsten   Angriffe seit den Attacken von Geddes im Jahr 1922 auf, welche die Wut   hervorbrachten, die zum Generalstreik von 1926 f&#252;hrte. Eine landesweite   Demo sollte als Vorbereitung auf darauf folgende betriebliche   Streikma&#223;nahmen dienen.<\/p>\n<h4>  Durch Generalstreiks aufgeworfene Fragen<\/h4>\n<p>  Immer wieder haben wir darauf hingewiesen, dass Generalstreiks   grunds&#228;tzlich die Macht-Frage aufwerfen. Die Arbeiterklasse bringt damit   die komplette Gesellschaft zum Stillstand. Die j&#252;ngsten Generalstreiks   hatten hingegen eher Protest-Charakter. Daher m&#252;ssen unsere Forderungen   diesen Umstand mit einbeziehen. In Griechenland ist es zun&#228;chst zu   24-st&#252;ndigen, dann zu 48-st&#252;ndigen Generalstreiks gekommen, die ein   gro&#223;artiges Echo fanden. Aber die griechische Arbeiterklasse wird   dar&#252;ber hinaus gehen m&#252;ssen, wenn sie die Regierung aus dem Amt zu jagen   will.<\/p>\n<p>  Der gro&#223;e Unterschied heute besteht darin, dass in allen Situationen, in   denen sich Generalstreiks abzeichnen &#8211; im &#246;ffentlichen Dienst aber damit   einhergehend auch in der Privatwirtschaft &#8211; es an breiten Organisationen   fehlt, die den Kampf bef&#246;rdern k&#246;nnten. Darin besteht der Gegensatz zu   den 1980er Jahren, als es noch ein breites sozialistisches Bewusstsein   und Verbindungen zu Arbeiterparteien gab, die noch eine Rolle als solche   spielten. Die Arbeiterklasse wird rechtzeitig zu sozialistischen   Schlussfolgerungen kommen &#8211; durch ihre Erfahrungen, die sie machen   werden. Das CWI lehnt den ultralinken Ansatz ab, wonach der   &#8222;Sozialismus&#8220; den ArbeiterInnen von au&#223;en vermittelt werden m&#252;sse. Das   Fehlen breiter sozialistischer Organisationen heute aber, h&#228;lt die   Arbeiterklasse zur&#252;ck &#8211; selbst wenn der Kapitalismus aufs &#196;u&#223;erste unter   Beweis stellt, unf&#228;hig zu sein, die grundlegenden menschlichen   Bed&#252;rfnisse befriedigen zu k&#246;nnen. Die Arbeiterklasse bleibt somit   unvorbereitet zur&#252;ck, weil die ehemaligen Arbeiterf&#252;hrer und die alten   Arbeiterorganisationen den Markt akzeptiert haben. ArbeiterInnen werden   ihre Erfahrung mit neuen linken Massenformationen machen.<\/p>\n<p>  Peter leitete &#252;ber zur Frage der Slogans und Forderungen. Das   rechtzeitige Eingreifen mit den besten Slogans hat zum Ziel, unter den   ArbeiterInnen Geh&#246;r zu finden. In Griechenland hatten wir mit unseren   Forderungen nach Schuldenstreichung gro&#223;en Einfluss. Diese Forderung   greift die Erfahrungen aus Lateinamerika auf und spiegelt Charakter und   momentanen Grad der Krise wider. Diese Forderung f&#252;hrt zum Ruf nach   Vergesellschaftung der Banken, unter der demokratischen Kontrolle und   Gesch&#228;ftsf&#252;hrung der arbeitenden Bev&#246;lkerung. Wir sind die einzige   Organisation, die diese Forderungen ernsthaft voran bringt, und sie   zeigten gro&#223;e Wirkung.<\/p>\n<p>  Nicht alle L&#228;nder stehen auf dem selben Stand, was den Grad der K&#228;mpfe   angeht. In Irland haben die K&#252;rzungen kolossale Ausma&#223;e angenommen und   die Arbeiterklasse &#252;berrumpelt. Vor allem, nachdem man dort &#252;ber beinahe   zwei Jahrzehnte hinweg den h&#246;chsten Lebensstandard in der Geschichte des   Landes erleben durfte. Teilweise war dies auch in Gro&#223;britannien   nachzuvollziehen. Doch das Massenbewusstsein kann sich sehr schnell   &#228;ndern. Vor allem, wenn es zum frontalen Aufeinandertreffen der   gesellschaftlichen Klassen kommt. Die Wut der ArbeiterInnen richtet sich   zur Zeit noch in erster Linie gegen die Banken und die gro&#223;en   Finanzinstitute. Das Voranbringen sozialistischer Ideen wird aber   helfen, das Bewusstsein zu bef&#246;rdern.<\/p>\n<p>  Peter warnte vor der extremen Rechten und zunehmendem Nationalismus und   Rassismus, wie in &#214;sterreich, Italien und andernorts zu sehen. Die   Rechte mag zu Beginn der Krise den Anschein erwecken, Zulauf zu   verzeichnen, wenn es keine Alternative f&#252;r die Massen gibt. Ein   weiterer, die Lage verkomplizierender Faktor k&#246;nnte die zunehmend   wichtiger werdende nationale Frage sein. Wir eine sozialistische Haltung   einnehmen, wo diese Frage aufkommt. Die j&#252;ngste Massendemonstration in   Barcelona, die am katalanischen Nationalismus ansetzte, ist ein Hinweis   darauf, was sich noch entwickeln k&#246;nnte.<\/p>\n<p>  Dann befasste Peter sich in kurzen Z&#252;gen mit dem Verlauf und den   Auswirkungen der Krise in anderen Teilen der Welt. Im Nahen Osten   besteht keine M&#246;glichkeit, zu einem Abkommen zwischen der israelischen   und pal&#228;stinensischen Seite zu gelangen. Obama wird in dieser Frage   wegen der bevorstehenden Wahlen in den USA nicht gro&#223;artig t&#228;tig werden.   Der komplette Nahe Osten ist von der Krise befallen: vor allem &#196;gypten   ist in einem katastrophalen Zustand und befindet sich kurz davor breite   soziale Bewegungen zu erleben.<\/p>\n<p>  Der Zusammenbruch der Volkswirtschaften in Osteuropa und den ehemaligen   Sowjetrepubliken bringt Opposition hervor. In Kasachstan spielen die   Unterst&#252;tzerInnen des CWI eine enorme Rolle. Es besteht die M&#246;glichkeit,   dass sie mit der breiten Formation namens &#8222;Kasachstan 2012&#8220; das   bestehende Vakuum f&#252;llen, die der Vorl&#228;ufer einer Massenbewegung sein   kann. Eine grauenhafte Vorstellung davon, was m&#246;glich ist, wenn es keine   Massenalternative gibt, gibt das Beispiel Kirgistan, wo es zu ethnischen   Zusammenst&#246;&#223;en kam und wo es Anzeichen daf&#252;r gibt, dass ethnische   Spaltungen angeheizt wurden.<\/p>\n<p>  Was wir in China mit Streiks und Protesten f&#252;r bessere L&#246;hne und gegen   schreckliche Arbeits- und Lebensbedingungen verfolgen konnten, ist ein   Echo auf das Vorgehen der ArbeiterInnen in Russland im Jahre 1896. Die   ArbeiterInnen in China bringen heute die Notwendigkeit f&#252;r unabh&#228;ngige   Gewerkschaften auf die Tagesordnung.<\/p>\n<p>  Im Kapitalismus nimmt die Aussicht des &#8222;jeder gegen jeden&#8220; zu. Ein Bild   davon gibt der Alptraum in Mexiko und der Drogenkrieg, der ganze   gesellschaftliche Schichten in seinen Sog genommen hat. Der einzige Weg,   um so etwas zu verhindern, besteht darin, dass die Arbeiterklasse   Ma&#223;nahmen ergreift, ihre historischen Aufgaben zu erf&#252;llen. Das hei&#223;t   die Ideen von Kampf, Sozialismus und Revolution anzunehmen und die   Ver&#228;nderung der Gesellschaft durchzuf&#252;hren. Wir diskutieren Ideen, die   zum Handeln anleiten sollen. Aber wenn ohne eine schl&#252;ssige Theorie,   wirst es keine Anleitung f&#252;r aktives Handeln geben. Unsere Aufgabe   besteht darin zu versuchen, die Arbeiterklasse politisch zu bewaffnen.<\/p>\n<h4>  Analyse des CWI<\/h4>\n<p>  Vor allem was die vergangenen 12 Monate angeht, war die Analyse des CWI   schl&#252;ssiger und tragf&#228;higer als das, was andere politische Str&#246;mungen   hervorgebracht haben. Wir nahmen selbstbewusster und effektiver an   Arbeiterk&#228;mpfen teil als irgendeine andere Organisation. Unsere   GenossInnen sind darauf vorbereitet, gro&#223;e Opfer zu bringen, um weite   historische Ziele zu erreichen. Die Arbeiterklasse wird &#252;ber die von ihr   gemachten Erfahrungen im Klassenkampf &#8211; durch Niederlagen und Erfolge,   zu sozialistischen Ideen kommen. Das CWI muss darauf vorbereitet sein zu   wachsen, zu organisieren und die Kr&#228;fte zu gewinnen, die n&#246;tig sind, um   diese Jahrhundert in Richtung Sozialismus zu bewegen.<\/p>\n<p>  Ein Aspekt, auf den in den Wortmeldungen in der nachfolgende Diskussion   h&#228;ufig eingegangen wurde, war der der von den Regierungen durchgef&#252;hrten   oder geplanten K&#252;rzungen und was von der Arbeiterklasse und den   jeweiligen Sektionen des CWI bereits dagegen getan wurde. Ein weiteres   Thema war die allgemeine Wut und die gleichzeitige Ungewissheit unter   Millionen von Menschen weltweit, die einen dramatischen Abfall ihrer   Lebensbedingungen erfahren haben. Das hatte und hat auch Auswirkungen   auf unsere Versuche politisch aufzubauen. Viele GenossInnen aus Europa,   den USA, Asien und Australien illustrierten lebhaft die Situation in   ihren L&#228;ndern. Die Welt steht kurz davor, weitere explosionsartige   Auseinandersetzungen zu erleben. In einem Land nach dem anderen. Und das   CWI wird darauf vorbereitet sein, bei den m&#228;chtigen, bevorstehenden   Ereignissen einzugreifen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Bericht von der Sommerschulung des CWI\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[103,127],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13790"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13790"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13790\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13790"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13790"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13790"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}