{"id":13772,"date":"2010-08-02T00:00:00","date_gmt":"2010-08-02T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13772"},"modified":"2010-08-02T00:00:00","modified_gmt":"2010-08-02T00:00:00","slug":"13772","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/08\/13772\/","title":{"rendered":"Massenproteste gegen Hochgeschwindigkeitsverkehr"},"content":{"rendered":"<p>  Hochgeschwindigkeitsz&#252;ge zu Unrecht als umweltfreundliche Alternative zu   Autobahnen und Flugverkehr gepriesen<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>In Stuttgart regt sich seit Monaten Widerstand gegen das aberwitzige   Projekt Stuttgart 21. Das Projekt ist offiziell mit einer neuen   ICE-Trasse nach Ulm verbunden. Urspr&#252;nglich lehnte die Mehrheit der   GegnerInnen die ICE-Trasse zwischen Wendlingen und Ulm nicht ab. In   anderen Regionen Europas gibt es dagegen schon seit Jahren   beeindruckende Proteste gegen Hochgeschwindigkeitsz&#252;ge &#8211; so in Val di   Susa in Piemont seit 21 Jahren gegen die Hochgeschwindigkeitstrasse   Lyon-Turin.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Wolfram Klein, Plochingen bei Stuttgart<\/i><\/h4>\n<p>  Beim Widerstand gegen Stuttgart 21 (S 21) hat in den letzten Monaten die   Ablehnung der ICE-Trasse zugenommen. Es wurde deutlich, dass hier ebenso   wie bei der Vergrabung des Stuttgarter Hauptbahnhofs unter die Erde die   Kosten explodieren. Statt der offiziell geplanten zwei Milliarden Euro   k&#246;nnte die Trasse &#252;ber f&#252;nf Milliarden kosten und das Gesamtprojekt S 21   damit weit mehr als zehn Milliarden verschlingen.<\/p>\n<p>  Sollte die ICE-Trasse mit ihren &#252;ber 30 Tunnelkilometern aus   Kostengr&#252;nden beerdigt werden, dann w&#252;rden die Trassen von Stuttgart 21   auf der gr&#252;nen Wiese enden. Daf&#252;r werden doch nicht einmal   CDU-Oberb&#252;rgermeister Wolfgang Schuster oder Bahnchef R&#252;diger Grube   Milliarden ausgeben wollen? Oder etwa doch? Die Hoffnung, dass ein Stopp   der ICE-Trasse S 21 den Todessto&#223; versetzen k&#246;nnte, sollte Grund sein,   sich grunds&#228;tzlicher mit der Problematik von Hochgeschwindigkeitsz&#252;gen   zu befassen.<\/p>\n<p>  Dazu kommt, dass die Bundesregierung das Vetorecht der Bahn gegen   Fernbuslinien ab 2011 aufheben will und das Bundesverwaltungsgericht am   24. Juni billige Fernbuslinien prinzipiell f&#252;r genehmigungsf&#228;hig   erkl&#228;rte. Somit droht der Bahn bundesweit billige Konkurrenz, die viele   ICE-Strecken unrentabel machen kann.<\/p>\n<h4>  Teuer &#8211; und nicht umweltfreundlich<\/h4>\n<p>  Normalerweise ist die Bahn eines der umweltfreundlichsten   Verkehrsmittel. Das gilt aber kaum f&#252;r Hochgeschwindigkeitsz&#252;ge. Bei   hohen Geschwindigkeiten steigt der Energieverbrauch &#252;berproportional.   Das macht &#252;berhaupt nur Sinn bei gro&#223;en Abst&#228;nden zwischen den Bahnh&#246;fen   (wobei diese Hochgeschwindigkeitsstrecken dann auch noch gern als   Airport-Shuttle missbraucht werden). Gro&#223;e Abst&#228;nde zwischen den   Bahnh&#246;fen f&#252;hren wiederum dazu, dass sich f&#252;r viele Fahrg&#228;ste die   Reisezeit zu ihrem Ziel verl&#228;ngert &#8211; und die Zeitersparnis oft wieder   aufgehoben wird.<\/p>\n<p>  Da Z&#252;ge (au&#223;er mit Neigetechnik) nicht schnell in Kurven fahren k&#246;nnen   und auch keine starken Steigungen bew&#228;ltigen, bestehen   Hochgeschwindigkeitsstrecken zu einem betr&#228;chtlichen Teil aus Tunneln,   k&#252;nstlichen Einschnitten und Br&#252;cken. Das macht sie extrem teuer und   bringt enorme Umweltbelastungen beim Bau mit sich (Abtransport des   Abraums mit Lkw, Eingriffe in den Grundwasserhaushalt und so weiter).<\/p>\n<p>  Einige Gebiete der Alpen und Pyren&#228;en sind besonders betroffen, weshalb   sich die Menschen vor Ort seit Jahren gegen solche Projekte wehren. Am   23. Januar haben Initiativen aus Spanien, Frankreich und Italien   gemeinsam ihre Kritik und ihre Forderungen (unter anderem die   Optimierung bestehender Verkehrswege) in der &#8222;Charta von Hendaye&#8220;   formuliert. Am 18. Mai waren sie in Stra&#223;burg, um ihre Forderungen den   Europaabgeordneten zu &#252;berbringen.<\/p>\n<h4>  Val di Susa<\/h4>\n<p>  Seit 1989 wehrt sich die Bev&#246;lkerung in Val di Susa gegen den Bau der   Hochgeschwindigkeitsstrecke Lyon-Turin. Die italienische   Zentralregierung (und die Mafia, die bei Gro&#223;bauprojekten meist mit von   der Partie ist) versucht gerade, die Probebohrungen mit einer   Militarisierung der Region durchzusetzen. Am 17. Februar wurden bei   einem brutalen Polizeieinsatz DemonstrantInnen schwer verletzt. Simone   Pettinati and Marinella Alotto mussten im Krankenhaus behandelt werden.<\/p>\n<p>  Val di Susa (westlich von Turin) ist ein bis zu zwei Kilometer breites   Tal, in der es bereits eine Autobahn, zwei Bundesstra&#223;en und eine   Bahnlinie gibt. Die geplanten Tunnel sollen teils durch uran-   beziehungsweise asbesthaltiges Gestein f&#252;hren. Die starken Winde im Tal   k&#246;nnten krebserzeugenden Asbest bis Turin wehen!<\/p>\n<p>  Joe Higgins, der Europaabgeordnete der irischen Schwesterorganisation   der SAV, hat das Susa-Tal im Februar 2010 besucht und unterst&#252;tzt den   Protest tatkr&#228;ftig. Gleiches gilt f&#252;r die MarxistInnen von   Controcorrente, die sich seit Jahren in der PRC-Linken engagieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Hochgeschwindigkeitsz&#252;ge zu Unrecht als umweltfreundliche Alternative zu<br \/>\n      Autobahnen und Flugverkehr gepriesen\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[119],"tags":[227],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13772"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13772"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13772\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13772"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13772"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13772"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}