{"id":13757,"date":"2010-06-21T00:00:00","date_gmt":"2010-06-21T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13757"},"modified":"2010-06-21T00:00:00","modified_gmt":"2010-06-21T00:00:00","slug":"13757","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/06\/13757\/","title":{"rendered":"Israel: Demonstrationen gegen Besatzung und Blockade Gazas"},"content":{"rendered":"<p>  &#8222;Wir werden nicht aufh&#246;ren, gegen die Aush&#246;hlung des Rechts zu   protestieren&#8220;<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b><i>Wir ver&#246;ffentlichen hier einen Artikel, der schon am 11. Juni in   englischer Sprache auf www.socialisworld.net erschien. Er stammt von   einem israelischen Marxisten und macht deutlich, dass sich auch in   Israel der Protest gegen die rassistische und unterdr&#252;ckerische Politik   der Regierung formiert: <\/i><\/b><\/p>\n<p>  Fast 10.000 israelische J&#252;dinnen, Juden und Pal&#228;stinenserInnen sind   Samstag in Tel Aviv gegen die Auswirkungen des Angriffs auf die   Hilfsflotte, die Besatzung des Gazastreifens, die Belagerung und die   extrem rechte Regierung auf die Stra&#223;e gegangen.<\/p>\n<h4>  <i>von Yasha Marmer, Bewegung Sozialistischer Kampf   (Schwesterorganisation der SAV Israel)<\/i><\/h4>\n<p>  Einen Tag vorher nahmen hunderte Israelis und Pal&#228;stinenserInnen an   einer gemeinsamen Demonstration gegen die Besatzung und die Grenzmauer   im besetzten Westjordanland teil. Die Bewegung sozialistischer Kampf   (Sektion des CWI in Israel\/Pal&#228;stina) beteiligte sich an beiden   Protesten und rief zum gemeinsamen Kampf gegen die Besatzung,   nationalistische Unterdr&#252;ckung und f&#252;r Sicherheit, Sozialleistungenund   Arbeitspl&#228;tze f&#252;r alle Menschen in der Region auf.<\/p>\n<p>  Die Demonstrationen am Samstag und Freitag waren bereits vor dem Angriff   auf die Hilfsflotte organisiert und wie jedes Jahr auf den Jahrestag des   Krieges von 1967 terminiert worden. Damit sollte gegen die fortw&#228;hrende   direkte wie indirekte Besetzung Gazas und des Westjordanlands seit   diesem Krieg protestiert werden. Auf Grund der j&#252;ngsten Entwicklungen   wurden beide Demonstrationen allerdings Teil einer ganzen Serie von   Protesten gegen den Angriff auf die Hilfsflotte, an der sich in Tel   Aviv, Haifa, Jerusalem, Be&quot;er Scheva, Nazareth, Sachnin und in anderen   Orten insgesamt tausende Pal&#228;stinenserInnen und israelische J&#252;dinnen und   Juden beteiligten.<\/p>\n<h4>  Nationalistische Kampagne<\/h4>\n<p>  Die Proteste fanden vor dem Hintergrund einer heftigen nationalistischen   Kampagne des israelischen Regimes gegen jede Form der Kritik an dem   Angriff auf die Hilfsflotte f&#252;r Gaza statt. F&#252;r diese Kampagne wurde die   gesamte Mainstream-Medienlandschaft mobilisiert.<\/p>\n<p>  Tausende israelischer J&#252;dinnen und Juden und Pal&#228;stinenserInnen waren   aus dem ganzen Land zusammen gekommen, um am Samstag durch das Zentrum   Tel Avivs zu ziehen. Wegen der allgemein vorherrschenden   nationalistischen Stimmung in der Gesellschaft war die Atmosph&#228;re   angespannt. Dies galt vor allem f&#252;r die Stra&#223;en, durch die der   Protestzug f&#252;hrte. Die Demo wurde von starker Polizeipr&#228;senz wie auch   von gut organisierten sowie auf Provokation ausgerichteten Gruppen   rechtsextremistischer Schl&#228;ger begleitet.<\/p>\n<p>  Das Motto der Demonstration hatte Hadash, die Frontorganisation der   Kommunistischen Partei Israels, ausgerufen: &#8222;Die Regierung erstickt uns   alle &#8211; wir m&#252;ssen uns den Frieden selbst erk&#228;mpfen&#8220;. Neben Hadash   beteiligten sich andere Friedens- und gegen die Besatzung gerichtete   Organisationen, aber auch die etablierte Partei MERETZ (vigor) sowie   ihre Schwesterorganisation, die Bewegung &#8222;Peace Now&#8220;. Die F&#252;hrung von   &#8222;Peace Now&#8220; und MERETZ hatte sich in der Woche zuvor bewusst daf&#252;r   entschieden, sich nicht an den Protesten zu beteiligen. Einige ihrer   AktivistInnen taten dies dennoch. Auch verurteilten die f&#252;hrenden K&#246;pfe   dieser Strukturen auf der Demonstration am Samstag den Angriff auf die   Flotilla nicht in aller Deutlichkeit. Und forderten auch kein Ende der   Blockade von Gaza.<\/p>\n<h4>  Sofortiges Ende der Besatzung!<\/h4>\n<p>  Trotzdem forderte die Mehrzahl der Protestierenden das sofortige Ende   der Besatzung, der Belagerung und das Ende des harten Durchgreifens   gegen das Demonstrationsrecht. Es steht au&#223;er Frage, dass der t&#246;dliche   Angriff auf die Flotilla der Schl&#252;sselmoment bei der breiten   Mobilisierung war. Viele der Protestierenden, J&#252;dinnen, Juden und   Pal&#228;stinenserInnen, stimmten mit ein, als unser Block damit begann,   Slogans zu skandieren. Mitglieder, Unterst&#252;tzerInnen und Leute, die uns   zum ersten Mal trafen &#8211; darunter pal&#228;stinensische Jugendliche aus   Hadash, schlossen sich unserem Block an, riefen unsere Slogans auf   Hebr&#228;isch und in Arabisch und benutzten unsere Megafone. Gemeinsam   skandierten wir: &#8222;Keine Vertuschung wird helfen &#8211; die Besatzung ist   Terror: Es gibt nichts zu untersuchen &#8211; beendet die Belagerung&#8220;;   &#8222;Protest ist kein Terror &#8211; beendet die Belagerung Gazas&#8220;; &#8222;Sicherheit   baut nicht auf den Leichen von Protestierern auf&#8220;; &#8222;Gener&#228;le und   Minister, stoppt das T&#246;ten von DemonstrantInnen&#8220;; &#8222;Die rassistische   Regierung ist die Bedrohung f&#252;r unsere Sicherheit&#8220; und, &#8222;Investiert in   Bildung nicht in Belagerung und Besatzung&#8220;. W&#228;hrend der Demonstration   konnten wir rund 250 Ausgaben unserer aktuellen Zeitung HaMa&#8217;avaK   verkaufen und hunderte Aufkleber in Hebr&#228;isch und Arabisch mit dem   Spruch: &#8222;Araber und Juden k&#228;mpfen gegen Rassismus&#8220;.<\/p>\n<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/z\/2010-06-10Grafik7969555410773363261.jpg\">  <\/p>\n<p>  Im Laufe der Demo riefen wir auch: &#8222;Wir werden nicht damit aufh&#246;ren,   gegen die Aush&#246;hlung des Rechts durch die Rechten zu protestieren&#8220;, als   organisierte Gruppen extrem rechter Schl&#228;ger von der Regierung initiiert   DemonstrantInnen anzugreifen versuchten. Bei der Kundgebung warfen die   Schl&#228;gertrupps eine Rauchgranate in die Demo. Es gelang ihnen aber nicht   Panik auszul&#246;sen oder jemanden zu verletzen. Sp&#228;ter versuchte ein Teil   von ihnen Uri Avnery, einen 85 Jahre alten Journalisten und Kopf der   Gruppe &#8222;Gush Shalom&#8220; (dt.: &#8222;Der Friedensblock&#8220;), anzugreifen.   Unmittelbar nach unserer Demonstration und von der Polizei unbehelligt   marschierten sie durch Tel Aviv und nannten alle &#8222;Verr&#228;ter&#8220;, die ihnen   entgegen kamen. Doch obwohl die extreme Rechte in ihrem Tun von der   Regierung ermutigt worden war, bekamen sie nicht mehr als 100 Leute bei   ihrer Gegen-Demo an diesem Tag zusammen &#8211; lediglich ein Prozent der   Teilnehmerzahl die zur Anti-Belagerungsdemo gekommen war! Dennoch   stellen sie weiterhin eine ernste Gefahr dar, gegen die es zu k&#228;mpfen   gilt.<\/p>\n<h4>  Eine gemeinsame Demonstration im Westjordanland<\/h4>\n<p>  Tags zuvor nahmen AktivistInnen der Bewegung Sozialistischer Kampf   zusammen mit hunderten AraberInnen, J&#252;dinnen und Juden, Israelis und   Pal&#228;stinenserInnen an einer gemeinsamen landesweiten Demonstration gegen   die Besatzung teil. Diese wurde organisiert von den Volkskomitees gegen   die Grenzmauer im Westjordanland und verschiedenen   Friedensorganisationen. Die Demo fand im Dorf Neu Beit Nuba an der   sogenannten Stra&#223;e Nummer 443 &#8211; einer Schnellstra&#223;e, die durch das   Westjordanland f&#252;hrt und Jerusalem mit den verschiedenen Siedlungen   verbindet, und die f&#252;r die Pal&#228;stinenserInnen die Hauptverkehrsroute   nach Ramallah ist, statt. Die Stra&#223;e wurde auf von pal&#228;stinensischen   D&#246;rfern konfisziertem Land gebaut, war aber unerh&#246;rter Weise f&#252;r die   pal&#228;stinensische Bewegung jahrelang gesperrt. Der Oberste Gerichtshof   Israels, der &#252;blicher Weise f&#252;r die rechtliche Grundlage der   rassistischen Politik des Regimes und f&#252;r die Belagerung verantwortlich   zeichnet, ordnete die &#214;ffnung der Stra&#223;e f&#252;r Pal&#228;stinenserInnen an &#8211;   aber nicht die &#214;ffnung des Checkpoints nach Ramallah. Dieser bleibt   geschlossen. Das bedeutet, dass die Schnellstra&#223;e f&#252;r die   Pal&#228;stinenserInnen ins Nichts f&#252;hrt.<\/p>\n<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/z\/israel.jpg\">  <\/p>\n<p>  Die Demonstration begann mit einem Marsch von dem Dorf zum Grenzzaun,   der die Ortschaft und die L&#228;ndereien der D&#246;rfer Yalu, Imwas und des   alten Beit Nuba, die im Krieg 1967 zerst&#246;rt worden waren, von der   Schnellstra&#223;e abschneidet und ihre EinwohnerInnen zu Fl&#252;chtlingen   machte. Zehn Minuten nach Beginn der Demo, als die ersten   DemonstrantInnen den Zaun erreicht hatten, wurden schwere   Tr&#228;nengassalven auf alle DemonstrantInnen abgefeuert. Eine Stunde lang   feuerte die Armee Tr&#228;nengasgranaten ins Ortsinnere, wobei selbst kleine   Kinder, die mit ihren Familien zur Demo gekommen waren, das Tr&#228;nengas   einatmen mussten. Als es noch m&#246;glich war, skandierten AktivistInnen des   CWI:&#8222;Rei&#223;t die Mauer ab &#8211; stoppt den Landraub&#8220;; &#8222;Die Siedlungen sind   kriminell &#8211; l&#246;st die Siedlungsbeh&#246;rde auf&#8220;; &#8222;Ihr werdet den Protest   nicht mit Gas und Hubschraubern zum Schweigen bringen&#8220;.<\/p>\n<p>  Trotz der scharfen nationalistischen Propaganda des israelischen Regimes   zeigten beide Demonstrationen das existierende Potential, um in Richtung   des Aufbaus einer Bewegung der Jugendlichen und der ArbeiterInnen, der   Israelis und Pal&#228;stinenserInnen, der AraberInnen, J&#252;dinnen und Juden   voranzukommen, f&#252;r das Ende der Besatzung und des blutigen Konflikts und   im Sinne unserer beiderseitigen Interessen voranzukommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      &#8222;Wir werden nicht aufh&#246;ren, gegen die Aush&#246;hlung des Rechts zu<br \/>\n      protestieren&#8220;\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[37],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13757"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13757"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13757\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13757"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13757"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13757"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}