{"id":13751,"date":"2010-06-14T14:00:00","date_gmt":"2010-06-14T14:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13751"},"modified":"2010-06-14T14:00:00","modified_gmt":"2010-06-14T14:00:00","slug":"13751","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/06\/13751\/","title":{"rendered":"&#8222;SPD und Gr&#252;ne, runter von der B&#252;hne!&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>  Zur Stuttgarter Demonstration &#8222;Wir zahlen nicht f&#252;r Eure Krise&#8220;<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Am 12. Juni demonstrierten laut Veranstaltern rund 20.000 Menschen in   Stuttgart gegen die Wirtschafts- und Finanzkrise, die K&#252;rzungspolitik   der Regierung und Stuttgart 21. Dabei brachten Tausende ihren Unmut &#252;ber   ParteirednerInnen von SPD und Gr&#252;nen zum Ausdruck.<\/p>\n<h4>  <i>von Wolfram Klein, Stuttgart <\/i><\/h4>\n<p>  Bei der Auftaktkundgebung in der Lautenschlagerstra&#223;e (beim Stuttgarter   Hauptbahnhof) kamen mehrere RednerInnen aus der Region zu Wort. Ali   Murat G&#252;l sprach f&#252;r DiDF, eine Vertreterin von attac erkl&#228;rte, wer die   wirklichen Gewinner (FIFA und Konzerne) und VerliererInnen (die Masse   der Bev&#246;lkerung) bei der Fu&#223;ball-WM sind.<\/p>\n<p>  Ruwen Stricker als Redner des Bildungsstreiks prangerte die   Umverteilungspolitik des Neoliberalismus der letzten Jahre an, die auch   f&#252;r die Unterfinanzierung des Bildungswesens verantwortlich sei. Der   Warnung von DGB-Chef Sommer vor sozialen Unruhen stellte er die   Forderung entgegen, soziale Konflikte zu f&#252;hren. Er kritisierte das   obrigkeitsstaatliche deutsche Streikrecht und forderte ein Streikrecht   f&#252;r BeamtInnen.<\/p>\n<p>  Ariane Raad als Vertreterin des Stuttgarter Krisenb&#252;ndnisses forderte   unter anderem innergewerkschaftliche Demokratie ein und kritisierte die   Ausschlussverfahren gegen Alternative-KollegInnen an verschiedenen   Daimler-Standorten. Sie warnte auch vor Vereinnahmungsversuchen durch   SPD und Gr&#252;ne im Vorfeld der Landtagswahlen.<\/p>\n<h4>  Bildungsblock auf der Demonstration<\/h4>\n<p>  Die Demonstration folgte der Stuttgarter Standard-Demoroute. Die   Teilnehmerzahlen wurden von der Polizei mit 10.000, von den   OrganisatorInnen mit &#252;ber 20.000 angegeben. Ein gro&#223;er Teil der   DemonstrantInnen war von ver.di organisiert worden, das in &#252;ber 30   St&#228;dten Busse organisiert hatte.<\/p>\n<p>  Das Stuttgarter B&#252;ndnis, das den Bildungsstreik am 9. Juni vorbereitet   hatte, organisierte auch einen Bildungsblock mit eigenem   Lautsprecherwagen (der IGM-Jugend) am 12. Juni. Es beteiligten sich   vielleicht 300 Menschen an dem Block: BildungsstreikaktivistInnen,   Gewerkschaftsjugend, Linksjugend u.a. Es herrschte eine sehr   k&#228;mpferische Stimmung, es wurden fast st&#228;ndig Parolen gerufen (z.B.   &#8222;Bildung f&#252;r alle und zwar umsonst&#8220;, &#8222;Unsere Antwort Widerstand, K&#228;mpfen   wie in Griechenland&#8220;, &#8222;Bildung weg, Tasche leer, CDU, danke sehr&#8220;   &#8222;Nichts f&#252;r Bildung, alles f&#252;r die Banken, wir sind hier, um uns zu   bedanken&#8220;).<\/p>\n<p>  Der Bildungsblock war ein guter Beitrag, die Demonstration lebendiger zu   machen und Krisen- und Bildungsproteste zusammenzuf&#252;hren. So nahm zum   Beispiel der harte Kern der BildungsstreikaktivistInnen der Uni   Stuttgart ziemlich geschlossen am Bildungsblock teil, obwohl es dort   traditionell gro&#223;e Ber&#252;hrungs&#228;ngste gegen&#252;ber Gewerkschaften und dem   Aufgreifen von Themen gibt, die nicht direkt zur Bildungspolitik   geh&#246;ren. Verbesserungsbed&#252;rftig war sicherlich die Information von   AktivistInnen au&#223;erhalb der Region Stuttgart &#252;ber den Bildungsblock im   Vorfeld der Demonstration. Dann h&#228;tte sicher sowohl die Demonstration   insgesamt als auch der Bildungsblock gr&#246;&#223;er sein k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  SAV-Mitglieder als M&#252;nchen, dem Ruhrgebiet, Konstanz, Berlin, Karlsruhe   und Stuttgart beteiligten sich mit Fahnen, Transparenten und dem Rufen   von Slogans am Bildungsblock bzw. der Demonstration.<\/p>\n<h4>  Abschlusskundgebung<\/h4>\n<p>  Nach einem kulturellen Auftakt von Holger Burner (LeserInnen von   sozialismus.info bestens bekannt) gab es Reden von Nico Landgraf   (DGB-Landesvorsitzender), Frank Bsirske (ver.di-Bundesvorsitzender) und   Roland S&#252;&#223; (attac). Die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz unterhielt   sich mit BildungsstreikaktivistInnen. In den Redebeitr&#228;gen wurde die   Regulierung der Finanzm&#228;rkte gefordert, die Abw&#228;lzung der Krise auf die   Masse der Bev&#246;lkerung abgelehnt und f&#252;r den Herbst weitere Proteste   angek&#252;ndigt.<\/p>\n<p>  Stimmung kam dann mit dem Redebeitrag von SPD-Landtagsfraktionschef   Schmiedel auf. Er begann seine Rede damit, dass die Veranstaltung nichts   mit Stuttgart 21 und den Interessen der Bewohner der Halbh&#246;he zu tun   habe (Stuttgart liegt in einem Talkessel, in Halbh&#246;henlage sind   traditionell die &#8222;besseren&#8220; Wohngebiete). Er erkl&#228;rte also nicht nur,   dass eine Demonstration, die nach dem Willen seiner Initiatoren   ausdr&#252;cklich Krisenproteste, Bildungsproteste und Stuttgart-21-Proteste   zusammen bringen sollte (siehe unten), nichts mit Stuttgart 21 zu tun   hatte, er diffamierte einen Protest, der die Mehrheit der Stuttgarter   Bev&#246;lkerung und immer mehr Gewerkschaftsgliederungen hinter sich hat,   als Luxusprotest von Privilegierten. Kein Wunder, dass die halbe   Kundgebung ihn auspfiff und seine Rede kaum zu verstehen war. Bei seinem   Beitrag (und in abgeschw&#228;chter Form bei dem folgenden Beitrag von Silke   Krebs von den Gr&#252;nen) entlud sich zugleich die Wut auf viele Jahre   neoliberale rot-gr&#252;ne Politik mit Agenda 2010 (und Kriegen gegen   Afghanistan etc.). Neben Sprechch&#246;ren gegen Stuttgart 21 gab es auch die   altgedienten Rufe &#8222;Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten! Wer war mit   dabei? Die gr&#252;ne Partei!&#8220; Weiter hie&#223; es &#8222;Hartz 4, das wart ihr!&#8220; und   einfach: &#8222;SPD und Gr&#252;ne, runter von der B&#252;hne!&#8220;<\/p>\n<p>  Die Moderatorin Leni Breymaier (verdi-Landesvorsitzende und   SPD-Mitglied) goss weiter &#214;l ins Feuer, indem sie gegen die   Protestierenden h&#246;hnte, dass die Lautsprecheranlage sie &#252;bert&#246;ne. Hat   sie wirklich gemeint, dass da nur eine kleine Gruppe pfeife, und nicht   begriffen, dass der halbe Platz protestierte und dagegen auch die   Lautsprecheranlage nicht half? Schmiedel zeigte eine &#228;hnliche   Weltfremdheit, indem er Geschichten &#252;ber Massenmails erz&#228;hlte, die   angeblich zu Protesten gegen seinen Auftritt aufgerufen haben. Er will   wohl nicht wahrhaben, dass seine Partei so verhasst ist, dass die Leute   auch ohne Massenmails wissen, was sie tun. Breymaiers Appell an die   Demokratie machte wenig Eindruck bei einer Partei, die Stuttgart 21   gegen die gro&#223;e Mehrheit der Bev&#246;lkerung durchdr&#252;cken will und 67.000   Unterschriften f&#252;r einen B&#252;rgerentscheid dar&#252;ber ignoriert hat. Ebenso   steht es mit ihrem Verweis auf die Meinungsfreiheit in einer Stadt, in   der mal wieder Stuttgart-21-Propaganda auf Gro&#223;fl&#228;chen-Plakaten   verbreitet wird und eine &#8222;Bauzeitung&#8220; &#8222;Dialog 21&#8220; an alle Haushalte   geht. Alles finanziert aus &#246;ffentlichen Geldern und in der Verantwortung   von Sozialdemokrat Drexler.<\/p>\n<p>  Dass der Protest gegen Schmiedel nicht durch &#8222;Massenmails&#8220; koordiniert   war, sieht man schon daran, dass die Protestformen einander be- und   verhinderten. Aktivisten der &#8222;Parksch&#252;tzer&#8220;, einer der aktivsten und   wichtigsten Gruppen im Kampf gegen Stuttgart 21, hatten ein 6 Meter   langes Transparent vorbereitet: &#8222;Schmerzfrei sparen: Kein Protzbahnhof   Stuttgart 21 &#8211; K21 bauen!&#8220; (K21 oder Kopfbahnhof 21 steht f&#252;r die   Modernisierung des bestehenden oberirdischen Bahnhofs.) Eine andere   Gruppe von DemonstrantInnen meinte aber, w&#228;hrend Schmiedels Rede Eier,   Tomaten, Bananen u.a. Gegenst&#228;nde auf die B&#252;hne werfen zu m&#252;ssen.   Schmiedel wurde durch DGB-Regenschirme &#8222;besch&#252;tzt&#8220;. Die Parksch&#252;tzer   schilderten in einer Presseerkl&#228;rung, dass sie dagegen zwischen   &#8222;pr&#252;gelnden Randalierern&#8220; und &#8222;Ordnungskr&#228;ften&#8220; eingekeilt gewesen seien   und bei dem Versuch, ihr Transparent aufzurichten von ersteren   geschlagen und von einer geworfenen Latte verletzt worden seien. Nach   anderen Berichten sollen auch DGB-OrdnerInnen mit Stangen, Tritten und   Schl&#228;gen angegriffen worden sein. Es sollte klar sein, dass   Aktionsformen, durch die andere DemonstrationsteilnehmerInnen gef&#228;hrdet   oder gar verletzt werden und die obendrein v&#246;llig unn&#246;tig sind (weil   Schmiedel ohnehin nicht zu verstehen war), abgelehnt werden m&#252;ssen. Auf   der anderen Seite lehnen wir es ab, wenn Demonstrationsleitungen mit der   Polizei gegen DemonstrantInnen zusammenarbeiten, die Polizei zum Filmen   auf die B&#252;hne lassen etc. Die Polizei setzte auch massiv Pfefferspray   ein. Eines der Opfer war Holger Burner, der eine massive Ladung   Pfefferspray abbekam, als er friedlich Sprechch&#246;re rief. Die Lehre aus   solchen Vorf&#228;llen ist, dass wir gute Ordnerdienste f&#252;r Demonstrationen   brauchen, die Demos gegen Angriffe von au&#223;en sch&#252;tzen k&#246;nnen und   zugleich interne Konflikte ohne die Einmischung des kapitalistischen   Staatsapparats und seiner Organe schlichten k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  In zahlreichen Kommentaren zu den Zeitungsberichten auf den Websites der   Lokalpresse distanzierten sich Stuttgart-21-GegnerInnen von den   Wurfaktionen und lobten zugleich das Pfeifkonzert.<\/p>\n<p>  Der letzte Redebeitrag war von Bernd Riexinger als Vertreter der Partei   DIE LINKE. Bei ihm gab es keine Pfiffe und Zwischenrufe mehr, sondern   Beifall. Dass die DemonstrantInnen so deutlich zwischen den   VertreterInnen von SPD und Gr&#252;nen und dem Vertreter der LINKEN   unterschieden, sollte f&#252;r die Teile der LINKEN ein Grund zum Nachdenken   sein, die f&#252;r Baden-W&#252;rttemberg nach der Landtagswahl mit einer   &#8222;rot-rot-gr&#252;nen&#8220; Regierung lieb&#228;ugeln.<\/p>\n<p>  Am Schluss sollte die Hip Hop Combo &#8222;Conscious &amp; Ezzcape&#8220; einen   kulturellen Abschlussbeitrag machen. Aber da sie die Gewalt der Polizei   kritisierten und auf das Pfefferspray-Opfer Holger Burner verwiesen,   brach Leni Breymeier die Kundgebung ab. Ihre Sympathien f&#252;r Demokratie   und Meinungsfreiheit waren pl&#246;tzlich vorbei. Statt dessen erkl&#228;rte sie,   es sei doch klar, wer die Gewalt angefangen habe. Das ist in der Tat   klar: Hartz IV bedeutet Gewalt gegen Millionen!<\/p>\n<h4>  Zur Vorgeschichte<\/h4>\n<p>  Um die Auseinandersetzungen auf der Demonstration zu verstehen, ist ein   Verst&#228;ndnis der Vorgeschichte wichtig, die in den meisten Berichten   ausgeblendet wurde: Am 13. bis 15. November 2009 fand in Stuttgart eine   Aktionskonferenz des bundesweiten B&#252;ndnisses &#8222;Wir zahlen nicht f&#252;r Eure   Krise&#8220; statt, auf der beschlossen wurde, am 20. M&#228;rz in Stuttgart und   NRW und am 12. Juni in mehreren St&#228;dten Demonstrationen durchzuf&#252;hren,   letztere in Verbindung mit den f&#252;r den Juni geplanten Bildungsprotesten.   In den folgenden Monaten wurde dann die Demo in Stuttgart am 20. M&#228;rz in   eine Kundgebung ungewandelt und eine Aktionskonferenz des B&#252;ndnisses in   Wiesbaden am 17. April beschloss als Orte f&#252;r die Demos am 12. Juni   Berlin und Stuttgart.<\/p>\n<p>  Schon bei der Vorbereitung der Kundgebung am 20. M&#228;rz in Stuttgart   einigten wir uns im Stuttgarter Krisenb&#252;ndnis darauf, die Ablehnung von   Stuttgart 21 in den Forderungskatalog aufzunehmen. An dieser   Vorbereitung hat sich auch der DGB beteiligt. In den folgenden Monaten   bildete sich dann die problematische Konstruktion heraus, dass sowohl   das Krisenb&#252;ndnis als auch der DGB die Demo vorbereiteten und die   Zust&#228;ndigkeiten sehr unklar waren. Dass verschiedene Gruppen mit eigenen   Flugbl&#228;ttern, Plakaten etc. mobilisieren, war von Anfang an vorgesehen.   Aber dass eine Gruppe auf ihren Plakaten und Flugbl&#228;ttern RednerInnen   f&#252;r die Abschlusskundgebung bekannt gibt und das Krisenb&#252;ndnis, also der   urspr&#252;ngliche Initiator der Demo, das auf seinem n&#228;chsten Treffen nur   noch zur Kenntnis nehmen kann, ist etwas anderes. Und dass unter diesen   RednerInnen ParteivertreterInnen sind (nicht Mitglieder von SPD, Gr&#252;nen   und Linken, die als VertreterInnen von Gewerkschaften und sozialen   Bewegungen reden, sondern offizielle VertreterInnen dieser Parteien &#8211;   und das einige Monate vor den Landtagswahlen in Baden-W&#252;rttemberg)   vergr&#246;&#223;erte den &#196;rger. Auch KollegInnen von DiDF waren verwundert, dass   auf Plakaten au&#223;er ihrem Logo und den Logos linker Organisationen auch   die Logos von SPD und Gr&#252;nen waren.<\/p>\n<p>  Das Stuttgarter Krisenb&#252;ndnis wird bei seinem n&#228;chsten Treffen am   Dienstag sicher &#252;ber eigene Fehler und Schlussfolgerungen diskutieren.   Mit Treffen alle zwei Wochen oder seltener und wechselnden   TeilnehmerInnen l&#228;sst sich keine Demo von Zehntausenden organisieren. Da   es zwischen den Treffen keine demokratisch legitimierten Strukturen des   B&#252;ndnisses gab, wurde es beg&#252;nstigt, dass notwendige Entscheidungen   zwischen den Treffen am B&#252;ndnis vorbei gingen. Wir sollten diskutieren,   wie wir uns so organisieren k&#246;nnen, damit wir unser Versprechen   verwirklichen k&#246;nnen, dass die Demo nur der Auftakt f&#252;r gr&#246;&#223;ere Proteste   im Herbst ist und eine Parole des Bildungsblocks Wirklichkeit wird:   &#8222;Streik in der Schule, Streik in der Fabrik, das ist unsre Antwort auf   eure Politik&#8220;. Trotz Sch&#246;nheitsfehlern war die Demo ein guter Auftakt   daf&#252;r.<\/p>\n<h4>  Hintergrund: Der Protest gegen Stuttgart 21<\/h4>\n<p>  Mit Stuttgart 21 soll der Stuttgarter Hauptbahnhof in einen   unterirdischen Durchgangsbahnhof verwandelt und &#252;ber 30 Kilometer Tunnel   gegraben werden. Das Projekt wird sicher mehr als die offiziellen 4,1   Milliarden Euro Kosten, Geld das Bahn, Bund, Land und Stadt Stuttgart   f&#252;r sinnvollere Ma&#223;nahmen fehlen wird. Zugleich wird das   denkmalgesch&#252;tzte Bahnhofsgeb&#228;ude verst&#252;mmelt, der Schlossgarten   verschandelt, die zweitgr&#246;&#223;ten Mineralquellen Europas gef&#228;hrdet etc. Der   jahrzehntelange Bau in der Innenstadt und der Abtransport des Abraums   weitgehend mit LKWs w&#252;rde eine ungeheure L&#228;rm- und Abgasbelastung   bedeuten. Profitieren w&#252;rden Immobilienspekulanten an den freiwerdenden   Gleisfl&#228;chen und andere Kapitalisten. Laut Umfragen lehnt inzwischen   eine deutliche Mehrheit in Stuttgart und eine Mehrheit in   Baden-W&#252;rttemberg das Projekt ab. Seit November gibt es w&#246;chentliche   Montagsdemonstrationen dagegen, mit inzwischen 4-5.000 TeilnehmerInnen.   Die SPD hat Stuttgart 21 von Anfang an unterst&#252;tzt, ihr   Landtags-Vizepr&#228;sident Wolfgang Drexler wurde 2009 zum Projektsprecher   f&#252;r Stuttgart 21 (&#8222;Mister Stuttgart 21&#8220;) und damit zum neben dem anderen   Wolfgang, Stuttgarts Oberb&#252;rgermeister Wolfgang Schuster, verhasstesten   Vertreter von Stuttgart 21, was nat&#252;rlich auf seine Partei auch abf&#228;rbt   (ausgenommen die Gliederungen und Mitglieder, die S21 ausdr&#252;cklich   ablehnen). In den letzten Monaten haben trotz des gro&#223;en SPD-Einflusses   mehrere Gewerkschaftsgliederungen (einschlie&#223;lich DGB und, in einer   Kampfabstimmung, IG Metall) die Unterst&#252;tzung der Bewegung gegen   Stuttgart 21 beschlossen. Am 1. Mai wurde in Stuttgart die Rede des   Transnet-Chefs und stellvertretenden Bahn-Aufsichtsratsvorsitzenden   Alexander Kirchner immer wieder von Pfiffen und &#8222;oben   bleiben&#8220;-Sprechch&#246;ren (der Hauptparole gegen die Vergrabung des Bahnhofs   unter die Erde) unterbrochen.<\/p>\n<h5>  <i>Fotos von der Demo finden sich <a href=\"http:\/\/www.sav-ruhr.blogspot.com\/\">hier<\/a>.<\/i><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Zur Stuttgarter Demonstration &#8222;Wir zahlen nicht f&#252;r Eure Krise&#8220;\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[23,78],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13751"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13751"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13751\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13751"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13751"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13751"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}