{"id":13731,"date":"2010-06-06T00:00:00","date_gmt":"2010-06-06T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13731"},"modified":"2010-06-06T00:00:00","modified_gmt":"2010-06-06T00:00:00","slug":"13731","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/06\/13731\/","title":{"rendered":"Erfolgreiche Solidarit&#228;tsveranstaltung"},"content":{"rendered":"<p>  Nein zum Ausschluss von kritischen IG Metallern<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Am Samstag, den 29.5. fand eine Solidarit&#228;tsveranstaltung f&#252;r die vom   Ausschluss bedrohten IG Metall-KollegInnen bei Daimler statt. Die   formale Begr&#252;ndung f&#252;r das von der IG Metall-Ortsverwaltung eingeleitete   Untersuchungsverfahren ist, dass die KollegInnen der Alternative (und   einer kleineren Gruppe unter dem Namen &#8222;Faire Basis&#8220;) bei Daimler Berlin   eine eigene Liste zu den Betriebsratswahlen im M&#228;rz eingereicht hatten.   Es soll nun entschieden werden, ob dies gewerkschaftssch&#228;digendes   Verhalten ist.<\/p>\n<p>  Unter den etwa 170 Anwesenden auf der Solidarit&#228;tsveranstaltung waren   viele KollegInnen aus einer Reihe von Berliner Betrieben: BMW, Visteon,   BSH, Siemens, Charite, Telekom und andere. F&#252;r das Podium waren Eckart   Spoo von ver.di Hamburg und Tom Adler, Betriebsratsmitglied von Daimler   Stuttgart angereist. Die Anwesenden waren sich einig, dass hinter dem   Verfahren politische Gr&#252;nde stecken. Die Alternative Gruppe, die sich   vor dreieinhalb Jahren gebildet hat, steht f&#252;r eine k&#228;mpferische   Gewerkschaftspolitik. Sie kritisiert die Co-Management-Linie der   BR-Mehrheit, die auch von der IG Metall gest&#252;tzt wird. Anstatt sich   inhaltlich auseinanderzusetzen, sollen die Kritiker in der IG Metall   mundtot gemacht werden.<\/p>\n<p>  Ein Kollege der Alternative erkl&#228;rte, f&#252;r welche Ziele sich die   KollegInnen der Alternative einsetzen: F&#252;r den Kampf um Erhalt aller   Arbeitspl&#228;tze, f&#252;r die 30 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich, f&#252;r   Transparenz und Einbeziehung der KollegInnen, f&#252;r eine starke IG Metall   und Nein zum Verzicht. Nachdem die Gruppe seit September 2007 25   Ausgaben der Zeitung Alternative und ein 12-seitiges Programm zur   Betriebsratswahl herausgegeben hat, bekam sie bei der ersten Listenwahl   seit 30 Jahren ein Viertel der Stimmen.<\/p>\n<p>  Tom Adler von der Alternative im Werk Mettingen, Stuttgart   Untert&#252;rkheim, sa&#223; ebenfalls auf dem Podium und versicherte die volle   Unterst&#252;tzung seiner Gruppe f&#252;r die Berliner KollegInnen. Die   Alternative Untert&#252;rkheim hatte 2006 ebenfalls auf einer eigenen Liste   kandidiert und wurde dann aus den Vertrauensleuteversammlungen der IG   Metall ausgeschlossen. Dieses Jahr hatten sich die KollegInnen   entschlossen, auf der Liste der IG Metall zu kandidieren. Dies war aus   ihrer Sicht m&#246;glich geworden, weil die IG Metall im Stuttgarter Werk die   Herausgabe der Zeitung &#8222;Alternative&#8220; nicht mehr verbietet und sich   bereit erkl&#228;rt hat, die Ausgrenzung der KollegInnen aus den IG   Metallstrukturen numehr zu beenden. Allerdings betonte Adler, die   Aufgabe sei nach wie vor, gegen die Co-Management-Politik der   BR-Mehrheit klar Position zu beziehen und dies auch in der Zeitung   Alternative publik zu machen. Er wandte sich gegen die Versuche der   Berliner IG Metall-B&#252;rokratie, die Kandidatur der Mettinger Alternativen   auf der Liste der IG Metall als Argument gegen die Berliner Alternative   zu nutzen. Denn in Berlin sei es, vor dem Hintergrund der Ausgrenzung   kritischer Positionen richtig und n&#246;tig gewesen, mit einer eigenen Liste   anzutreten.<\/p>\n<p>  Mustafa Efe, Sprecher der Alternative, konnte sich aus Satzungsgr&#252;nden   nicht zum Untersuchungsverfahren &#228;u&#223;ern. Er ging stattdessen auf die   Folgen der Co-Management-Politik im Betrieb ein. So wurde durch mehrere   Beitr&#228;ge in der Diskussion deutlich, dass die Arbeitsbedingungen im Werk   Berlin, besonders in der Montage, extrem schlecht sind. Tom Adler konnte   berichten, dass KollegInnen aus Untert&#252;rkheim, die zeitweise nach Berlin   versetzt worden waren, ebenfalls sagten, so etwas h&#228;tten sie noch nie   erlebt! Weder die BR-Mehrheit noch die IG Metall Vertrauensleute haben   etwas dagegen unternommen. Da ist es nicht verwunderlich, dass immer   mehr KollegInnen den Sinn ihrer IG Metall-Mitgliedschaft in Frage   stellen. Efe f&#252;hrte aus, dass gerade jetzt in der tiefsten Krise des   Kapitalismus seit 80 Jahren die Verzichtpolitik dazu f&#252;hrt, dass die   Arbeitsbedingungen noch mehr verschlechtert werden und viele KollegInnen   ihre Arbeitspl&#228;tze verlieren werden.Er betonte die Notwendigkeit des   Aufbaus einer k&#228;mpferischen Opposition gegen den Kuschelkurs der   Gewerkschaftsf&#252;hrung. Dazu ist es notwendig, sich wie die Alternative   KollegInnen regelm&#228;&#223;ig zu treffen, Forderungen zu formulieren, mit den   KollegInnen im Werk in st&#228;ndigem Kontakt zu stehen und eine eigene   Zeitung herauszubringen.<\/p>\n<p>  Lucy Redler, Bundessprecherin der SAV, wies darauf hin, dass die n&#246;tige   Kehrtwende hin zu einer k&#228;mpferischen Gewerkschaftspolitik auch   ideologisch mit der Abkehr von der kapitalitischen Profit- und   Standortlogik verbunden sein muss. &#8222;Wer keine Alternative zum   Kapitalismus hat, landet da, wo die IG Metallf&#252;hrung momentan steht,   n&#228;mlich die Kurzarbeit selbst vorzuschlagen und beim Verzicht. Deshalb   ist es notwendig, nicht nur personell sondern auch politisch eine   Alternative zur jeztigen Gewerkschaftsf&#252;hrung aufzubauen.&#8220; Sie verwies   auf den Passus in der IG Metallsatzung, der die &#220;berf&#252;hrung der   Schl&#252;sselindustrien in Gemeineigentum als Ziel erkl&#228;rt. Vor dem   Hintergrund der jetzigen Krise, bei dem ein Milliardenpaket nach dem   anderen daf&#252;r sorgt, dass die Banken gerettet werden, w&#228;hrend auf Kosten   der arbeitenden Bev&#246;lkerung massiv gespart werden soll, muss diese   Forderung aufgegriffen werden: Verstaatlichung aller Banken unter   demokratischer Kontrolle und Verwaltung, sowie auch der gr&#246;&#223;ten Konzerne.<\/p>\n<p>  Viele weitere Beitr&#228;ge kamen aus Betrieben, wo ebenfalls &#252;ber ein   h&#228;rteres Vorgehen der Arbeitgeber sowie der mangelnden Reaktion von   Gewerkschaftsseite auf diese Angriffe berichtet wurde. Alle Anwesenden   waren begeistert von der reichhaltigen Diskussion. Die gro&#223;e   Teilnehmerzahl war ein Zeugnis dessen, dass die Arbeit der Alternative   Gruppe bei Daimler auch in anderen Betrieben wahrgenommen wird. F&#252;r die   KollegInnen war die erfahrene Solidarit&#228;t eine enorme Ermutigung. Es   wurde beschlossen, die Unterst&#252;tzungskampagne weiterzuf&#252;hren, durch   weitere Unterschriftensammlungen, Protestbriefe, Protestresolutionen aus   Betrieben und Gewerkschaftsuntergliederungen. Die SAV bittet um   Unterst&#252;tzung aus dem gesamten Bundesgebiet. Alle n&#246;tigen Infos siehe <a href=\"http:\/\/www.solikreis.blogspot.com\">www.solikreis.blogspot.com<\/a>   &#8211; hier sind auch Ausz&#252;ge von Redebeitr&#228;gen der Veranstaltung zu sehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Nein zum Ausschluss von kritischen IG Metallern\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,11],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13731"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13731"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13731\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13731"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13731"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13731"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}