{"id":13728,"date":"2010-06-01T16:00:00","date_gmt":"2010-06-01T16:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13728"},"modified":"2010-06-01T16:00:00","modified_gmt":"2010-06-01T16:00:00","slug":"13728","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/06\/13728\/","title":{"rendered":"Stoppt die Kriegs- und Besatzungspolitik der israelischen Armee"},"content":{"rendered":"<p>  In Pal&#228;stina, Israel und international: Gemeinsam k&#228;mpfen gegen   Unterdr&#252;ckung, Krieg und Kapitalismus<\/p>\n<p>  Flugblatt der SAV <a href=\"\/media\/2010\/2010-06-01-FlugblattGazafinal.pdf\">(auch   als PDF)<\/a><\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Am Montag, den 31. Mai griff das israelische Milit&#228;r den Hilfskonvoi f&#252;r   Gaza an. Die Regierung Israels spricht von &#8222;Selbstverteidigung&#8220;.   &#8222;Verteidigung&#8220;, bewaffnet gegen ZivilistInnen, die anderen Menschen   helfen wollen? Nein, das war keine &#8222;Verteidigung&#8220;, das war nichts   anderes als ein kriegerischer Akt: Die Schiffe der Free-Gaza-Bewegung   wurden von der israelischen Marine in internationalen Gew&#228;ssern   gekapert. Die Schiffe wurden nicht nur gestoppt, sondern milit&#228;risch   attackiert. Mindestens zehn Menschen wurden get&#246;tet. &#8222;Verteidigt&#8220; wurde   damit nur die Blockade und Besetzung des Gaza-Streifens.<\/p>\n<h4>  Schluss mit Blockade und Besatzung<\/h4>\n<p>  Gaza ist das gr&#246;&#223;te Gef&#228;ngnis der Welt. 1,5 Millionen Pal&#228;stinenserInnen   sind dort inhaftiert. Am 27. Dezember 2008 wurden die Gefangenen durch   ihre W&#228;chter einem grausamen Bombenhagel ausgesetzt. Begonnen wurde   diese Blockade durch die Herrschenden Israels, nachdem die Hamas in der   Pal&#228;stinensischen Autonomiebeh&#246;rde die Wahlen gegen die Fatah gewonnen   hatte. Seitdem stehen laut Weltbank 98 Prozent der Betriebe in Gaza   still. Die Zahl der Armen erh&#246;hte sich von 50 auf 80 Prozent. Die   pal&#228;stinensische Bev&#246;lkerung soll ausgehungert werden.<\/p>\n<p>  Seit Jahren und Jahrzehnten werden die Rechte der Pal&#228;stinenserInnen mit   F&#252;&#223;en getreten. Auch im Westjordanland nimmt der Unmut unter der eine   Million Menschen gegen die israelische Regierung und ihre   Siedlungspolitik zu. Die Rede ist dort schon von einer neuen &#8222;Intifada&#8220;.<\/p>\n<h4>  Unabh&#228;ngige Untersuchungskommission<\/h4>\n<p>  Warum mussten bis zu 20 Menschen ihr Leben verlieren, als der   Hilfskonvoi gest&#252;rmt wurde? Wie gingen die israelischen Elitetruppen und   die Marine genau vor? Das muss aufgekl&#228;rt werden. Aber nicht von der   israelischen Regierung. Diese hat schon ihren Angriffskrieg auf Gaza vor   anderthalb Jahren in einen Verteidigungskrieg umgelogen. Und   rechtfertigte das damals mit Fotos vom Beschuss der UN-Fakhura-Schule   durch die Hamas &#8211; Fotos, die &#252;ber ein Jahr alt waren.<\/p>\n<h4>  Kein Vertrauen in die Merkel-Regierung und die anderen kapitalistischen   Regierungen<\/h4>\n<p>  N&#246;tig ist eine internationale Untersuchungskommission. Diese darf sich   aber nicht aus Vertretern der verschiedenen b&#252;rgerlichen Regierungen   zusammensetzen. Schlie&#223;lich beteiligten sich die Bundesrepublik, die USA   und andere Regierungen am Embargo gegen den Gaza-Streifen! Die   &#228;gyptischen Regierenden halten ihrerseits die Grenze zum Gaza-Streifen   geschlossen. Schlie&#223;lich arbeiten die Milit&#228;rs vieler Staaten mit der   israelischen Armee zusammen. Auch die T&#252;rkei f&#252;hrt gemeinsame   Truppen&#252;bungen durch.<\/p>\n<p>  Vor wenigen Tagen wurde Israel in die OECD aufgenommen. Vor wenigen   Tagen wurde Israel also in die &#8222;Wirtschafts- und Handelsorganisation der   Industriestaaten&#8220; aufgenommen &#8211; und zwar einstimmig. Da war keine Rede   davon, dass die israelische Regierung erst mal die Blockade im   Gazastreifen aufheben muss. Ja, auch die OECD redet von Freiheit, aber   nur von der Freiheit des Warenhandels, nicht von der Freiheit f&#252;r die   Menschen. Deshalb macht es keinen Sinn, im Kampf f&#252;r die Freiheit der   Menschen im Gaza und in der ganzen Region auf die Regierenden zu setzen.<\/p>\n<p>  Darum brauchen wir eine unabh&#228;ngige Untersuchungskommission aus   Gewerkschaften, Friedensorganisationen und linken Parteien. Es muss &#8211;   wie durch die jetzigen Protestdemonstrationen &#8211; massenhaft Druck gemacht   werden, dass eine solche Untersuchungskommission ihre Arbeit aufnehmen   kann.<\/p>\n<h4>  Den Widerstand in Israel gegen Krieg und Krise st&#228;rken<\/h4>\n<p>  Nicht nur arabische, auch j&#252;dische Jugendliche und Besch&#228;ftigte   protestieren in Israel gegen den Angriff auf die Gaza-Helfer. W&#228;hrend   des Gaza-Kriegs im Winter 2008\/2009 lehnte immerhin eine Mehrheit der   Israelis eine Bodenoffensive ab. So wichtig international Massenproteste   gegen die Kriegs- und Besatzungspolitik der Herrschenden in Israel sind,   so wichtig ist auch der Protest dagegen in Israel selber. Denn der   israelische Staat verf&#252;gt &#252;ber die viertst&#228;rkste Armee auf dem Planeten.   Wir unterst&#252;tzen den Widerstand der pal&#228;stinensischen Massen im Kampf   gegen die Besatzung. Um diese zu beenden, reicht aber die   Selbstverteidigung der Pal&#228;stinenserInnen nicht aus. N&#246;tig ist deshalb   die St&#228;rkung des Widerstands in der israelischen Bev&#246;lkerung und in der   Armee! So war zum Beispiel f&#252;r ein Ende des Vietnam-Krieges vor 35   Jahren auch entscheidend, dass die damalige US-Regierung im eigenen Land   auf massive Opposition stie&#223;.<\/p>\n<p>  Und es gibt Ansatzpunkte f&#252;r Gegenwehr in Israel selber. Denn &#8211; im   Gegensatz zu den Gener&#228;len, Kapitaleignern und Politikern &#8211; sind   ArbeiterInnen, Erwerbslose und Jugendliche selber Opfer des Kriegskurses   von Regierungschef Netanjahu und Co. W&#228;hrend, wie in Deutschland, T&#252;rkei   und anderswo, in der Wirtschaftskrise die Arbeitslosigkeit zunimmt und   bei Sozialem der Rotstift angesetzt wird, werden Unsummen in die R&#252;stung   gesteckt.<\/p>\n<p>  Auch in Israel gibt es Armut und Reichtum, oben und unten &#8211; und K&#228;mpfe   gegen Unternehmer und Establishment. J&#252;dische und arabische Besch&#228;ftigte   und Erwerbslose haben hier gemeinsame Interessen. Aber genau deshalb   werden die da oben in Israel wie anderswo an ihrer Teile- und   Herrsche-Politik festhalten, um zu spalten, um gemeinsame Gegenwehr zu   erschweren. Soll die Spaltung zwischen AraberInnen und J&#252;dInnen   dauerhaft &#252;berwunden werden, muss der N&#228;hrboden daf&#252;r entzogen werden.   Wenn die Konzerne nicht mehr einer kleinen Minderheit geh&#246;ren, wenn   Profitstreben und Konkurrenz beseitigt sind, dann kann der   gesellschaftliche Reichtum, dann k&#246;nnen die Bodensch&#228;tze im Interesse   aller genutzt werden.<\/p>\n<h4>  F&#252;r ein sozialistisches Pal&#228;stina und ein sozialistisches Israel als   Teil einer freiwilligen, demokratischen und sozialistischen F&#246;deration   im Nahen Osten<\/h4>\n<p>  Heute existiert eine Mauer von Angst und Misstrauen in Israel und   Pal&#228;stina. Diese Mauer muss eingerissen werden. Der einzige Weg aus der   Katastrophe und dem Horror des israelisch-pal&#228;stinensischen Konflikts   ist der Aufbau einer breiten sozialen Bewegung, die Israelis und   Pal&#228;stinenserInnen vereint. Es braucht einen Zusammenschluss von   J&#252;dInnen und AraberInnen gegen die &#8222;Teile und Herrsche&#8220; Politik, gegen   Blockade und Besetzung, gegen Unterdr&#252;ckung und Diskriminierung.<\/p>\n<p>  Da Misstrauen und Angst jedoch tief sitzen, muss dem Rechnung getragen   werden. Die SAV und Maavak Sozialisti, die Schwesterorganisation der SAV   in Israel und Pal&#228;stina, schlagen weiterhin vor, f&#252;r eine sozialistische   F&#246;deration zu k&#228;mpfen, f&#252;r ein sozialistisches Pal&#228;stina und ein   sozialistisches Israel. Wenn die Kriegstreiber und Kapitalisten gest&#252;rzt   sind, dann k&#246;nnte solidarisch diskutiert werden, wie das genau aussehen   soll. Sinnvoll w&#228;re eine sozialistische F&#246;deration auf freiwilliger   Basis, mit vollen Autonomierechten f&#252;r die jeweiligen Minderheiten.   Jerusalem k&#246;nnte den Status einer offenen Stadt erhalten.<\/p>\n<p>  Eine solche Vorstellung erscheint heute vielen Menschen weit weg und   manchen utopisch. Utopisch ist jedoch die Vorstellung, dass es auf   kapitalistischer Grundlage in der Region jemals Frieden, Freiheit und   soziale Gerechtigkeit geben kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      In Pal&#228;stina, Israel und international: Gemeinsam k&#228;mpfen gegen<br \/>\n      Unterdr&#252;ckung, Krieg und Kapitalismus\n    <\/p>\n<p>\n      Flugblatt der SAV <a href=\"\/media\/2010\/2010-06-01-FlugblattGazafinal.pdf\">(auch<br \/>\n      als PDF)<\/a>\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[37],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13728"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13728"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13728\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13728"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13728"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13728"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}