{"id":13709,"date":"2010-06-03T00:00:00","date_gmt":"2010-06-03T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13709"},"modified":"2010-06-03T00:00:00","modified_gmt":"2010-06-03T00:00:00","slug":"13709","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/06\/13709\/","title":{"rendered":"Weinmeisterhaus und C29 in Berlin &#8211; Mitte gerettet!"},"content":{"rendered":"<p>  F&#252;r Kinder, Jugendliche und Sozialeinrichtung hat sich gezeigt: K&#228;mpfen   lohnt sich!<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Anne Engelhardt, Bezirksverordnete der LINKE im Bezirk Mitte von   Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  Vor einem Jahr kam eine Hiobsbotschaft aus der Presse und &#252;berfuhr die   Besch&#228;ftigten und jungen BesucherInnen: Das Weinmeisterhaus inklusive   C29 in Berlin Mitte soll geschlossen werden. Doch vom ersten Schock   erholt, setzten sich die Betroffenen zur Wehr. &#220;ber Monate hinweg   k&#228;mpften sie gemeinsam mit anderen bedrohten Jugend- und   Sozialeinrichtungen sowie Schulen und Bibliotheken gegen das gesamte   K&#252;rzungspaket des Bezirksamtes. Auch &#252;ber Bezirksgrenzen hinweg wurde   Solidarit&#228;t ge&#252;bt, denn die Zusammenstreichung von Jugendkultur bedrohte   und bedroht Kinder und Jugendliche der ganzen Stadt Berlin.<\/p>\n<h4>  Doch wo ging das Geld pl&#246;tzlich hin?<\/h4>\n<p>  Leere Kassen leeren sich nicht von allein, sondern werden leer   gepl&#252;ndert. Vom Bankenskandal 2001 bis zum Bankenrettungspaket 2008 hat   der Berliner Senat bei der Umverteilung von unten nach oben kr&#228;ftig   mitgemacht. Geht es aber um 20.000 Euro f&#252;r die Unterst&#252;tzung einer   Jugendeinrichtung, wird pl&#246;tzlich mit Lupe und Mikroskop jeder einzelne   Euro geizig umgedreht. F&#252;r das Weinmeisterhaus und andere Einrichtungen,   ging und geht es daf&#252;r ums &#220;berleben. Doch diese Einrichtungen haben   sich gewehrt und einige haben gewonnen.<\/p>\n<h4>  Bittere Pille &#8222;freier Tr&#228;ger&#8220;<\/h4>\n<p>  Mir pers&#246;nlich bereitete der vorliegende Rettungsplan Bauchschmerzen,   besagt er doch, dass die Einrichtung an einen freien Tr&#228;ger &#252;bergehen   soll. So musste ich mich &#8211; obwohl es mich sehr freut, dass das   Weinmeisterhaus nun erstmal gerettet ist, enthalten. Denn mit dieser   &#220;bertragung entl&#228;sst der Bezirk das Haus aus seiner Kontrolle.<\/p>\n<p>  Jugend- und Sozialarbeit muss durch &#246;ffentliche Gelder finanziert, aber   auch &#246;ffentlich betreut und kontrolliert werden. Denn die ausreichende   Ausstattung von Materialien und Personal mit vertraglich festgelegten   Tarifl&#246;hnen werden durch den Druck sinkender staatlicher Unterst&#252;tzung   vom vielen Tr&#228;gern oft zunehmend untergraben. So hei&#223;t es dann   pl&#246;tzlich, dass die Kinder und Jugendlichen der Einrichtung mit dem   Klingelbeutel herumgehen m&#252;ssen, statt ihre Freizeit nach Lust und Laune   zu gestalten oder die Besch&#228;ftigten zu Finanzfreaks werden und von einem   Treffen zum anderen rennen, um Gelder einzusammeln, anstatt dass sie   sich um die Betreuung und um Angebote f&#252;r ihre BesucherInnen k&#252;mmern   k&#246;nnen.<\/p>\n<h4>  Wer nicht k&#228;mpft, hat schon verloren<\/h4>\n<p>  Obwohl die Schlie&#223;ung schon beinahe beschlossen war, entwarfen die   politischen VertreterInnen der BVV in Mitte eine &#8211; wenn auch   unzureichenden L&#246;sung. Denn zuletzt war doch ein runder Tisch f&#252;r das   Weinmeisterhaus initiiert worden, an denen sich alle Fraktionen   beteiligten.<\/p>\n<p>  Doch dass sie dort sa&#223;en, war allein den Protesten der Besch&#228;ftigten,   Kindern und Jugendlichen zu verdanken, die sich nicht haben   einsch&#252;chtern lassen. Bei einer Demonstration vor und in dem   Weinmeisterhaus sind viele der Verordneten zum ersten Mal &#252;berhaupt in   eine der Einrichtungen gegangen, die sie seit Monaten zusammenstreichen   wollen und waren offensichtlich besch&#228;mt.<\/p>\n<h4>  Umverteilung &#8211; aber wie?<\/h4>\n<p>  Um eine Umverteilung von oben nach Unten zu erreichen und weitere   K&#252;rzungen und (Teil-)Privatisierungen zu verhindern, bedarf es gro&#223;er   Proteste in Berlin, die sowohl den Senat unter Druck setzt, einen   bedarfsgerechten Haushalt im Interesse der Besch&#228;ftigten, Jugendlichen,   Erwerslosen und Rentnernnen aufzustellen. Doch so ein Haushalt macht   auch die Tatsache deutlich, dass man nur mit dem Geld wirtschaften kann,   was einem auch geh&#246;rt &#8211; sprich: Dass t&#228;glich 5 Millionen Euro allein in   die Zinsen der Berliner Schulden flie&#223;en, kann gestoppt werden, wenn die   Banken verstaatlicht und unter demokratische Kontrolle und Verwaltung   gestellt w&#252;rden.<\/p>\n<p>  Die finanzielle Situation Berlins wird sich angesichts der   Schuldenbremse und der rasanteren Umverteilungspolitik von Schwarz-Gelb   auf Bundesebene noch versch&#228;rfen. Angesichts dieser Zukunftsprognose f&#252;r   Berlin muss sich auch Die LINKE entscheiden, ob sie diese   Ungerechtigkeit mitverwalten will oder als eine starke Opposition im   Parlament und als Bewegung auf der Stra&#223;e dagegen mobil machen wird.<\/p>\n<p>  Am 24. September wird es vor dem Roten Rathaus eine Protestaktion unter   dem Titel &#8222;Jugend verschwindet&#8220; geben, an der sich Betroffene der   Berliner K&#252;rzungspolitik beteiligen. Hier sollten Gewerkschaften und   LINKE mitmobilisieren, um deutlich zu machen, dass sie nicht bereit sind   zuzusehen, wie die Krisenfolgen auf den R&#252;cken der BerlinerInnen und   Berliner abgew&#228;lzt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      F&#252;r Kinder, Jugendliche und Sozialeinrichtung hat sich gezeigt: K&#228;mpfen<br \/>\n      lohnt sich!\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[75,56],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13709"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13709"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13709\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13709"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13709"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13709"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}