{"id":13702,"date":"2010-05-26T00:00:00","date_gmt":"2010-05-26T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13702"},"modified":"2010-05-26T00:00:00","modified_gmt":"2010-05-26T00:00:00","slug":"13702","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/05\/13702\/","title":{"rendered":"Lauter Zuf&#228;lle"},"content":{"rendered":"<p>  Nachdem der Autovermieter Sixt in Rostock formell zur Einleitung einer   Betriebsratswahl &#173;aufgefordert worden war, wurden vermeintliche   Protagonisten gefeuert<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Betriebsratsverseucht&#171; &#8211; das war das &#187;Unwort des Jahres 2009&#171;. Und noch   immer scheint es die Einstellung so mancher Unternehmer gegen&#252;ber   demokratisch gew&#228;hlten Interessenvertretungen ihrer Besch&#228;ftigten zu   widerspiegeln. Aktuell l&#228;&#223;t dies ein Konflikt beim Autovermieter Sixt   vermuten, in dessen Rostocker Call-Center Besch&#228;ftigte die Initiative   zur Gr&#252;ndung eines Betriebsrats ergriffen haben. Ausgerechnet die   vermeintlichen Protagonisten der Wahl haben nun ihre K&#252;ndigung erhalten.   Das Unternehmen bestreitet einen Zusammenhang.<\/p>\n<p>  <i>von Daniel Behruzi<\/i><\/p>\n<p>  &#187;Wir haben Sixt bereits Ende M&#228;rz in einem Schreiben aufgefordert, mit   uns einen Termin zwecks Einleitung einer Betriebsratswahl zu   vereinbaren&#171;, berichtet IG-Metall-Sekret&#228;r Johannes Blanken gegen&#252;ber   junge Welt. Die kuriose Antwort des Autovermieters: Die IG Metall sei   nicht zust&#228;ndig. Das bestreitet Blanken, f&#252;gt aber hinzu: &#187;Es ist mir   v&#246;llig egal, welche Gewerkschaft zust&#228;ndig ist, Hauptsache, es gibt   einen Betriebsrat.&#171; Um eventuelle Streitigkeiten zwischen IG Metall und   ver.di zu vermeiden, wurde nun der DGB beauftragt, mit Hilfe eines   arbeitsgerichtlichen Beschlu&#223;verfahrens einen Wahlvorstand zu bestellen.   Als dessen externes Mitglied steht Rostocks DGB-Vorsitzender Thomas   Fr&#246;de zur Verf&#252;gung.<\/p>\n<p>  Blanken fordert Sixt auf, die Einleitung der Wahl nicht l&#228;nger zu   verz&#246;gern. &#187;Wir erwarten, da&#223; sich auch Sixt an die Gesetze dieses   Landes h&#228;lt&#171;, sagt der Gewerkschafter und stellt klar: &#187;Falls jemand die   Wahl eines Betriebsrats behindert, macht er sich strafbar. Ich will das   der Gesch&#228;ftsleitung von Sixt nicht unterstellen&#171;, betont Blanken. &#187;Es   bleibt jedoch die Frage offen, warum ausgerechnet in zeitlichem   Zusammenhang mit unserer Aufforderung an das Unternehmen,   Betriebsratswahlen einzuleiten, K&#252;ndigungen ausgesprochen wurden.&#171;   Wenige Tage nach Eingang des Schreibens hatte das Unternehmen mehreren   Mitarbeitern fristlos gek&#252;ndigt.<\/p>\n<p>  Einer von ihnen ist Torsten Sting, der im Betrieb als Initiator der Wahl   gilt. Bereits im Vorfeld, Anfang M&#228;rz, wurde der in der Schadenabteilung   t&#228;tige Sting aus angeblich &#187;betriebsbedingten Gr&#252;nden&#171; fristgerecht   gek&#252;ndigt. Mitte April wurde eine fristlose K&#252;ndigung nachgeschoben, mit   der Begr&#252;ndung, dem Unternehmen seien mittlerweile &#187;massive   Pflichtverletzungen&#171; des Mitarbeiters bekannt geworden. So soll Sting   bei der Arbeit T-Shirts mit &#187;provozierendem und ehrverletzendem&#171;   Aufdruck getragen haben, wie es in einem Schreiben hei&#223;t. Auf einem der   T-Shirts stand das Wort &#187;unterbezahlt&#171;, auf einem weiteren war eine   Zitrone abgebildet sowie der Spruch: &#187;Wir sind keine Zitronen.&#171; Da&#223; Sixt   das offenbar auf die Bedingungen im eigenen Unternehmen bezieht, ist   vielsagend. IG-Metall-Mann Blanken h&#228;lt sowohl die &#187;betriebsbedingte&#171;   als auch die &#187;verhaltensbedingte&#171; K&#252;ndigung f&#252;r juristisch unhaltbar.   Sting hat mit Unterst&#252;tzung der DGB-Rechtsschutzabteilung   K&#252;ndigungsschutzklage eingereicht, &#252;ber die am 8. Juni vor dem Rostocker   Arbeitsgericht (9 Uhr August-Bebel-Str. 15, gegen&#252;ber dem DGB-Haus)   verhandelt wird.<\/p>\n<p>  Ein Unternehmenssprecher erkl&#228;rte schriftlich auf jW-Nachfrage, es seien   &#187;keinerlei K&#252;ndigungen wegen einer Initiative zur Gr&#252;ndung eines   Betriebsrats ausgesprochen&#171; worden. Den entsprechenden Vorwurf weise die   Firma &#187;mit allem Nachdruck zur&#252;ck&#171;. Da&#223; Manager mit der Schlie&#223;ung des   Standorts gedroht haben, wie Mitarbeiter berichten, dementierte der   Sprecher ebenfalls vehement.<\/p>\n<p>  Genau das aber ist k&#252;rzlich bei dem Dienstleistungsunternehmen Arwe   geschehen, wo &#252;berwiegend Sixt-Fahrzeuge aufbereitet werden. Just einen   Tag, nachdem die 28 Besch&#228;ftigten von Arwe in Bonn einen Betriebsrat   gegr&#252;ndet hatten, wurde der Standort geschlossen, wie der Bonner   Generalanzeiger k&#252;rzlich berichtete. Auch dieser zeitliche Zusammenhang   war nach Unternehmensangaben selbstverst&#228;ndlich rein zuf&#228;llig.<\/p>\n<p>  <b>Solidarit&#228;t und Infos: &#173;betriebsrat-jetzt@gmx.de <\/b>    <\/p>\n<h5>  <b><i>Der Artikel erschien zuerst in der Tageszeitung junge Welt.<\/i><\/b><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Nachdem der Autovermieter Sixt in Rostock formell zur Einleitung einer<br \/>\n      Betriebsratswahl &#173;aufgefordert worden war, wurden vermeintliche<br \/>\n      Protagonisten gefeuert\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13702"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13702"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13702\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13702"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13702"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13702"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}