{"id":13701,"date":"2010-05-28T00:00:00","date_gmt":"2010-05-28T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13701"},"modified":"2010-05-28T00:00:00","modified_gmt":"2010-05-28T00:00:00","slug":"13701","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/05\/13701\/","title":{"rendered":"Die iberische Halbinsel brodelt"},"content":{"rendered":"<p>  Spaniens und Portugals Regierungen bereiten die gr&#246;&#223;ten sozialen   Angriffe seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges vor. Doch Besch&#228;ftigte,   Jugendliche und RenterInnen setzen sich zur Wehr<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>In Spanien haben die Gewerkschaftsdachverb&#228;nde UGT und die CC.OO f&#252;r   den 2. Juni einen Generalstreik f&#252;r den &#246;ffentlichen Dienst angek&#252;ndigt,   die Einzelgewerkschaften pr&#252;fen derzeit die Arbeitsniederlegung in allen   Wirtschaftssektoren mit dem Ziel am 2. Juni einen kompletten   Generalstreik im privaten und &#246;ffentlichen Sektor zu erm&#246;glichen. <\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Anne Engelhardt, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  In Portugal ruft die CGTP f&#252;r den 29. Mai zu einer landesweiten   Demonstration gegen K&#252;rzungen auf. Die Gewerkschaftsbasis erzeugt dabei   ordentlich Druck und fordert ebenfalls zu einem Generalstreik aufzurufen.<\/p>\n<p>  Und so r&#252;cken die etablierten Parteien der iberischen Halbinsel nahe   aneinander, ob in Spanien oder Portugal. Zwischen die Sozialdemokraten   und die Konservativen Parteien passt schier kein Blatt mehr: Sie   entscheiden &#252;ber K&#252;rzungsprogramme und Angriffstaktik bereits gemeinsam   hinter geschlossenen Kabinettst&#252;ren.<\/p>\n<p>  In Spanien sieht der Horrorkatalog der sozialen Angriffe vor die L&#246;hne   im &#246;ffentlichen Dienst um 5 Prozent zu k&#252;rzen und nur noch jede 10te   freie Stelle zu besetzen. Die Renten werden bis aufs weitere eingefroren   und die Mehrwertsteuer von 16 auf 18 Prozent angehoben. Besonders hart   treffen die Einschnitte Frauen und Familien: Das mickrige Elterngeld zur   Geburt eines Kindes von 2500 Euro soll wieder abgeschafft werden.   Zusch&#252;sse f&#252;r pflegebed&#252;rftige Menschen sowie Medikamente werden   gek&#252;rzt. Mit Hilfe dieser Einschnitte will Premierminister Zapatero den   Eindruck von Stabilit&#228;t bewahren und Investoren halten. Daf&#252;r muss die   Arbeiterklasse kr&#228;ftig bluten.<\/p>\n<p>  Auf Mallorca hat es bereits am 20. Mai eine Protestaktion vor dem   Geb&#228;ude der Vertretung der Zentralregierung gegeben. Die dortige   Innenministerin hatte die Angestellten aufgefordert, nicht zu streiken   und sich mit den Arbeitslosen solidarisch zu zeigen, die im Gegensatz zu   ihnen ja keinen sicheren Job haben.<\/p>\n<p>  In Portugal wurde schon Ende M&#228;rz diesen Jahres ein bitterer   K&#252;rzungskurs vorgelegt, der bereits f&#252;r einen Streik im &#246;ffentlichen   Dienst gesorgt hatte. Nur einen Monat sp&#228;ter wurde das Land von den   Rating-Agenturen um zwei Stufen abgewertet. Und so hat die Regierung ein   zweites, noch gr&#246;&#223;eres K&#252;rzungspaket aufgelegt.<\/p>\n<p>  Neben der Mehrwertsteuer (von 20 auf 21 Prozent) soll auch die   Einkommensteuer angehoben werden. Die Preise steigen bei sinkendem   Einkommen. Die L&#246;hne wurden eingefroren und mit der Privatisierung von   17 staatlichen Unternehmen, wie dem &#246;ffentlichen Transport, der Post und   vielen Bildungsbereichen drohen den Besch&#228;ftigten weitere   Verschlechterungen ihrer Arbeitsbedingungen.<\/p>\n<p>  Dass Streiken und konsequenter Widerstand sich lohnt haben trotz des   Vorgehens der Rating Agenturen, trotz K&#252;rzungspl&#228;nen und Privatisierung   die Besch&#228;ftigten Stadtreinigung Lissabons erfahren.<\/p>\n<p>  Sie organisierten einen zweit&#228;gigen Streik bei dem der M&#252;ll auf den   Stra&#223;en liegen blieb, denn 90 Prozent der KanalisationsreinigerInnen,   M&#252;llm&#228;nner- und frauen, Tierf&#228;ngerInnen und sogar die Friedhofsg&#228;rtnerei   vereinigte sich im Kampf f&#252;r die Erh&#246;hung der Sicherheitszulage, die   seit 2003 nicht mehr an die steigende Inflation und die L&#246;hne angepasst   wurde.<\/p>\n<p>  &#8222;Wir beseitigen M&#252;ll, aber das hei&#223;t nicht, dass man uns wie M&#252;ll   behandeln kann!&#8220; &#228;u&#223;erte sich ein Kollegin, die unter anderem auch mit   zwei weiteren Kollegen in Socialismo Revolution&#225;rio, der   Schwesterorganisation der SAV aktiv ist und den Streik angef&#252;hrt hat.<\/p>\n<p>  Resultat des Arbeitskampfes war, dass die ausstehenden Erh&#246;hungen der   Sicherheitszulagen von 5 Jahren nach gezahlt wurden und es sogar trotz   Einfrieren der L&#246;hne eine Erh&#246;hung der Zulage f&#252;r 2010 geben soll.<\/p>\n<p>  Neben den 3000 Besch&#228;ftigten in Lissabon, die diesen Sieg errungen   haben, sind auch die Pflegekr&#228;fte weiterhin aktiv im Kampf f&#252;r eine   Lohnerh&#246;hung von 50 Prozent und die LehrerInnen gegen die Beschneidung   ihrer Rechte im Schulbetrieb.<\/p>\n<p>  Bei einem nationalen Delegiertentreffen der Gewerkschaften der CGTP   nahmen 500 GewerkschafterInnen teil. Die Gewerkschaftsf&#252;hrung war   angesichts der neuen Angriffe der Regierung und dem steigenden Druck aus   der Gewerkschaftsbasis gezwungen dieses Treffen einzuberufen. Die   Mehrheit der Mitglieder sprach die daf&#252;r aus, den 29. Mai als erste   Stufe der Mobilisierung f&#252;r einen Generalstreik zu nutzen.<\/p>\n<p>  Die Gewerkschaftsf&#252;hrung versuchte trotz k&#228;mpferischer Worte eher eine   abwartende Haltung einzunehmen und vor dem 29. Mai noch nicht zu   weiteren Schritten aufzurufen.<\/p>\n<p>  Doch angesichts der fl&#228;chendeckenden Angriffe k&#246;nnten gerade gemeinsame   Aktionen mit Spanien, aber auch Griechenland und weiteren europ&#228;ischen   L&#228;ndern der Auftakt f&#252;r eine fl&#228;chendeckende Vernetzung im Widerstand   der europ&#228;ischen ArbeiterInnenklasse werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Spaniens und Portugals Regierungen bereiten die gr&#246;&#223;ten sozialen<br \/>\n      Angriffe seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges vor. 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