{"id":13689,"date":"2010-05-18T00:00:00","date_gmt":"2010-05-18T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13689"},"modified":"2010-05-18T00:00:00","modified_gmt":"2010-05-18T00:00:00","slug":"13689","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/05\/13689\/","title":{"rendered":"F&#252;r eine &#8222;Woche des Protests und der Solidarit&#228;t&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>  Initiative linker Europaabgeordneter f&#252;r eine europaweite Protestwoche   im Juni<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>Wir dokumentieren hier einen Brief von linken Abgeordneten des   Europaparlaments f&#252;r einen europaweit koordinierten Protest im Juni:<\/i><\/p>\n<p>  <i><b>Liebe Freundinnen und Freunde, <\/b><\/i><\/p>\n<p>  wir schreiben euch als gew&#228;hlte VertreterInnen der arbeitenden Menschen   in ganz Europa und sind Mitglieder der Fraktion Europ&#228;ische Vereinigte   Linke \/ Nordische Gr&#252;ne Linke (GUE\/NGL) im Europaparlament. Es steht   fest, dass das umfassende &#8222;Rettungspaket&#8220;, das am Wochenende auf den Weg   gebracht wurde, nur weitere Angriffe auf arbeitende Menschen,   Jugendliche und RentnerInnen bringen wird, die in ganz Europa bereits   begonnen haben.<\/p>\n<p>  Zum jetzigen Zeitpunkt stehen vor allen die ArbeiterInnen in   Griechenland in der Schusslinie dieser Angriffe. Sie sehen sich   zehnprozentigen K&#252;rzungen bei L&#246;hnen und im &#246;ffentlichen Sektor, einer   Erh&#246;hung des Renteneintrittsalters, der Mehrwertsteuererh&#246;hung und   eingefrorenen Renten gegen&#252;ber. Aber auch ArbeiterInnen in Portugal,   Spanien, Irland und Italien waren und sind weiter konfrontiert mit   schwerwiegenden Angriffen auf ihre Lebensstandards. Klar ist auch, dass   diese Angriffe sich nicht auf die ArbeiterInnen in den sogenannten   peripheren europ&#228;ischen Volkswirtschaften beschr&#228;nken werden &#8211;   ArbeiterInnen in allen L&#228;ndern Europas erleben, wie ihre Rentenanspr&#252;che   weiter aufgel&#246;st werden, wie der Druck auf die L&#246;hne zunimmt, K&#252;rzungen   bei sozialer F&#252;rsorge und Wohlfahrt ebenso stattfinden sowie eine   Arbeitslosenrate auf hohem Niveau festgeschrieben wird.<\/p>\n<p>  Diese Angriffe stehen in einer Linie mit der breit angelegten Strategie   des europ&#228;ischen Establishments, wie es im Strategiepapier &#8222;EU 2020&#8220;   niedergeschrieben ist. Darin wird auf die Notwendigkeit zur   Heraufsetzung des Renteneintrittsalters ebenso Bezug genommen wie auf   die Wochenarbeitszeit vieler ArbeiterInnen in Europa und der strikten   R&#252;ckkehr zum Pakt &#252;ber &#8222;Wachstum und Stabilit&#228;t&#8220;, der f&#252;r viele L&#228;nder   die Senkung &#246;ffentlicher Ausgaben verlangt.<\/p>\n<p>  Au&#223;erdem finden diese Angriffe zusammen mit dem giftigen Versuch statt,   die ArbeiterInnen entlang nationaler Linien zu spalten. Vor allem in den   Medien in Deutschland aber auch in vielen anderen L&#228;ndern wurde dies   offenkundig. L&#252;gen &#252;ber die Lebens- und Arbeitsbedingungen der   ArbeiterInnen in Griechenland werden verbreitet, um den Eindruck zu   vermitteln, dass einfache Griechinnen und Griechen f&#252;r die Krise in   ihrem Land selbst verantwortlich sind und den Preis daf&#252;r zahlen m&#252;ssen.   Die Linke muss dieser Desinformation mit Zahlen und Fakten entgegen   treten und die wirkliche Situation aufzeigen. So steht ganz im Gegensatz   zu dem M&#228;rchen vom faulen griechischen Arbeiter, der fr&#252;h in Rente geht,   dass das durchschnittliche Renteneintrittsalter in Griechenland bei 61,4   Jahren und damit &#252;ber dem europ&#228;ischen Durchschnitt liegt!<\/p>\n<p>  Die ArbeiterInnen in Griechenland haben in den vergangenen Wochen einen   heldenhaften Kampfeswillen gegen diese Angriffe bewiesen. ArbeiterInnen   in Portugal und Spanien haben bereits erkennen lassen, dass auch sie   kampfbereit sind.<\/p>\n<p>  Von europ&#228;ischen Gewerkschaftsstrukturen und linken Organisationen   wurden bereits wichtige kritische Beitr&#228;ge in Opposition zu den   Angriffen auf die Besch&#228;ftigten gemacht. Wir sind nun der Meinung, dass   eine aktive und gemeinsame Antwort n&#246;tig ist, die &#252;berall in Europa   gegeben werden muss &#8211; um die Versuche zu durchkreuzen, die ArbeiterInnen   zu spalten und den Menschen Zuversicht f&#252;r den Widerstand zu geben. Wir   schlagen daher eine &#8222;Woche des Protests und der Solidarit&#228;t&#8220; vom 21. bis   zum 26. Juni 2010 vor. Wir fassen ins Auge, dass politische Parteien,   Gewerkschaften, soziale Bewegungen und AktivistInnen zusammen kommen und   dar&#252;ber diskutieren, in besagter Woche Gro&#223;kundgebungen und Proteste in   ihren jeweiligen L&#228;ndern abzuhalten.<\/p>\n<p>  Ziel ist es zu verk&#252;nden, dass Linke und soziale Organisationen die   Politik ablehnen, nach der die Besch&#228;ftigten f&#252;r die Krise zahlen   sollen. Ziel ist es, eine Ende der Diktatur des Marktes zu fordern; zu   fordern, dass die Finanzinstitutionen in &#246;ffentliches Eigentum &#252;berf&#252;hrt   werden m&#252;ssen und zu erkl&#228;ren, dass die ArbeiterInnen in Europa in   Solidarit&#228;t zusammen stehen.<\/p>\n<p>  Wir m&#246;chten euch h&#246;flich bitten, in euren Organisationen die M&#246;glichkeit   der Unterst&#252;tzung f&#252;r diesen Aufruf zu diskutieren und in besagter Woche   bedeutsame europaweite Proteste durchzuf&#252;hren. F&#252;r uns ist der Dreh- und   Angelpunkte ganz klar die Solidarit&#228;t mit den ArbeiterInnen in   Griechenland, aber auch die Thematisierung der Angriffe, die in den   verschiedenen L&#228;ndern stattfinden, in denen es zu Demonstrationen kommen   wird.<\/p>\n<p>  Wir verstehen nat&#252;rlich, dass die Details und konkrete Parolen noch   ausgearbeitet werden m&#252;ssen, damit der politischen Situation im   jeweiligen Land Rechnung getragen werden kann. Dennoch schlagen wir   folgende Grundsatzforderungen als Diskussionsgrundlage in ganz Europa   vor:&#160;<\/p>\n<p>  <b>ArbeiterInnen d&#252;rfen nicht f&#252;r die Krise zahlen &#8211; die Superreichen   und Bankiers sollen daf&#252;r aufkommen <\/b><\/p>\n<p>  <b>Solidarit&#228;t mit den ArbeiterInnen in Griechenland und f&#252;r die Einheit   der Besch&#228;ftigten in ganz Europa <\/b><\/p>\n<p>  <b>Nein zu K&#252;rzungen, Lohnsenkungen, Arbeitslosigkeit und der Anhebung   des Rentenalters <\/b><\/p>\n<p>  <b>Nein zur Privatisierung im &#246;ffentlichen Dienst <\/b><\/p>\n<p>  <b>F&#252;r ein Ende der Diktatur der Finanzm&#228;rkte, der Ratingagenturen und   des IWF <\/b><\/p>\n<p>  <b>Keine weiteren &#8222;Banken-Rettungspakete&#8220; &#8211; vergesellschaftet die Banken   und die Finanzinstitutionen im Interesse der arbeitenden Bev&#246;lkerung<\/b><\/p>\n<p>  Wir meinen, dass erfolgreich koordinierte Proteste in der Woche vom 21.   zum 26. Juni einen gro&#223;en Einfluss haben k&#246;nnen und ein deutliches   Zeichen in Richtung des europ&#228;ischen Establishments senden w&#252;rden. Das   w&#252;rde die K&#228;mpfe der ArbeiterInnen in den verschiedenen europ&#228;ischen   L&#228;ndern unterst&#252;tzen und w&#228;re ein sichtbarer Schritt zum Aufbau   europaweiten Widerstands gegen die fortgesetzte neoliberale Agenda.<\/p>\n<p>  Die Zeit rennt offenkundig davon. Wir wollen ein breites europaweites   B&#252;ndnis aufbauen, um f&#252;r diese Proteste zu mobilisieren, und dabei auch   breite B&#252;ndnisse einbeziehen, die in den einzelnen L&#228;ndern bereits   bestehen. Wir w&#228;ren euch sehr verbunden, wenn ihr uns in dieser Sache so   rasch wie m&#246;glich antworten k&#246;nntet.<\/p>\n<p>  Wir hoffen, dass ihr positiv auf diese Vorschl&#228;ge reagiert und dass eure   Organisation bei der Mobilisierung f&#252;r europaweite Proteste Ende Juni   helfen kann. Nutzt bitte eure Kontakte und kontaktiert uns, um uns   wissen zu lassen, was ihr dar&#252;ber denkt. Wir w&#228;ren &#252;beraus gl&#252;cklich,   wenn wir dar&#252;ber in Diskussion blieben.<\/p>\n<p>  Bei den unten aufgef&#252;hrten Personen handelt es sich um die   ErstunterzeichnerInnen des Aufrufs. Wir sind &#252;berzeugt, die   Unterst&#252;tzung vieler weiterer Abgeordneter der GUE\/NGL zu bekommen.&#160;<\/p>\n<p>  Mit solidarischen Gr&#252;&#223;en,&#160;<\/p>\n<p>  <i>Joe Higgins MEP (Socialist Party &#8211; Ireland) &#8211;   joe.higgins@europarl.europa.eu <\/i><\/p>\n<p>  <i>Nikolaos Chountis MEP (Syriza &#8211; Greece) &#8211;   nikolaos.chountis@europarl.europa.eu <\/i><\/p>\n<p>  <i>S&#248;ren Bo S&#248;ndergaard MEP (Folkebev&#230;gelsen mod EU &#8211; Denmark)   -sorenbo.sondergaard@europarl.europa.eu <\/i><\/p>\n<p>  <i>Eva-Britt Svensson MEP (Left Party &#8211; Sweden)-   eva-britt.svensson@europarl.europa.eu <\/i><\/p>\n<p>  <i>Kyriacos Triantaphyllides MEP (AKEL &#8211; Cyprus) &#8211;   kyriacos.triantaphyllides@europarl.europa.eu <\/i><\/p>\n<p>  <i>Marisa Matias MEP (Bloco de Esquerda &#8211; Portugal)   -marisa.matias@europarl.europa.eu <\/i><\/p>\n<p>  <i>Miguel Portas MEP (Bloco de Esquerda &#8211; Portugal)   -miguel.portas@europarl.europa.eu <\/i><\/p>\n<p>  <i>Rui Tavares MEP (Bloco de Esquerda &#8211; Portugal)   -rui.tavares@europarl.europa.eu <\/i><\/p>\n<p>  <i>Jean-Luc M&#233;lenchon MEP (Parti de Gauche &#8211; France) &#8211;   jean-luc.melenchon@europarl.europa.eu <\/i><\/p>\n<p>  <i>Kartika Tamara Liotard MEP (Socialistische Partij &#8211; Netherlands) &#8211;   kartikatamara.liotard@europarl.europa.eu <\/i><\/p>\n<p>  <i>Sabine Wils MEP (Die Linke &#8211; Germany) &#8211;   sabine.wils@europarl.europa.eu <\/i><\/p>\n<p>  <i>Cornelia Ernst MEP (Die Linke &#8211; Germany)   cornelia.ernst@europarl.europa.eu <\/i><\/p>\n<p>  <i>Helmut Scholz MEP (Die Linke &#8211; Germany) &#8211;   helmut.scholz@europarl.europa.eu <\/i><\/p>\n<p>  <i>Gabi Zimmer MEP (Die Linke &#8211; Germany) &#8211;   gabriele.zimmer@europarl.europa.eu <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>Lothar Bisky MEP (Die Linke &#8211; Germany) lothar.bisky@europarl.europa.eu<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Initiative linker Europaabgeordneter f&#252;r eine europaweite Protestwoche<br \/>\n      im Juni\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[101,46],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13689"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13689"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13689\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13689"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13689"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13689"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}