{"id":13656,"date":"2010-04-30T00:00:00","date_gmt":"2010-04-29T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=13656"},"modified":"2012-07-02T18:51:03","modified_gmt":"2012-07-02T16:51:03","slug":"13656","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/04\/13656\/","title":{"rendered":"Sparpolitik und sozialer Widerstand in Griechenland"},"content":{"rendered":"<p>  Internationale Solidarit&#228;t n&#246;tig<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Die in Athen erscheinende deutschsprachige &#8222;GriechenlandZeitung&#8220; schrieb   am 10. M&#228;rz 2010, einen Tag vor dem dritten Generalstreik gegen das   Sparprogramm der Regierung, unter dem Titel &#8222;Blackout durch   Generalstreik am Donnerstag&#8220; dass dieser das &#246;ffentliche Leben in   Griechenland zum Gro&#223;teil lahmlegen wird. &#8222;Ethnos&#8220; schrieb am selben   Tag: &#8222;Das Land ist durch die Streiks tot&#8220; und z&#228;hlt die streikenden   Branchen und Berufsgruppen auf. Solches oder &#228;hnliches konnte man in den   letzten Wochen in der griechischen Presse &#246;fters lesen.<\/p>\n<h4>  <i>von Hubert Sch&#246;nthaler, K&#246;ln<\/i><\/h4>\n<p>  Die griechischen Arbeitnehmer, die Jugendlichen und Rentner befinden   sich in einem Abwehrkampf. Zu den Kampfformen geh&#246;ren Streiks,   Kundgebungen, Demonstrationen. Doch auch Blockaden und Besetzungen.<\/p>\n<h4>  Der Generalstreik vom 11.3. 2010<\/h4>\n<p>  Innerhalb von f&#252;nf Wochen im Februar und M&#228;rz hat Griechenland drei   Generalstreiks gegen das neue Sparprogramm der Regierung erlebt. Am 10.   Februar ausgerufen durch die Gewerkschaft der im &#246;ffentlichen Dienst   Besch&#228;ftigten ADEDY und die der Kommunistischen Partei (KKE)   nahestehende Gewerkschaftsfront PAME. Am 24. Februar ausgerufen durch   den die Arbeitnehmer der privaten Wirtschaft organisierenden allgemeinen   Gewerkschaftsbund GSEE sowie wiederum ADEDY und PAME und am 11. M&#228;rz   durch alle drei Gewerkschaften. Dabei handelt es sich um &#8222;politische   Streiks&#8220; gegen die sozialdemokratische PASOK-Regierung unter Papandreou,   wie der ebenfalls der PASOK angeh&#246;rende GSEE-Vorsitzende Panagopoulos   betonte.<\/p>\n<p>  Der Generalstreik vom 11. M&#228;rz legte das Land weitgehend lahm.   Griechenland war paralysiert. Er war der bisher erfolgreichste   Generalstreik . Die Gewerkschaften sprechen von fast 90   ProzentBeteiligung am Streik. Es fanden drei getrennte   Auftaktkundgebungen in Athen statt. Eine Kundgebung der beiden   Gewerkschaften GSEE und ADEDY, eine von der PAME und eine dritte neben   dem Polytechnikum. Dort versammeln sich normalerweise die Anarchisten   und Autonomen, doch waren dieses Mal auch zahlreiche Mitglieder von   Basisgewerkschaften dabei, die ihre Distanz zu den F&#252;hrungen von GSEE   und ADEDY deutlich machen wollten. Danach vereinten sie sich jedoch   wieder mit dem Demonstrationszug dieser Gewerkschaften. Nach den   Auftaktkundgebungen folgten Demonstrationsz&#252;ge zum Parlament. Die PAME   machte ihre eigene Kundgebung und Demonstration.<\/p>\n<p>  Die Slogans waren: &#8222;Die Menschen und ihre Bed&#252;rfnisse sind wichtiger als   die M&#228;rkte&#8220;, &#8222;Die Plutokratie soll die Krise bezahlen&#8220; oder &#8222;Gebt das   Gestohlene zur&#252;ck&#8220;.<\/p>\n<p>  Der GSEE-Vorsitzende Panagopoulos forderte: &#8222;Ich will, dass die   Forderungen der M&#228;rkte nicht Regierungspolitik werden k&#246;nnen. Die   Gesellschaft h&#228;lt das nicht aus. Es ist keine L&#246;sung f&#252;r die   Gesellschaft. Keine weiteren Belastungen f&#252;r die Arbeitnehmer. Die, die   es haben, sollen bezahlen.&#8220;<\/p>\n<p>  Der ADEDY-Vorsitzende Papaspyrou forderte ein gesamteurop&#228;isches   Vorgehen: &#8222;Das Problem der Wirtschaftskrise und die Folgen der   Sparma&#223;nahmen sind in allen L&#228;ndern Europas gleich. Aus diesem Grund ist   ein gemeinsames Vorgehen sowie die Austragung von gleichzeitigen   gemeinsamen Streiks in ganz Europa notwendig.&#8220;<\/p>\n<p>  Auch die Parteien der Arbeiterbewegung KKE und das Linksb&#252;ndnis SYRIZA   (&#8222;B&#252;ndnis der Radikalen Linken&#8220;) beteiligten sich. Die Generalsekret&#228;rin   der KKE warnte: &#8222;Kein Vertrauen in die Vorank&#252;ndigungen der Regierung.   Kein Vertrauen in Organisationen der Arbeitgeber. Sie l&#252;gen   wortw&#246;rtlich. Sie terrorisieren. Sie lauern darauf, dass die   Arbeitnehmer m&#252;de werden, damit sie noch schlimmere Ma&#223;nahmen ergreifen   k&#246;nnen.&#8220;<\/p>\n<p>  Der SYRIZA-Vorsitzende Tsipras sagte auf der Vorkundgebung des   Linksb&#252;ndnisses, die Arbeitnehmer g&#228;ben mit ihrem Kampf &#8222;eine Antwort   auf die verbrecherischen Ma&#223;nahmen der Regierung, jedoch auch auf die   organisierten Provokationen der Regierung, die die Spaltung der   Volksbewegung wollen.&#8220; Und weiter: &#8222;Notwendig sind Geduld, Nachdruck und   Einheit. Dies ist die Botschaft der heutigen Versammlung.&#8220; In Anspielung   auf Ministerpr&#228;sident Papandreou, der in den USA aufgewachsen war und   dort auch studiert hat, sagte er, die Arbeitnehmer wollten Arbeit, L&#246;hne   und die M&#246;glichkeit, in W&#252;rde zu leben und &#8222;nicht visafrei in die USA   gehen.&#8220;<\/p>\n<h4>  Beispiele f&#252;r andere Kampfformen der Bewegung<\/h4>\n<p>  So wurde am 23. Februar die Athener B&#246;rse durch die der Kommunistischen   Partei (KKE) nahe stehende Gewerkschaftsfront PAME blockiert, um dem   EU-Kommissar Rehn und den weiteren Kontrolleuren der Europ&#228;ischen   Kommission, der Europ&#228;ischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen   W&#228;hrungsfond (IWF) bei ihrem Besuch in Athen zu zeigen, wo sich das Geld   des griechischen Volkes befindet. Auch Kampfformen am Rande der   Legalit&#228;t werden von der PAME organisiert. Beispielsweise hat sie   mehrere Mautstellen mit Mitgliedern besetzt und die Autos mehrere   Stunden umsonst fahren lassen. Dabei ist die Unzufriedenheit der   Autofahrer verst&#228;ndlich, denn die Autobahnen wurden zuerst mit   Steuergeldern gebaut und dann m&#252;ssen sie auch noch Mautgeb&#252;hren daf&#252;r   zahlen. Blockiert wurde das Arbeitsministerium durch Arbeitnehmer mit   unsicheren Zeitvertr&#228;gen, die Dauerarbeitspl&#228;tze verlangen. Auch   Besetzungen staatlicher Institutionen wurden durchgef&#252;hrt.   Beispielsweise des Zentralen Rechnungshofes durch entlassene Angestellte   der fr&#252;her staatlichen Fluggesellschaft Olympic. Den im letzten Herbst   gefeuerten Angestellten werden bis heute die ihnen von der konservativen   Vorg&#228;ngerregierung damals zugesagten Abfindungen oder Versetzungen in   andere Staatsbetriebe vorenthalten. Dabei sperrten die Arbeiter gleich   die davor liegende Hauptverkehrsader Panepistimioustra&#223;e, die sich   zwischen den zentralen Pl&#228;tzen Omonia und Syntagma &#8211; daneben ist gleich   das Parlament &#8211; befindet. Besetzt wurde auch die Nationaldruckerei durch   Angestellte des Innenministeriums, weil dort das neue Gesetz der   Regierung gedruckt werden soll.<\/p>\n<h4>  Aktionen der Linken<\/h4>\n<p>  Auch die Parteien der Arbeiterbewegung rufen zu Aktionen und   Versammlungen auf. &#8222;Die Antwort wird auf den Stra&#223;en erfolgen&#8220;, hatte   der Vorsitzende des Linksb&#252;ndnisses SYRIZA Tsipras auf einer   Massenversammlung seiner Partei gegen die Sparpolitik vorausgesagt. Und   so hatte SYRIZA eine Protestkundgebung am Grabmal des Unbekannten   Soldaten vor dem Parlament durch SYRIZA-Parlamentarier durchgef&#252;hrt, in   die von der Polizei mit Tr&#228;nengas geschossen wurde. Hierbei musste der   87-j&#228;hrige Manolis Glezos, ein Symbol des griechischen Widerstandes   gegen die Nazibesetzung Griechenlands w&#228;hrend des Zweiten Weltkrieges,   wegen Atembeschwerden ins Krankenhaus eingeliefert werden. Glezos hatte   die von den Deutschen auf der Akropolis gehisste Hakenkreuzfahne   heruntergerissen und die griechische Flagge gehisst. Die Polizei musste   sich bei ihm entschuldigen.<\/p>\n<h4>  Das Sparprogramm<\/h4>\n<p>  Die K&#228;mpfe richten sich gegen das sogenannte &#8222;Stabilit&#228;ts- und   Entwicklungsprogramm&#8220; der griechischen Regierung, die von der   sozialdemokratischen PASOK unter Papandreou gestellt wird. Das Programm   befindet sich seit Januar 2010 in der Vorbereitung und wurde am 5. M&#228;rz   bereits verabschiedet. Trotzdem gehen die K&#228;mpfe weiter.<\/p>\n<p>  Papandreou stellt die Situation Griechenlands als sehr dramatisch dar.   Das Land befinde sich im &#8222;Kriegszustand&#8220; und k&#228;mpfe &#8222;um das nationale   &#220;berleben&#8220;. &#8222;Die K&#252;rzungen sind notwendig f&#252;r das &#220;berleben unseres   Landes und unserer Wirtschaft &#8211; und f&#252;r Griechenland, um dem Wirbelwind   der Spekulanten zu entgehen.&#8220; Im Rahmen der kapitalistischen   Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung gibt es tats&#228;chlich keine   Hoffnung. Umso dringlicher wird es, den Kapitalismus zu &#252;berwinden und   stattdessen eine demokratische sozialistische Gesellschaft zu errichten.<\/p>\n<p>  <b>Das Sparprogramm sieht im Einzelnen vor:<\/b><\/p>\n<p>  drei&#223;ig Prozent K&#252;rzung des Oster-, des Weihnachts- und des   Urlaubsgeldes.<\/p>\n<p>  zw&#246;lf Prozent K&#252;rzung der Zulagen der &#246;ffentlichen Angestellten.<\/p>\n<p>  sieben Prozent K&#252;rzung der Gehaltszulagen der Arbeitnehmer bei den   &#8222;&#214;ffentlichen Unternehmen und Organisationen (DEKO), der &#8222;Juristischen   Personen privaten Rechts&#8220; und OTA.<\/p>\n<p>  Einfrierung der Renten, auch f&#252;r Rentner, die nur 400.- &#8364; vom Staat   bekommen und K&#252;rzung der Renten f&#252;r 72.000 Rentner der Telekom (OTE) und   der staatlichen Elektrizit&#228;tsgesellschaft DEI.<\/p>\n<p>  K&#252;rzung der Mittel f&#252;r die Bildung und f&#252;r die Studenten.<\/p>\n<p>  Erh&#246;hung der Mehrwertsteuer von heute 19 Prozent auf 21 Prozent(Vor 5   Jahren waren es 18 Prozent.) bzw. von 9 Prozent auf 10 Prozent.<\/p>\n<p>  Erh&#246;hung bei der Steuer f&#252;r die Elektrizit&#228;tsgesellschaft DEI , was 5 &#8364;   pro Megawattstunde f&#252;r die H&#228;user sind. (F&#252;r die Unternehmen gelten nur   2,5 &#8364; pro Megawattstunde.)<\/p>\n<p>  Erh&#246;hung bei der Steuer f&#252;r Brennstoffe, d.h. 0,08 &#8364; je Liter Benzin und   0,03 &#8364; bei Heiz&#246;l.<\/p>\n<p>  Erh&#246;hung der Steuer um 20 Prozent f&#252;r alkoholische Getr&#228;nke und   Zigaretten. (Die Packung, die heute 3,20 &#8364; kostet, wird dann 4.20 &#8364;   kosten!)<\/p>\n<p>  Die K&#252;rzungen der Zulagen f&#252;r die Staatsbediensteten trifft diese   deshalb so hart, weil ein gro&#223;er Teil ihrer Einkommen aus diesen Zulagen   stammt. Die Mehrheit der Staatsbediensteten verliert durch die   Sparma&#223;nahmen im Schnitt 7 Prozent ihres Einkommens. Die   Steuererh&#246;hungen belasten die Familien mit 60 bis 100 &#8364; im Monat.<\/p>\n<p>  Dabei k&#246;nnen noch weitere Ma&#223;nahmen folgen, weil das internationale   Kapital in Gestalt von EU-Kommission, Europ&#228;ischer Zentralbank (EZB) und   Internationalem W&#228;hrungsfond (IWF) uners&#228;ttlich immer weitere Ma&#223;nahmen   dieser Art von der griechischen Regierung verlangt und Papandreou das   alles willig umsetzt.<\/p>\n<p>  Dies ist das schlimmste Sparprogramm der Regierungen seit der Einf&#252;hrung   der parlamentarischen Demokratie 1974. Ehrlicherweise gab der   stellvertretende Ministerpr&#228;sident Pangalos zu: &#8222;Wir schlachten Dienste   und m&#246;glicherweise auch Menschen.&#8220;<\/p>\n<h4>  Die Front des Kapitals und seiner politischen Vertreter<\/h4>\n<p>  Die griechischen Arbeiter und Angestellten, die Rentner und Jugendlichen   stehen einer einheitlichen Front der Parteien und Vertreter des   griechischen und des internationalen Kapitals gegen&#252;ber: Die   PASOK-F&#252;hrung, die konservative Oppositionspartei &#8222;Neue Demokratie&#8220;(ND),   der rechtsradikale &#8222;Orthodoxe Volksalarm&#8220; (LAOS) innerhalb des   Parlaments. Der Industriellenverband SEV au&#223;erhalb und von au&#223;erhalb des   Landes die EU-Kommission, die EZB und der IWF.<\/p>\n<h4>  Meinungsumfragen<\/h4>\n<p>  Mit ihrer jetzigen Politik erweisen sich die sozialen Versprechungen und   Ank&#252;ndigungen der PASOK im Wahlkampf des Herbstes 2009 als glatter   Wahlbetrug. Bei Meinungsumfragen kurz vor dem dritten Generalstreik   gegen das Sparprogramm am 11. M&#228;rz 2010 werfen 90 Prozent der Befragten   der PASOK &#8222;Inkonsequenz gegen&#252;ber ihren Wahlank&#252;ndigungen&#8220; vor. Kein   Wunder, dass in derselben Umfrage auch 44 Prozent der PASOK-Anh&#228;nger die   Ma&#223;nahmen als negativ beurteilen.<\/p>\n<p>  Ganz allgemein war im Vorfeld des dritten Generalstreiks in den   Meinungsumfragen zum Sparprogramm ein Bruch festzustellen, ein Umschwung   von Ratlosigkeit zur Zur&#252;ckweisung. 70 Prozent der Menschen halten die   Ma&#223;nahmen f&#252;r ungerecht. Eine relative Mehrheit steht den Streiks der   Gewerkschaften positiv gegen&#252;ber. 90 Prozentmeinen, das Schlimmste komme   erst noch. Ebenso viele erwarten soziale Unruhen.<\/p>\n<p>  Nach der Rolle der Medien gefragt, werfen 60 Prozent dem Fernsehen   Einsch&#252;chterung vor, damit das Sparprogramm durchgeht. Die   Mobilisierungen der Arbeiterbewegung haben also deutlich die Meinungen   der Bev&#246;lkerung zugunsten von Gegenwehr beeinflusst.<\/p>\n<h4>  Forderungspaket von &#8222;Xekinima&#8220;<\/h4>\n<p>  &#8222;Xekinima&#8220;, die Schwesterorganisation der Sozialistischen Alternative   (SAV) in Griechenland, hat ein Forderungspaket gegen die Krise und f&#252;r   deren Bek&#228;mpfung vorgeschlagen. Wir wollen dieses kurz vorstellen. Im   Einzelnen sind es folgende:<\/p>\n<p>  Massenhafte koordinierte Streikk&#228;mpfe sowohl griechenland- als auch   europaweit.<\/p>\n<p>  Sich wiederholende 48-st&#252;ndige Generalstreiks.<\/p>\n<p>  Die Krise sollen diejenigen bezahlen die sie verursacht haben.<\/p>\n<p>  Einstellung der Zahlungen an die Zinswucherer und B&#228;nker.<\/p>\n<p>  Starke Besteuerung der Gewinne des Kapitals, als ersten Schritt auf 45   Prozent, wie es bis Mitte der 1990er Jahre der Fall war statt der heute   g&#252;ltigen 25 Prozent.<\/p>\n<p>  Drastische Reduzierung der exorbitanten R&#252;stungsausgaben.<\/p>\n<p>  Verstaatlichung aller in den beiden letzten Jahrzehnten privatisierten   staatlichen Unternehmen und Organisationen sowie weitergehend der   Banken, der Gro&#223;unternehmen der Industrie und des Handels.<\/p>\n<p>  Enteignung des Kirchenverm&#246;gens.<\/p>\n<p>  Arbeiter- und gesellschaftliche Kontrolle und Verwaltung der   verstaatlichten Unternehmen.<\/p>\n<p>  Demokratische sozialistische Planung der Wirtschaft auf der Grundlage   der Bed&#252;rfnisse der Gesellschaft und der Menschen anstelle des Profits   der Kapitalisten.<\/p>\n<p>  Abschaffung aller Vertr&#228;ge und Vereinbarungen der EU (Vertr&#228;ge von   Maastricht, Nizza, Lissabon, des Stabilit&#228;tspaktes u.s.w.).<\/p>\n<p>  F&#252;r ein vereinigtes sozialistisches Europa.<\/p>\n<p>  Dies sind ein Paket praktischer Forderungen der Massenbewegung,   Forderungen, die beginnen mit den unmittelbaren Problemen, die L&#246;sungen   vorschlagen f&#252;r die Sackgassen, in die die Krise f&#252;hrt und &#252;ber diesen   Weg die Grundlagen legen f&#252;r den Sturz der Macht des Kapitals.<\/p>\n<h4>  Vorschl&#228;ge von &#8222;Xekinima&#8220; f&#252;r die Aufgaben der Arbeiterbewegung und der   Linken<\/h4>\n<p>  In dieser Situation ist f&#252;r &#8222;Xekinima&#8220; die erste Aufgabe: das   geschlossene Handeln und die einheitliche Gegenwehr der Gewerkschaften   und der Linken notwendig. Von GSEE, ADEDY und PAME, von KKE, SYRIZA und   der au&#223;erparlamentarischen radikalen Linken. Davon ist die griechische   Arbeiterbewegung jedoch noch weit entfernt und eine Besserung ist leider   nicht in Sicht. Die zweite Aufgabe der Linken ist die, dass die Linke   Antworten gibt, politische Antworten auf die Krise, die die Gesellschaft   und die Wirtschaft qu&#228;lt. Denn nur die Linke kann das System des Profits   in Frage stellen, den Kapitalismus, der in seiner z&#252;gellosen Jagd nach   Profit die Menschen und die Gesellschaft in Armut und Verelendung, in   Destabilisierung und Chaos f&#252;hrt.<\/p>\n<p>  Daraus ergibt sich auch Kritik an den Parteien der Linken. Die KKE h&#228;lt   sich selber f&#252;r die einzigen wirklichen Linken und stellt die anderen   Linken als Helfer des Kapitals dar. Sie lehnt jede Zusammenarbeit ab.   Kontraproduktiv f&#252;r die Einheit sind die st&#228;ndigen von den &#252;brigen   Gewerkschaften und Kr&#228;ften der Linken getrennten Demonstrationen und   Kundgebungen von KKE und PAME. So zeigte die KKE auf der Webseite ihrer   Parteizeitung &#8222;Rizospastis&#8220; am Streiktag des 11.3. eine Demonstration   mit dem Transparent &#8222;PASOK-Regierung &#8211; ND &#8211; EU &#8211; GSEE &#8211;ADEDY zusammen   schaufeln das Grab der Arbeiter&#8220;. Es ist nicht &#252;bertrieben, dies als   &#8220;Spalterpolitik&#8220; zu bezeichnen. Doch nicht nur aus dieser Ecke kommen   Quersch&#252;sse. So gibt es in SYRIZA und im SYNASPISMOS, der in ersterem   das wichtigste Mitglied ist, die destruktive Minderheit der sogenannten   &#8222;Erneuerer&#8220;, die mit der b&#252;rgerlichen Sparpolitikpartei PASOK   zusammenarbeiten will statt mit der &#252;brigen Linken. Diese Minderheit   wird unterst&#252;tzt durch einen Teil der b&#252;rgerlichen Presse, insbesondere   durch den PASOK-nahen Medienkonzern Lambrakis. Die Minderheit   unterminiert die Arbeit von SYRIZA von Innen und ihre Politik l&#228;sst von   SYRIZA ein unklares und widerspr&#252;chliches Bild entstehen. Auch die GSEE   &#8211;F&#252;hrung hatte Anteil an der Spaltung. So riet sie davon ab, an dem von   der PAME initiierten Generalstreik vom 17. Dezember letzten Jahres   teilzunehmen, weil dieser angeblich nicht legal sei. Im Gegensatz dazu   richtet SYRIZA immer wieder Einheitsappelle an die &#252;brige Linke, die   jedoch bei der KKE auf taube Ohren sto&#223;en. Dabei muss die Linke offen   sein f&#252;r die von ihrer Partei entt&#228;uschten Anh&#228;ngern der PASOK. Dass die   F&#252;hrungen von GSEE und ADEDY PASOK-nah sind und deren Gegner die   PASOK-Regierung ist, muss von der Linken genutzt werden.<\/p>\n<h4>  Internationale Solidarit&#228;t<\/h4>\n<p>  Ein weiteres Muss ist die internationale Solidarit&#228;t der Arbeitnehmer   und der Linken. &#196;hnlich wie in Griechenland ist die Situation in   Portugal und Spanien. Auch dort sind die Massen gegen die Sparpolitik in   den Kampf getreten. Ermutigende Zeichen in dieser Richtung sind   Solidarit&#228;tserkl&#228;rungen der Linken aus Spanien und Portugal und das   Treffen des SYRIZA-Vorsitzenden Tsipras mit Vertretern des   portugiesischen &#8222;Linksblocks&#8220;. Auch der Europ&#228;ische Gewerkschaftsbund   (EGB) hat seine bis jetzt nur verbale Solidarit&#228;t mit den k&#228;mpfenden   griechischen Gewerkschaften erkl&#228;rt. Auch einzelne Gewerkschaften in   Deutschland gaben Solidarit&#228;tserkl&#228;rungen ab. So der Vorsitzende der   Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Bsirske. Er sagte: &#8222;Wir sind an der   Seite der griechischen Besch&#228;ftigten, wenn sie sich gegen die   aufgezwungenen Ma&#223;nahmen und die Eingriffe in ihre Tarifvertr&#228;ge   wehren.&#8220; Nun sind jedoch auch Taten angesagt. Am 5. Mai findet der   n&#228;chste Generalstreik in Griechenland statt. An diesem Tag sollten die   europ&#228;ischen Gewerkschaften &#252;berall zu Solidarit&#228;tsaktionen aufrufen.<\/p>\n<h5>  Anmerkung: Der Artikel wurde vor den Ereignissen der letzten Woche   verfasst.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Internationale Solidarit&#228;t n&#246;tig\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[44],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13656"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13656"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13656\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13656"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13656"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13656"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}