{"id":13652,"date":"2010-04-27T12:00:00","date_gmt":"2010-04-27T12:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13652"},"modified":"2010-04-27T12:00:00","modified_gmt":"2010-04-27T12:00:00","slug":"13652","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/04\/13652\/","title":{"rendered":"&#8222;Unser Park &#8211; unsere Stadt&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>  10.000 protestierten am 24. April gegen Stuttgart 21<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Am 24. April protestierten bei strahlendem Sonnenschein laut   Veranstaltern &#252;ber 10.000 Menschen im Schlossgarten gegen das   Prestige-Bahnhofs-Projekt Stuttgart 21.<\/p>\n<p>  Nach den Demonstrationen beim Besuch von Bahnchef-Grube und dem   Pseudo-Baubeginn (Anheben eines Prellbocks) Ende Januar bzw. Anfang   Februar war das ein neuer H&#246;hepunkt der Bewegung.<\/p>\n<h4>  <i>von Wolfram Klein und Ursel Beck, Stuttgart <\/i><\/h4>\n<p>  Zugleich war es der Abschluss einer Woche, die zeigte, dass in Stuttgart   gerade der Widerstand gegen Stuttgart 21 Dauerzustand ist. Dieser   Protestgipfel war Teil eines Protestgebirges: Am 19. April hatten &#252;ber   4.000 Menschen an der w&#246;chentlichen Montagsdemo gegen Stuttgart 21   teilgenommen. Nach der Kundgebung gingen sie in einem imposanten   Protestzug &#252;ber den Schlossplatz zum Marktplatz, wo die SPD ihren   Fr&#252;hjahrsempfang abhielt (Nachdem ihr Neujahrsempfang wegen der   Verhinderung von Ehrengast Parteichef Gabriel verschoben und in einen   Fr&#252;hjahrsempfang umgewandelt werden musste, fiel Gabriel auch diesmal   aus, wegen dem vulkanbedingten Ausfall der Fl&#252;ge.). Auf dem Marktplatz   bildeten die DemonstrantInnen durch riesige Buchstaben aus Menschen den   Schriftzug &#8222;Keine S21PD&#8220;. Da die auf dem Boden vorgezeichneten   Riesen-Buchstaben f&#252;r die Zahl der Protestierenden immer noch zu klein   waren, blieben Hunderte, quasi als Bilderrahmen, au&#223;en rum stehen. Im   Anschluss klebten Jugendliche noch den Eingang des Rathauses symbolisch   mit Anti-Stuttgart-21-Aufklebern zu.<\/p>\n<h4>  Besch&#228;ftigte aktiv<\/h4>\n<p>  Am Freitag war eine &#8222;kleine&#8220; Aktion, f&#252;r die wenig Werbung gemacht   worden war, auf dem Marktplatz: einige Besch&#228;ftigte des Garten- und   Friedhofsamts stellten sich mit einem Transparent &#8222;Wir f&#228;llen keine   B&#228;ume im Schlossgarten &#8211; Landschaftsg&#228;rtner gegen Stuttgart 21&#8220; und   Motors&#228;gen mit Anti-S21-Aufklebern auf. Sie standen mit dem Transpi   einige Minuten da und lie&#223;en die Motors&#228;gen ein paar Minuten aufheulen &#8211;   es war also &#8222;nicht viel los&#8220;. Aber diese Aktion hat endlich einmal die   Bedeutung der Arbeiterklasse deutlich gemacht und den Beitrag, den sie   durch Streiks und andere Aktionen im Kampf gegen Stuttgart 21 leisten   kann. Auch zu einer solchen kleinen Aktion kamen gut hundert Menschen,   neben zuf&#228;lligen PassantInnen, bei denen die Aktion meist auch gut   ankam, vor allem Anti-Stuttgart-21-AktivistInnen.<\/p>\n<h4>  S21 ist ein Klima-Killer<\/h4>\n<p>  Bei der Kundgebung am Samstag schlie&#223;lich gab es eine bunte Mischung von   Reden und Kulturbeitr&#228;gen. Im Mittelpunkt stand die Bedrohung des   Schlossgartens durch das Projekt &#8211; deshalb fand sie ja dort statt. An   einigen der vom Abholzen bedrohten alten Platanen waren Schilder   angebracht worden, die deutlich machten, wie alt diese B&#228;ume waren (z.B.   dass der Baum schon stand, als der bekannte Dichter Eduard M&#246;rike   (1804-1875) in Stuttgart unterrichtete). Martin Nebel, der   Naturschutzbeauftragte der Stadt, rechnete vor, wie viel Sauerstoff ein   einzelner der 289 vom Abholzen bedrohten B&#228;ume erzeugt (10.000 Liter am   Tag), wie viel Feinstaub er aufnimmt und um wie viel er in hei&#223;en   Sommern im dann stickigen Stuttgarter Talkessel die Temperatur senkt.   Die Stuttgart-21-Macher versprechen zwar, neue B&#228;ume zu pflanzen, aber   um die Leistung dieser 289 zum F&#228;llen verurteilten alten B&#228;ume zu   ersetzen, br&#228;uchte man 30.000 neugepflanzte B&#228;ume. Hinzu kommt die   Bedrohung auch der &#252;brigen B&#228;ume durch eine Absenkung des Grundwasser   w&#228;hrend des Baus.<\/p>\n<p>  Die Gr&#252;nen-Kreisvorsitzende Neipp-Gereke hatte leichtes Spiel, die   Heuchelei der SPD auseinander zu nehmen, die einen B&#252;rgerentscheid &#252;ber   das Projekt ablehnt, aber B&#252;rgerbeteiligung bei der Detailplanung des   neuen Stadtteils fordert, der durch das Projekt entstehen soll.<\/p>\n<p>  Gerhard Pfeifer vom BUND erkl&#228;rte, S 21 sei nicht, wie die S-21-Macher   behaupteten, ein gr&#252;nes, sondern ein graues Projekt. &#8222;Grau steht f&#252;r   Gestein, f&#252;r Beton, f&#252;r Stahl, f&#252;r Feinstaub &#8211; letztendlich f&#252;r mehr   klimasch&#228;dliche Gase. Stuttgart 21 ist somit ein Klimaschutz-Killer&#8220;, so   Pfeifer.<\/p>\n<h4>  Gewerkschafter bewegen sich<\/h4>\n<p>  Erstmals trat am Samstag ein IGM-Bevollm&#228;chtigter bei einer Kundgebung   gegen S-21 auf. Allerdings nicht aus dem Mittleren Neckarraum, sondern   aus dem 60 km entfernten Ostalbkreis. Der Erste Bevollm&#228;chtigte der IGM   Aalen \/Schw&#228;bisch Gm&#252;nd, Roland Hamm, geh&#246;rt zu den Initiatoren des   landesweiten Netzwerks &#8222;GewerschafterInnen f&#252;r Gute Bahn statt Stuttgart   21&#8220;. Dieses Netzwerk wurde im Anschluss an die Kundgebung bei einem   ersten landesweiten Treffen gegr&#252;ndet. Der Auftritt von Roland Hamm war   zweifellos der politische H&#246;hepunkt der Protestkundgebung. In seiner   k&#228;mpferischen Rede machte er deutlich, dass innerhalb der Gewerkschaften   der Widerstand gegen S 21 st&#228;rker werde. Unter gro&#223;em Beifall der   Kundgebungsteilnehmer erkl&#228;rte er, dass es bei S 21 einzig und allein um   Profitinteressen gehe. Die Milliarden Steuergelder, die hier f&#252;r wenige   Profiteure verschwendet w&#252;rden, br&#228;uchten die Kommunen f&#252;r sinnvolle   Investitionen in sinnvolle Arbeitspl&#228;tze, bezahlbare Wohnungen,   Kinderg&#228;rten, Schulen, bezahlbaren Nahverkehr, Klima- und Umweltschutz.   Der Metaller sprach sich deutlich daf&#252;r aus, dass aus Protest Widerstand   und aus Widerstand ziviler Ungehorsam wird und zog eine Parallele zur   Verhinderung von Pershing-Raketen in Mutlangen und der Verteidigung von   Arbeitspl&#228;tzen durch Betriebsbesetzung bei der Firma Universal in Aalen   vor einigen Jahren. &#8222;Die Bagger werden kommen. Wenn wir den Gr&#246;&#223;enwahn   und die Politik stoppen wollen, sollten wir und m&#246;glichst Tausende mehr   bleiben solange bis die Bagger wieder weg und der Spuk beendet ist&#8220;, so   Roland Hamm am Schluss seiner Rede. Er versprach sich daf&#252;r einzusetzen,   den gesellschaftlichen Widerstand gegen S 21 zu verbreitern und   Gewerkschafter in Stuttgarter und landesweit daf&#252;r mobilisieren. Eine   gute Gelegenheit diesen Worten Taten folgen zu lassen ist die   landesweite Demonstration gegen S 21 am 10. Juli.<\/p>\n<h4>  SAV aktiv dabei<\/h4>\n<p>  SAV-Mitglieder aus Stuttgart und Karlsruhe hatten bei der   Protestkundgebung einen Infostand. Das Interesse an dem SAV-Material zu   S 21 war enorm. Es wurden mehr als 150 Faltbl&#228;tter gegen Spende   abgegeben. Dar&#252;ber nutzte die SAV die Gelegenheit um &#252;ber den Ausschluss   von opppositionellen Daimler-Kollegen aus der IGM zu informieren und   Unterschriften dagegen zu sammeln. Dar&#252;ber hinaus waren SAV-Mitglieder   an diesem Tag aktiv f&#252;r die &#8222;Jugendoffensive gegen S 21&#8220; und   linksjugend\/solid.<\/p>\n<h5>  <i>Kontakt zu landesweitem Gewerkschafter-Netzwerk gegen S 21 &#252;ber   werner.sauerborn@verdi.de<\/i><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      10.000 protestierten am 24. 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