{"id":13641,"date":"2010-04-19T00:00:00","date_gmt":"2010-04-19T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13641"},"modified":"2010-04-19T00:00:00","modified_gmt":"2010-04-19T00:00:00","slug":"13641","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/04\/13641\/","title":{"rendered":"Vulkane, Chaos und ein weiterer Grund f&#252;r Sozialismus"},"content":{"rendered":"<p>  Es braucht einen internationalen Plan zur Hilfe der Passagiere<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Nein, auch im Sozialismus werden wir den Ausbruch von Vulkanen nicht   kontrollieren k&#246;nnen. Aber: wir k&#246;nnen sicherstellen, dass die   Auswirkungen nicht zu einer derart chaotischen Situation f&#252;hren, wie wir   es jetzt gerade, als Folge des Vulkanausbruches in Island, erleben. Ich   bin eine jener PassagierInnen, die in London &#8222;gestrandet&#8220; war. Ich habe   es geschafft alleine nach Hause zu kommen, erhielt dabei allerdings   keinerlei Hilfe von &#8222;meiner&#8220; Fluglinie oder von Seiten der Beh&#246;rden. Das   hat eine Sache sehr deutlich f&#252;r mich gemacht: Privatisierung und der   &#8222;freie Wettbewerb&#8220; im Rahmen des Kapitalismus haben zu dieser   katastrophalen Situation gef&#252;hrt, der sich zehntausende, wenn nicht   sogar hunderttausende Menschen in ganze Europa und international   gegen&#252;ber sehen. <\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Sonja Grusch, Wien<\/i><\/h4>\n<p>  Weil das Transportwesen nationalstaatlich organisiert ist bzw. sogar   noch weiter in unterschiedliche &#8211; konkurrierende &#8211; Unternehmen   aufgespaltet ist, wurde kein internationaler Plan zur Unterst&#252;tzung der   gestrandeten Passagiere aufgestellt. Die Situation sieht so aus, dass   die &#252;berw&#228;ltigende Mehrheit &#252;berhaupt keine Informationen von den   Fluglinien erh&#228;lt, denen sie eine Menge Geld f&#252;r ihre Tickets bezahlt   haben. Die Menschen m&#252;ssen selbst herausfinden, was die n&#228;chsten   Schritte sind oder wo sie schlafen k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  In einem verstaatlichtem und gesamtgesellschaftlich organisierten   Transportsystem dass sich an den Bed&#252;rfnissen der Menschen orientiert   k&#246;nnte die Situation viel schneller und besser gemanaged werden. Die   Menschen w&#252;rden &#252;ber die Situation und die verschiedenen M&#246;glichkeiten   umfassend informiert werden. Sie w&#252;rden von den Flugh&#228;fen abgeholt und   in Hotels gebracht werden und es w&#252;rde sichergestellt werden dass jene,   die wirklich weiterreisen m&#252;ssen so rasch wie m&#246;glich weiter reisen   k&#246;nnten.<\/p>\n<p>  Aber im gegenw&#228;rtigen kapitalistischem System ist es so, dass jene die   schneller und st&#228;rker als andere sind und insbesondere jene, die mehr   Geld haben Wege finden weiter zu reisen &#8211; die anderen bleiben sich   selbst &#252;berlassen. Mit einer internationalen Planung die sich an den   Bed&#252;rfnissen der Menschen orientiert und nicht an Profiten k&#246;nnten Z&#252;ge,   Busse und F&#228;hren viel besser koordiniert werden, als dies nun geschieht.   An Z&#252;ge k&#246;nnten Extra-Waggons angeh&#228;ngt werden um sicher zu stellen,   dass alle Passagiere einen Platz finden. Busse k&#246;nnen die Menschen   gemeinsam, deren Fl&#252;ge gestrichen wurden wohin bringen, wo sie bleiben   k&#246;nnen, bis ihre Fl&#252;ge starten k&#246;nnen oder k&#246;nnten sie auch weiter   transportieren.<\/p>\n<p>  Eine internationaler Plan der sich an den Bed&#252;rfnissen der Menschen   orientiert und nicht an Profiten w&#252;rde sicherstellen, dass die Menschen   transportiert werden, bevor LKWs mit unwichtigen G&#252;tern transportiert   werden. Es w&#252;rde auch sichergestellt werden, dass die privaten   Transportunternehmen nicht pl&#246;tzlich ihre Preise anheben um   Extra-Profite zu machen sondern dass die gestrandeten Passagiere zu   ihrem Zielort transportiert werden ohne das ihnen extra Kosten   entstehen. &#160; Jetzt sind die Passagiere v&#246;llig sich selbst &#252;berlassen.   Sie wissen nicht, wo sie hinsollen, wie sie die Hotels, die Z&#252;ge und   andere Dinge bezahlen sollen.<\/p>\n<p>  F&#252;r viele Menschen ist Geld ein gro&#223;es Problem und es ist nicht sicher,   dass sie das Geld zur&#252;ckbekommen werden, dass sie f&#252;r Unterbringung   ausgeben mussten oder daf&#252;r, nach Hause zu kommen. Die Fluglinien und   die Versicherungen werden alles M&#246;gliche versuchen um die diese   Extrakosten auf dem R&#252;cken der Passagiere zu belassen.<\/p>\n<p>  Schon haben einige Fluglinien erkl&#228;rt, dass sie wegen des   Vulkanausbruches in ernsthaften Finanzproblemen sind und dass es n&#246;tig   werden k&#246;nnte, sie mit Staatsgeldern zu retten. Dass ist nur ein   weiterer schmutziger Trick von kapitalistischen Unternehmen um die   Situation f&#252;r ihren eigenen Vorteil auszunutzen. Die Krise der   Fluglinien ist nicht das Ergebnis des Vulkanausbruches, der die   Situation sicherlich versch&#228;rft, sondern liegt in der allgemeinen   wirtschaftlichen Krise. F&#252;r ArbeiterInnen und Jugendliche ist es nun   nicht nur die Frage, wie viel die Passagiere von dem Extra-Geld, das sie   ausgeben mussten, zur&#252;ckbekommen. Dar&#252;ber hinaus ist es wahrscheinlich,   dass wir in der n&#228;chsten Zeit eine neue Welle von Angriffen auf die   L&#246;hne und Arbeitsbedingungen der Besch&#228;ftigten der verschiedenen   Fluggesellschaften und eine Steigerung bei den Flugpreisen erleben   werden. Dass aber darf von den Belegschaften und den Gewerkschaften   nicht einfach hingenommen werden, dass muss bek&#228;mpft werden.<\/p>\n<p>  Die aktuelle chaotische Situation muss von GewerkschafterInnen und   SozialistInnen in ganz Europa aufgegriffen werden um nicht nur ein Ende   der Privatisierungen zu fordern, sondern um weiter zu gehen. Wir m&#252;ssen   die Notwendigkeit eines verstaatlichten Transportsystems erkl&#228;ren und   die Notwendigkeit einer internationalen Planung im Transportwesen. Und   wir m&#252;ssen die Notwendigkeit einer anderen Gesellschaft erkl&#228;ren &#8211; einer   sozialistischen Gesellschaft wo die Bed&#252;rfnisse der Menschen und nicht   Profite im Zentrum stehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Es braucht einen internationalen Plan zur Hilfe der Passagiere\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[119,46],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13641"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13641"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13641\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13641"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13641"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13641"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}