{"id":13639,"date":"2010-04-18T00:00:00","date_gmt":"2010-04-17T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=13639"},"modified":"2012-05-15T15:01:07","modified_gmt":"2012-05-15T13:01:07","slug":"13639","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/04\/13639\/","title":{"rendered":"DIE LINKE w&#228;hlen. Den sozialen Widerstand st&#228;rken"},"content":{"rendered":"<p>  Wahlaufruf der SAV zu den Landtagswahlen in NRW am 9. Mai 2010<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <a href=\"\/media\/2010\/2010-04-16-sav-wahlaufruf-linke-nrw.pdf\">[auch   als PDF]<\/a><\/p>\n<p>  Die Folgen der tiefsten kapitalistischen Krise der Nachkriegszeit haben   uns noch nicht in vollem Ausma&#223; erreicht. Doch schon jetzt ist klar: Die   &#246;ffentlichen Kassen sind leer, mit diesen Geldern wurde die Rettung der   Bankenprofite finanziert. Bundesregierung und etablierte Parteien sagen   noch nicht klar, welche K&#252;rzungen sie planen. CDU, SPD, FDP und Gr&#252;ne   sind sich jedoch einig, dass die arbeitende Bev&#246;lkerung die Krise   bezahlen soll. Wenn die Landtagswahl in NRW &#252;berstanden ist, kommt die   Stunde der Wahrheit.<\/p>\n<p>  Finanzminister Sch&#228;uble (CDU) will seine Steuersch&#228;tzung und ein   milliardenschweres Sparpaket publik machen; angedacht ist dabei auch   eine Erh&#246;hung der Mehrwertsteuer. Die Bundesregierung bereitet neue   scharfe Sozialk&#252;rzungen vor. Vor allem die Kopfpauschale (das &#8222;Hartz IV   des Gesundheitssystems&#8220;) ist ein Angriff auf die Mehrheit der   Bev&#246;lkerung.<\/p>\n<p>  In den Kommunen hat der Sozialabbau schon begonnen. Die   Stadtverwaltungen Duisburg und Essen wollen keine Azubis mehr   &#252;bernehmen. In Bonn sollen Schwimmb&#228;der, in Wuppertal Theater   geschlossen werden. Die Regierung R&#252;ttgers hat den Kommunen zus&#228;tzliche   Aufgaben aufgeb&#252;rdet ohne diese finanziell besser auszustatten. Das von   Schwarz-Gelb beschlossene Kinderbildungsgesetz (Kibiz) f&#252;hrt zur   Absenkung von Standards in der Kinderbetreuung und zu K&#252;rzungen in   diesem Bereich.<\/p>\n<h4>  DIE LINKE. als Alternative zu dieser Politik<\/h4>\n<p>  Den Ank&#252;ndigungen von SPD und Gr&#252;nen, eine andere Politik als R&#252;ttgers   zu machen, ist nicht zu trauen. Sie tun so, als seien sie seit   Menschengedenken in der Opposition und w&#228;ren nicht f&#252;r den   Sozialkahlschlag der letzten Jahre verantwortlich. Doch sie stehen auf   kommunaler, Landes- und Bundesebene f&#252;r die selbe Politik wie die CDU.   Unter Rot-Gr&#252;n im Bund wurden die schlimmsten Ma&#223;nahmen, u.a. Hartz IV,   erst eingef&#252;hrt.<\/p>\n<p>  Hannelore Kraft steht nicht f&#252;r einen &#8222;Politikwechsel&#8220;. Die Kandidatur   des NRW-DGB-Vorsitzenden Schneider als Arbeitsminister bedeutet nicht,   dass Arbeitnehmerinteressen in der Regierung vertreten sein werden. Im   Gegenteil: Damit will die SPD die Gewerkschaftsspitzen einbinden, so   dass diese daf&#252;r sorgen, dass die Besch&#228;ftigten stillhalten, wenn ihnen   die Krisenlasten aufgeb&#252;rdet werden.<\/p>\n<p>  DIE LINKE. ist anders. Sie ist die einzige Partei, die eine Alternative   zu den etablierten kapitalistischen Parteien bietet. Sie fordert die   Vergesellschaftung der Energiekonzerne E.ON und RWE unter demokratischer   Kontrolle, die kostenfreie Bildung von der Kita bis zur Uni, die   Schaffung von 60.000 neuen Ausbildungspl&#228;tzen und die Einf&#252;hrung eines   Mindestlohnes von 10&#8364;.<\/p>\n<p>  Auch das Wahlprogramm der NRW-Linken markiert einen Schritt nach vorne.   Zu Recht hielt der Landesparteitag im November 2009 fest: &#8222;DIE LINKE.   wird sich an keiner Regierung beteiligen, die Privatisierung, Personal-   und Sozialabbau vornimmt und die nicht die Lebens- und   Arbeitsbedingungen der Menschen verbessert.&#8220;<\/p>\n<h4>  SAV unterst&#252;tzt DIE LINKE.<\/h4>\n<p>  Die Sozialistische Alternative (SAV) ist in den sozialen Bewegungen   aktiv, ist dabei, wenn sich Menschen zusammenschlie&#223;en, um f&#252;r ihre   Interessen zu k&#228;mpfen. In K&#246;ln haben SAV-Mitglieder eine Kampagne gegen   die Schlie&#223;ung des Schwimmbades Nippes angesto&#223;en und dies zusammen mit   engagierten SchwimmerInnen erfolgreich verteidigt. In Essen hat die SAV   mitgeholfen, die Demonstration &#8222;Wir zahlen nicht f&#252;r eure Krise!&quot; zu   einem Erfolg zu machen. In Aachen hat die SAV Arbeitsk&#228;mpfe bei Phillips   und den Eisenbahnern der GDL unterst&#252;tzt. Mitglieder der SAV sind auch   in der Partei DIE LINKE. und dem Jugendverband Linksjugend [`solid]   aktiv und treten dort f&#252;r einen k&#228;mpferischen Kurs ein.<\/p>\n<p>  Wir rufen auf, DIE LINKE.NRW mit Erst- und Zweitstimme zu w&#228;hlen. Eine   starke Linke wird den Landtag als B&#252;hne f&#252;r die kommenden Sozialproteste   nutzen und so mehr noch Sprachrohr des sozialen Widerstandes gegen die   Abw&#228;lzung der Krisenlasten werden und diese Bewegungen st&#228;rken.<\/p>\n<h4>  Regierungsbeteiligung?<\/h4>\n<p>  Auch mit einer starken DIE LINKE.-Fraktion in D&#252;sseldorf g&#228;be es keine   parlamentarischen Mehrheiten f&#252;r einen Politikwechsel. SPD und Gr&#252;ne   werden R&#252;ttgers Politik fortsetzen. Daher sind die M&#246;glichkeiten der   Durchsetzung linker Politik im Landesparlament begrenzt. Nur durch Druck   von unten, durch Mobilisierung, Proteste und Streiks k&#246;nnen   Ver&#228;nderungen durchgesetzt werden. Nach den Landtagswahlen in Hessen   wurden Studiengeb&#252;hren nur deshalb abgeschafft, weil die   Studierendenbewegung monatelang Druck auf der Stra&#223;e gemacht hat. Dass   die Bildungspolitiker in NRW jetzt zumindest so tun, als wollten sie die   Lage an den Unis verbessern, ist Ergebnis der wiederholten   Bildungsstreiks seit 2008.<\/p>\n<p>  In Berlin und Brandenburg regiert DIE LINKE. zusammen mit der SPD. Ein   Unterschied zu den etablierten Parteien ist dort nicht erkennbar. Hartz   IV und 1-Euro-Jobs wurden durchgesetzt, Arbeitspl&#228;tze im &#246;ffentlichen   Dienst vernichtet, Wohnungen privatisiert. Teile der bundesweiten   Parteispitze der LINKEn w&#252;rden solch eine Politik auch gerne in NRW   umsetzen. Ihr Ziel ist, Teil des b&#252;rgerlichen Politikbetriebs zu werden,   sie wollen &#8222;mitmachen&#8220;. Doch wir brauchen nicht noch eine Partei, die   &#8222;links unten&#8220; beginnt und &#8222;rechts oben&#8220; endet, die als Vertreterin der   Arbeitenden und Erwerbslosen erscheint und am Ende wie die anderen   Parteien die Interessen der Kapitalisten durchsetzt. Die SAV wendet sich   innerhalb der Partei DIE LINKE. gegen eine Anpassung an SPD und Gr&#252;ne,   gegen die Beteiligung an b&#252;rgerlichen Regierungen und das Akzeptieren   der kapitalistischen &#8222;Sachzw&#228;nge&#8220;.<\/p>\n<p>  DIE LINKE.NRW muss ihre Prinzipien auch nach der Wahl verteidigen. Die   Partei muss deutlich machen, dass es keine &#8222;Lager&#8220; Schwarz-Gelb gegen   Rot-Rot-Gr&#252;n gibt, dass alle b&#252;rgerlichen Parteien nur die Interessen   der reichen Minderheit vertreten. Sie muss erkl&#228;ren, dass eine   Regierungsbeteiligung der LINKEn noch nicht m&#246;glich ist &#8211; auch wenn   nicht alle W&#228;hlerInnen das heute schon verstehen. In eine Regierung   einzutreten w&#228;re nur dann sinnvoll, wenn es eine grundlegende Abkehr von   der prokapitalistischen Politik g&#228;be, wenn eine Regierung bereit w&#228;re,   sich grundlegend mit den Banken und Konzernen anzulegen, eine   Mobilisierung der Lohnabh&#228;ngigen unterst&#252;tzen und die Eigentumsfrage   durch Verstaatlichungen unter demokratischer Kontrolle aufwerfen w&#252;rde.<\/p>\n<p>  Hingegen w&#252;rde eine Regierungsbeteiligung in NRW, als Juniorpartner von   SPD und Gr&#252;nen, unweigerlich dazu f&#252;hren, dass DIE LINKE. Kr&#246;ten   schlucken, sich gegen ihr eigenes Wahlprogramm stellen m&#252;sste. Gerade in   Krisenzeiten wie diesen, wird eine Landesregierung &#8211; solange sie auf   kapitalistischem Boden bleibt &#8211; gezwungen sein K&#252;rzungen zu Lasten der   Bev&#246;lkerung durchzuf&#252;hren. DIE LINKE. w&#252;rde ihre Funktion als Teil des   sozialen Widerstandes aufgeben, denn es ist nicht m&#246;glich, gleichzeitig   Regierung und Opposition zu sein.<\/p>\n<h4>  Sozialen Widerstand organisieren!<\/h4>\n<p>  Viele denken, man k&#246;nne nichts ver&#228;ndern, wenn man nicht an der   Regierung sei. Das ist falsch. Linke in der Regierung haben meist nur   Eines ver&#228;ndert &#8211; sich selbst. Sie sind wie alle anderen geworden.   Bleibt DIE LINKE. hingegen eine aktive Kraft in der Opposition, steht   konsequent zu ihrem Programm, gegen jeden Sozialabbau, gegen   Privatisierung, daf&#252;r, dass die Reichen die Krise bezahlen sollen, wird   sie sehr viel ver&#228;ndern k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Die Aufgabe der LINKE. ist es, eine glaubw&#252;rdige Kraft gegen die   Herrschenden und die etablierten Parteien aufzubauen, den sozialen   Widerstand zu st&#228;rken und dazu beizutragen, Alternativen in die   &#246;ffentliche Diskussion zu bringen. Dazu geh&#246;ren konkrete Forderungen wie   Arbeitszeitverk&#252;rzung bei vollem Lohnausgleich und die   Vergesellschaftung von Betrieben, die geschlossen werden sollen, so wie   DIE LINKE es bereits im Wahlprogramm fordert. DIE LINKE. muss aber auch   die Eigentumsfrage konkreter stellen, muss erkl&#228;ren, dass das   kapitalistische System abgeschafft und durch eine sozialistische   Demokratie ersetzt werden muss.<\/p>\n<p>  Grundlegende Opposition hei&#223;t nicht, dass DIE LINKE. auf die   parlamentarischen M&#246;glichkeiten verzichten muss. Da SPD wie Gr&#252;ne mit   R&#252;ttgers koalieren w&#252;rden, w&#228;re nur eine Stimme bei der LINKEn eine   Stimme gegen R&#252;ttgers. Die Landtagsfraktion der Partei DIE LINKE. w&#252;rde   R&#252;ttgers abw&#228;hlen. Sie w&#252;rde Hannelore Kraft zur Ministerpr&#228;sidentin   w&#228;hlen, ohne Mitverantwortung f&#252;r ihre Politik zu &#252;bernehmen. DIE LINKE.   w&#252;rde jede noch so kleine Verbesserung, die SPD und Gr&#252;ne einbringen,   mitbeschlie&#223;en. Sie k&#246;nnte gemeinsam mit den Bildungsstreikenden Druck   entfalten, damit Studiengeb&#252;hren tats&#228;chlich abgeschafft werden.<\/p>\n<p>  <b>Die SAV ruft dazu auf, DIE LINKE. am 9. Mai zu w&#228;hlen, aber auch   aktiv zu werden, sich in der Partei und bei Linksjugend [`solid] zu   engagieren und mit uns gegen die Anpassung an Rot-Gr&#252;n und f&#252;r eine   konsequente sozialistische Politik sowie den Aufbau eines marxistischen   Fl&#252;gels in der Partei zu k&#228;mpfen.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Wahlaufruf der SAV zu den Landtagswahlen in NRW am 9. Mai 2010\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[25],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13639"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13639"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13639\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13639"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13639"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13639"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}