{"id":13623,"date":"2010-04-26T00:00:00","date_gmt":"2010-04-26T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13623"},"modified":"2010-04-26T00:00:00","modified_gmt":"2010-04-26T00:00:00","slug":"13623","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/04\/13623\/","title":{"rendered":"&#8222;Geballte Wut, die schnell zur Explosion kommen kann&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>  Konzernweiter gemeinsamer Kampf bei Daimler n&#246;tig<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Der spontane Streik der Besch&#228;ftigten bei Daimler-Sindelfingen Anfang   Dezember 2009 kam f&#252;r Viele wie ein Blitz aus heiterem Himmel.   Sindelfingen blieb keine Ausnahme. Im Daimler-Werk in Bremen kam es in   den letzten Mo-naten zu wiederholten Arbeitsnie-derlegungen. Die Zukunft   in den Betrieben wirft ihre Schatten voraus.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Ursel Beck, Stuttgart<\/i><\/h4>\n<p>  Bundesweit wurden in den Jahren 2004 bis 2009 bei Daimler 30.000 Stellen   abgebaut. In Sindelfingen war der geplante Personalabbau noch nicht   abgeschlossen, als die Verlagerung der C-Klasse vom Vorstand auf die   Tagesordnung gesetzt wurde.<\/p>\n<h4>  Sindelfingen<\/h4>\n<p>  Nachdem die F&#252;hrung der IG Metall (IGM) die spontanen Streiks Anfang   Dezember abgew&#252;rgt hatte, lie&#223; sie sich auf die Betriebsvereinbarung   &#8222;Sindelfingen 2020&#8220; ein. In der Januar-Ausgabe der IGM-Mitgliederzeitung   wird diese als Sicherung der Arbeitspl&#228;tze f&#252;r den &#8222;kommenden   Strukturwandel&#8220; verkauft. Damit betreibt die IGM-Spitze Augenwischerei   und bet&#228;tigt sich als Bremse gegen die Kampfbereitschaft der   Belegschaften. Aber wer immer auf der Bremse steht, nutzt sie ab. Und   dann funktioniert sie nicht mehr richtig. So kommt es immer &#246;fter zu   spontanen Streiks.<\/p>\n<p>  Zwar war das Versprechen von Ersatzarbeitspl&#228;tzen und der Ausschluss   betriebsbedingter K&#252;ndigungen in Sindelfingen ein Erfolg &#8211; ein Erfolg   des zweit&#228;gigen wilden Streiks. Der Abschluss ist aber ein fauler   Kompromiss, weil die Kampfkraft nicht genutzt wurde, um den Erhalt der   C-Klasse durchzusetzen. Die Vereinbarung selbst bedeutet nicht einmal   eine feste Arbeitsplatzgarantie f&#252;r die Daimler-KollegInnen in   Sindelfingen. F&#252;r den Fall von Absatzr&#252;ckg&#228;ngen gibt es f&#252;r Daimler eine   Ausstiegsklausel.<\/p>\n<p>  W&#228;hrend der Auseinandersetzung in Sindelfingen kam an die   &#214;ffentlichkeit, dass es in den Monaten zuvor vier Mal spontane Streiks   gegeben hatte. Zum Beispiel in der E-Klassen-Produktion im Juli 2009   gegen die Reduzierung der Taktzeit von 100 auf 85 Sekunden.<\/p>\n<h4>  Bremen<\/h4>\n<p>  Die wiederholten Streiks bei Daimler in Bremen zeigen, dass ein   konzernweiter gemeinsamer Kampf das Gebot der Stunde ist.<\/p>\n<p>  Vor dem Hintergrund von Stellenabbau und Arbeitshetze legten am 14.   November 2009 im Bremer Werk 3.000 Besch&#228;ftigte der B-Schicht die Arbeit   nieder und versammelten sich vor dem Verwaltungsgeb&#228;ude. &#8222;Der Vorstand   kann ohne uns kein einziges Auto bauen&#8220;, meinte ein Redner, &#8222;aber wir   k&#246;nnen Autos bauen ohne den Vorstand&#8220;. Die Propaganda, das Werk in   Bremen sei Gewinner der Produktionsverlagerung der C-Klasse, glaubt die   Belegschaft nicht.<\/p>\n<p>  &#8222;Arbeitsverdichtung, Rationalisierung hoch drei&#8220;, so Gerhard Kupfer,   Betriebsrat bei Daimler Bremen, in der jungen Welt vom 8. Dezember. &#8222;In   der C-Klasse gab es teilweise Kurzarbeit. Zugleich werden die Leute   aber, wenn sie im Betrieb sind, ausgelutscht bis zum Letzten. Die B&#228;nder   sind unterbesetzt. (&#8230;) Es herrscht geballte Wut, die sehr schnell zur   Explosion kommen kann.&#8220;<\/p>\n<p>  Am 14. Dezember legten 1.000 MetallerInnen die Arbeit nieder, am 22.   Januar 1.500. Am 1. Februar folgte eine weitere Arbeitsniederlegung.   Diesmal, auf Druck von unten, von der Vertrauensk&#246;rperleitung   organisiert. 7.000 Besch&#228;ftigte beteiligten sich an Demonstrationen. Die   Streikenden forderten: Keine Lohnk&#252;rzung um 8,75 Prozent, keine   betriebsbedingten K&#252;ndigungen. Die Mehrheit des Betriebsrats fiel der   Belegschaft jedoch mit einem Abschluss in den R&#252;cken, der laut Gerhard   Kupfer ein &#8222;Wischi-Waschi-Papier&#8220; ist, das nicht mal den Ausschluss   betriebsbedingter K&#252;ndigungen enth&#228;lt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Konzernweiter gemeinsamer Kampf bei Daimler n&#246;tig\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10],"tags":[224],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13623"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13623"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13623\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13623"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13623"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13623"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}