{"id":13615,"date":"2010-04-16T00:00:00","date_gmt":"2010-04-16T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13615"},"modified":"2010-04-16T00:00:00","modified_gmt":"2010-04-16T00:00:00","slug":"13615","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/04\/13615\/","title":{"rendered":"&#8222;Proteste b&#252;ndeln&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>  Gespr&#228;ch mit Simon Aulepp, GEW-Vorsitzender Kassel*<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Global haben die Regierenden den strauchelnden Banken und Konzernen laut   UN mit 18 Billionen US-Dollar in der Krise unter die Arme gegriffen.   Jetzt wird den arbeitenden Menschen die Rechnung pr&#228;sentiert. In   Deutschland hei&#223;en die Posten Sparpaket, Kopfpauschale, Kahlschlag in   den Kommunen und Arbeitsplatzabbau. Was tut sich an Gegenwehr?<\/p>\n<p>  Am 20. M&#228;rz haben wir in Essen eine k&#228;mpferische Demonstration von circa   6.000 Teilnehmern gesehen. Weitere Aktionen sind geplant. So ruft das   bundesweite B&#252;ndnis &#8222;Wir zahlen nicht f&#252;r Eure Krise&#8220; f&#252;r den 12. Juni   zu Demonstrationen, darunter in Berlin, auf.<\/p>\n<p>  Der Termin ist super, da er in der Zeit der dritten Welle der   Bildungsstreiks liegt. In der Woche vor dem 12. Juni soll es bundesweit   Streiks von Studierenden und Sch&#252;lern geben. Ein wichtiger Schritt zur   Ausweitung dieser Bewegung ist das Kasseler B&#252;ndnis von Aktiven   verschiedener Gewerkschaftsjugenden, dem Bildungsstreik und mehreren   politischen Organisationen, das am 9. Juni in den Betrieben   Jugendversammlungen anstrebt, um die Azubis mit auf die Stra&#223;e zu holen.<\/p>\n<p>  Diese Streiks sollten ein Vorbild f&#252;r alle Teile der arbeitenden   Bev&#246;lkerung sein, gemeinsam gegen die Kahlschlagspolitik zu k&#228;mpfen.   Hier sind gerade der DGB und DIE LINKE gefordert. Sie haben es in der   Vergangenheit verpasst, diese K&#228;mpfe anzuleiten und auszuweiten.<\/p>\n<h4>  Welche Forderungen sollten aufgestellt werden?<\/h4>\n<p>  Statt der Sparpolitik sollte das Geld dort geholt werden, wo es die   letzten Jahrzehnte gelandet ist. So ist die Wiedereinf&#252;hrung der   Verm&#246;genssteuer notwendig. Au&#223;erdem hat die Krise einmal mehr gezeigt,   dass Kreditinstitute in privater Hand eine Gef&#228;hrdung f&#252;r ganze   Volkswirtschaften darstellen: Der Bankensektor sollte daher   verstaatlicht werden. Statt Kopfpauschale brauchen wir ein &#246;ffentliches,   kostenloses Gesundheitssystem f&#252;r alle.<\/p>\n<p>  Zentral ist die Forderung nach kostenloser Bildung f&#252;r alle statt   unterschiedlicher Chancen abh&#228;ngig vom Geldbeutel. Eine Schule f&#252;r alle   bei Erh&#246;hung der Lehrerzahlen und Verkleinerung der Klassen! Nur so ist   kooperatives, individualisiertes Lernen m&#246;glich. Auch ist es dringend   notwendig, die &#214;konomisierung der Schulen zur&#252;ckzudr&#228;ngen. Schulen sind   keine Privatunternehmen! Daher gilt es, den Ausbau demokratischer   Strukturen in den Schulen statt einer Ausweitung der Rechte der   Schulleitungen zu fordern.<\/p>\n<p>  Im Produktionssektor m&#252;ssen Arbeitspl&#228;tze gesichert werden. Erkl&#228;ren   Betriebe &#8211; wie Siemens und Opel zum Beispiel &#8211;, dass sie dazu nicht   bereit sind, so m&#252;ssen diese in &#246;ffentliches Eigentum &#252;berf&#252;hrt werden.   Es ist hier die Aufgabe des Staates, Massenentlassungen zu verhindern.   Nat&#252;rlich muss in vielen F&#228;llen gleichzeitig &#252;ber eine Konversion der   Betriebe gesprochen werden. Die Umstellung zum Beispiel von Autos auf   andere, nachhaltige Verkehrsprodukte wird bereits in den Kollegien   diskutiert. Die Alternative zur Massenarbeitslosigkeit ist die massive   Verk&#252;rzung der Arbeitszeit bei vollem Lohn- und Personalausgleich. Die   Alternative zu Niedrigl&#246;hnen ist ein Mindestlohn von mindestens zehn   Euro pro Stunde.<\/p>\n<h4>  Welche Kampfschritte sind heute n&#246;tig?<\/h4>\n<p>  Das Wichtigste ist, dass der DGB, DIE LINKE und alle anderen Akteure in   der Anti-Krisen-Bewegung Aufkl&#228;rungsarbeit leisten. Das hei&#223;t, jetzt auf   Betriebsversammlungen, Personalvertretungs- und Vertrauensleutetreffen   die Auswirkungen der Angriffe wie Kopfpauschale zu schildern,   Resolutionen zur Unterst&#252;tzung der Demos am 12. Juni einzubringen und   Proteste mitzuorganisieren. Diese Proteste m&#252;ssen geb&#252;ndelt werden.   &#196;hnlich wie bei der Jugend m&#252;ssen die verschiedenen Bereiche   zusammenkommen und zu einem gemeinsamen Kampf gegen die   Kahlschlagspolitik f&#252;hren.<\/p>\n<p>  Es darf jedoch nicht bei Demonstrationen bleiben. Zur Verhinderung der   Angriffe sind gemeinsame politische Streiks bis hin zum eint&#228;gigen   Generalstreik aller Betroffenen notwendig. Gemeinsam mit allen   Besch&#228;ftigten, im &#214;ffentlichen Dienst und in der Privatwirtschaft, sind   wir in der Lage, so viel Druck auf Unternehmen und Regierung auszu&#252;ben,   dass Entlassungen und K&#252;rzungspolitik zur&#252;ckgeschlagen werden k&#246;nnen. In   der Organisation dieser Proteste sehe ich die besondere Verantwortung   der Gewerkschaften.<\/p>\n<p>  <i>*Angabe zur Funktion dient nur zur Kenntlichmachung der Person <\/i><\/p>\n<h4>  Termine<\/h4>\n<p>  17. April: Bundesweite Aktionskonferenz des B&#252;ndnisses &#8222;Wir zahlen nicht   f&#252;r Eure Krise&#8220; in Wiesbaden<\/p>\n<p>  9. Juni: Beginn des Bildungsstreiks<\/p>\n<p>  12. Juni: Bundesweite Demonstrationen des Anti-Krisen-B&#252;ndnisses<\/p>\n<p>  Weitere Infos unter: <a href=\"http:\/\/www.kapitalismuskrise.de\">www.kapitalismuskrise.de<\/a>   und <a href=\"http:\/\/www.bildungsstreik.net\">www.bildungsstreik.net<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Gespr&#228;ch mit Simon Aulepp, GEW-Vorsitzender Kassel*\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[23,78],"tags":[224],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13615"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13615"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13615\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13615"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13615"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13615"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}