{"id":13611,"date":"2010-04-11T00:00:00","date_gmt":"2010-04-11T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13611"},"modified":"2010-04-11T00:00:00","modified_gmt":"2010-04-11T00:00:00","slug":"13611","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/04\/13611\/","title":{"rendered":"Kommunen im finanziellen Schwitzkasten"},"content":{"rendered":"<p>  Schwimmbad geschlossen, Kitaplatz teurer, Stra&#223;enbeleuchtung aus<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Durch die Krise sank die Gewerbesteuereinnahme 2009 durchschnittlich um   18 Prozent. In einigen St&#228;dten war der Verlust weitaus h&#246;her, so musste   die VW-Stadt Wolfsburg einen R&#252;ckgang von 43 Prozent verkraften. Dazu   kommen steigende Sozialausgaben, 2009 lagen diese bei fast 40 Milliarden   Euro. Dies f&#252;hrt dazu, dass laut Sch&#228;tzungen die Verschuldung der   Kommunen in den n&#228;chsten vier Jahren auf 50 Milliarden Euro ansteigen   wird.<\/p>\n<h4>  von Christine Lehnert, Abgeordnete der Rostocker B&#252;rgerschaft f&#252;r die SAV<\/h4>\n<p>  Die Stadt Wuppertal geriet j&#252;ngst in die Schlagzeilen, weil sie das   Theater schlie&#223;en wollte. Dieser Tage wurde nun erst einmal ein   Haushaltsk&#252;rzungskonzept in H&#246;he von 45 Millionen Euro beschlossen. Das   Theater ist noch offen, viele Vereine und Sozialprojekte werden es bald   nicht mehr sein.<\/p>\n<p>  Auch andere St&#228;dte streichen schon flei&#223;ig bei Sozialem, Kultur und   Personal. Die Stadt Dortmund verdoppelt den Preis des Sozialtickets,   Schwerin k&#252;rzt bei den Obdachlosen und Rostock bei der   Heimunterbringung. In den kommenden Wochen wird es &#252;berall   Verschlechterungen f&#252;r die Menschen vor Ort hageln: Geb&#252;hrenerh&#246;hungen   f&#252;r Kitas und Bibliotheken, weniger Geld f&#252;r Frauenprojekte und soziale   Vereine, Schlie&#223;ungen von Schwimmb&#228;dern oder das Ausschalten der   Stra&#223;enbeleuchtung.<\/p>\n<h4>  &#8222;Uns sind die H&#228;nde gebunden&#8220;&#8230;<\/h4>\n<p>  &#8230;das ist die g&#228;ngige Antwort der b&#252;rgerlichen Parteien, die zwar   zugeben m&#252;ssen, dass ihre Parteifreunde in Bund und L&#228;ndern mit ihrer   Finanzpolitik die Kommunen ausbluten &#8211; aber an den asozialen K&#252;rzungen   &#228;ndert dies nichts. Es sei nun mal gesetzlich vorgeschrieben, dass ein   Haushalt ausgeglichen werden muss, so der O-Ton in den Rath&#228;usern.   Andernfalls drohe Zwangsverwaltung. Doch dies kann kaum ein Argument f&#252;r   Zwangsk&#252;rzungen aufgrund von vorauseilendem Gehorsam sein.<\/p>\n<p>  Und w&#228;hrend die Kommunen f&#252;r die ihnen &#252;bertragenen Aufgaben finanziell   nicht ausreichend ausgestattet werden, verteilte die Bundesregierung mit   dem &#8222;Wachstumsbeschleunigungsgesetz&#8220; Steuergeschenke an Unternehmen und   Reiche, die wiederum die Kommunen im Jahr 2010 rund 1,6 Milliarden Euro   kosten werden. Da scheinen doch alle gleich &#8211; aber einige gleicher zu   sein&#8230;<\/p>\n<h4>  Lieber das Gesetz brechen &#8211; als den Armen das Genick<\/h4>\n<p>  Als Abgeordnete der SAV lehne ich eine solche Politik ab. Asoziale   Gesetze k&#246;nnen nicht befolgt &#8211; sondern m&#252;ssen bek&#228;mpft werden! Soziales   und Kultur sind in diesem System nicht ann&#228;hernd so viel Wert wie die   Profitsicherung der Konzerne. Und die Gesetze im Kapitalismus dienen   nicht den Menschen, sondern dem&#252;tigen und verarmen sie.<\/p>\n<p>  Was also tun? Nun &#8211; die einzige Erkenntnis kann sein, dass alle von   K&#252;rzungen Betroffenen sich zusammen schlie&#223;en und Widerstand leisten. So   hat sich in Wuppertal das B&#252;ndnis &#8222;Wuppertal wehrt sich&#8220; gegr&#252;ndet und   in Rostock k&#228;mpfen Betroffene f&#252;r den Erhalt des   Jugendalternativzentrums (JAZ). Und wenn wir zusammen kommen, dann   sollten wir dies gleich dazu nutzen, uns &#252;ber eine   Gesellschaftsalternative auszutauschen, die nicht den Armen das Genick   bricht, sondern in der der gesellschaftliche Reichtum da ankommt, wo er   hingeh&#246;rt &#8211; bei den Besch&#228;ftigten, Jugendlichen, RentnerInnen &#8211; in den   St&#228;dten und Gemeinden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Schwimmbad geschlossen, Kitaplatz teurer, Stra&#223;enbeleuchtung aus\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[56],"tags":[224],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13611"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13611"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13611\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13611"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13611"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13611"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}