{"id":13584,"date":"2010-03-11T00:00:00","date_gmt":"2010-03-11T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13584"},"modified":"2010-03-11T00:00:00","modified_gmt":"2010-03-11T00:00:00","slug":"13584","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/03\/13584\/","title":{"rendered":"Chile: Jetzt beginnen die wirklichen Pl&#252;nderungen"},"content":{"rendered":"<p>  Skrupellose Unternehmer machen enorme Gewinne, indem sie die Bed&#252;rfnisse   der Menschen nach dem Erdbeben ausnutzen<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Die Kapitalisten der gro&#223;en Supermarktketten haben s&#228;mtliche   Lebensmittelpreise erh&#246;ht und steigern ihre Gewinne auf exorbitante   H&#246;hen, was schlichtweg bedeutet, dass sie sich am Hunger der Menschen   und an den Bed&#252;rfnissen der &#228;rmsten Bev&#246;lkerungsschichten unseres Landes   bereichern.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Celso Calfullan, Socialismo Revolucionario (CWI Chile)<\/i><\/h4>\n<p>  Die Banken und Finanzinstitute bieten bereits &#8222;Neuverhandlungen&#8220; von   Hauskrediten an, deren H&#228;user und Wohnungen unbewohnbar geworden sind.   Aber nat&#252;rlich m&#252;ssten die Besitzer weiterhin bezahlen, und es ist klar,   dass auch &#8222;herzensgute&#8220; neue Kredite im Endeffekt h&#246;here Kosten und   somit mehr Profit f&#252;r die Unternehmer bedeuten w&#252;rden &#8211; diese reiben   sich schon die H&#228;nde. Eins der Grundbed&#252;rfnisse der ArbeiterInnen und   ihrer Familien, ein Dach &#252;ber dem Kopf zum Leben und f&#252;r die   Kindererziehung, sehen sie nur als Quelle zus&#228;tzlicher Gewinne.<\/p>\n<p>  Die als Unternehmen organisierten Privatkliniken haben die Zahl ihrer   Behandlungen um bis zu 100% gesteigert, weil viele &#246;ffentliche   Krankenh&#228;user eingest&#252;rzt sind und ihre PatientInnen in Provatkliniken   umlagern mussten. Die Privaten machten aus diesem Ungl&#252;ck, das tausenden   ChilenInnen widerfahren ist, eine neue Einnahmequelle, so dass der   Gesundheitsminister Alvaro Erazo h&#246;chstpers&#246;nlich einschreiten und die   Zust&#228;nde verurteilen musste. Au&#223;erdem musste er in den Medien   ank&#252;ndigen, dass er mit den Privatkliniken reden w&#252;rde, damit sie solche   Machenschaften unterlassen.<\/p>\n<p>  Auch die Pharmakonzerne waren nicht faul und erh&#246;hten die   Medikamentenpreise, und sie werden sicher versuchen, weitere   Preiserh&#246;hungen auf Kosten der Millionen leidender ChilenInnen   durchzusetzen.<\/p>\n<p>  Mit dabei sind auch die Baustoffh&#228;ndler &#8211; auch hier gab es   Preiserh&#246;hungen, insbesondere bei all den Materialien, die Otto   Normalverbraucher f&#252;r Reparaturen an seinem Haus oder Wohnung braucht   (falls solche Reparaturen m&#246;glich sind, versteht sich, den ein hoher   Prozentsatz der Wohnh&#228;user ist ja zerst&#246;rt).<\/p>\n<h4>  F&#252;r die Gesetze des &#8222;freien Marktes&#8220; ist Solidarit&#228;t ein Fremdwort<\/h4>\n<p>  Die Regierung und viele der dreistesten Unternehmer reden von der   Notwendigkeit, dass wir Chilenen jetzt solidarisch sein m&#252;ssten &#8211; aber   die Solidarit&#228;t, von der sie reden, soll gef&#228;lligst kommen, ohne dass   das Geld und die Gewinne der gro&#223;en Unternehmen anger&#252;hrt werden.   Vielmehr sollen die Taschen der armen ChilenInnen geleert werden, unser   aller Taschen, die wir heute gepl&#252;ndert und ausgeraubt werden &#8211; durch   genau die skrupellosen Bosse, die die Preise derjenigen   Grundnahrungsmittel immer weiter erh&#246;hen, welche wir zum &#220;berleben   brauchen.<\/p>\n<h4>  Die TV-Spendengalas: Das gro&#223;e Gesch&#228;ft mit der &#8222;Solidarit&#228;t&#8220;<\/h4>\n<p>  [Ad&#220;: In Chile gab es am Freitag nach dem Erdbeben eine 24st&#252;ndige   Spendengala &#8222;Chile hilft Chile&#8220; im Fernsehen, bei der angerufen und   direkt gespendet oder &#8222;Solidarit&#228;tsprodukte&#8220; bestellt werden konnten]   Die L&#252;gen der gro&#223;en L&#228;den und die Angebote &#8222;Zwei zum Preis von einem&#8220;   etc. verschweigen ein kleines Detail: Angesichts der erh&#246;hten Preise   zahlt man schon das Zweifache, und die Kapitalisten kommen zus&#228;tzlich in   den Genuss von Steuererleichterungen, weil sie so sch&#246;n solidarisch   mitgemacht haben. Ach ja, und nebenbei: Die Preise werden garantiert auf   dem sch&#246;n hohen Niveau der &#8222;Solidarit&#228;tskampagne&#8220; bleiben &#8211; ein vielfach   positives Gesch&#228;ft f&#252;r die Bosse.<\/p>\n<p>  Die Spendengala quoll &#252;ber von Unternehmern, die am meisten von allen   profitierten, weil ihre Profite mit jedem Anruf stiegen und sie   nat&#252;rlich auch gute Publicity bzw. Werbung f&#252;r zuk&#252;nftige Gesch&#228;fte   bekamen. Umso leichter wird es ihnen fallen, die Taschen der   ArbeiterInnen immer st&#228;rker auszurauben.<\/p>\n<h4>  N&#246;tig ist Selbstorganisation, um die Pl&#252;nderei zu beenden!<\/h4>\n<p>  Leider haben wir ArbeiterInnen und BewohnerInnen der &#228;rmeren Viertel   keine sozialen oder politischen Organisationen, die uns vertreten und   unsere Interessen verteidigen. Solidarit&#228;t ist zweifellos notwendig,   aber Organisationen der Arbeiterklasse d&#252;rfen bei Solidarit&#228;tsaktionen   nicht stehen bleiben, sondern m&#252;ssen auch weitsichtige politische   Antworten auf eine Krise, die nicht morgen oder in ein paar Monaten   beendet sein wird, geben.<\/p>\n<p>  Wir d&#252;rfen nicht zulassen, dass es &#8211; wie schon bei der Wirtschaftskrise   &#8211; wir ArbeiterInnen sein werden, die f&#252;r diese Naturkatastrophe bezahlen   m&#252;ssen, w&#228;hrend die Unternehmer weiter ihre Einnahmen auf Kosten der   Verarmung und Verelendung der Mehrheit der ChilenInnen steigern.<\/p>\n<p>  Wenn es uns nicht gelingt, gewerkschaftliche Organisationen,   Nachbarschaftskomitees, Sch&#252;ler- und Studentenorganisationen aufzubauen,   die wirkliche VertreterInnen unserer Interessen sind (und nicht, wie der   aktuelle Gewerkschaftsdachverband oder die politischen Parteien, sich   lediglich selbst als solche ausgeben), dann werden wir weiterhin die   Kosten des Wiederaufbaus des Landes und der Krise des Kapitalismus   zahlen.<\/p>\n<h4>  Es ist notwendig, eine Arbeiterpartei aufzubauen<\/h4>\n<p>  Heute ist es dringender denn je n&#246;tig, eine wirkliche Arbeiterpartei   aufzubauen; es gab fast keine von einem Klassenstandpunkt ausgehenden   politischen Antworten auf die Erdbebenkatastrophe, und dies lag eben   daran, dass wir keine ernstzunehmende politische Vertretung haben.<\/p>\n<p>  Wir m&#252;ssen dringend den Stoff weben, der unser Klassennetz ausmacht.   Dies umfasst den Aufbau eines neuen Gewerkschaftsdachverbandes, der mit   der B&#252;rokratie der CUT (chil. &#196;quivalent zum DGB, A.d.&#220;) Schluss macht,   und die Arbeit in den &#228;rmeren Wohnvierteln sowie den sozialen   Organisationen der Arbeiterklasse.<\/p>\n<p>  Die einzige Alternative, um die Pl&#252;nderungen der Unternehmer und des   Kapitalismus zu beenden, ist der Aufbau einer Partei der Arbeiterinnen   und Arbeiter, die f&#252;r die Abschaffung des Kapitalismus und der von ihm   geschaffenen Ungerechtigkeiten k&#228;mpft und sich das klare Ziel setzt,   eine sozialistische demokratische Gesellschaft aufzubauen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Skrupellose Unternehmer machen enorme Gewinne, indem sie die Bed&#252;rfnisse<br \/>\n      der Menschen nach dem Erdbeben ausnutzen\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[41],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13584"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13584"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13584\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13584"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13584"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13584"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}