{"id":13575,"date":"2010-03-04T11:00:00","date_gmt":"2010-03-04T11:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13575"},"modified":"2010-03-04T11:00:00","modified_gmt":"2010-03-04T11:00:00","slug":"13575","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/03\/13575\/","title":{"rendered":"20. M&#228;rz: Wir zahlen nicht f&#252;r Eure Krise"},"content":{"rendered":"<p>  Auf zur Demonstration nach Essen!<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Ein B&#252;ndnis von GewerkschafterInnen, Bildungsstreik-AktivistInnen,   Erwerbslosen und AntifaschistInnen, der Partei DIE LINKE und anderen   linken Organisationen ruft am Samstag, den 20.3. zu einer Demonstration   in Essen auf. Zeitgleich soll es Proteste in Stuttgart geben,   organisiert von ver.di und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB).<\/p>\n<h4>  <i>von Sebastian Fuhr, Essen<\/i><\/h4>\n<p>  Die kapitalistische Wirtschaftskrise zerst&#246;rt weltweit die   Lebensgrundlage von Millionen von Menschen. Ausbeutung, Arbeitslosigkeit   und Hunger versch&#228;rfen sich massiv. Die Verantwortung hierf&#252;r tr&#228;gt ein   System, dem grenzenloses Profitstreben immanent ist, was zwangsl&#228;ufig zu   Ungleichgewichten und &#220;berkapazit&#228;ten in der Weltwirtschaft f&#252;hrt.<\/p>\n<h4>  &quot;Krisenmanagement&quot; der Bundesregierung<\/h4>\n<p>  In Deutschland versuchen die Herrschenden die Folgen der Krise   hinauszuz&#246;gern. Daf&#252;r haben sie so genannte &quot;Konjunkturprogramme&quot;   aufgelegt. Alleine mit dem Finanzmarktstabilisierungsgesetz wurden 400   Milliarden Euro aus &#246;ffentlicher Kasse den Banken und Konzernen zur   Verf&#252;gung gestellt, die unbeirrt weiter machen k&#246;nnen wie zuvor. Also   sch&#246;n Boni an Manager aussch&#252;tten, weiter ins Blaue wirtschaften und   umfassendere Krisen vorbereiten.<\/p>\n<h4>  Auf welche Kosten soll das gehen? Wenn es nach denen geht &#8211; auf unsere.<\/h4>\n<p>  Geplant sind jetzt schon verschiedenste soziale Angriffe auf   Bundesebene. Vor allem im Steuer- und Gesundheitswesen soll weiter   umverteilt werden. Mit der Kopfpauschale w&#252;rde dann der gleiche Betrag   f&#252;r Kranken- und Pflegeversicherung f&#252;r alle gelten, unabh&#228;ngig vom   Einkommen. Die Bundesregierung z&#246;gert noch etwas, den gro&#223;en Hammer   herauszuholen, weil sie die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfahlen   abwarten will, an denen die Mehrheit im Bundesrat f&#252;r Schwarz-Gelb   h&#228;ngt. Auch gibt es Teile der Herrschenden, die bef&#252;rchten durch zu   scharfe Angriffe in diesem Jahr den leichten wirtschaftlichen Auftrieb   zu untergraben.<\/p>\n<p>  Mit der Hetze gegen Hartz-IV-Empf&#228;ngerInnen wurde j&#252;ngst wieder die   Debatte um Senkungen der Regelleistungen und h&#228;rtere Sanktionen   aufgew&#228;rmt. Das zeigt die Richtung an, in die es in den n&#228;chsten Jahren   gehen wird: sch&#228;rfere Sozialk&#252;rzungen und Versuche, die lohnabh&#228;ngige   Bev&#246;lkerung in solche mit und solche ohne Erwerbsarbeit zu spalten.<\/p>\n<h4>  Auswirkung der Wirtschaftskrise auf betrieblicher Ebene<\/h4>\n<p>  Personalabbau, Kurzarbeit und weniger Lohn &#8211; das ist das Ergebnis einer   Umfrage unter 10.000 Besch&#228;ftigten zu den Auswirkung der Krise, die die   gewerkschaftsnahe Hans-B&#246;ckler-Stiftung in Auftrag gab.   LeiharbeiterInnen und befristet Besch&#228;ftigten sind demnach zuerst vom   Arbeitsplatzabbau betroffen. Aber auch das Stammpersonal wird h&#228;rter   angegriffen.<\/p>\n<p>  Der Tarifbericht der Stiftung zeigt, dass die Besch&#228;ftigten bereits das   sechste Jahr in Folge Reallohnverluste hinnehmen m&#252;ssen. 2009 sanken   sogar die Bruttol&#246;hne zum ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte.<\/p>\n<p>  Auch auf betrieblicher Ebene werden die Angriffe der Unternehmer weiter   zunehmen. Die IG Metall sieht 750.000 Arbeitspl&#228;tze in der Metall- und   Elektroindustrie gef&#228;hrdet. Es wird mit einer deutlichen Zunahme von   Insolvenzen gerechnet. Die Politik der Gewerkschaftsf&#252;hrung ist darauf   jedoch keine passende Antwort: statt den Widerstand betriebs- und   branchen&#252;bergreifend zu organisieren, wird der vorauseilende Kompromiss   mit den Kapitalisten praktiziert: Als Beispiel sei hier die j&#252;ngste   Tarifrunde der IG Metall erw&#228;hnt, bei der die Gewerkschaft Forderungen   aufstellte, die aus dem Unternehmerlager h&#228;tten kommen k&#246;nnen.<\/p>\n<h4>  Kommunale Pleiten<\/h4>\n<p>  Die internationale Wirtschaftskrise hat auch gravierende Auswirkungen   auf die Finanzlage der St&#228;dte und Gemeinden. Durch die scharfe Rezession   sind die Steuereinnahmen in den Kommunen Nordrhein-Westfalens um   durchschnittlich zehn bis zwanzig Prozent zur&#252;ckgegangen.<\/p>\n<p>  Vielerorts droht der finanzielle Bankrott, der sich &#252;ber so genannte   &quot;Haushaltssanierungskonzepte&quot; in lokale Sozialkahlschlags-Programmen   verwandelt. Zehntausende Jobs sind in Gefahr. Soziale Einrichtungen wie   Schwimmb&#228;der, Bibliotheken, Jugendtreffs und Frauenh&#228;user und auch   Schulen sollen von heute auf morgen geschlossen werden.<\/p>\n<h4>  H&#246;chste Zeit, sich zu wehren!<\/h4>\n<p>  Es ist notwendig, den Kampf dagegen zu f&#252;hren, dass die Krisenfolgen auf   die Masse der Bev&#246;lkerung abgew&#228;lzt werden. Nicht vereinzelt, sondern   nur gemeinsam k&#246;nnen die Angriffe von Regierung und Kapital   zur&#252;ckgeschlagen werden!<\/p>\n<p>  Ansatzpunkte daf&#252;r gibt es mit den &quot;Wir zahlen nicht f&#252;r eure   Krise!&quot;-Demonstrationen am 20.3. in Essen und Stuttgart, sowie mit der   Mobilisierung zu bundesweiten Protesten am 12.6. in Berlin.<\/p>\n<p>  Zu diesen Demonstrationen sollte aus Gewerkschaften, sozialen   Bewegungen, Bildungsstreik-B&#252;ndnissen, DIE LINKE und Linksjugend[&quot;solid]   massiv mobilisiert werden. Der 20.3. kann hier als Auftakt f&#252;r den 12.   Juni dienen.<\/p>\n<p>  Demonstrationen reichen jedoch nicht aus. Gegen den Generalangriff auf   die Mehrheit der Gesellschaft muss weitergehender Widerstand organisiert   werden. Der Generalstreik ist ein m&#228;chtiges Mittel, dass die Kampfkraft   aller Besch&#228;ftigten b&#252;ndeln k&#246;nnte.<\/p>\n<p>  In Nordrhein-Westfalen str&#228;uben sich die meisten Gewerkschaften, die   Demonstration am 20.3. zu unterst&#252;tzen. Es ist zwar ein wichtiger   Erfolg, dass der ver.di-Landesvorstand mitlerweile zur Demo aufruft.   Dies muss aber durch eine tats&#228;chliche gewerkschaftliche   Mobilisierungskampagne mit Leben gef&#252;llt werden. Ansonsten sind es   bisher wenige lokale Gliederungen, wie die ver.di Jugend NRW-S&#252;d, die IG   BAU Rheinland und einzelne kleinere Gewerkschaftsgliederungen wie die   ver.di-Vertrauensleute des Uniklinikums Essens, die zur Demo aufrufen.   Und das, obwohl der DGB eigentlich in der Pflicht w&#228;ren, zu diesen   Protesten zu mobilisieren!<\/p>\n<h4>  DIE LINKE NRW und Linksjugend[&quot;solid]<\/h4>\n<p>  Die Partei DIE LINKE in NRW unterst&#252;tzt die Demonstration, konzentriert   sich momentan jedoch zu sehr auf ihre eigenen Strukturen und den   Landtagswahlkampf als auf die Unterst&#252;tzung sozialer Proteste. Zwar hat   der Landesvorstand der Partei angek&#252;ndigt, die Mobilisierung in die   Kreisverb&#228;nde zu tragen, viel hat sich jedoch noch nicht getan. Bei dem   letzten B&#252;ndnistreffen am 17.2. war nur aus Bonn bekannt, dass DIE LINKE   einen Bus f&#252;r die Anfahrt nach Essen zur Verf&#252;gung stellt.<\/p>\n<p>  Auch der Landesverband von Linksjugend[&quot;solid] NRW und die meisten   Basisgruppen des Jugendverbandes haben die Kampagne f&#252;r die &quot;Wir zahlen   nicht f&#252;r eure Krise!&quot;-Demonstration am 20.3. noch nicht ausreichend   aufgenommen, wof&#252;r sich SAV- und LJS-Mitglieder allerdings einsetzen.<\/p>\n<p>  Bisher ist das Potential, dass die Mobilisierung zu der   Anti-Krisen-Demonstration in Essen hat nur leicht angekratzt, da die   gro&#223;en Organisation wie Gewerkschaften und DIE LINKE noch nicht wirklich   ihre Kr&#228;fte bem&#252;hen.<\/p>\n<p>  Sicher wird aber sein, dass es am 20.3. zu einem k&#228;mpferischen   Protestmarsch durch die Essener Innenstadt kommen wird, der ermutigendes   Beispiel f&#252;r all diejenigen sein kann, die unter den Krisenfolgen am   meisten leiden &#8211; Jugendliche, Besch&#228;ftigte, Erwerbslose und MigrantInnen.<\/p>\n<p>  <b>Forderungen der SAV<\/b><\/p>\n<p>  SAV-Mitglieder treten bei der Demonstration f&#252;r folgende Forderungen ein:<\/p>\n<p>  &#8211; Wiedereinf&#252;hrung der Verm&#246;genssteuer: F&#252;r eine Million&#228;rssteuer von   zehn Prozent<\/p>\n<p>  &#8211; F&#252;r ein staatliches Investitionsprogramm von j&#228;hrlich 100 Milliarden   Euro in den Bereichen Bildung, Umwelt, Gesundheit und Soziales. Allein   das k&#246;nnte 2,5 Millionen Arbeitspl&#228;tze schaffen.<\/p>\n<p>  &#8211; Ein geb&#252;hrenfreier Studien- oder betrieblicher Ausbildungsplatz im   gew&#252;nschten Beruf f&#252;r Jede und Jeden &#8211; &#220;bernahme f&#252;r alle!<\/p>\n<p>  &#8211; Wer nicht ausbildet, zahlt: Mit dem Geld Schaffung von 300.000   betrieblichen Ausbildungspl&#228;tzen im &#214;ffentlichen Dienst<\/p>\n<p>  &#8211; Kostenlose Bildung von der KiTa bis zur Uni<\/p>\n<p>  &#8211; Nein zum Bachelor-\/Master-System. Stattdessen: Demokratische   Neugestaltung von Lehrpl&#228;nen und Studienordnungen durch Lernende,   Lehrende und VertreterInnen der Gewerkschaften<\/p>\n<p>  &#8211; Eine Schule f&#252;r alle &#8211; Verkleinerung der Klassen auf 15 Sch&#252;lerInnen<\/p>\n<p>  &#8211; Weg mit Hartz IV und Agenda 2010. Einf&#252;hrung einer sozialen   Mindestsicherung von 750 Euro plus Warmmiete<\/p>\n<p>  &#8211; Einf&#252;hrung eines gesetzlichen Mindestlohns von zehn Euro pro Stunde   als erstem Schritt zu zw&#246;lf Euro.<\/p>\n<p>  &#8211; Verteilung der Arbeit auf alle und Kampf um jeden Arbeitsplatz: Als   ersten Schritt 30-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich<\/p>\n<p>  &#8211; &#220;berf&#252;hrung von Betrieben, die Entlassungen oder Schlie&#223;ung androhen,   sowie Kurzarbeit beantragen, in &#246;ffentliches Eigentum unter   demokratischer Kontrolle und Verwaltung durch die arbeitende Bev&#246;lkeurng<\/p>\n<p>  &#8211; Verstaatlichung aller Banken und der Schl&#252;ssel-Industrien   (DAX-Unternehmen und 150 weitere Konzerne) unter demokratische Kontrolle   und Verwaltung durch die arbeitende Bev&#246;lkerung<\/p>\n<p>  <b>Der Aufruf des NRW-weiten B&#252;ndnisses findet sich <a href=\"http:\/\/krisendemonrw.wordpress.com\/\">hier.<\/a><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Auf zur Demonstration nach Essen!\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11,78],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13575"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13575"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13575\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13575"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13575"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13575"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}