{"id":13569,"date":"2010-03-02T05:00:00","date_gmt":"2010-03-02T05:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13569"},"modified":"2010-03-02T05:00:00","modified_gmt":"2010-03-02T05:00:00","slug":"13569","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/03\/13569\/","title":{"rendered":"Erster Erfolg f&#252;r Tekel-Besch&#228;ftigte"},"content":{"rendered":"<p>  Tekel-ArbeiterInnen sehen eine neue Chance ihren Kampf zu gewinnen und   feiern die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs.<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  Ein Stimmungsbericht aus Ankara<\/h4>\n<p>  Kurz vor vier Uhr Nachmittag breitet sich am 1. M&#228;rz in der Zeltstadt   der Tekel-ArbeiterInnen Jubelstimmung aus. Schnell verbreitet sich die   Botschaft: Der oberste Gerichtshof verl&#228;ngert die Frist f&#252;r die Annahme   von C4 (C4 bedeutet die Weiterbesch&#228;ftigung in einem anderen   Staatsbetrieb zu wesentlich schlechteren Bedingungen &#8211; wie etwa kein   K&#252;ndigungsschutz) um acht Monate.<\/p>\n<p>  Das bedeutet f&#252;r die k&#228;mpfenden Tekel-ArbeiterInnen vor allem eines:   Acht Monate Bezug von 75% des bisherigen Lohnes bei Tekel. Die   Erleichterung dar&#252;ber ist &#252;berdeutlich sp&#252;rbar. Es wird aber auch   gefeiert, dass die verhasste AKP-Regierung eine Niederlange einstecken   musste.<\/p>\n<p>  Um 16 Uhr versammeln sich die Tekel-ArbeiterInnen, SympathisantInnen,   GewerkschafterInnen und verschiedene Linke um zu demonstrieren. &#220;ber   2.000 sind gekommen. Bei der Spontanaktion am Tag davor waren es ca. 800   gewesen. Viele wollen mitfeiern. Viele PassantInnen applaudieren, als   der Demonstrationszug durch die Innenstadt zieht.<\/p>\n<p>  Immer wieder wird auch das Solidarit&#228;tstransparent der &#246;sterreichischen   Gewerkschafterdelegation beklatscht. Solidarit&#228;t und vor allem   internationale Solidarit&#228;t wird hier sehr hoch gehalten und ist mehr als   eine leere Phrase. Nach einer l&#228;ngeren Demonstration rund um die   Zeltstadt und durch die Innenstadt von Ankara gibt es immer wieder   Kleindemonstrationen die sich zu gr&#246;&#223;eren Z&#252;gen formieren.   &#220;bertragungswagen aus der ganzen T&#252;rkei und von internationalen Sendern   kommen an. Auch die Polizei bezieht direkt bei der Tekel-Zeltstadt   Stellung.<\/p>\n<p>  F&#252;r erste Debatten &#252;ber die weitere Einsch&#228;tzung ist es vielen   ArbeiterInnen noch zu fr&#252;h. Die Kritik und das gro&#223;e Misstrauen gegen   die Gewerkschaft bleiben voll aufrecht, reden will aber &#8211; wenige Stunden   nach der Urteilsverk&#252;ndung &#8211; kaum jemand dar&#252;ber.<\/p>\n<p>  Klar wird der Unterschied zwischen Gewerkschaftsf&#252;hrung und Basis vor   allem wenn es darum geht, was mit der Zeltstadt werden soll. Die   Tekel-ArbeiterInnen wollen in ihrer gro&#223;en Mehrheit bleiben und Zelte   zur Not auch gegen die Polizei verteidigen. Die Gewerkschaft will die   Zelte abbauen um &#8222;den Kampf in die Orte zu tragen&#8220; wie sie immer wieder   betont. Fast alle ArbeiterInnen w&#252;rden das als Niederlage empfinden. Ihr   Kampf dauert nun mehr als 77 Tage. Vielen sieht man die M&#252;digkeit und   die Strapazen der letzten Wochen an. Umso ausgiebiger wird gefeiert und   vor allem getanzt. Gerammelt voll mit tanzenden klatschenden Menschen   ist auch das Zelt der ArbeiterInnen aus Dyiarbakir. Alle freuen sich:   &#8222;Das verschafft vielen die lang ersehnte Verschnaufpause.&#8220; &#8222;Jetzt haben   wir noch eine Chance.&#8220; &#8222;Jetzt k&#246;nnen wir den Spie&#223; noch einmal   umdrehen&#8220;, so k&#246;nnte man die ersten Einsch&#228;tzung der meisten   zusammenfassen.<\/p>\n<p>  Was fehlt ist ein Vorschlag f&#252;r eine politische Strategie an die   Tekel-ArbeiterInnen, wie man die Gunst der Stunde nutzen kann. Weder die   offizielle Linke, noch die Gewerkschaftsbewegung kann so was bieten. Die   Idee eigener ArbeiterInnenkomitees, die den Kampf selbst koordinieren   und die Gewerkschaft kontrollieren wird positiv aufgenommen, ebenso der   Vorschlag f&#252;r einen Generalstreik &#8211; allerdings glauben viele nicht an   diese M&#246;glichkeit. Eine Ausweitung des Kampfes auf andere bedrohte Teile   der t&#252;rkischen ArbeiterInnenschaft ist jedenfalls dringend n&#246;tig um die   M&#246;glichkeiten, die das Gerichtsurteil geboten hat f&#252;r die   Tekel-ArbeiterInnen zu nutzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Tekel-ArbeiterInnen sehen eine neue Chance ihren Kampf zu gewinnen und<br \/>\n      feiern die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17,45],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13569"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13569"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13569\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13569"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13569"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13569"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}