{"id":13565,"date":"2010-03-19T00:00:00","date_gmt":"2010-03-18T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=13565"},"modified":"2012-05-15T15:02:00","modified_gmt":"2012-05-15T13:02:00","slug":"13565","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/03\/13565\/","title":{"rendered":"&#8222;Eine zentralistisch gelenkte Partei entschieden ablehnen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>  Interview mit Franc Zega, Landessprecher der LINKEN Bayern. Die Fragen   stellte Max Brym<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  Wie beurteilst du die Politik der LINKEN vor dem Bundesparteitag in   Rostock am 15. und 16. Mai?<\/h4>\n<p>  Die Personalpolitik sorgte bei den Landesverb&#228;nden der Partei in Ost und   West f&#252;r gro&#223;e Ver&#228;rgerung. Die Nominierung des bisherigen   stellvertretenden Parteivorsitzenden Klaus Ernst zu einem der beiden   Kandidaten f&#252;r den Parteivorsitz f&#252;hrte nicht nur wegen seiner Person,   sondern auch wegen der Art und Weise der Nominierung zu Widerstand und   Kritik bei vielen Amtstr&#228;gern der Partei im ganzen Land.<\/p>\n<p>  Die Tatsache, dass in dem vorgeschlagenen Personaltableau von zehn   Genossen allein neun Mitglieder des Bundestages sind, kam an der Basis   der Partei nicht gut an. Man glaubt, in diesem Vorgehen eine Tendenz zum   Zentralismus zu erkennen.<\/p>\n<h4>  Wie stehst du zur Personalie Ernst auf Grund deiner Erfahrungen in   Bayern?<\/h4>\n<p>  Es ist seit Langem bekannt, dass ich Klaus Ernst als m&#246;glichen   Parteivorsitzenden klar ablehne. Er sammelt um sich Parteifreunde, die   ihm widerspruchslos folgen. Bei seinen &#246;ffentlichen Auftritten in   letzter Zeit gibt er vor, ein &#8222;echter&#8220; Linkspolitiker zu sein. Dies ist   f&#252;r mich lediglich &#8222;Show&#8220;, um sich eine Mehrheit bei der Wahl zum   Vorsitz zu sichern.<\/p>\n<h4>  Sollte DIE LINKE auf Koalitionen mit der SPD orientieren?<\/h4>\n<p>  Nach meiner und der Ansicht vieler Mitglieder auf keinen Fall! Unsere   programmatischen Eckpunkte und auch das neue in Vorbereitung befindliche   Parteiprogramm wenden sich grunds&#228;tzlich gegen solche Bestrebungen. Auch   bei den Mitgliedern der Partei &#8211; und zu diesen geh&#246;ren auch Amts- und   Mandatstr&#228;ger &#8211; d&#252;rfte eine solche Politikwende wenig Zustimmung finden.<\/p>\n<h4>  Was ist im Landesverband Bayern los?<\/h4>\n<p>  Der Landesvorstand besteht aus zwei politischen Str&#246;mungen. Einen Teil   bilden die Genossen, die f&#252;r eine St&#228;rkung der Rechte der Basis   eintreten und jegliche Tendenzen zu einer zentralistisch gelenkten   Partei entschieden ablehnen. Zu diesem Teil des Landesvorstandes geh&#246;re   auch ich. Der andere Teil besteht aus Gefolgsleuten von Klaus Ernst, die   best&#228;ndig bestrebt sind, ein Machtzentrum zu errichten, von dem aus sie   dann nach Belieben den Landesverband kontrollieren k&#246;nnen. Diese   Genossen haben die Vorstandssitzung am 23. Januar in M&#252;nchen verlassen   und waren auch ma&#223;geblich an der Kampagne f&#252;r die Einberufung eines   Sonderparteitages beteiligt. Sie hoffen, auf diesem Sonderparteitag &#8211;   der bei der Landesvorstandssitzung am 20. Februar beschlossen wurde und   voraussichtlich am 17. und 18. April stattfinden wird &#8211; neue Mehrheiten   herbeizuf&#252;hren.<\/p>\n<h4>  Wie kann der bayrische Landesverband sich positiv weiterentwickeln?<\/h4>\n<p>  Die Delegierten auf dem Sonderparteitag haben es in der Hand, einen   Landesvorstand zu w&#228;hlen, der aus solidarischen Mitgliedern besteht.   Gelingt es, einen Landesvorstand zu w&#228;hlen, der der Basis der Partei   nahe steht und jegliche Machtstrukturen durch einzelne Funktion&#228;re   entschieden ablehnt, dann wird die Partei in Bayern wieder eine Einheit   unter den Kreisverb&#228;nden herstellen k&#246;nnen und im Interesse der W&#228;hler   und Unterst&#252;tzer wirken k&#246;nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Interview mit Franc Zega, Landessprecher der LINKEN Bayern. 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