{"id":13561,"date":"2010-04-02T00:00:00","date_gmt":"2010-04-02T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13561"},"modified":"2010-04-02T00:00:00","modified_gmt":"2010-04-02T00:00:00","slug":"13561","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/04\/13561\/","title":{"rendered":"Copyright? Copyleft?"},"content":{"rendered":"<p>  Wem nutzt das Urheberrecht?<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Seit Jahren l&#228;uft im Internet und in der Gesellschaft eine Debatte   &#252;ber das Copyright. Die Emp&#246;rung &#252;ber die Verfolgung von   Urheberrechtsverletzern hat nicht zuletzt zur Gr&#252;ndung einer neuen   Partei, der Piratenpartei, gef&#252;hrt, die bei den vergangenen Wahlen sogar   einige Erfolge f&#252;r sich verbuchen konnte.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Ben Hartwig, Kassel<\/i><\/h4>\n<p>  Die vier Majorlabels der Musikindustrie, die einen Weltmarktanteil von   &#252;ber 70 Prozent haben und bei uns 15 Euro f&#252;r eine CD verlangen, haben   erreicht, dass man Haftstrafen f&#252;r illegales Kopieren von bis zu zehn   Jahren aufgebrummt bekommen kann.<\/p>\n<h4>  Copyright soll Konzerne sch&#252;tzen<\/h4>\n<p>  Copyright-Gesetze entstanden, um die Rechte derer zu sichern, die &#252;ber   die M&#246;glichkeiten der Vervielf&#228;ltigung von Werken &#8211; seien es B&#252;cher,   Ton- oder Bildtr&#228;ger &#8211; verf&#252;gen. Um Kunst gewinnbringend verwertbar zu   machen, muss das Recht auf Vervielf&#228;ltigung an einen Kapitaleigner   abgetreten werden. Dazu wurde das Copyright geschaffen.<\/p>\n<h4>  Vom Kassettenrekorder zum PC<\/h4>\n<p>  So lange die Mittel der Vervielf&#228;ltigung teuer und schwer zu beschaffen   waren, wurde dies von den Konzernen nicht als Problem erkannt.   Allerdings f&#252;hrte bereits das Aufkommen von Kassetten- und sp&#228;ter   Videorekordern dazu, dass erstmals die Copyright-Gesetze offen auf   KonsumentInnen &#8211; und nicht mehr nur auf Unternehmen &#8211; angewandt wurden.<\/p>\n<p>  Mit dem Aufkommen der Homecomputer Anfang der achtziger Jahre kam es zur   ersten wirklichen Gegeninitiative gegen die bestehenden   Copyright-Gesetze. Mit den vielf&#228;ltigen M&#246;glichkeiten von Homecomputern,   insbesondere als Spieleplattform, wandelte sich Software zu einem   eigenst&#228;ndigen Produkt.<\/p>\n<h4>  Ran an die Konzerne!<\/h4>\n<p>  Software sollte f&#252;r alle nutzbar sein und aufeinander aufbauen &#8211; ohne   Behinderung durch gegenseitige Konkurrenz. Das geht nur, wenn wir die   Macht der Konzerne brechen.<\/p>\n<p>  Die K&#252;nstlerInnen haben nichts vom Copyright. F&#252;r Musiker beispielsweise   sollten gute und kostenlose Prober&#228;ume, Konzertauftritte und   Verbreitungsm&#246;glichkeiten erm&#246;glicht werden &#8211; finanziert von den   Konzernen, f&#252;r die vor allem das Copyright jahrezehntelang profitabel   war.<\/p>\n<h4>  &#8222;Freie Software&#8220;<\/h4>\n<p>  Als Gegenbewegung zum Copyright entstand die &#8222;freie Software&#8220; und sp&#228;ter   das GNU\/Linux-Betriebssystem und all das, was man heute als &#8222;Free and   Opensource Software&#8220; (Firefox, OpenOffice) versteht. Ende der Siebziger   kam es zur ersten Copyleft-Vereinbarung zwischen den Entwicklern von   freier Software und deren NutzerInnen. Vereinbart wurde, dass jeder die   Software f&#252;r jeden Zweck nutzen und nach Belieben ver&#228;ndern, kopieren   und verbreiten darf.<\/p>\n<p>  Zahlreiche Programme, Systeme aber auch kulturelle Beitr&#228;ge verbreiteten   sich unter den freien Lizenzen. Mit der Kreativit&#228;t und Energie von   tausenden ProgrammiererInnen und NutzerInnen weltweit konnten sie eine   hohe Qualit&#228;t erreichen. Das gibt ein Miniaturabbild davon, was in einer   sozialistischen Gesellschaft m&#246;glich w&#228;re, wenn Millionen Menschen   demokratisch &#252;ber die Produktionsmittel und freies Wissen verf&#252;gen   w&#252;rden.<\/p>\n<h4>  Freie Software?<\/h4>\n<p>  Aber auch freie Software ist nicht frei von Konzerninteressen oder die   letzte Antwort aufs Copyright. Ein gro&#223;er Teil der Entwicklungsarbeit   wird durch private Firmen geleistet. Im Januar 2010 wurde der   Server-Hersteller SUN von Oracle f&#252;r 7,4 Milliarden Dollar &#252;bernommen.   Ob der neue Besitzer die Weiterentwicklung von SUN&#8216;s freier Software   unterst&#252;tzt, bleibt offen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Wem nutzt das Urheberrecht?\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[53],"tags":[223],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13561"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13561"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13561\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13561"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13561"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13561"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}