{"id":13545,"date":"2010-02-19T13:00:00","date_gmt":"2010-02-19T13:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13545"},"modified":"2010-02-19T13:00:00","modified_gmt":"2010-02-19T13:00:00","slug":"13545","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/02\/13545\/","title":{"rendered":"Tarifeinigung in der Metallindustrie"},"content":{"rendered":"<p>Gewerkschaftsf&#252;hrung und Arbeitgeber im Schulterschluss <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  In der Krise suchen die Gewerkschaftsspitzen den Schulterschluss. Nicht   mit den auf Weisung des deutschen Kapitals attackierten Besch&#228;ftigten   Griechenlands oder den Prek&#228;ren hierzulande, sondern mit der hiesigen   Unternehmerschaft.<\/p>\n<h4>  <i>von Daniel Behruzi<\/i><\/h4>\n<p>   &#8222;Gemeinsam&#8220; und &#8222;ohne Rituale&#8220; will man die tiefste Wirtschaftskrise in   der Geschichte der Bundesrepublik durchstehen. Dabei sollen &#8222;die Lasten   fair verteilt&#8220; werden, sagt IG-Metall-Chef Berthold Huber. Doch die mit   der am Donnerstag unterzeichneten Tarifvereinbarung geschaffenen Fakten   bedeuten das Gegenteil: Die Zeche f&#252;r die von ihnen nicht verursachte   Krise m&#252;ssen fast ausschlie&#223;lich die Lohnabh&#228;ngigen &#252;bernehmen &#8211; mit   Gehaltsverzicht und, als Steuer- und Beitragszahler, &#252;ber   Staatszusch&#252;sse. Doch den massenhaften Jobabbau wird das nicht aufhalten.<\/p>\n<p>  Die im Aufschwung infolge kapitalistischer Anarchie &#8211; jeder Konzern   versucht stets, seinen Marktanteil auf Kosten der Konkurrenz auszuweiten   &#8211; geschaffenen &#220;berkapazit&#228;ten m&#252;ssen vernichtet werden. Erst dann kann   es mit der kapitalistischen Wirtschaft wieder richtig losgehen. Die   Idee, dem durch Arbeitszeitverk&#252;rzung zu begegnen, ist richtig. Doch   dieses einstmalige Kernelement gewerkschaftlichen Handelns feiert seine   Wiederauferstehung in pervertierter Form. Statt einer allgemeinen   Verk&#252;rzung der Arbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich werden diese nur   vor&#252;bergehend und im einzelnen Betrieb reduziert. Finanziert wird das   Ganze &#252;ber Gehaltsverzicht: Mit der &#8222;tariflichen Kurzarbeit&#8220; verlieren   die Metaller bei einer Absenkung um sieben Wochenstunden die Entlohnung   f&#252;r 5,5 Stunden. Hinzu kommt, da&#223; auch die Zusch&#252;sse der Bundesagentur   f&#252;r Arbeit von den Besch&#228;ftigten mit ihren Beitr&#228;gen selbst finanziert   werden.<\/p>\n<p>  Bezahlt hat die Gewerkschaft dieses &#8222;gute Ergebnis&#8220; (Huber) mit dem   weitgehenden Verzicht auf Einkommensverbesserungen. In den ersten elf   Monaten gibt es nur Einmalzahlungen, wodurch die Reall&#246;hne dauerhaft   sinken. Danach erhalten die Arbeiter und Angestellten f&#252;r weitere zw&#246;lf   Monate 2,7 Prozent mehr Geld. Das sei eine Reallohnsicherung, behaupten   die IG-Metall-Oberen. Das w&#228;re wom&#246;glich der Fall, wenn die   Inflationsrate auf ihrem aktuellen Tiefststand verharren w&#252;rde. Doch das   ist angesichts nicht gegenfinanzierter Staatsprogramme zur   Wiederbelebung der Wirtschaft keinesfalls ausgemacht. Den Spielraum,   eine eventuell wieder anziehende Preissteigerung mit guten   Lohnabschl&#252;ssen auszugleichen, hat sich die Metallergewerkschaft durch   diese langfristige Vereinbarung genommen.<\/p>\n<p>  &#8222;Mit unserem neuen Modell ist klar: In dieser Krise mu&#223; niemand   gek&#252;ndigt werden&#8220;, so Nordrhein-Westfalens IG-Metall-Chef Oliver   Burkhard. Das wird vielleicht in einigen Gro&#223;konzernen gelingen, in   denen die Arbeitspl&#228;tze stattdessen &#8222;sozialvertr&#228;glich&#8220; vernichtet   werden. In etlichen kleinen und mittelgro&#223;en Betrieben wird das nicht   der Fall sein. Und den Zehntausenden prek&#228;r Besch&#228;ftigten hilft das   Ganze sowieso nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gewerkschaftsf&#252;hrung und Arbeitgeber im Schulterschluss <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13545"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13545"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13545\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13545"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13545"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13545"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}