{"id":13543,"date":"2010-02-17T02:00:00","date_gmt":"2010-02-17T02:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13543"},"modified":"2010-02-17T02:00:00","modified_gmt":"2010-02-17T02:00:00","slug":"13543","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/02\/13543\/","title":{"rendered":"63. Tag des Tekel-Kampfs: Das Wetter &#228;ndert sich"},"content":{"rendered":"<p>  <i>von SAV-Reportern in Ankara<\/i><\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Der unerm&#252;dliche Kampf der Tekel-Arbeiter in den Zelten auf der   Fu&#223;g&#228;ngerzone in Ankara hat inzwischen den 63. Tag erreicht. Arbeiter   aus allen Ecken der T&#252;rkei harren in ihren Tekel-Kondus aus und   demonstrieren jeden Tag in den Stra&#223;en von Ankara. Slogans und Demos   sind fast Routine geworden. Die Tekel-Stadt ist mittlerweile Treffpunkt   von K&#252;nstlern, Schriftstellern, Politikern, Studenten, Sch&#252;lern und   Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft geworden, die sich mit den   Arbeitern solidarisieren. Es geht um &#8222;Arbeit, Brot und Freiheit&#8220; und   Solidarit&#228;t. Statt Bier und Wurst findet man hier Tee und viel   Diskussion &#252;ber &#8222;Klassensolidarit&#228;t&#8220;, &#8222;Arbeiterklasse&#8220;, Zukunft;   Ungerechtigkeit und Armut.<\/p>\n<p>  Am 14. Februar fand ein Solidarit&#228;tskundgebung statt, zu der die relativ   gro&#223;en linken Organisation und Parteien TKP, &#214;DP und Volksh&#228;usern   aufgerufen hatten. Die &#8211; auch in den Augen der Tekel-Arbeiter &#8211;   bedeutende Solidarit&#228;t seitens der Linken kam mit dieser Kundgebung zum   Ausdruck, auf der sich ein paar tausend Menschen zusammen gefunden   hatten. Nur die Reden der Vertreter dieser Organisationen waren schwach   und nahmen im Prinzip keinen Klassenstandpunkt ein, bestanden vielmehr   aus Phrasen und fielen damit hinter das Niveau der Gespr&#228;che, die in   Zelten stattfinden, zur&#252;ck. Ein Zeichen der Schw&#228;che der t&#252;rkischen   Linke.<\/p>\n<p>  Trotzt des unglaublich entschlossenen Kampfes der Arbeiter, stehen diese   unter Zeitdruck. Sie m&#252;ssen sich bis Ende des Monats entscheiden, ob sie   C\/4 annehmen bzw. ihre Antr&#228;ge rechtzeitig einreichen. Sonst droht ihnen   die Arbeitslosigkeit. Und genau dies nutzt die Gewerkschaftsf&#252;hrung aus   und spielt auf Zeit. Ein Arbeiter aus Diyarbakir dr&#252;ckte es so aus: &#8222;Wir   sind ein Ball zwischen der Regierung und Gewerkschaftsf&#252;hrung, den jeder   zu dem andern kickt&#8220;. W&#228;hrend die Regierung von ihren Position nicht   abweicht und den Arbeitern zum Ende des Monats mit polizeilicher R&#228;umung   droht, beschlie&#223;t Gewerkschaftsf&#252;hrung keine wirksame Aktionen und   versucht durch den juristischen Weg und Klagen C\/4 zu kippen. Anstatt   die Arbeiter zum Kampf zu motivieren, versucht der Tek Gida-Is   Vorsitzende, T&#252;rkel, die Annahme von C4 &#8222;gesellschaftsf&#228;hig&#8220; zu machen,   indem er bei jeder Gelegenheit betont &#8222; wir haben diese Kollegen nie als   Verr&#228;ter gesehen und wir werden auch die, die in den kommenden Tagen C\/4   beantragen wollen, nicht so beschimpfen&#8220;.<\/p>\n<p>  Mit einer Presseerkl&#228;rung hat T&#252;rkel heute noch ein paar andere wichtige   Punkte angek&#252;ndigt, die zwar von den Arbeiter akzeptiert werden, aber   nicht begeistert aufgenommen wurden.<\/p>\n<p>  Es wurde ein Aktionsplan angek&#252;ndigt, nach dem an allen Filialen der   Gewerkschaften Transpis aufgeh&#228;ngt werden soll, um Aufmerksamkeit zu   erregen. Au&#223;erdem sollen lokale Presseerkl&#228;rungen mit Kundgebungen   stattfinden. Der H&#246;hepunkt des &#8222;Aktionsplans&#8220; f&#252;r diese Woche ist die   f&#252;r den 20. Februar geplante Massenmobilisierung von Arbeitern aus   andern St&#228;dten nach Ankara. Tausende sollen sich bei den Tekel-Kondus   sammeln und dort &#8222;in Zelten&#8220; &#252;bernachten. Und n&#228;chste Woche soll ein   neuer Aktionsplan entschieden werden. Was Androhungen in Bezug auf   R&#228;umungen mit Polizeigewalt angeht, so hat man von Arbeitern Versprechen   verlangt und erhalten, keine Gewalt anzuwenden und &#8222;sich an die Seite zu   stellen und zuzuschauen&#8220;, wenn es zur R&#228;umung kommen sollte, um danach   wieder neu aufzubauen.<\/p>\n<p>  Ein Arbeiter hatte die Bedeutung der Solidarit&#228;t so zum Ausdruck   gebracht: &#8222;Ohne die Solidarit&#228;t von diesen Studenten und linke   Organisationen von Anfang an, h&#228;tte so ein Kampf nie zustande kommen   k&#246;nnen&#8220; . Genau das ist der Schwachpunkt f&#252;r die Gewerkschaftsb&#252;rokratie   und die Regierung. Die Regierung hat deswegen von Anfang an versucht,   das Ganze zu diskreditieren. Das Versuch den Kampf mit PKK   Unterwanderung zu diskerdieren hat nicht funktioniert. Heute wurden dann   alle Zeichen wie Flugbl&#228;tter, Bilder, Transparente usw. von linken   Organisationen aufger&#228;umt und &#252;berklebt. Ab heute gibt es &#8222;nur die   Gewerkschaft&#8220;. Die heftigste Warnung von Heute trifft die m&#246;glichen   Versuche zur Bildung &#8222;von gewerkschaftsunabh&#228;ngigen Aktionskomitees&#8220;.   Wer so was zu initiieren versucht &#8222;ist nicht von uns&#8220; &#8211; so der   Vorsitzende von Tek Gida-Is.<\/p>\n<p>  Zu guter Letzt f&#228;ngt auch noch das Wetter &#8211; Verb&#252;ndeter der Arbeiter   seit Wochen &#8211; an, die Seite zu wechseln. Es regnet und der Wind   sch&#252;ttelt die aus Plastikzelten gebauten Tekel-Kondus. Die K&#228;mpfenden   aber, als ob sie den Wind f&#252;r sich zu &#252;berzeugen versuchen, rufen weiter   ihre Parolen &#8222; Es lebe Klassensolidarit&#228;t&#8220;, &#8222;Der Kampf ist nicht vorbei,   es f&#228;ngt gerade an&#8220; .<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      <i>von SAV-Reportern in Ankara<\/i>\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17,45],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13543"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13543"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13543\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13543"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13543"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13543"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}