{"id":13538,"date":"2010-02-19T00:00:00","date_gmt":"2010-02-19T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13538"},"modified":"2010-02-19T00:00:00","modified_gmt":"2010-02-19T00:00:00","slug":"13538","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/02\/13538\/","title":{"rendered":"Bolivien: Zum Wahlsieg von Morales und der MAS"},"content":{"rendered":"<p>  ArbeiterInnen und indigene B&#228;uerinnen und Bauern m&#252;ssen mobilisieren und   revolution&#228;r-sozialistische Ma&#223;nahmen ergreifen.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Evo Morales und die Partei Bewegung zum Sozialismus (MAS) haben es   geschafft, der rechten Opposition bei den bolivianischen   Pr&#228;sidentschafts- und Kongresswahlen am 6. Dezember eine verheerende   Niederlage zu bereiten.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Alternativa Socialista Revolucionaria (CWI in Bolivien)<\/i><\/h4>\n<p>  Morales erreichte 63,46 Prozent der Stimmen und liegt damit unglaubliche   36 Prozentpunkte vor seinem n&#228;chsten Mitbewerber ums Amt. Verglichen mit   den letzten Wahlen 2005 legte er um fast 10 Prozent zu. In den   westlichen Landesteilen, die der MAS traditionell nahe stehen, schlug er   die Opposition vernichtend: In La Paz kam er auf 80 Prozent, auf 79   Prozent in Oruro und 78 Prozent in Potos&#237;. W&#228;hrend in Cochabamba und   Sucre 66 Prozent bzw. 56 Prozent errungen wurden, konnte Morales sein   Ma&#223; an Zuspruch in den Hochburgen der Opposition im Osten des Landes   ausbauen. So gewann er in Tarija 51 Prozent und erreichte in Pando mit   45 Prozent einen respektablen zweiten Platz. In Santa Cruz kam er auf 41   Prozent und in Beni auf 38 Prozent.<\/p>\n<p>  Genauso bedeutend ist, dass die MAS 85 der insgesamt 130 Sitze im   Abgeordnetenhaus sowie 25 von 36 Sitzen im Senat f&#252;r sich verbuchen   konnte. Mit der damit feststehenden absoluten Mehrheit im   Abgeordnetenhaus und einer Zweidrittelmehrheit im Senat ist es der   MAS-Regierung nun m&#246;glich, jedes Gesetz und jede Verfassungs&#228;nderung   durchzusetzen, die sie durchzusetzen willens ist. Die beeindruckende   Mehrheit, die Morales und die MAS gewinnen konnten, bedeutet, dass es ab   sofort keine Ausrede mehr gibt, die notwendigen Schritte zur Bek&#228;mpfung   des Gro&#223;grundbesitzes und des Kapitalismus nicht zu ergreifen. Die   rechten, konterrevolution&#228;ren Kr&#228;fte sind auf der Wahlebene zerschlagen   worden. Es darf ihnen keine Zeit und M&#246;glichkeit gelassen werden, sich   zu reorganisieren und zur&#252;ck zu schlagen.<\/p>\n<p>  Unabh&#228;ngig von der jeweiligen Betrachtungsweise stellt dies einen   weitreichenden Wahlsieg f&#252;r Morales und die MAS-Regierung dar. Was   dar&#252;ber hinaus aber noch bedeutsamer ist, ist das gewaltige Verlangen   nach fundamentalem Wandel unter den bolivianischen Massen und die   grandiose M&#246;glichkeit, die nun besteht, um mit dem Kapitalismus zu   brechen und den revolution&#228;r-sozialistischen Wandel einzuleiten.<\/p>\n<p>  In Teilen erkannte Morales die Bedeutung des W&#228;hlerauftrags f&#252;r   grundlegenden Wandel an, als er in seiner Rede nach dem Wahlsieg   erkl&#228;rte: &#8222;Wir haben die Verantwortung, diesen Prozess zu forcieren.   Dass wir mehr als zwei Drittel der Abgeordneten und SenatorInnen   stellen, ist f&#252;r mich der Auftrag, diesen Prozess des Wandels verst&#228;rkt   umzusetzen&#8220;. Er blieb allerdings auch verhalten und erg&#228;nzte   vers&#246;hnlerisch: &#8222;Wir sind eine Regierung des Dialogs und der   &#220;bereink&#252;nfte&#8220;. Damit nahm er Bezug darauf, dass er gewillt ist, die   eben erst bezwungene Opposition in den Prozess des Wandels   einzubeziehen. Das ist eine Warnung f&#252;r die Massen, nicht darauf zu   warten, dass Morales von oben agiert. Die machtvollen Organisationen der   ArbeiterInnen, indigenen B&#228;uerinnen und Bauern und der Armen, die die   sozialen Bewegungen bilden, m&#252;ssen die treibende Kraft f&#252;r   sozialistischen Wandel in Bolivien sein und die n&#246;tigen Schritte tun, um   die Revolution voranzutreiben und den Gro&#223;grundbesitz und den   Kapitalismus zu zerschlagen.<\/p>\n<p>  Diese Organisationen sollten auf Grundlage eines sozialistischen   Programms mobilisieren, um das Land der Gro&#223;grundbesitzer, der Konzerne   und der Industrieunternehmen, der multinationalen Unternehmen und der   bolivianischen reichen Elite zu &#252;bernehmen. ArbeiterInnen, indigene   B&#228;uerinnen und Bauern und die arme Bev&#246;lkerungsmehrheit sollten die   demokratische Kontrolle &#252;ber die Wirtschaft &#252;bernehmen, um den enormen   Reichtum Boliviens an Naturreserven dazu zu benutzen, die Produktion und   Verteilung des Reichtums auf Grundlage einer demokratischen,   sozialistischen Planung zu organisieren, die die Bed&#252;rfnisbefriedigung   der ganzen Bev&#246;lkerung zum Ziel hat.<\/p>\n<p>  Es sollten demokratisch organisierte Verteidigungskomitees eingerichtet   werden, um die Arbeiterschaft, die indigene Bauernschaft und die   verarmten Gemeinden auf lokaler, Provinz- und Landesebene miteinander zu   vernetzen. Auf diese Weise k&#246;nnen dann Besetzungsaktionen demokratisch   von unten organisiert werden, und man kann sich gegen Angriffe der   rechten Opposition wappnen. Alle gew&#228;hlten VertreterInnen der   Verteidigungskomitees m&#252;ssen der permanenten W&#228;hl- bzw. Abw&#228;hlbarkeit   unterliegen und &#8211; sollten sie Einkommen beziehen &#8211; nicht mehr als den   Durchschnittslohn der ArbeiterInnen, indigenen B&#228;uerinnen und Bauern und   der GemeindebewohnerInnen verdienen, die sie repr&#228;sentieren.<\/p>\n<p>  Die sozialen Bewegungen k&#246;nnen sich au&#223;erdem auf keinen Fall leisten,   das konterrevolution&#228;re Potential zu ignorieren, das das Milit&#228;r   darstellt. Rechtsgerichtete Offiziere m&#252;ssen umgehend abgesetzt und   Soldatenkomitees sollten einberufen werden, damit die unteren R&#228;nge ihre   Offiziere demokratisch w&#228;hlen k&#246;nnen. Die Soldatenkomitees m&#252;ssen   wiederum mit den Verteidigungskomitees vernetzt sein, um   sicherzustellen, dass die Kontrolle &#252;ber das Milit&#228;r bei der Bev&#246;lkerung   liegt.<\/p>\n<p>  Nach der &#220;berwindung des Kapitalismus sollten die Verteidigungskomitees   dann die Basis f&#252;r einen demokratisch, sozialistischen Staat der   ArbeiterInnen und der indigenen B&#228;uerinnen und Bauern schaffen und die   demokratische Planung der sozialistischen &#214;konomie Boliviens   organisieren.<\/p>\n<h4>  Vollst&#228;ndiges Versagen des neoliberalen Kapitalismus in Bolivien<\/h4>\n<p>  Der neoliberale Kapitalismus war in Bolivien &#252;ber 25 Jahre an der Macht.   Er hat j&#228;mmerlich versagt, und die Massen leiden immer noch an den   Auswirkungen, die diese Zeit ihnen bereitet hat. Obwohl in Bolivien die   an Ertrag reichsten Bergwerke, einer der fruchtbarsten B&#246;den und die   gr&#246;&#223;ten Gasreserven der Welt vorzufinden sind, ist die Bev&#246;lkerung des   Landes die &#228;rmste in ganz S&#252;damerika.<\/p>\n<p>  Die Zahlen sprechen f&#252;r sich: In Bolivien leben Sch&#228;tzungen zu Folge 58   bis 70 Prozent der Bev&#246;lkerung mit zwei US-Dollar oder sogar weniger am   Tag in Armut, w&#228;hrend gut 30 bis 36,5 Prozent mit einem US-Dollar oder   noch weniger ihr Dasein in extremer Armut fristen. F&#252;r das t&#228;gliche   Leben bedeutet das, dass viele Dinge der Grundversorgung eines Menschen   f&#252;r einen Gro&#223;teil der Bev&#246;lkerung unerreichbar ist: 70,8 Prozent weisen   nicht ausreichende Wohnverh&#228;ltnisse auf, 58 Prozent mangelt es an   sauberem Wasser, 43,7 Prozent leiden unter mangelhafter oder fehlender   Stromversorgung, 52,5 Prozent sind von angemessener Bildung   ausgeschlossen und f&#252;r 37,9 Prozent gilt, dass sie nur eine ungen&#252;gende   oder gar keine Gesundheitsversorgung erhalten.<\/p>\n<p>  Auch die Ungleichheit ist in Bolivien extrem: Die reichsten 10 Prozent   der Bev&#246;lkerung bekommen 35,4 Prozent des Nationaleinkommens, w&#228;hrend   f&#252;r die &#228;rmsten 40 Prozent nur 15,1 Prozent &#252;brig bleiben. Laut Xavier   Nogales, dem Minister f&#252;r wirtschaftliche Entwicklung, verdient eine   wohlhabende Person in Bolivien 90 Mal mehr als eine arme Person.<\/p>\n<p>  Die indigene, b&#228;uerliche Bev&#246;lkerung hat unter dem Versagen des   Kapitalismus in Bolivien am meisten zu leiden. Angaben der   UNO-Sonderorganisation FIDA (Internationaler Fonds f&#252;r   landwirtschaftliche Entwicklung) zu Folge hat Bolivien mit 97 Prozent,   die in Armut, und 69 Prozent, die in extremer Armut leben, buchst&#228;blich   die &#228;rmste b&#228;uerliche Bev&#246;lkerung weltweit. Das ist die direkte Folge   der halbfeudalen Landstrukturen, die zu einer der am meisten von   Ungleichheit gekennzeichneten Besitzverh&#228;ltnisse &#252;ber Grund und Boden in   der ganzen Welt gef&#252;hrt hat. Gro&#223;grundbesitzer, die nur rund sieben   Prozent der Bev&#246;lkerung ausmachen, besitzen 87 Prozent des Bodens (28   Millionen Hektar), w&#228;hrend die Gesamtheit der b&#228;uerlichen   Landbev&#246;lkerung gezwungen ist, sich mit den verbleibenden 13 Prozent   (vier Millionen Hektar) zu begn&#252;gen.<\/p>\n<p>  Die Arbeiterklasse qu&#228;lt ebenfalls Armut, Instabilit&#228;t und ein g&#228;nzlich   von Leid gepr&#228;gtes Leben. Nur 20 Prozent der bolivianischen   Erwerbst&#228;tigen sind gewerkschaftlich organisiert, w&#228;hrend 57 Prozent bis   63 Prozent im informellen, ungesch&#252;tzten Sektor und damit ohne   Arbeitsrechte arbeiten. Ein sicherer Arbeitsvertrag oder irgendeine Form   von Arbeitsplatzgarantie existiert f&#252;r sie nicht. Der durchschnittliche   Monatsverdienst liegt bei rund 89 US-Dollar &#8211; und f&#252;r Frauen bei nur 59   US-Dollar.<\/p>\n<h4>  Errungenschaften und Grenzen der Reformen w&#228;hrend der vergangenen vier   Jahre MAS-Regierung<\/h4>\n<p>  Jegliche Versuche, in Bolivien im Rahmen des kapitalistischen Systems   grundlegenden Wandel zu bringen, sind zum Scheitern verurteilt. Die   MAS-Regierung kann Reformen durchbringen, die das Leid der Massen   zeitweilig geringf&#252;gig lindern. Sie kann aber nicht die fundamentalen   Probleme namens Armut und Ungleichheit l&#246;sen. Unterdessen wird die   rechtsgerichtete Opposition ihre &#246;konomische, politische und   gesellschaftliche Macht aussch&#246;pfen, um die MAS-Regierung und die   sozialen Bewegungen schonungslos anzugreifen, damit der Boden f&#252;r ihre   R&#252;ckkehr in der Zukunft bereitet ist. Jede Form der R&#252;ckkehr der Rechten   bedeutet unweigerlich auch brutale Unterdr&#252;ckung der sozialen Bewegungen   verbunden mit dem Zur&#252;ckdr&#228;ngen der Ver&#228;nderungen der letzten Jahre. Die   Reorganisierung ihrer Kr&#228;fte kann nur verhindert werden, wenn man sich   nach dem Sturz von Gro&#223;grundbesitz und Kapitalismus auf die unmittelbare   Antwort darauf vorbereitet.<\/p>\n<p>  Es ist nicht zu leugnen, dass Morales und die MAS-Regierung in den   vergangenen vier Jahren f&#252;r wichtige Errungenschaften stehen. Die   Teilverstaatlichung der Gasindustrie im Mai 2006 unterstellte einen   ma&#223;geblichen Teil der Industrie der staatlichen Kontrolle und lie&#223; die   Steuerabgaben der multinationalen &#214;lkonzerne auf 82 Prozent ansteigen,   was die staatlichen Einnahmen aus dem Gasgesch&#228;ft von 300 Millionen   US-Dollar im Jahr 2005 auf 1,6 Milliarden US-Dollar 2007 ansteigen lie&#223;.   2003 machte die Kohlenwasserstoff verarbeitende Industrie 4,5 Prozent   des BIP aus und bis 2006 ist dieser Anteil auf 14,7 Prozent angestiegen.<\/p>\n<p>  Die MAS-Regierung hat die Einahmen dazu genutzt, um die Staatsausgaben   f&#252;r Sozialprogramme massiv zu steigern. Sie f&#252;hrte ein Jahreseinkommen   ein, das sogenannte Juancito Pinto, das 2008 daf&#252;r sorgte, dass 1,8   Millionen Schulkindern Unterst&#252;tzung zu Teil wurde. Durch die Renta   Dignidad wurde die Zahlung an Sozialleistungen f&#252;r Menschen &#252;ber 60   ausgeweitet und die Juana Azurduy sorgte daf&#252;r, dass die   Kindersterblichkeit durch die Auszahlung eines Einkommens an schwangere   und stillende Frauen sowie Frauen, die in &#228;rztlicher Behandlung sind und   an einem Programm f&#252;r vorgeburtliche Planung teilnehmen, zur&#252;ckging.   Mehr als 1,5 Millionen Menschen kamen in den Genuss des   Alphabetisierungsprogramms Yo Si Puedo, was die Organisation der   Vereinten Nationen f&#252;r Erziehung, Wissenschaft und Kultur, UNESCO, 2008   dazu bewog, Bolivien offiziell als &#8222;Land ohne Analphabetismus&#8220; zu   erkl&#228;ren. Hinzu kommt, dass die Regierung Programme aufgelegt hat,   Jugendlichen einen Arbeitsplatz zur Verf&#252;gung zu stellen und diejenigen   mit flie&#223;endem Wasser zu versorgen, die selbiges bisher entbehren   mussten.<\/p>\n<p>  All dies sind begr&#252;&#223;enswerte Errungenschaften, die die Lebensbedingungen   der Bev&#246;lkerungsmehrheit verbessert haben und von SozialistInnen zu   unterst&#252;tzen sind. Dennoch sind auch sie weit davon entfernt, die   allgemeine Armut zu beenden, von der die Menschen in Bolivien weiterhin   betroffen sind. Bezug nehmend auf die regierungseigenen Zahlen, ist die   Armutsrate in den vergangenen vier Jahren zur&#252;ckgegangen &#8211; allerdings   nur um drei Prozent, von 60 Prozent auf jetzt 57 Prozent. Auch die   extreme Armut konnte bek&#228;mpft werden &#8211; jedoch nur minimal, sodass sie   von 38 Prozent auf 31 Prozent sank.<\/p>\n<p>  Die Erfahrung in Venezuela heute zeigt, dass die Reformprogramme   jederzeit umkehrbar sind oder der Gefahr unterliegen, au&#223;er Kraft   gesetzt zu werden, wenn diese Reformen nicht verbunden sind mit der   Bek&#228;mpfung des Gro&#223;grundbesitzes und des Kapitalismus und der Einf&#252;hrung   eines demokratischen und sozialistischen Produktionsplans.<\/p>\n<p>  Mehr noch: Wenn die Gewinne und die Einflusssph&#228;re der multinationalen   Konzerne auch zur&#252;ckgefahren werden konnten, so sind sie immer noch   dabei, Boliviens Naturreserven auszupl&#252;ndern, enorme Profite au&#223;er   Landes zu schaffen und nur einen geringen Teil davon &#252;ber Steuern und   Abgaben &#252;brig zu lassen &#8211; und umgekehrt weiterhin f&#252;r erhebliches Leiden   zu sorgen. Nirgends wird dies deutlicher als in den Minen. Von 2006 bis   2009 haben die multinationalen Bergbaukonzerne nachweislich 4,4   Milliarden US-Dollar an Profiten aus Bolivien rausgeholt (die Regierung   nimmt an, dass die wirkliche Zahl einschlie&#223;lich der illegalen Ausfuhren   tats&#228;chlich bei rund acht Milliarden US-Dollar anzusetzen ist). Im   selben Zeitraum zahlten diese Konzerne erb&#228;rmliche 220 Millionen   US-Dollar an Steuern an den bolivianischen Staat, rund f&#252;nf Prozent der   nachweisbaren Profite.<\/p>\n<p>  Morales und die MAS-Regierung haben f&#252;r positive Ver&#228;nderungen gesorgt.   Aber sie haben Halt gemacht, lang bevor es zu revolution&#228;ren   Ver&#228;nderungen gekommen ist, die n&#246;tig sind, um die massiven systemischen   Probleme zu &#252;berwinden, denen die Mehrheit der bolivianischen   Bev&#246;lkerung ausgesetzt ist.<\/p>\n<h4>  Unnachgiebige Rechts-Opposition trotz demokratischer Unterst&#252;tzung f&#252;r   Morales<\/h4>\n<p>  W&#228;hrend Morales und die MAS-Regierung moderate Reformprogramme   durchgef&#252;hrt haben, hat die rechte Opposition sie jedes Mal b&#246;se zu   bek&#228;mpfen versucht. Sie hat die unter ihrer Kontrolle befindlichen   Kommunikationsmittel benutzt, um zu versuchen die MAS-Regierung mit   L&#252;gen und der Verzerrung der Wirklichkeit nieder zu ringen. Sie hat ihre   Mehrheit im Senat dazu benutzt, um fortschrittliche Gesetzte zu   blockieren und ihre &#246;konomische Kontrolle &#252;ber die Industrie, um   Aussperrungen zu organisieren, Stra&#223;en zu blockieren und die Preise f&#252;r   Waren des Grundbedarfs anzuheben. Schlie&#223;lich hat sie auch noch unter   dem Deckmantel eines Kampfes f&#252;r Autonomie eine separatistische Bewegung   organisiert und bewaffnete, gewaltt&#228;tige &#8222;Sto&#223;trupps&#8220; aufgestellt.<\/p>\n<p>  Je mehr die MAS-Regierung klargestellt hat, dass sie die Unterst&#252;tzung   der &#252;berw&#228;ltigenden Mehrheit hat, desto aggressiver wurde die   Rechts-Opposition. Im August und September 2008, nur ein paar Wochen   nachdem Morales in einem Referendum 67 Prozent an Unterst&#252;tzung erhalten   hatte, erreichte das seinen H&#246;hepunkt. Die Opposition organisierte eine   gewaltbereite Sezessionsbewegung, &#252;bernahm die staatlichen Institutionen   und Gasreserven in den an &#214;l und Ressourcen reichen &#246;stlichen   Landesteilen und metzelte derweil sch&#228;tzungsweise 20 unbewaffnete   indigene B&#228;uerinnen und Bauern im Bundesstaat Pando nieder.<\/p>\n<p>  Die sich als konstant und entschlossen erweisende rechte Opposition ist   trotz der Tatsache auf den Plan getreten, dass Morales und die   MAS-Regierung eine nicht konfrontative Gangart gew&#228;hlt haben, von der   sie sich weiterhin erhoffen, dass sie es ihnen erm&#246;glichen wird, eine   &#8222;friedliche und demokratische Kulturrevolution&#8220; durchzuf&#252;hren. Fakt ist,   dass die MAS-Regierung f&#252;r eine Atmosph&#228;re wirtschaftlicher und   politischer Stabilit&#228;t gesorgt hat, von der niemand zu tr&#228;umen gewagt   h&#228;tte, als die neoliberalen Regierungen die Kontrolle aus&#252;bten. Selbst   der IWF hat die Regierung Morales daf&#252;r gelobt, 2008 die h&#246;chste   Wachstumsrate in ganz Lateinamerika erreicht zu haben &#8211; eine Leistung,   die in einem Umfang von 2,8 Prozent auch f&#252;r 2009 erwartet wird.<\/p>\n<p>  In Wirklichkeit wei&#223; die kapitalistische Klasse, dass die MAS-Regierung   an und f&#252;r sich keine ernsthafte Bedrohung f&#252;r das System darstellt. Ihr   Widerstand resultiert aus einer Sterbensangst, dass Morales und die   MAS-Regierung durch positive Ver&#228;nderungen auf Grundlage von   Verstaatlichungen und unter Einsatz einer sozialistischen Rhetorik die   Massen inspirieren k&#246;nnten, dass ihnen die Situation au&#223;er Kontrolle   ger&#228;t und die moderaten Reformprogramme dazu f&#252;hren, dass sich eine   fl&#252;gge werdende revolution&#228;r-sozialistische Bewegung entwickelt. Wenn   die MAS-Regierung eine ernsthafte Bedrohung f&#252;r die kapitalistische   Klasse darstellte, w&#252;rde letztere alles in ihrer Macht Stehende tun, um   sich dagegen zu wehren. Ganz egal, wie viel an demokratischer   Unterst&#252;tzung Morales und die MAS genie&#223;en.<\/p>\n<h4>  Lehren aus &#8222;Chile 1973&#8220; und dem Venezuela unter Hugo Ch&#225;vez<\/h4>\n<p>  Aus der tragischen Erfahrung der Volksfront-Regierung Salvador Allendes   von 1970 bis 1973 in Chile k&#246;nnen die bolivianischen Massen wichtige   Schl&#252;sse f&#252;r heute ziehen. Auch Allende genoss demokratische   Unterst&#252;tzung und setzte ein Programm von Verstaatlichungen und   Landreformen durch, wenn auch in weit gr&#246;&#223;erem Umfang. Wie Morales   sprach auch Allende von einer &#8222;friedlichen, demokratischen Revolution&#8220;   und glaubte &#8211; ungeachtet b&#246;sartiger Attacken, die kapitalistische   Opposition w&#252;rde sein demokratisches Mandat letztendlich anerkennen.   Diesen Illusionen blieb er bis zum bitteren Ende verhaftet. Sogar noch,   als Teile des Milit&#228;rs ihn warnten, es g&#228;be Pl&#228;ne f&#252;r einen Putsch, und   500.000 ArbeiterInnen und B&#228;uerinnen in Richtung Pr&#228;sidentenpalast   marschierten und Waffen zur Verteidigung ihrer Revolution und der   Allende-Regierung verlangten. Am 11. September f&#252;hrte Armeegeneral   Agosto Pinochet einen Milit&#228;rputsch an, lie&#223; erst den Pr&#228;sidentenpalast   unter Beschuss nehmen, ermordete Allende und hetzte dann die   mordl&#252;sterne Reaktion auf soziale Bewegungen und die Armen. Wie zu viele   andere in Lateinamerika war auch diese &#8222;friedliche und demokratische   Revolution&#8220; beendet, mit der Ermordung und dem Verschwinden Tausender   und der Folter jeder\/s zehnten ChilenIn, so Sch&#228;tzungen. Leo Trotzki   w&#252;rde gesagt haben, die Pinochet-Diktatur war, wie viele andere   reaktion&#228;re Diktaturen, der Preis, der von der Arbeiterklasse daf&#252;r   bezahlt werden musste, dass man die Macht aufgrund einer falschen   Politik der F&#252;hrung nicht &#252;bernommen hatte, als die M&#246;glichkeit dazu   bestand.<\/p>\n<p>  Die bolivianischen Massen sollten auch aus dem komplexen Prozess, wie er   sich in diesem Moment in Venezuela darstellt, ihre Lehren ziehen.   Nachdem sie eine Reihe von Ver&#228;nderungen eingeleitet hat, die ganz im   Sinne der Massen sind, und eine ganze Serie von Angriffen seitens der   kapitalistischen Opposition (darunter auch ein Putschversuch im Jahr   2002) vereitelt hat, sieht sich die Regierung Hugo Ch&#225;vez, die jetzt   &#252;ber 10 Jahre im Amt ist, einer ganzen Reihe von H&#252;rden und   Widerspr&#252;chen gegen&#252;ber. Diese r&#252;hren aus dem Unwillen, mit dem   Kapitalismus brechen zu wollen. Die Wirtschaftskrise und der Fall der   internationalen &#214;lpreise haben den Programmen von Ch&#225;vez, die f&#252;r die   Armen gestrickt wurden, die Basis entrissen. Unterdessen sind Inflation   und Kriminalit&#228;t au&#223;er Kontrolle geraten. Das von oben herab Regieren   eines Hugo Ch&#225;vez hat den Grundstock gelegt f&#252;r die Entwicklung einer   B&#252;rokratie, die zunehmend zum Hemmschuh f&#252;r seine &#8222;Bolivarianische   Revolution&#8220; geworden ist. Es ist eine &#8222;Boli-Bourgeoisie&#8220; entstanden, die   aufgrund ihrer Kontakte in Regierungskreise und des Geldflusses nach   Venezuela aus dem &#214;lgesch&#228;ft unheimlich reich geworden ist. Getoppt wird   dies dadurch, dass der Kapitalismus und die Armut und Ungleichheit, die   damit einhergehen, in Venezuela weiterhin und lebhaft Bestand haben.   Hinzu kommt, dass Ch&#225;vez eine Reihe von politischen Fehltritten   vorzuweisen hat. So etwa sein gescheiterter Versuch die Verfassung zu   &#228;ndern, um seine neuerliche Wiederwahl m&#246;glich zu machen. Zudem sind   s&#228;mtliche daf&#252;r n&#246;tigen Voraussetzungen vorhanden, um von weit   verbreiteter Frustration und Desillusionierung unter den Massen und der   zur&#252;ckgekehrten Gefahr durch eine Rechts-Opposition sprechen zu k&#246;nnen,   die vor wenigen Jahren noch vielen unm&#246;glich erschien. F&#252;r eine tiefer   gehende Analyse zu Venezuela siehe: <a href=\"http:\/\/www.socialistworld.net\/eng\/2009\/11\/1801.html\">A   New Phase and Greater Dangers.<\/a><\/p>\n<p>  Ohne unabh&#228;ngige Schritte der sozialen Bewegungen in Bolivien, die zum   Bruch mit dem Kapitalismus und dem Beginn des Sozialismus f&#252;hren, wird   Evo Morales und die MAS-Regierung ein &#228;hnliches Schicksal wie in Chile   1973 oder in Venezuela heute ereilen.<\/p>\n<h4>  Der Ansatz der MAS: eine pluralistische &#214;konomie<\/h4>\n<p>  W&#228;hrend die alternativlose Notwendigkeit und auch die massenhafte   Unterst&#252;tzung f&#252;r fundamentalen sozialistischen Wandel mehr als deutlich   sind, haben Morales und die MAS-Regierung darin versagt, dahingehende   durchgreifende Schritte zu unternehmen. Einer politischen Ideologie   namens &#8222;Sozialismus des 21. Jahrhunderts&#8220; folgend, die auch von anderen   linksgerichteten Regierungen in Lateinamerika &#8211; wie etwa der von Hugo   Ch&#225;vez in Venezuela und Rafael Correa in Ecuador verfolgt wird &#8211; hoffen   sie, das aufzubauen, was sie &#8222;einen plurinationalen Staat und eine   pluralistische &#214;konomie&#8220; nennen.<\/p>\n<p>  &#8222;Plurinationaler Staat und pluralistische &#214;konomie&#8220; meint, dass der   Versuch unternommen wird, einen Staat zu kreieren, der allen indigenen   Gemeinschaften zum ersten Male volle Rechte und Selbstbestimmung   einr&#228;umt. &#214;konomisch wird dabei angestrebt, eine sozialistische   Wirtschaft (basierend auf der Verstaatlichung strategisch wichtiger   Industrien) mit einer kapitalistischen Wirtschaft (basierend auf   Privatbesitz) und einer indigenen Wirtschaft (basierend auf   Gemeindebesitz des Landes der Indigenen) zu kombinieren. Im Programm der   MAS f&#252;r die Zeitspanne von 2010 bis 2015 ist ausgef&#252;hrt: &#8222;Mit dem Modell   der pluralistischen &#214;konomie wird der Staat verfassungsgem&#228;&#223; damit   beauftragt, aktiv in den Markt einzugreifen und die Wirtschaft zu   steuern [&#8230;], um die gleiche Verteilung des Reichtums zu realisieren   [&#8230;]&#8220;. Dann folgt jedoch die Erkl&#228;rung, wonach &#8222;der Staat private und   &#246;konomische Aktivit&#228;ten f&#246;rdert, Impulse und rechtliche Sicherheit gibt,   die zum Wachstum des Landes beitragen.&#8220;<\/p>\n<p>  Im Folgenden erkl&#228;rt das Programm detailliert einen ambitionierten Plan   zur Nutzung der Ressourcen durch Verstaatlichung der   Kohlenwasserstoffindustrie, um einen &#8222;gro&#223;en Sprung im Industriebereich&#8221;   zu machen. Zuerst im Bereich der Kohlenwasserstoffindustrie und danach &#8211;   neben anderen &#8211; beim Lithium, Baustoffen, Bergbau, Landwirtschaft und   der Petrochemie. F&#252;r die Ressourcen, die durch die Industrialisierung   frei werden, haben Morales und die MAS-Regierung &#228;hnlich detaillierte   und ambitionierte Pl&#228;ne zur Ausweitung der im Sinne der Armen   ausgerichteten Sozialprogramme, wobei sie nahezu jeden Aspekt, der die   bolivianische Gesellschaft betrifft, anschneiden: Bildung, Gesundheit,   Wohnungsbau, Besch&#228;ftigung, Wasser, Elektrizit&#228;t, Gas etc. Indem sie   fast exakt dieselben Worte benutzen wie Salvador Allende, hoffen Morales   und die MAS-Regierung damit eine &#8222;demokratische und friedliche   Kulturrevolution&#8220; zu kreieren.<\/p>\n<h4>  Friedfertige Koexistenz von Kapitalismus und Sozialismus ist unm&#246;glich<\/h4>\n<p>  W&#228;hrend oberfl&#228;chlich das Versprechen einer demokratischen und   friedlichen Revolution gegeben wird, kann ein Programm, das auf der   friedlichen Existenz von Kapitalismus und Sozialismus basiert, nicht   erfolgreich sein. Ruchlose Angriffe &#8211; politische, &#246;konomische und   gewaltt&#228;tige &#8211; werden letztendlich zum Kollaps der sozialen Bewegungen   f&#252;hren, wenn sie nicht damit beginnen, revolution&#228;ren Ma&#223;nahmen zu   ergreifen. Hinzu kommt, dass moderate Reformen oder eine teilweise   Kontrolle &#252;ber die Wirtschaft nicht genug Reichtum schaffen k&#246;nnen, um   die Mehrheit der Bev&#246;lkerung aus der Armut zu holen. Das gilt   insbesondere f&#252;r neokoloniale L&#228;nder wie Bolivien, wo halbfeudale   Strukturen auf dem Land und extreme Armut und Ungleichheit vorherrschen. Dies   gilt insbesondere im Kontext der Weltwirtschaftskrise, welche die Preise   von Erdgas und anderen Bodensch&#228;tzen, deren Verkauf 75-80% des   bolivianischen Staatseinkommens ausmacht, in den Keller fallen lie&#223;<\/p>\n<p>  Eine wahrhafte L&#246;sung der Probleme in Bolivien und eine realistische   Strategie zur Abwehr der rechten Opposition kann nur in der   Mobilisierung der sozialen Bewegungen, der &#220;berwindung des Kapitalismus   und dem Aufbau eines sozialistischen Boliviens liegen.<\/p>\n<h4>  F&#252;r ein sofortiges Ende des Gro&#223;grundbesitzer-Systems und demokratische   Kontrolle &#252;ber das Land!<\/h4>\n<p>  Zuerst sollten die sozialen Bewegungen mobilisieren, um das System des   Gro&#223;grundbesitzes ein f&#252;r allemal zu beenden. Die Organisationen der   indigenen B&#228;uerinnen und Bauern &#8211; die am besten organisierten und   schlagkr&#228;ftigsten Kr&#228;fte im ganzen Land &#8211; sollten das Land besetzen und   es unter die demokratische Kontrolle der indigenen b&#228;uerlichen   Bev&#246;lkerung stellen.<\/p>\n<p>  Mittels einer sozialistischen Wirtschaft, basierend auf der   demokratischen Kontrolle &#252;ber den Boden, k&#246;nnen wir dieses kranke System   beenden, das Profit vor den Menschen stellt. Indigene B&#228;uerinnen und   Bauern k&#246;nnen mit der gesamten Bev&#246;lkerung zusammenarbeiten, um einen   Plan auszuarbeiten, wie das reiche Land genutzt werden muss, um genug   Lebensmittel zu produzieren und zu verteilen, damit die Bed&#252;rfnisse der   Gesamtbev&#246;lkerung befriedigt werden.<\/p>\n<h4>  F&#252;r demokratische Kontrolle durch ArbeiterInnen und die Gemeinschaften   &#252;ber die Wirtschaft Boliviens<\/h4>\n<p>  Auch der Jahrhunderte w&#228;hrende Diebstahl bolivianischer Rohstoffe, der   mit den spanischen Kolonisatoren begann und mit den multinationalen   Konzernen heute weitergeht, muss beendet werden. ArbeiterInnen und   GewerkschafterInnen sollten ihre Kr&#228;fte mobilisieren, um die Industrien   zu besetzen, die sich heute noch im Besitz der multinationalen Konzerne   und der elit&#228;ren Gesch&#228;ftswelt befinden und diese unter demokratische   Kontrolle durch ArbeiterInnen und die Gemeinschaften und Gemeinden   stellen, damit die Menschen in Bolivien entscheiden k&#246;nnen, wie die   Ressourcen genutzt werden k&#246;nnen und ihre Leben gesichert sind.<\/p>\n<p>  Damit die Menschen in Bolivien in den Genuss der Fr&#252;chte des Reichtums   ihres Landes kommen, m&#252;ssen die ArbeiterInnen in den verarbeitenden,   Bau-, Kommunikations-, Finanz-, Banken-, Transport-, Elektrizit&#228;ts-,   Gas- und Wasserbranchen die Macht haben, die Produktion gemeinsam mit   den Gemeinden demokratisch planen zu k&#246;nnen. Diese m&#252;ssen in die Lage   versetzt werden, ihren Bedarf auf demokratische Weise ausdr&#252;cken zu   k&#246;nnen. Nur auf der Basis einer sozialistischen &#214;konomie ist es m&#246;glich,   sich verarmte Gemeinden von ArbeiterInnen und indigenen B&#228;uerinnen und   Bauern in Bolivien vorzustellen, die in den Genuss kommen,   uneingeschr&#228;nkten Zugang zu Lebensmitteln, Wohnraum, Bildung,   Gesundheitsversorgung und s&#228;mtlichen Leistungen des Grundbedarfs zu   haben.<\/p>\n<h4>  F&#252;r ein sozialistisches Bolivien als ersten Schritt in Richtung einer   sozialistischen Konf&#246;deration der lateinamerikanischen Staaten<\/h4>\n<p>  Beginnend mit dem &#8222;Cochabamba Wasser-Krieg&#8220; und in Folge dessen mit dem   &#8222;Gas-Krieg&#8220; und der Wahl von Evo Morales haben sich die bolivianischen   Massen wieder und wieder an die Spitze des globalen Kampfes gegen   Imperialismus, Neoliberalismus und das kapitalistische System an sich   gestellt.<\/p>\n<p>  Mit dem Erdrutschsieg von Evo Morales und der MAS-Regierung bei den   Wahlen vom 6. Dezember haben die sozialen Bewegungen einen weiteren   begeisternden Sieg errungen, den nicht nur die ArbeiterInnen, die   indigenen B&#228;uerinnen und Bauern und die Armen in Bolivien, sondern auch   in ganz Lateinamerika und sogar im Weltma&#223;stab miteinander teilen.<\/p>\n<p>  Weltweit wird hunderten Millionen zunehmend klar, dass es sich beim   Kapitalismus um ein gescheitertes System handelt, dass ersetzt werden   muss. Doch bis jetzt haben sie keine konkrete Alternative gefunden. Als   Speerspitze im globalen Kampf gegen den Kapitalismus, haben die   bolivianischen Massen die M&#246;glichkeit, f&#252;r eben diese Alternative zu   sorgen, die darin besteht, den Kapitalismus zu &#252;berwinden und einen   ehrlichen Sozialismus einzuf&#252;hren.<\/p>\n<p>  Ein sozialistisches Bolivien kann f&#252;r sich allein genommen allerdings   nicht &#252;berleben. Ein bewusster Appell muss an ArbeiterInnen, arme   B&#228;uerinnen und Bauern sowie die unterdr&#252;ckten Massen in ganz   Lateinamerika und der Welt gerichtet werden, dem Beispiel zu folgen, den   Kapitalismus zu Fall zu bringen und den Sozialismus in ihren eigenen   L&#228;ndern aufzubauen. Erster Schritt dahin sollte sein, eine   demokratisch-sozialistische F&#246;deration zwischen Bolivien, Venezuela,   Kuba und Ecuador zu etablieren, deren Staatsf&#252;hrer behaupten, den   Sozialismus aufzubauen. Ein solcher Schritt w&#252;rde es den   Volkswirtschaften dieser L&#228;nder erlauben, miteinander verbunden und   demokratisch geplant zu sein und damit ein Beispiel f&#252;r ganz   Lateinamerika abzugeben.<\/p>\n<p>  Nur auf Basis einer globalen sozialistischen Revolution, die den enormen   naturgegebenen Reichtum und das Produktionspotential dieser Welt unter   die demokratische Kontrolle der ArbeiterInnen, B&#228;uerinnen und Bauern und   der &#8222;einfachen&#8220; Menschen stellt, k&#246;nnen wir den Bed&#252;rfnissen der ganzen   Bev&#246;lkerung gerecht werden und die gravierenden Probleme l&#246;sen, mit   denen die menschliche Gesellschaft aktuell konfrontiert ist. Indem wir   so vorgehen, wird die &#252;berw&#228;ltigende Mehrheit der Bev&#246;lkerung zum ersten   Mal vom animalischen Kampf ums &#220;berleben befreit und in die Lage   versetzt sein, ein w&#252;rdiges Leben in einer wahrhaft menschlichen   Gesellschaft zu f&#252;hren.<\/p>\n<h4>  <a href=\"http:\/\/alternativasocialistarevolucionaria.blogspot.com\/\">Homepage   der Alternativa Socialista Revolucionaria (ASR)<\/a><\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      ArbeiterInnen und indigene B&#228;uerinnen und Bauern m&#252;ssen mobilisieren und<br \/>\n      revolution&#228;r-sozialistische Ma&#223;nahmen ergreifen.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[41],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13538"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13538"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13538\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13538"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13538"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13538"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}