{"id":13537,"date":"2010-03-02T00:00:00","date_gmt":"2010-03-01T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=13537"},"modified":"2012-05-25T15:41:52","modified_gmt":"2012-05-25T13:41:52","slug":"13537","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/03\/13537\/","title":{"rendered":"Der Schock von Massachusetts"},"content":{"rendered":"<p>  Wie die Republikaner in der gr&#246;&#223;ten Hochburg der Demokraten siegen   konnten<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Vor ein paar Wochen w&#228;re es noch unvorstellbar gewesen: Der   Senatssitz von Ted Kennedy in Massachusetts wird von einem Republikaner   erobert. Und noch vor zwei Wochen hatte die Demokratin Martha Coakley in   den Umfragen einen bequemen Vorsprung von 31 Prozent vor dem bis dato   unbedeutenden Scott Brown, republikanischer Senator im Bundesstaat   Massachusetts. Als die parteiinternen Wahlen der Demokraten beendet   waren, dachten alle, dass damit das eigentliche Rennen um Ted Kennedys   Senatssitz gelaufen sei. Immerhin wurde dieser Senatssitz seit 58 Jahren   von den Demokraten ausgef&#252;llt. Und die meiste Zeit davon hatten ihn   Br&#252;der mit dem Nachnamen Kennedy inne. Es ist etwas mehr als ein Jahr   her, dass Obama den Bundesstaat Massachusetts mit einer Mehrheit von 26   Prozent f&#252;r sich gewinnen konnte. Was war passiert?<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Bryan Koulouris, Boston, USA<\/i><\/h4>\n<p>  Auf den ersten Blick ging es dabei auch um ein Referendum zur   Gesundheitsreform, die von Pharma- und Versicherungskonzernen   ausgearbeitet wurde. Und in der Tat ist dies ein Teil der ganzen   Geschichte. Doch neben diesem Aspekt dr&#252;ckte die Stimmabgabe f&#252;r Scott   Brown auch die Angst im Zeichen der Wirtschaftskrise aus, den Zweifel am   sogenannten Aufschwung und die Wut &#252;ber die Rettungspakete f&#252;r   Gro&#223;banken. Zudem ist die W&#228;hlerschaft in Massachusetts es leid, von den   f&#252;hrenden Demokraten als selbstverst&#228;ndliches Stimmvieh angesehen zu   werden. Und der amtierende demokratische Gouverneur Deval Patrick ist   nach Wellen von Haushaltsk&#252;rzungen &#228;u&#223;erst unbeliebt.<\/p>\n<p>  Die Demokraten haben die Mehrheit im Parlament des Bundesstaates,   kontrollieren die Legislative und das Bostoner Rathaus. Es gibt   niemanden, der sich noch an Zeiten erinnern k&#246;nnte, als es keine   Einparteien-Herrschaft in diesen Institutionen gab. Nun kam zu alldem   auch noch der Sieg der Demokraten bei den Gouverneurswahlen 2007 hinzu.   Die Republikaner haben in Massachusetts zwar mit vergleichbaren   Kandidaten vom Schlage des &#8222;alten Jungen&#8220; auch schon Wahlen gewonnen.   F&#252;r einen Sitz in Washington oder gar den Posten des Senators hatte es   jedoch nie gereicht. Einmal im Amt attackierten die Demokraten von   Massachusetts die Lehrergewerkschaft, die Feuerwehrleute und k&#252;rzten das   Haushaltsbudget f&#252;r andere Sozialprogramme. Eine ausf&#252;hrlichere Analyse   der Demokraten von Massachusetts unter Gouverneur Deval findet sich im   &#8222;Boston Organizer&#8220;, dem Newsletter des Stadtverbands Boston der   Socialist Alternative): http:\/\/boston.socialistalternative.org\/wordpress\/<\/p>\n<p>  Massachusetts wurde vom Finanzkollaps mit am h&#228;rtesten getroffen. Vor   allem der Bausektor trug die Hauptlast in Sachen prek&#228;rer Besch&#228;ftigung.   &#220;ber 30 Prozent der in diesem Sektor besch&#228;ftigten ArbeiterInnen sind   kurz davor ihren Job zu verlieren. Und ein Ende ist nicht in Sicht, da   weitere Haushaltsk&#252;rzungen geplant sind und es keine gr&#246;&#223;eren   Bauvorhaben gibt. In diesem Zusammenhang war die Entscheidung Scott   Browns, seinen Wahlkampf von einem Pickup des lokalen Bauunternehmens   GMC aus zu f&#252;hren, ein cleverer und populistischer Schachzug.<\/p>\n<p>  Dieser winterliche Schock war mehr als nur &#8222;obamakaber&#8220;. Es muss nach   wie vor angemerkt werden, dass Browns Aufstieg aus der   Bedeutungslosigkeit m&#246;glich war, weil er die Gesundheitsreform zum Thema   seines Wahlkampfes machte. Und das in einem Bundesstaat, der bei den   Diskussionen im Kongress dar&#252;ber Modellcharakter hatte. Die W&#228;hlerInnen   in Massachusetts haben die Einf&#252;hrung dieser Gesundheits-Deform bereits   hinter sich und sind damit alles andere als zufrieden. Im   Niedriglohnsektor besch&#228;ftigte ArbeiterInnen sind gezwungen, sich in   unzul&#228;ngliche Gesundheitsmodelle einzukaufen, die sie gar nicht wollen,   und die Pharma- und Krankenversicherungskonzerne erhalten auf die   Einwohnerzahl gerechnet mehr staatliche Subventionen als irgendwo sonst.   Es ist also eine Warnung f&#252;r die Demokraten, die sich mit ihrer   Gesundheitsreform nur unter den Konzernlobbyisten neue Freunde machen.   Da spielt es auch keine Rolle, wie eloquent Obama &#252;ber seine   &#8222;historische Reform&#8220; spricht.<\/p>\n<p>  Wenn das Bundesgesetz anders wahrgenommen worden w&#228;re, da es ein   Solidarprinzip beinhaltet h&#228;tte, nach dem eine &#8222;freie und qualitativ   hochwertige Gesundheitsversorgung f&#252;r alle&#8220; garantiert worden w&#228;re oder   auch nur eine starke St&#252;tze durch die &#8222;&#246;ffentliche Hand&#8220; gew&#228;hrleistet   gewesen w&#228;re, dann w&#228;re es f&#252;r Brown wesentlich schwieriger geworden,   das Gesetz anzugreifen und selbst an Zugkraft gewinnen zu k&#246;nnen. Im   Februar 2009 f&#252;hrte die New York Times eine Umfrage durch, bei der   herauskam, dass 59 Prozent der US-AmerikanerInnen meinten, die Regierung   solle f&#252;r eine Gesundheitsversorgung f&#252;r alle sorgen. Nur 32 Prozent   sprachen sich daf&#252;r aus, dass die Gesundheitsversorgung in den H&#228;nden   von Privatinvestoren bleiben solle. Und dazu kam es, obwohl die Medien   den Aspekt des Solidarprinzips ausblendeten und ihre Aufmerksamkeit   stattdessen den widerlichen Irren widmeten, die in politischen Debatten   wie die alten &#8222;Tea Party&#8220;-Helden dargestellt wurden (als seien diese so   heldenhaft wie die Akteure der &#8222;Boston Tea Party&#8220;, einer Aktion des   politischen Widerstands gegen die Vormundschaft der brit. Krone im Jahr   1773; Anm. d. &#220;bers.).<\/p>\n<h4>  Zwei sehr unterschiedliche Wahlk&#228;mpfe<\/h4>\n<p>  Brown f&#252;hrte eine landesweite Spenden-Kampagne durch. Er h&#246;rte sich an   wie eine kaputte Schallplatte und sagte von sich immer wieder, der &#8222;41.   republikanische Senator&#8220; zu werden und damit eine f&#252;r die Partei   entscheidende Stimme im Kongress sicherstellen zu k&#246;nnen. Sein Geld f&#252;r   den Wahlkampf kam in erster Linie von konservativen Republikanern   au&#223;erhalb von Massachusetts. Nachdem er seinen Wahlkampf auf das ganze   Land ausgeweitet hatte, stieg sein Finanzbudget von knapp einer Million   auf &#252;ber 12 Millionen an.<\/p>\n<p>  Dieses Geld wurde eingesetzt, um einen Basis-Wahlkampf zu f&#252;hren und   seine Veranstaltungen wurden von vielen parteiunabh&#228;ngigen W&#228;hlerInnen   besucht. Der Wahlkampf orientierte sich mit Anrufen und Emails fast   ausschlie&#223;lich auf nicht parteigebundene W&#228;hlerschichten. Das geschah   trotz der Tatsache, dass parteilose W&#228;hlerInnen traditionell gar nicht   mobilisierbar sind f&#252;r &#8222;ganz spezielle Wahlg&#228;nge&#8220; wie diesem. Eine   scheinbar hoffnungslos gef&#252;hrte Strategie konnte aufgrund der schlechten   wirtschaftlichen Lage im Bundesstaat Massachusetts Fu&#223; fassen, und die   vorhandene Wut wurde am Wahltag zum Schockerlebnis. Und so kam es, dass   eine Wahl, bei der es nur &#252;ber einen Sitz abzustimmen galt, und die an   einem Tag mit miserablem Wetter stattfand, an dem der Regen den   Schneefall abl&#246;ste und umgekehrt, beinahe eine Rekordwahlbeteiligung   verzeichnen konnte.<\/p>\n<p>  Das Abstimmungsergebnis sollte nicht als Aussage des Vertrauens in den   Ist-Zustand der profitgeleiteten Gesundheitsversorgung missverstanden   werden. Es war eine Abstimmung gegen die fragw&#252;rdigen Aspekte des   Gesetzesvorhabens zur Reform der Gesundheitsversorgung. Die Wahlwerbung   Browns griff fortw&#228;hrend die Tatsache auf, dass die   Gesundheitsversorgung &#8222;einfacher&#8220; US-AmerikanerInnen unter dem neuen   Gesetz besteuert wird. Die Wahlwerbung Browns zeigte Coakley (die   Kandidatin der Demokraten) in Washington, wie sie sich mit Lobbyisten   der Versicherungs- und Pharmabranche traf.<\/p>\n<p>  W&#228;hrend Brown als &#8222;Au&#223;enseiter&#8220; und &#8222;einfacher B&#252;rger ohne Verbindungen   zur Washingtoner Politik&#8220; antrat, f&#252;hrte Coakley einen schludrigen &#8222;Ich   bin Expertin&#8220;-Wahlkampf. Sie baute die Witwe von Ted Kennedy und als   letztes Mittel auch Obama in ihren Wahlkampf mit ein, der extra nach   Massachusetts kam aber keinen positiven Einfluss mehr auf den Ausgang   der Wahl nehmen konnte. Das ist ein entscheidendes Zeichen daf&#252;r, dass   die Begeisterung f&#252;r Obama abgeflaut ist und die gl&#252;cklichen Tage des   Pr&#228;sidentschaftskandidaten, der einmal eine nie dagewesene politische   Euphorie entfacht hatte, vor&#252;ber sind.<\/p>\n<p>  Um Brown herabzuw&#252;rdigen begann Coakley in den letzten Wochen des   Wahlkampfes damit, kontinuierlich b&#246;swillige Werbekampagnen zu fahren.   In einem Bundesstaat, der f&#252;r schmutzige Wahlk&#228;mpfe bekannt ist, fasste   Coakley die schlimmste je dagewesene Verleumdungskampagne ins Auge und   machte auch nicht davor Halt, Browns Ruf zu sch&#228;digen. Die Werbeanzeigen   lieferten den Stoff f&#252;r ziemlich witzige Parodien auf Sports Radio &#8211; ein   Zeichen daf&#252;r, dass die Wahlkampfmanager keine Idee mehr hatten, wie man   dem Herausforderer noch begegnen solle.<\/p>\n<p>  Nat&#252;rlich sollte ein konservativer Republikaner, der den Weg nach   Washington antritt, nicht auch nur ansatzweise als Fortschritt gesehen   oder auf die leichte Schulter genommen werden. Brown wird wunschlos   gl&#252;cklich damit sein, sich mit hochrangigen rechts-konservativen   Lobbyisten und Republikanern die Klinke in die Hand geben zu k&#246;nnen. Das   weist auf die Gefahren hin, die die momentane Lage in sich birgt. Die   weit verbreitete Wut &#252;ber den Ist-Zustand und das bestehende Vakuum auf   der Linken wird von rechten Populisten bereits ausgenutzt. Vereinsamung,   Verzweiflung und asoziales Verhalten k&#246;nnten zunehmen. Es entwickelt   sich bereits zunehmende Unterst&#252;tzung f&#252;r &#8222;Au&#223;enseiter&#8220; bei den   Republikanern. Das kann sogar dazu f&#252;hren, dass gerade die rechten   Hardliner, die sogenannten Minutemen, welche extrem gegen die   EinwandererInnen auftreten, oder die &#8222;Tea Parties&#8220;, die mit ihrer nur   wenig verschleierten und rassistischen &#8222;Suche&#8220; nach S&#252;ndenb&#246;cken auf   immer offenere Ohren sto&#223;en, erfolgreich bei Wahlen werden. (Bei den   Vertretern der sog. tea parties handelt es sich um extreme Rechte, die   Obama bspw. Sozialismus vorwarfen; Anm. d. &#220;bers.)<\/p>\n<p>  Diese Gefahren bieten auch M&#246;glichkeiten. Eine Unzufriedenheit mit dem   Establishment greift um sich. Das Big business ist weithin unbeliebt und   die Wut der gesellschaftlichen Klassen nimmt zu. Wenn sie eine   Perspektive h&#228;tten und gut organisiert w&#228;ren, dann w&#228;ren die arbeitenden   Menschen bereit und in der Lage zur&#252;ckzuschlagen. Der Kampf in   Kalifornien gegen die K&#252;rzungen im Bildungsbereich hat dies gezeigt. Die   Besetzung bei Chicago Windows and Doors vor gut einem Jahr   veranschaulichte dies ebenfalls und zeigte, dass ArbeiterInnen, die sich   nicht alles gefallen lassen, die Sympathie der &#214;ffentlichkeit gewinnen   k&#246;nnen. Der Krieg, die Banken-Rettungspakete und die Gesundheitsdeform   zeigen, dass die Demokraten nicht die Vertreter der arbeitenden Menschen   sind. Und wenn wir ohne politische Repr&#228;sentation k&#228;mpfen, dann betreten   wir die Arena mit einer Hand auf dem R&#252;cken festgeschnallt.<\/p>\n<p>  Wir brauchen von den beiden Parteien unabh&#228;ngige KandidatInnen, die von   den Konzernen der USA keine Spenden annehmen. Diese KandidatInnen   sollten ein eindeutiges Programm gegen Haushaltsk&#252;rzungen,   Kriegsfinanzierung, Banken-Rettungspakete und f&#252;r das Solidarprinzip in   der Gesundheitsversorgung vertreten. Bei den Wahlen dieses Jahr sollten   unabh&#228;ngige KandidatInnen gest&#228;rkt werden, die gegen K&#252;rzungen antreten.   Auf den Ergebnissen sollte dann aufgebaut werden, mit einer Initiative   zur Gr&#252;ndung einer Partei der Arbeiterklasse, die k&#228;mpferische   Gewerkschaften, Antikriegs- und UmweltaktivistInnen sowie   B&#252;rgerinitiativen umfasst. Ohne linke Alternative werden wir im   Karussell der Unternehmenspolitik kleben bleiben, das uns in die jetzige   Misere hinein bef&#246;rdert hat.<\/p>\n<p>  SozialistInnen sind gegen die Rettungspakete f&#252;r die Gro&#223;banken, die   Truppenaufstockung und die Haushaltsk&#252;rzungen. Wir wollen die   Gro&#223;konzerne und die Reichen besteuern, um ein breit angelegtes   &#246;ffentliches Besch&#228;ftigungsprogramm finanzieren zu k&#246;nnen. Auf diese   Weise k&#246;nnten Millionen von Arbeitspl&#228;tzen geschaffen werden, wodurch   sichergestellt w&#228;re, das Massenmobilit&#228;t umweltgerecht organisiert   werden kann, es angemessenen Wohnraum, erstklassige und garantierte   Gesundheitsversorgung sowie kostenlose Bildung vom Kindergarten bis zur   Hochschule f&#252;r alle g&#228;be. Das setzt nat&#252;rlich voraus, dass ein Kampf   gegen die Reichen und M&#228;chtigen begonnen wird. Mit Streikposten,   Massendemonstrationen, Streiks und einer Arbeiterpartei, die in unserem   Interesse k&#228;mpft. Statt den Banken Blankoschecks auszustellen oder   Entlassungen in problembelasteten Industriezweigen zu akzeptieren,   sollten die Kommandobr&#252;cken der Wirtschaft unter die demokratische   Kontrolle und Verwaltung der arbeitenden Menschen und ihrer Komitees   gestellt werden.<\/p>\n<h4>  Bedeutung f&#252;r die Wahlen 2010?<\/h4>\n<p>  Viele Strategen der Demokraten, die vom big business bezahlt werden,   werden behaupten, dass sich die W&#228;hlerInnen der Arbeiterklasse nach   rechts bewegt haben. Sie werden behaupten, dass auch die Demokraten nach   rechts werden gehen m&#252;ssen, wenn sie bei den 2010 anstehenden Wahlen   Sitze erringen wollen. Doch das w&#228;re die Verdrehung der wirklichen   Situation. Die Wut, die sich ein Brown zunutze machen konnte, k&#246;nnte in   weiten Teilen von einer unabh&#228;ngigen Alternative zur Dominanz des   Unternehmertums genutzt werden. Das Problem dabei ist, dass die   Mainstream-Demokraten ihren Herren aus der Industrie die Stange halten   und niemals mit dem Gro&#223;kapital brechen werden, das ihre Wahlk&#228;mpfe   finanziert und die ArbeiterInnen und Jugendlichen kn&#252;ppelt.<\/p>\n<p>  Bei den vorigen Wahlen ist die rechts-konservative Agenda der   Republikaner lautstark und mit dem Ruf nach &#8222;Change&#8220; (Ver&#228;nderung)   zur&#252;ckgewiesen worden. Junge Leute sind aufgewachsen, als es gro&#223;en Hass   gegen&#252;ber Bush gab. Was die unterschiedlichen Ethnien und Schwule,   Lesbe, Bisexuelle und Transgender angeht, ist das Land anders geworden   und hat die Akzeptanz gegen&#252;ber diesen Bev&#246;lkerungsgruppen zugenommen.   Viele sind von den Konzernen, den Managern und vor allen von den   Gro&#223;banken angewidert. Die Sorge um die Umwelt ist weit verbreitet.   Umfragen deuten mehr und mehr darauf hin, und dennoch werden die   Demokraten diesen Trend nicht widerspiegeln.<\/p>\n<p>  Drew Westen kommentierte in der Huffington Post: &#8222;Die Amerikaner sind   m&#252;de geworden, st&#228;ndig mit anh&#246;ren zu m&#252;ssen, wie Obama die Bankiers und   Spekulanten &#187;ermahnt&#171;, sie sollten sich besser verhalten, als sie 2009   ihre Rekordboni f&#252;r den Job kassierten, den sie teuflisch gut gemacht   hatten. Es hat &#252;ber ein Jahr gedauert, bis er auf die Idee kam, sie f&#252;r   einen Bruchteil des Schadens zur Kasse zu bitten, den sie angerichtet   haben. Und aufgrund dieser Tatsache haben nur wenige Amerikaner   Vertrauen darauf, dass eine Steuer f&#252;r die Gro&#223;banken jemals   Gesetzeskraft erlangen wird oder dass die Kosten nicht doch in Form von   neuen Steuern auf sie abgew&#228;lzt werden.&#8220;<\/p>\n<p>  Es k&#246;nnen Parallelen gezogen werden zu den Wahlen 1994, als die   Republikaner nach zwei Jahren demokratischer Pr&#228;sidentschaft, die nichts   gebracht hatten au&#223;er den Angriff auf die Lebensstandards durch das   NAFTA-Abkommen (Freihandelsvertrag f&#252;r Nordamerika), einen   erdrutschartigen Sieg einfahren konnten. Es ist ein Wink mit dem   Zaunpfahl, wenn die Apologeten des &#8222;kleineren &#220;bels&#8220; meinen, dass die   Wahl Browns den Demokraten eine &#8222;gegen ihre Widersacher gefeite&#8220;   Mehrheit bescheren und ihnen die H&#228;nde binden wird. Seit wann brauchen   Parteien eine Garantie gegen ihre Widersacher, um irgendetwas umsetzen   zu k&#246;nnen? Alles in allem erlaubten auch die Demokraten einem Bush alles   zu tun, was er wollte, ohne dass die Republikaner je eine ach so   wichtige &#8222;gegen ihre Widersacher gefeite&#8220; Mehrheit gehabt h&#228;tten.<\/p>\n<p>  Auf der Homepage von Counterpunch sagt Alexander Cockburn richtiger   Weise: &#8222;Die Unabh&#228;ngigen sehen keine Spur vom belebenden Wandel Obamas.   Arbeitende Menschen in den Gewerkschaften, die die Marschsoldaten f&#252;r   Obamas Wahlkampf stellten, sehen keine Verbesserung ihrer &#246;konomischen   Lage. Jeder wei&#223;, dass Obama der Favorit der Banken und nicht der   Bankrotten ist. Die Liberalen verzeichnen missmutig zw&#246;lf desastr&#246;se   Monate: von der Ausweitung des Afghanistankriegs, &#252;ber krasse   Vertrauensbr&#252;che bis hin zur Wiederherstellung verfassungsrechtlicher   Fesseln nach acht Jahre w&#228;hrendem Missbrauch durch Bush und Cheney.&#8220;<\/p>\n<p>  Viel von der Unzufriedenheit kann weiterhin gegen die Demokraten   vorgebracht werden und die Republikaner k&#246;nnten sich 2010 als   Au&#223;enseiter geben. Bei den bevorstehenden Wahlen wird es zu enormem   Druck seitens der liberalen Linken und vieler Gewerkschaftsf&#252;hrer   kommen, damit weiter die Demokraten unterst&#252;tzt werden. SozialistInnen   und andere AktivistInnen werden diesem Trend widerstehen m&#252;ssen, um die   Grundlage f&#252;r Widerstand aus der Arbeiterklasse gegen beide rechten   Parteien zu schaffen.<\/p>\n<p>  Die Socialist Alternative (Sektion des CWI in den USA) ist in den   letzten Wochen zusammen mit weiteren Gewerkschaftsmitgliedern und   AktivistInnen in Massachusetts auf die Stra&#223;e gegangen und hat eine   Kampagne gegen Entlassungen und K&#252;rzungen gef&#252;hrt. Mehrfach haben wir   dabei Leute getroffen, die begeistert waren von Browns Wahlkampf. Und   dabei waren diese Leute keinesfalls Konservative in Sachen   Steuerpolitik. Sie wollten tats&#228;chlich behaupten, dass der beste Weg zur   Vermeidung von K&#252;rzungen darin bestehe, Brown zu w&#228;hlen! Gleichzeitig   fing fast jedeR Coakley-W&#228;hlerIn ihren \/seinen Satz an mit: &#8222;Ich mag   Coakley nicht, aber &#8230;&#8220;.<\/p>\n<p>  Ohne glaubw&#252;rdige linke Alternative bei den einzelnen Wahlen k&#246;nnen wir   nur sagen, dass Kampf Entlassungen verhindern kann, nicht Politiker, die   den Unternehmern h&#246;rig sind. Wenn es eineN unabh&#228;ngigeN KandiatIn g&#228;be,   dann k&#246;nnten wir W&#228;hlerInnen dazu bringen, f&#252;r den Katalysator ihrer Wut   zu stimmen. Es besteht Offenheit f&#252;r n&#246;tigen, ehrlichen und   grundlegenden Wandel, und immer mehr Menschen besch&#228;ftigten sich mit   sozialistischen Ideen. Ein Kampf gegen K&#252;rzungen im &#246;ffentlichen Bereich   kann diese Abneigung gegen&#252;ber der Gier der Konzerne kanalisieren, und   wir brauchen unabh&#228;ngige KandidatInnen, damit aus dem Kampf gegen   K&#252;rzungen und Krieg die Kraft gesogen werden kann, um beide Parteien   2010 herausfordern zu k&#246;nnen. Andernfalls wird es weitere Martha   Coakleys und weitere Scott Browns geben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Wie die Republikaner in der gr&#246;&#223;ten Hochburg der Demokraten siegen<br \/>\n      konnten\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[42],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13537"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13537"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13537\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13537"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13537"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13537"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}