{"id":13535,"date":"2010-02-24T00:00:00","date_gmt":"2010-02-24T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13535"},"modified":"2010-02-24T00:00:00","modified_gmt":"2010-02-24T00:00:00","slug":"13535","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/02\/13535\/","title":{"rendered":"HaitianerInnen im Stich gelassen, Banker belohnt"},"content":{"rendered":"<p>  Kampf f&#252;r eine sozialistische Welt n&#246;tig<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>W&#228;hrend verzweifelte &#220;berlebende in Haitis zerst&#246;rter Hauptstadt   Port-au-Prince versuchten Nahrung, Wasser und Unterschlupf zu finden,   brauste US-Au&#223;enministerin Hillary Clinton auf den Hauptflughafen f&#252;r   einen Fototermin. Sie blockierte damit Flugzeuge mit Hilfslieferungen,   inklusive Lieferungen f&#252;r ein Feldkrankenhaus der Hilfsorganisation   &#196;rzte ohne Grenzen.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Dave Carr, CWI in England &amp; Wales<\/i><\/h4>\n<p>  Die US-Regierung hat die haitianische Regierung Rene Pr&#233;vals zur Seite   gesto&#223;en, den Flughafen &#252;bernommen und 10.000 SoldatInnen entsandt. Die   Hilfsg&#252;ter tr&#246;pfeln nur sp&#228;rlich aus den von US- und UN-Truppen   bewachten Lagern zu den Millionen haitianischen Fl&#252;chtlingen.<\/p>\n<p>  Die Vereinten Nationen &#8211; die die Insel in den letzten sechs Jahren   besetzt hielten &#8211; scheinen sich stattdessen darauf zu beschr&#228;nken, die   reicheren Gegenden der Hauptstadt zu bewachen. UNO-Generalsekret&#228;r Ban   Ki-moon besuchte das zerst&#246;rte Port-au-Prince und sagte den hungrigen   und durstigen Menschen schlicht, dass sie geduldig sein m&#252;ssten. Aber   die Geduld geht den Menschen langsam aus &#8211; sie durchsuchen verzweifelt   die Ruinen nach Nahrung und Wasser. Viele der westlichen Medien   verurteilte ihre Bem&#252;hungen jedoch als &#8222;kriminelles Pl&#252;ndern&#8220;.<\/p>\n<p>  Einfache Menschen haben weltweit tief in ihre Taschen gegriffen um an   Hilfsprogramme zu spenden. Aber obwohl die westlichen Regierungen   Billionen von Dollar in Bankenrettungspakte pulvern, haben sie nur   wenige Millionen f&#252;r die Menschen in Haiti gespendet.<\/p>\n<p>  Und wie kam es dazu dass dieses Erdbeben 200.000 Todesopfer fordern   konnte, wenn ein Erdbeben von &#228;hnlicher Gr&#246;&#223;e in Nordkalifornien 1989   nur 63 Menschenleben forderte? Die Antwort ist offensichtlich.   Kalifornien ist ein reiches Land, w&#228;hrend Haiti das &#228;rmste Land der   westlichen Welt ist. Drei Viertel von Haitis Bev&#246;lkerung lebt von   weniger als 2 Dollar am Tag.<\/p>\n<p>  W&#228;hrend in Kalifornien gutes Baumaterial, Baumethoden und strenge   Auflagen f&#252;r erdbebensichere H&#228;user sorgen &#8211; &#252;ber Jahrzehnte durch   &#246;ffentlichen Druck von den Institutionen erk&#228;mpft &#8211; war Haiti Opfer   einer ausbeuterischen Herrschaft einer korrupten Elite, unterst&#252;tzt vom   franz&#246;sischen und US-Imperialismus, die massive Profite dort machten und   Investitionen und Hilfsgelder abgezapft haben.<\/p>\n<p>  Das reichste Prozent der haitianischen Bev&#246;lkerung besitzt beinahe die   H&#228;lfte des Reichtums des Landes. Westliche Firmen haben Haiti ebenso als   Sweatshop benutzt um billige landwirtschaftliche und industrielle G&#252;ter   zu produzieren.<\/p>\n<p>  Als die Armen Haitis den radikalen Pr&#228;sidenten Jean Bertrand Aristide   w&#228;hlten um eine Ver&#228;nderung zu erzwingen, wurde er (bereits zum zweiten   Mal) 2004 durch einen Coup der reichen Elite entfernt, mit Unterst&#252;tzung   durch die Bush-Regierung.<\/p>\n<p>  Unter der Herrschaft des Imperialismus werden nur wenige HaitianerInnen   vom Wiederaufbau profitieren. Aber die Alternative ist nicht   Verzweiflung. Haiti hat ein revolution&#228;res Erbe, das &#252;ber zwei   Jahrhunderte zur&#252;ckgeht. Damals besiegte eine Sklavenrevolte unter der   F&#252;hrung von Toussaint L&quot;Ouverture die franz&#246;sischen Kolonialherren.   Heute ist es diese Tradition, aus der die HaitianerInnen   Schlussfolgerungen ziehen k&#246;nnen, um sich von Armut, Ausbeutung und Not   zu befreien.<\/p>\n<h4>  Banker gew&#228;hren sich obsz&#246;ne &#8222;Boni&#8220;<\/h4>\n<p>  Als die Top-BankerInnen sich weltweit obsz&#246;ne Boni gew&#228;hrten um ihre von   Gier getriebenen, dekadenten Lebensstandards zu finanzieren, m&#252;ssen die   ArbeiterInnen und Armen Haitis unvorstellbar grauenhafte Bedingungen   aushalten. Die Milliarden von Pfund, Euro und Dollar die die fetten   Banker sich genehmigen sollten konfisziert werden &#8211; sie sind bei den   Verletzten, Verwaisten und Obdachlosen in Haiti besser aufgehoben!<\/p>\n<p>  In den reicheren L&#228;ndern der Welt, in denen die gro&#223;en Banken ihre   Hauptquartiere haben, sollten die exzessiven Bankenprofite an die Opfer   der Rezession gehen, eine Krise, die diese Banken durch ihre Spekulation   und Profitmache verschlimmert haben. Sie k&#246;nnten zum Beispiel an die   wachsende Zahl von Arbeitslosen gehen und all jene, die ohne eigenes   Verschulden ums t&#228;gliche &#220;berleben k&#228;mpfen.<\/p>\n<p>  Und dennoch weigerte sich die britische Regierung sogar die Topgeh&#228;lter   und Boni in den gescheiterten Banken die sie &#252;bernehmen mussten,.wie zum   Beispiel die Royal Bank of Scotland, anzutasten. Der Chef von RBS,   Stephen Hester, bekommt zum Beispiel bis zu 9,7 Millionen Pfund.<\/p>\n<p>  2010 werden viele GewerkschafterInnen Kampfma&#223;&#324;ahmen ergreifen um ihren   Lebensstandard zu verteidigen. Ebenso wird die Arbeiterklasse in einer   Reihe von Gegenden Gelegenheit haben, ihre Wut bei Urabstimmungen zu   zeigen, und in den Gebieten, wo die neu formierte &#8222;Trade Unionist and   Socialist Coalition&#8220; antritt, auch bei den Nationalratswahlen. Diese   Koalition steht f&#252;r eine Besteuerung der Reichen und daf&#252;r, dass die   Banken in &#8222;tats&#228;chliches Gemeineigentum unter demokratischer Kontrolle   &#252;berf&#252;hrt werden, statt f&#252;r Geldgeschenke an genau jene Kapitalisten,   die f&#252;r die Krise verantwortlich sind.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Kampf f&#252;r eine sozialistische Welt n&#246;tig\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[41],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13535"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13535"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13535\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13535"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13535"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13535"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}