{"id":13526,"date":"2010-02-10T10:00:00","date_gmt":"2010-02-10T10:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13526"},"modified":"2010-02-10T10:00:00","modified_gmt":"2010-02-10T10:00:00","slug":"13526","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/02\/13526\/","title":{"rendered":"Standortpakt"},"content":{"rendered":"<p>  IG Metall ohne Lohnforderung?<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Die IG Metall will ohne konkrete Lohnforderung in die kommende   Tarifrunde ziehen. Das machte deren Chef Berthold Huber am Montag in der   Zeitung Die Welt klar &#8211; einen Tag, bevor der Gewerkschaftsvorstand eine   Entscheidung in dieser Frage treffen kann. Statt dessen soll bei den   voraussichtlich noch im Februar beginnenden Gespr&#228;chen die   &#187;Besch&#228;ftigungssicherung&#171; im Vordergrund stehen. Doch auch deren Kosten   sollen haupts&#228;chlich die Arbeiter und Angestellten tragen.<\/p>\n<\/p>\n<h4>  <i>von Daniel Behruzi, Frankfurt\/Main<\/i><\/h4>\n<\/p>\n<p>  Wenn die IG Metall &#187;ohne Konditionen&#171; in die Tarifverhandlungen gehe,   bleibe sie ihrer &#187;bisherigen Linie treu&#171;, betonte Huber. Und tats&#228;chlich   w&#228;re dies die Fortsetzung des Standortpakts, den die Gewerkschaftsspitze   seit Krisenbeginn forciert. Staatliche Hilfen und Verzichtsleistungen   der Mitarbeiter sollen die Unternehmen von Massenentlassungen abhalten.   Klar ist, da&#223; die Arbeitsplatzvernichtung damit nur exportiert wird.   Doch auch das hat Tradition: Bereits seit fast 15 Jahren sorgen die   hiesigen Gewerkschaften trotz gegenteiliger internationaler Absprachen   mit einer &#187;moderaten&#171; Lohnpolitik f&#252;r eine Steigerung der deutschen   Wettbewerbsf&#228;higkeit &#8211; auf Kosten vor allem der europ&#228;ischen   Nachbarl&#228;nder.<\/p>\n<p>  F&#252;r die Geldbeutel der Besch&#228;ftigten verhei&#223;en Hubers aktuelle   &#196;u&#223;erungen nichts Gutes. Die &#187;Reallohnsicherung&#171;, von der er spricht,   werden die Unternehmer freiwillig nicht gew&#228;hren. Durch die   Friedenspflicht bei vorgezogenen Verhandlungen beraubt sich die   Gewerkschaft aber jeglicher Druckmittel. Zugleich kommen auf die   Besch&#228;ftigten zunehmende Belastungen zu. Die Kommunen reagieren auf die   Krise mit drastischen Geb&#252;hrenerh&#246;hungen bei Kitas, M&#252;llabfuhr usw.   Steuererh&#246;hungen auf Bundesebene werden &#8211; allem Geschw&#228;tz schwarz-gelber   Politiker zum Trotz &#8211; bald folgen.<\/p>\n<p>  Auch die bisherigen und k&#252;nftigen Ma&#223;nahmen zur   &#187;Besch&#228;ftigungssicherung&#171; werden vor allem von den Lohnabh&#228;ngigen selbst   finanziert. Die von der Bundesagentur f&#252;r Arbeit gezahlten Zusch&#252;sse bei   Kurzarbeit stammen gr&#246;&#223;tenteils aus Beitr&#228;gen und Steuern der   Besch&#228;ftigten. Und bei Arbeitszeitverk&#252;rzung &#252;ber den   &#187;Besch&#228;ftigunssicherungstarifvertrag&#171; sinken die L&#246;hne entsprechend. Der   von der IG Metall geforderte Teillohnausgleich bei noch weiterer   Arbeitszeitabsenkung w&#252;rde das nur geringf&#252;gig &#228;ndern. Dabei ist die   Umverteilung der Arbeit die richtige Antwort auf die Jobkrise. Ohne   vollen Lohnausgleich bedeutet sie jedoch, da&#223; die Frage &#187;Wer zahlt f&#252;r   die Krise?&#171; zuungunsten der Besch&#228;ftigten beantwortet wird.<\/p>\n<p>  Das Lavieren der IG Metall zeigt vor allem eins: In Krisenzeiten st&#246;&#223;t   ein rein gewerkschaftlicher Ansatz, der nicht &#252;ber den Kapitalismus   hinausweist, an seine Grenzen. Wer das private Eigentum an   Produktionsmitteln nicht in Frage stellt, kann keine ad&#228;quate Antwort   auf den Abbau von &#220;berkapazit&#228;ten geben. Wer das Konkurrenzprinzip   akzeptiert, darf Unternehmen in der Krise keine Belastungen aufb&#252;rden.   Dann bleibt nur noch, den Abbau ein wenig abzufedern &#8211; mehr nicht.<\/p>\n<\/p>\n<h5>  Dieser Artikel erschien zuerst in der Tageszeitung junge Welt<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      IG Metall ohne Lohnforderung?\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13526"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13526"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13526\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13526"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13526"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13526"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}