{"id":13521,"date":"2010-02-05T00:05:00","date_gmt":"2010-02-05T00:05:00","guid":{"rendered":".\/?p=13521"},"modified":"2010-02-05T00:05:00","modified_gmt":"2010-02-05T00:05:00","slug":"13521","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/02\/13521\/","title":{"rendered":"Warnstreiks von ver.di in Nordrhein-Westfalen"},"content":{"rendered":"<p>  42.000 Beteiligte bei Auseinandersetzung in der Tarifrunde &#246;ffentlicher   Dienst<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Im Rahmen der Tarifauseinandersetzung bei Kommunen und Bund   mobilisierten ver.di und der Deutsche Beamtenbund (dbb) in NRW und   Baden-W&#252;rttemberg. In Dortmund trafen Gewerkschaftsmitglieder aus dem   Sauerland, Gelsenkirch, Unna und den umliegenden Kommunen zu einer   zentralen Kundgebung auf dem Friedensplatz zusammen. Obwohl die   Gewerkschaftsf&#252;hrung eher bescheidene Zielen f&#252;r die Tarifrunde   aufgestellt hat, herrschte eine k&#228;mpferische Stimmung.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Sebastian, Dortmund<\/i><\/h4>\n<p>  Die Innenstadt von Dortmund befand sich am 4. Februar 2010 beinahe im   Ausnahmezustand. Zum Warnstreik aufgerufen waren GewerkschafterInnen aus   unterschiedlichen &#246;ffentlichen Einrichtungen: Stadtverwaltung,   Sparkasse, Stadtwerken und Verkehrsbetrieben, Energie- und   Wasserversorgung, M&#252;llabfuhr, Seniorenheimen, Studentenwerk,   Arbeitsagentur, ARGE und verschiedenen Kliniken. Von drei verschiedenen   Sammelstellen aus liefen 10.000 Gewerkschaftsmitglieder im Sternmarsch   durch die Stra&#223;en, um sich in der N&#228;he des Friedensplatzes auf einer   Kreuzung zu treffen. Von dort aus zog die Demonstration zum   Kundgebungsort, wo weitere 2000 Besch&#228;ftige aus anderen Orten dazukamen.<\/p>\n<p>  Nach einer Begr&#252;&#223;ung durch den &#246;rtlichen Gewerkschaftsfunktion&#228;r sprach   Ver.di-Chef Frank Bsirske zu den Versammelten.<\/p>\n<h4>  Zentrale Kundgebung in Dortmund<\/h4>\n<p>  Bsirske stellte die f&#252;r viele Mitglieder nebul&#246;se ver.di-Forderung f&#252;r   eine Tariferh&#246;hung mit einem Gesamtvolumen von 5 Prozent dar, in der die   Kosten f&#252;r eine Verl&#228;ngerung der Altersteilzeitregelung, einer neuen   &#220;bernahmeregelung f&#252;r Auszubildende sowie eine Wiedereinf&#252;hrung der   Bew&#228;hrungsaufstiege enthalten sein sollen. Und eben eine wie auch immer   &#8222;sp&#252;rbare soziale Komponente&#8220;.<\/p>\n<p>  In einer Stadt, die wie Dortmund so krisengesch&#252;ttelt ist, str&#246;mten aus   dem Munde des Gewerkschaftsvorsitzenden aber auch deutlichere Aussagen:   Weiterer Sozialkahlschlag sei wegen der noch lange nicht &#252;berwundenen   Krise vorprogrammiert. Die Verhandlungsf&#252;hrer der Gegenseite, Thomas de   Maiz&#232;re f&#252;r den Bund und Thomas B&#246;hle f&#252;r die Kommunen, k&#252;ndigten laut   Frank Bsirske &#8222;ein Jahrzehnt der Lohnpause und Lohnk&#252;rzungen an&#8220;, &#8222;ein   Jahrzehnt des Streichen von Einrichtungen und Leistungen&#8220;. Auch wenn der   ver.di-Chef keine konkrete Antwort darauf geben wollte, wie dies von den   Besch&#228;ftigten zur&#252;ckgeschlagen werden k&#246;nnen, so bekam doch sein Satz   &#8222;Wir zahlen nicht f&#252;r eure Krise!&#8220; gro&#223;e Zustimmung bei den   TeilnehmerInnen der Kundgebung.<\/p>\n<p>  Dass Verzicht generell zu verhindern sei, sagte Bsirske so allerdings   nicht. Denn, es &#8222;ist noch zu fr&#252;h auf einen Sparkurs umzuschwenken&#8220;, wie   er betonte. Zuerst sei es wichtig, der Krise &#8222;gegenzusteuern&#8220;, indem   durch Lohnerh&#246;hungen die Kaufkraft gest&#228;rkt w&#252;rde. In welchem Ma&#223;e nach   Ende der Verhandlung allerdings &#8222;sp&#252;rbare&#8220; Verbesserungen erstritten   werden, die auch wirklich bei den Auszubildenden und Besch&#228;ftigten   ankommen, bleibt offen.<\/p>\n<p>  Gewerkschaftschef Frank Bsirske sprach in Dortmund auch die n&#228;chste   Verhandlungsrunde zwischen den Verhandlungsf&#252;hrerInnen von Gewerkschaft,   dem Bund und den Kommunen vom 10. bis 12. Februar an. Wenn hier keine   Einigung erzielt werden k&#246;nne, w&#252;rde es zu weiteren Warnstreiks von   Zehntausenden kommen k&#246;nnen, so Bsirske. Auch l&#228;nger anhaltende Streiks   w&#228;ren dann m&#246;glich.<\/p>\n<h4>  NRW-weit 42.000 an Warnstreiks beteiligt<\/h4>\n<p>  In Nordrhein-Westfalen waren im &#246;ffentlichen Dienst insgesamt 42.000   Besch&#228;ftigte an den Warnstreiks beteiligt. In vielen St&#228;dten des   Ruhrgebiets fuhren keine Busse und Bahnen mehr. In Dortmund, D&#252;sseldorf,   K&#246;ln kam der U-Bahnverkehr zeitweise zu einem Stillstand. Auch auf den   Flugh&#228;fen K&#246;ln und D&#252;sseldorf streikten Gewerkschaftsmitglieder.   Zahlreiche &#246;ffentliche Beh&#246;rden von Bund und Kommune blieben   geschlossen. Dort wo viele Besch&#228;ftigte aufgerufen waren wurde deutlich,   welche Macht sie aus&#252;ben k&#246;nnen, wenn gemeinsam gestreikt wird.   Allerdings wurde nur ein kleiner Teil der Kampfkraft in die Waagschale   geworfen. Die Mobilisierung ging meist nicht so weit wie in Dortmund &#8211;   einer Stadt, die vorzeigbarer Schwerpunkt der Warnstreiks sein sollte.   In Essen, einer Stadt mit nahezu der selben Einwohnerzahl waren nur 2500   Gewerkschaftsmitglieder aufgerufen. Einige Belegschaften durften sich   nur f&#252;r eine Stunde in den Streik beteiligen, andere befanden sich   hingegen ganze 24 Stunden im Streik, so wie die das Fahrpersonal der   Essener Verkehrsbetriebe.<\/p>\n<p>  W&#228;ren mehr KollegInnen von der Gewerkschaft aufgerufen worden die Arbeit   niederzulegen (auch f&#252;r eine l&#228;ngere Zeit), w&#228;re dem Verhandlungsgegner   weitaus besser beizukommen.<\/p>\n<h4>  Bewegung in den Krankenh&#228;usern<\/h4>\n<p>  Bereits am Vortag waren bundesweit 22.000 Besch&#228;ftige im Warnstreik. Ein   Schwerpunkt hierbei war der Krankenhausbereich. In Dortmund kam es   mitunter in den Kliniken auch beispielhaften Protesten. So in der   LWL-Klinik der Stadt, wo im psychiatrischen Bereich &#252;ber drei Schichten   11 Stationen bestreikt wurden. Bei dem Streik wurde auch die   Nachtschicht mit einbezogen. 23 Besch&#228;ftigte traten w&#228;hrend der Aktionen   der Gewerkschaft bei.<\/p>\n<p>  Im Elisabeth-Krankenhaus in Dortmund wurde einem Besch&#228;ftigten mit   fristloser K&#252;ndigung gedroht, falls dieser an den Warnstreiks teilnehmen   sollte. Spontan kamen 50-60 KollegInnen anderer H&#228;user hinzu um   hiergegen zu demonstrieren.<\/p>\n<h4>  Vorschl&#228;ge der SAV<\/h4>\n<p>  Notwendig ist es, die Warnstreiks wirklich fl&#228;chendeckend zu   organisieren und die zu Besch&#228;ftigten l&#228;ngeren Streiks aufzurufen. Die   Forderung der Gewerkschaft von 5 Prozent Gesamtvolumen reicht hinten und   vorne nicht.<\/p>\n<p>  F&#252;nf Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro Festgeld bei zw&#246;lf   Monaten Laufzeit w&#228;re eine Forderung, die aufgestellt werden sollte.   Ebenso wie die Umwandlung der bisherigen Leistungsbezahlung in feste   Tarifbestandteile. Statt einer begrenzten &#220;bernahmeregelung k&#246;nnte f&#252;r   eine unbefristete &#220;bernahmegarantie f&#252;r alle Auszubildenden im erlernten   Beruf und eine tariflich garantierte Ausbildungsquote von zehn Prozent   gestritten werden. Eine verl&#228;ngerte Altersteilzeit sollte ohne Abschl&#228;ge   von Leistungen erreicht werden.<\/p>\n<p>  Und: Die ver.di-F&#252;hrung hat es wiedermal verpasst auf die steigende   Arbeitslosigkeit angemessen zu reagieren. Die Forderung f&#252;r eine 35   Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich geh&#246;rt auf die   Tagesordnung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      42.000 Beteiligte bei Auseinandersetzung in der Tarifrunde &#246;ffentlicher<br \/>\n      Dienst\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[15,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13521"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13521"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13521\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13521"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13521"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13521"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}