{"id":13520,"date":"2010-02-05T00:00:00","date_gmt":"2010-02-05T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13520"},"modified":"2010-02-05T00:00:00","modified_gmt":"2010-02-05T00:00:00","slug":"13520","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/02\/13520\/","title":{"rendered":"&#8222;Aufkl&#228;ren, mobilisieren, demonstrieren, streiken&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>  Kommunalpolitiker der Linken sollten K&#252;rzungshaushalten die Zustimmung   verweigern. Ein Gespr&#228;ch mit Claus Ludwig<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  Welche Erfahrungen hast Du als Betriebsrat mit dem Tarifvertrag f&#252;r den   &#246;ffentlichen Dienst gemacht?<\/h4>\n<p>  Kein Kollege sieht diesen Tarifvertrag positiv. Im Betriebsrat m&#252;ssen   wir bei jeder Neueinstellung erleben, dass die Leute unglaublich niedrig   eingestuft werden. Sachbearbeiter und Haustechniker bekommen nur   Entgeltgruppe6, fast alle nur mit Erfahrungsstufe1. Einige Kolleginnen   sind in Tr&#228;nen ausgebrochen, als ihnen klar wurde, wie ihre   Gehaltsentwicklung in den n&#228;chsten Jahren verlaufen wird. Dabei wurde   der bittere TV&#214;D uns mit der automatischen H&#246;hergruppierung nach einem   Jahr vers&#252;&#223;t. Wirklich heftig wird der TV&#214;D erst in seiner   Langzeitwirkung, die dazu f&#252;hren wird, dass jede und jeder von uns   Tausende bis Zehntausende Euro gegen&#252;ber dem BAT   (Bundesangestelltentarifvertrag, jW) verliert.<\/p>\n<h4>  Wie bewertest Du die Forderung nach &#187;F&#252;nf Prozent Gesamtvolumen&#171;?<\/h4>\n<p>  Das h&#246;rt sich erst mal gut an. Aber hinter dem Begriff &#187;Gesamtvolumen&#171;   verbirgt sich leider, dass ver.di keine klare, bezifferte   Gehaltsforderung aufgestellt hat. In der Tarifrunde soll zwar Wichtiges   durchgesetzt werden wie &#220;bernahmegarantien f&#252;r Azubis, Wiedereinf&#252;hrung   der Bew&#228;hrungsaufstiege, Verl&#228;ngerung der Altersteilzeitregelung. Aber   die sind in der F&#252;nf-Prozent-Forderung schon enthalten.<\/p>\n<h4>  Was sollte statt dessen verlangt werden?<\/h4>\n<p>  Die durchaus richtigen Punkte m&#252;ssten mit einer klaren Lohnforderung   verbunden werden. F&#252;nf Prozent ja, aber nicht als Teil des   Gesamtvolumens, sondern als Gehaltskomponente des Paketes. Au&#223;erdem   reicht eine rein prozentuale Erh&#246;hung nicht aus, vor allem die unteren   Lohngruppen m&#252;ssen mehr bekommen. Zentral w&#228;re auch die Verk&#252;rzung der   Arbeitszeit bei vollem Lohn- und Personalausgleich.<\/p>\n<p>  Der Kommunale Arbeitgeberverband sagt, die ver.di-Forderung sei nicht   finanzierbar. Wie bewerten Sie die Drohung, Lohnerh&#246;hungen durch   Stellenabbau zu kompensieren?<\/p>\n<p>  Das ist absurd. Die St&#228;dte und Gemeinden bluten durch die von Bund und   Land organisierte Umverteilung zugunsten der Banken, der Reichen und   Besitzenden finanziell aus. Wenn die B&#252;rgermeister was gegen ihre   Finanzkrise tun wollen, sollen sie sich mit Bund und L&#228;ndern anlegen und   denen die Rechnung f&#252;r all die zus&#228;tzlichen Aufgaben der letzten Jahre   pr&#228;sentieren, anstatt den Besch&#228;ftigten und der Bev&#246;lkerung die   Krisenlasten aufzudr&#252;cken.<\/p>\n<p>  Einige Stadtr&#228;te der Partei Die Linke beugen sich dem Diktat der leeren   Kassen und versuchen, durch Absprachen mit SPD und Gr&#252;nen   genehmigungsf&#228;hige Haushalte durch K&#252;rzungen und Geb&#252;hrenerh&#246;hungen   hinzukriegen. Wie bewerten Sie das, und wie ist die Situation in K&#246;ln?<\/p>\n<p>  Die Linke darf sich nicht an der &#187;Haushaltskonsolidierung&#171; der   b&#252;rgerlichen Parteien beteiligen. Wir sollten eine klare Linie ziehen:   Ablehnung s&#228;mtlicher Verschlechterungen. Ich kann mir keine Situation   vorstellen, in der man in der jetzigen Lage einem Haushalt zustimmen   k&#246;nnte. In K&#246;ln fehlen 540 Millionen Euro, im Mai soll der Etat   beschlossen werden. Noch dr&#252;cken sich Oberb&#252;rgermeister und Etablierte   darum zu sagen, wo sie massiv k&#252;rzen wollen.<\/p>\n<h4>  Was sollte die Linke und was sollten ver.di und die anderen   Gewerkschaften des &#246;ffentlichen Dienstes tun?<\/h4>\n<p>  Aufkl&#228;ren, mobilisieren, demonstrieren, streiken. Gewerkschaften und   Linke sollten alles tun, um die unterschiedlichen, von K&#252;rzungen   betroffenen Gruppen, von Besch&#228;ftigten &#252;ber Jugendliche, Erwerbslose bis   hin zu Nutzerinnen und Nutzern kommunaler Einrichtungen zu vereinen.   Nicht Widerstand gegen diese oder jene Einzelk&#252;rzung ist angesagt,   sondern ein Gegenentwurf zum gesamten K&#252;rzungshaushalt. Arbeitspl&#228;tze   und &#246;ffentliche Dienstleistungen m&#252;ssen verteidigt werden. Die   Einnahmesituation der Kommunen muss verbessert werden, die Gewerbesteuer   erh&#246;ht, und die Landes- und Bundesmittel m&#252;ssen aufgestockt werden.<\/p>\n<h5>  <i>Claus Ludwig ist Mitglied des K&#246;lner Rates f&#252;r die Partei Die Linke,   Ersatzmitglied im Betriebsrat bei der Deutschen Gesetzlichen   Unfallversicherung (DGUV), Unterst&#252;tzer des &#187;Netzwerks f&#252;r eine   k&#228;mpferische und demokratische ver.di&#171; und Mitglied der SAV. Das   Interview f&#252;hrte Ursel Beck. Es erschien erstmals am 4.2.2010 in der   Tageszeitung junge Welt.<\/i><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Kommunalpolitiker der Linken sollten K&#252;rzungshaushalten die Zustimmung<br \/>\n      verweigern. 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