{"id":13513,"date":"2010-02-08T00:00:00","date_gmt":"2010-02-07T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=13513"},"modified":"2012-07-18T15:34:02","modified_gmt":"2012-07-18T13:34:02","slug":"13513","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/02\/13513\/","title":{"rendered":"Zur Schrift von Michael Heinrich, &#8222;Wie das Marxsche Kapital lesen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>  Eine Kritik von Wolfram Klein<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h2>  <a href=\"http:\/\/shop.sozialismus.info\/shop\/article_521\/Kritik-der-Heinrich\"schen-Marx-Darstellung.html\">Die   komplette Brosch&#252;re im Online-Shop kaufen<\/a><\/h2>\n<h4>  Einleitung<\/h4>\n<p>  Die &#8222;Kapital-Lese-Bewegung&#8221; der letzten Jahre brachte Hunderte und   Tausende in Ber&#252;hrung mit einem der wichtigsten Werke der   Arbeiterbewegung. Dies kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt: Die Krise des   Kapitalismus unterstreicht erneut die dringende Notwendigkeit mit diesem   auf Ausbeutung beruhenden System Schluss zu machen.<\/p>\n<p>  F&#252;r diesen Kampf stellte Marx mit dem Kapital eine Methodik und ein   ganzes Instrumentarium der Analyse des Kapitalismus zur Verf&#252;gung. Kein   Wunder, dass diese Analyse und ihre Methoden selbst Feld der   Auseinandersetzung sind.<\/p>\n<p>  Michael Heinrich leistete einen wichtigen Beitrag zur Belebung der   Kapital-Lese-Bewegung und zur erneuten Diskussion um dieses Hauptwerk   des Marxismus. Seine Schriften werden vielfach als Hilfe f&#252;r   NeueinsteigerInnen in die Kritik der politischen &#214;konomie genutzt.<\/p>\n<p>  Heinrich bricht bei seiner Darstellung allerdings mit Grundlagen der   Methode und des Verst&#228;ndnisses von Marx. W&#228;hrend Marx seine geistige und   praktische T&#228;tigkeit in den Dienst der Arbeiterbewegung stellte, will   Heinrich mit dem &#8220;Arbeiterbewegungs-Marxismus&#8221; brechen. W&#228;hrend Marx   f&#252;hrender Kopf der ersten Internationale war, sieht Heinrich wenig   Veranlassung, eine revolution&#228;re Organisation oder   Arbeiterorganisationen aufzubauen.<\/p>\n<p>  Heinrichs Theorie beruht auch auf seiner Interpretation des Kapital:   Heinrich unterstellt vom Tauschakt (Arbeitskraft gegen Geld) geblendete   ArbeiterInnen, die genauso systemimmanent agieren, wie die ihnen   gegen&#252;ber stehenden Kapitalisten.<\/p>\n<p>  Mit Heinrichs Darstellung wird der Sozialismus von einer Wissenschaft   (beruhend auf dem Verst&#228;ndnis der Rolle der Arbeiterklasse) wieder zu   einer Utopie: Ob und wer den Kapitalismus durchschaut und dagegen   handeln wird, wird zum reinen Zufall der pers&#246;nlichen Erkenntnis.<\/p>\n<p>  Der vorliegende Diskussionsbeitrag beschr&#228;nkt sich dabei auf die von   Heinrich in Bezug auf das Kapital vorgenommenen Interpretationen, die   all diese Schlussfolgerungen st&#252;tzen sollen. Ich will hier darstellen,   wie Heinrich dabei anfangs kaum merkbar, dann immer deutlicher in   scharfen Gegensatz zu Marx tritt &#8211; ohne dies offen zu legen.<\/p>\n<p>  Michael Heinrich geh&#246;rt seit einer ganzen Reihe von Jahren zu den   bekanntesten Interpreten von Marx &#246;konomischen Theorien. Es war eine   beachtliches Verdienst, in den 90er Jahren grundlegende marxistische   Ideen zu verteidigen &#8211; als b&#252;rgerliche Autoren das &#8222;Ende der Geschichte&#8220;   verk&#252;ndeten, als Kohls Arbeitsminister Norbert Bl&#252;m erkl&#228;rte &#8222;Marx ist   tot, Jesus lebt&#8220; &#8230;<\/p>\n<p>  Der Autor dieser Kritik wei&#223; das zu w&#252;rdigen, weil er selber auch in   dieser Zeit aktiv war, aber im Unterschied zu Heinrich das Gl&#252;ck hatte   und hat, Mitglied einer revolution&#228;ren Organisation, der Sozialistischen   Alternative (SAV) und damit des Komitees f&#252;r eine Arbeiterinternationale   (englisch: CWI), zu sein, in der wir uns dem Druck der b&#252;rgerlichen   Ideologie und Propaganda kollektiv entgegenstellen. Trotzdem hat dieser   ideologische Druck bei Heinrichs Ansichten zu wichtigen Fragen der   Marxschen Theorie seine Spuren hinterlassen. Deshalb besteht die Gefahr,   dass Heinrich zunehmend eine bremsende und in die Irre f&#252;hrende Rolle   spielen wird, weil inzwischen eine neue Generation die Marxschen Ideen   kennen zu lernen will. Vor diesem Hintergrund ist der Gedanke von   Heinrich, dem ich am meisten zustimmen kann, der Appell, Marx im   Original zu lesen. Und deshalb werde ich mich auch in dieser Kritik mich   darauf konzentrieren, Heinrichs Interpretation der Marxschen Ideen mit   dem Marxschen Original zu konfrontieren.<\/p>\n<p>  Diese Kritik kann teilweise als Zitatenhuberei oder kleinkarierte   Flohknackerei wirken. Ich hoffe aber, dass im Verlauf der Untersuchung   deutlich werden wird, dass es sich um ernste Differenzen handelt. Diese   Differenzen haben auch wichtige politische Folgen. Ich werde in den   n&#228;chsten Monaten versuchen, das bei einer Kritik an Heinrichs beiden   anderen B&#252;chern &#8222;Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der   politischen &#214;konomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und   klassischer Tradition&#8220; (M&#252;nster &#178;1999) und &#8222;Kritik der politischen   &#214;konomie. Eine Einf&#252;hrung&#8220; (Stuttgart &#179;2005)1 zu belegen, die hier nur   soweit diskutiert werden, wie sie den gleichen Gegenstand wie &#8222;Wie das   Marxsche Kapital lesen&#8220; behandeln.<\/p>\n<p>  Hier sollen nur drei zentrale Differenzen kurz angedeutet werden:   Heinrich folgert aus der Marxschen Analyse des &#8220;Fetischismus&#8221;, dass   ArbeiterInnen ebenso wenig wie Kapitalisten die Verh&#228;ltnisse im   Kapitalismus durchschauen k&#246;nnen. Diese Einsch&#228;tzung ist doppelt falsch.   Es ist zwar richtig, dass die meisten ArbeiterInnen kein revolution&#228;res   Bewusstsein haben (und auch in den meisten Phasen der Geschichte nicht   hatten). Wenn es anders w&#228;re, h&#228;tten sie den Kapitalismus schon l&#228;ngst   gest&#252;rzt. Wir ziehen daraus die Schlussfolgerung, dass die   Arbeiterklasse den Kapitalismus nicht spontan st&#252;rzen kann, sondern sich   organisieren muss und auch eine revolution&#228;re Massenpartei aufbauen   muss. Falsch ist aber erstens, dass dieses nichtrevolution&#228;re   Bewusstsein sich so direkt aus dem Fetischismus ableiten lie&#223;e. Die   Verbreitung nationalistischer, rassistischer, sexistischer etc. Ideen   spielt dabei auch eine ganz nette wichtige Rolle. (Hier geht es nicht   darum, dass solche Ideen irgendwie auch mit dem Fetischismus zu tun   haben, sondern darum, dass sich das Bewusstsein nicht direkt aus dem   Fetischismus ableiten l&#228;sst.) Falsch ist zweitens auch, dass daraus,   dass die Masse der ArbeiterInnen in normalen Zeiten kein revolution&#228;res   Bewusstsein hat, sich ergibt, dass die Arbeiterklasse in nicht normalen   Zeiten ebenso schwer wie die Kapitalisten zu einem revolution&#228;ren   Bewusstsein gelangen kann. Lenin machte in seiner Schrift &#8222;Was tun&#8220; 1902   den Fehler, dass er unter dem Einfluss von Karl Kautsky schrieb, die   Arbeiterklasse k&#246;nne nur zu einem &#8222;trade-unionistischen&#8220;   (gewerkschaftlichen) Bewusstsein gelangen und das revolution&#228;re   Bewusstsein m&#252;sse von au&#223;en in sie hineingetragen werden. Lenin hat   diesen Fehler schon w&#228;hrend der Revolution 1905 wieder korrigiert. Aber   Heinrich, der Lenin und Kautsky als Traditionsmarxisten (s. u.) verdammt   und meint, sie weit hinter sich gelassen zu haben, propagiert genau   diesen Fehler von ihnen in anderen Formulierungen.<\/p>\n<p>  Zweitens lehnt Heinrich nicht nur Marx&#8217; Auffassung ab, im Kapitalismus   gebe es eine &#8222;tendenziell fallende Profitrate&#8220;. Soweit Heinrich damit   Vorstellungen bek&#228;mpft, der Kapitalismus w&#252;rde irgendwie automatisch   zusammenbrechen, hat er Recht. Aber er sch&#252;ttet das Kind mit dem Bade   aus. &#8222;Sind aber solche tiefen Krisen unvermeidbar, so wird damit auch   immer wieder die gesamte Lebenslage der Arbeiterklasse prek&#228;r: f&#252;r alle   einmal erreichten Sicherungen und Standards besteht dann die Gefahr,   dass sie den Erfordernissen der Kapitalverwertung geopfert werden. Indem   jedoch die Bedingungen der Produktion von Profit immer wieder mit den   elementaren Lebensinteressen der Mehrheit der Bev&#246;lkerung kollidieren,   wird sich auch immer wieder von neuem die Frage nach der Legitimit&#228;t   dieses Gesellschaftssystems und nach der M&#246;glichkeit einer   gesellschaftlichen Alternative stellen.&#8220; (Wissenschaft vom Wert, S. 370)   Positiv ist, dass Heinrich hier ausdr&#252;cklich die Arbeiterklasse erw&#228;hnt   und die Wirkung der Krisen auf ihre Lebenslage &#8211; offenbar ist die   Arbeiterklasse doch nicht immer Teil eines Einheitsbreis mit durch den   Fetischismus der kapitalistischen Verh&#228;ltnisse irregeleitetem   Bewusstsein. Aber f&#252;r Heinrich gibt es keine Zuspitzung der   Widerspr&#252;che, keine historischen Tendenzen des Kapitalismus, sondern nur   ein &#8222;immer wieder&#8220; der Krisen. Nachdem es seit etwa 1825 etwa alle zehn   Jahre eine Konjunkturkrise gibt, ohne dass die Arbeiterklasse den   Kapitalismus gest&#252;rzt hat, ist nicht zu verstehen, warum wir in Zukunft   erfolgreicher sein sollten. Heinrich widerspricht hier zwar seiner   Auffassung bei der Analyse des Fetischismus bez&#252;glich der Rolle der   Arbeiterklasse, aber in beiden Fragen f&#228;llt er in den vormarxschen   utopischen Sozialismus zur&#252;ck. Einmal wirft er die subjektiven   Voraussetzungen der &#220;berwindung des Kapitalismus &#252;ber Bord (die   Arbeiterklasse als Kraft, die den Kapitalismus st&#252;rzen kann), das andere   Mal die objektiven Voraussetzungen (die Zuspitzung der Widerspr&#252;che im   Kapitalismus, die Ansatzpunkte f&#252;r diesen Sturz erzeugt).<\/p>\n<p>  Was noch &#8222;zu tun bleibt&#8220;, ist, den Sozialismus selbst &#252;ber Bord zu   werfen bzw. seines Inhalts zu berauben. Auch das macht Heinrich in der   &#8222;Wissenschaft vom Wert&#8220;. Aber da Heinrich dabei direkt an Gedankeng&#228;nge   ankn&#252;pft, die seine Analyse von Ware und Geld betreffen, also den   Gegenstand des hier kritisierten Buchs, ist hier ein passender Platz, um   die zentralen Punkte meiner Kritik kurz anzuf&#252;hren, die im Folgenden   dann ausf&#252;hrlich begr&#252;ndet und belegt werden.<\/p>\n<p>  Heinrich stellt seine Lesart des &#8222;Kapitals&#8220; in die Tradition der &#8222;neuen   Marx-Lekt&#252;re&#8220;. Meine Kritik an Heinrich bedeutet nicht, dass ich   s&#228;mtliche Aussagen dieser &#8222;neuen Marx-Lekt&#252;re&#8220; f&#252;r falsch halten w&#252;rde   (nicht einmal: entweder f&#252;r falsch oder f&#252;r l&#228;ngst bekannt). Z.B. halte   ich es f&#252;r ein gro&#223;es Verdienst dieser Lekt&#252;re, die unverzichtbare   Rolle, die Marx im Unterschied zur klassischen (und heutigen   neoklassischen) &#214;konomie dem Geld im Austausch zuerkannte, wesentlich   st&#228;rker herauszustreichen als das bis dahin &#252;blich war. (Backhaus pr&#228;gte   daf&#252;r die Begriffe &#8222;monet&#228;re Werttheorie&#8220; bei Marx und &#8222;pr&#228;monet&#228;re   Werttheorie&#8220; bei der klassischen &#214;konomie.) Ebenso richtig finde ich im   Prinzip die Betonung, dass die Reihenfolge der Darstellung im Marxschen   &#8222;Kapital&#8220; durch den Zusammenhang der &#246;konomischen Kategorien innerhalb   des Kapitalismus bestimmt ist und nicht durch eine historische   Aufeinanderfolge der Entstehung. Allerdings gibt es bei der Frage des   &#8222;Historischen&#8220; im &#8222;Kapital&#8220; in der &#8222;neuen Marx-Lekt&#252;re&#8220; Tendenzen, das   Kind mit dem Bade auszusch&#252;tten, das Auftreten von Waren in   vorkapitalistischen Gesellschaften zu leugnen.<\/p>\n<p>  Es ist vielleicht sinnvoll, Marx Gedanken in einer kurzen   Zusammenfassung zu zitieren, die er in den &#8222;Theorien &#252;ber den Mehrwert   gibt&#8220; &#8211; auch weil das Zitat in der Literatur meines Wissens wenig   beachtet wurde.<\/p>\n<p>  &#8222;Wir gehen von der Ware &#8211; von dieser spezifischen gesellschaftlichen   Form des Produkts &#8211; als Grundlage und Voraussetzung der kapitalistischen   Produktion aus. Wir nehmen einzelne Produkte in die Hand und analysieren   die Formbestimmtheiten, die sie als Ware enthalten, die sie zur Ware   stempeln. Vor der kapitalistischen Produktion &#8211; in fr&#252;hren   Produktionsweisen &#8211; tritt ein gro&#223;er Teil des Produkts nicht in   Zirkulation, wird nicht auf den Markt geworfen, nicht als Ware   produziert, nicht zur Ware. Andrerseits ist dann ein gro&#223;er Teil der   Produkte, die in die Produktion eingehen, nicht Ware und geht nicht als   Ware in den Prozess ein. Die Verwandlung der Produkte als Waren findet   nur an einzelnen Punkten statt, erstreckt sich nur auf den &#220;berschuss   der Produktion etc. oder nur auf einzelne Sph&#228;ren der&#173;selben   (Manufakturprodukte) etc. Die Produkte gehen weder dem ganzen Umfang   nach als Handelsartikel in den Prozess ein, noch kommen sie ihrer ganzen   Breite nach als solche aus ihm heraus. Dennoch ist die Entwicklung des   Produkts zur Ware, Warenzirkulation und daher Geldzirkulation in   be&#173;stimmten Grenzen, daher ein bis zu gewissem Grad entwickelter Handel   Voraussetzung, Ausgangspunkt der Kapitalbildung und der kapitalistischen   Produktion. Als solche Voraussetzung behandeln wir die Ware, indem wir   von ihr als dem einfachsten Element der kapitalistischen Produktion   ausgehen. Andrerseits aber ist das Produkt, das Resultat der   kapitalistischen Produktion, Ware. Was als ihr Element erscheint, stellt   sich sp&#228;ter als ihr eignes Produkt dar. Erst auf ihrer Basis wird es   allgemeine Form des Produkts, Ware zu sein, und je mehr sie sich   entwickelt, desto mehr gehen auch die Produkte in der Gestalt der Ware   als Ingredienzien in ihren Prozess ein. Die Ware, wie sie aus der   kapitalistischen Produktion herausk&#246;mmt, ist verschieden von der Ware,   wie von ihr als Element der kapitalistischen Produktion ausgegangen   wird. Wir haben nicht mehr die einzelne Ware, das einzelne Produkt vor   uns. Die einzelne Ware, das einzelne Produkt erscheint nicht nur reell   als Produkt, sondern auch als Ware, als nicht nur reeller, sondern auch   ideeller Teil der Gesamtproduktion. Jede einzelne Ware [er&#173;scheint] als   Tr&#228;ger eines bestimmten Teils des Kapitals und des von ihm geschaffnen   Mehrwerts.&#8220; (MEW 26.3, S. 108f.)2<\/p>\n<p>  Die Ware ist also &#8222;eine spezifische gesellschaftliche Form des   Produkts&#8220;. Marx geht von der Ware &#8222;als Grundlage und Voraussetzung&#8220;, als   &#8222;einfachstes Element der kapitalistischen Produktion&#8220; aus. Historisch,   in vorkapitalistischen Gesellschaften, war ein Gro&#223;teil der Produkte   keine Waren. Auch Produkte, die schlie&#223;lich als Waren verkauft wurden,   wurden nicht als Waren produziert, sondern erst nachtr&#228;glich als Waren   verwendet. Diese Verwandlung in Waren, Warenzirkulation und   Geldzirkulation sind die Voraussetzung, der Ausgangspunkt der   Kapitalbildung und des Kapitalismus. Das alles ist der Ausgangspunkt der   Marxschen Analyse, der Gegenstand der ersten Kapitel des Kapitals.   Sp&#228;ter (n&#228;mlich im dritten Band des Kapitals) behandelt Marx dann die   Ware &#8222;als eignes Produkt&#8220; der kapitalistischen Produktion, die &#8222;Ware,   wie sie aus der kapitalistischen Produktion herausk&#246;mmt&#8220;. Der   entscheidende Unterschied zwischen der Ware als Grundlage, Voraussetzung   und Element der kapitalistischen Produktion im ersten Band und der Ware   als Produkt der kapitalistischen Produktion im dritten Band des Kapitals   ist, dass Marx im dritten Band den Begriff des Produktionspreises der   Ware einf&#252;hrt. Womit wir es im Kapitalismus real zu tun haben ist aber   (bis auf wenige zu vernachl&#228;ssigende Ausnahmen) die Ware als Produkt der   kapitalistischen Produktion. Die Ware als Grundlage, Voraussetzung,   Element der kapitalistischen Produktion ist ein notwendiger   Analyseschritt, aber eine nichtempirische Theorieebene. Dass es diese   Ebene bei Marx gibt und eine entscheidende Rolle spielt, wei&#223; Heinrich   auch. In der &#8222;Wissenschaft&#8220; hat er es zu Recht betont. Nur: Wenn der   Kauf und Verkauf von Waren in der empirischen Wirklichkeit gar nicht zu   ihren Werten stattfindet, sondern zu von ihnen verschiedenen   Produktionspreisen (oder genauer: zu Marktpreisen, die um die   Produktionspreise pendeln), dann ist die Annahme sinnlos, die Werte   w&#252;rden erst durch den Tauschakt fixiert. Aber das ist Heinrichs Position   &#8211; oder vielmehr, das ist in zwei der drei Positionen beinhaltet,   zwischen denen Heinrich schwankt. Nach seiner extremen Lesart ist die   Produktion im Kapitalismus eine Produktion von G&#252;tern, die erst im   Moment des Tauschakts in Waren verwandelt werden. Nach seiner gem&#228;&#223;igten   Lesart ist die kapitalistische Produktion Warenproduktion. Wie gro&#223; der   Wert der Waren ist, entscheidet sich aber erst im Austausch. Und   gelegentlich vertritt er auch die wirkliche Marxsche Position, wonach   der Wert durch die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit bestimmt   wird. Zu diesen Schwankungen kommen noch Differenzen zwischen Heinrichs   aktuellem Buch und seinen fr&#252;heren B&#252;chern:<\/p>\n<p>  Weiter: da die Ware im ersten Abschnitt des &#8222;Kapitals&#8220; als Grundlage,   Voraussetzung und Element der kapitalistischen Produktion untersucht   wird, ist ihre Untersuchung nicht Selbstzweck. Sie bereitet die Analyse   des Kapitals vor. Das Kapital im Marxschen Sinne (nicht im Sinne   b&#252;rgerlicher &#214;konomen, die sich meist einbilden, Produktionsmittel &#8211;   Maschinen etc. &#8211; seien von Natur aus Kapital oder &#8222;Kapitalg&#252;ter&#8220;,   unabh&#228;ngig von den gesellschaftlichen Verh&#228;ltnissen) ist ein   gesellschaftliches Verh&#228;ltnis, &#8222;sich selbst verwertenden Wert&#8220;,   &#8222;prozessierender Wert&#8220;. Dazu geh&#246;rt, dass Kapital aus der Geldform in   die Warenform &#252;bergehen kann und umgekehrt, aus der Produktionssph&#228;re in   die Zirkulationssph&#228;re und umgekehrt. Dabei wei&#223; Marx nat&#252;rlich, dass   diese verschiedenen K&#228;ufe und Verk&#228;ufe misslingen k&#246;nnen, dass ein   Verk&#228;ufer seine Waren nicht oder nur zu einem niedrigeren Preis   verkaufen kann (in den letzten Monaten haben wir daf&#252;r gen&#252;gend   Beispiele erlebt). Genauso kann es einem K&#228;ufer passieren, dass er f&#252;r   seine Waren wesentlich mehr Geld hinbl&#228;ttern muss, als er vorgesehen   hatte. Marx bezeichnet daher den Verkauf als den &#8222;Salto mortale der   Ware&#8220; (Marx, S. 120) Aber der Salto mortale von Zirkusartisten gelingt   in der Regel. Auch eine Gesellschaft, die zugleich auf einer   hochgradigen Arbeitsteilung und Produktion von Waren f&#252;r einen Markt   beruht, k&#246;nnte nicht bestehen, wenn dieser Salto mortale nicht in der   Regel gelingen w&#252;rde. Deshalb geht Marx davon aus, dass sich die   grundlegenden Gesetzm&#228;&#223;igkeiten des Kapitalismus analysieren lassen,   indem man von den Abweichungen abstrahiert und voraussetzt, dass die   Waren zu ihren Werten (bei der Analyse der Ware als Grundlage,   Voraussetzung und Element der kapitalistischen Produktion) bzw. zu ihren   Produktionspreisen (bei der Analyse der Ware als Produkt der   kapitalistischen Produktion) verkauft werden.<\/p>\n<p>  Aber Heinrich stellt das in den Mittelpunkt, was Marx nur der   Vollst&#228;ndigkeit halber kurz anf&#252;hrt und wovon er im weiteren Verlauf der   Analyse abstrahiert. In diesem Blickwinkel ist jeder Verkaufsakt ein   unkalkulierbares Abenteuer und es ist ziemlich unverst&#228;ndlich, wie so   ein Kapitalismus &#252;berhaupt Jahrhunderte lang bestehen k&#246;nnte. Heinrich   sieht dieses Problem nicht, denn sein Blickwinkel bei der Analyse der   Ware ist der Blickwinkel des einzelnen Kapitalisten, der seine Waren   verkaufen m&#246;chte, derselbe Blickwinkel, der auch in der b&#252;rgerlichen   &#214;konomie vorherrscht. Marx Blickwinkel dagegen ist die Frage, wie sich   die kapitalistische Gesellschaft im Ganzen reproduzieren kann. Dass   Heinrich in der &#8222;Wissenschaft vom Wert&#8220; Marx vorgeworfen hat, nicht   konsequent mit der b&#252;rgerliche &#214;konomie gebrochen zu haben, ist dabei   noch ein ganz besonderer Witz.<\/p>\n<p>  Aber ein Witz mit Konsequenz: Heinrich rechnet sich zu der &#8222;neuen   Marx-Lekt&#252;re&#8220;, die zu Recht die grundlegende Bedeutung des Geldes f&#252;r   den Kapitalismus betont. Aber sein Irrglaube, dass der Wert der Waren   durch den tats&#228;chlich vollzogenen Austausch ermittelt werde, l&#228;sst ihn   in den Marxschen Text Tauschakte hineinphantasieren, wo Marx tats&#228;chlich   nur von der Wertbestimmung der Waren durch den Vergleich von Waren   schreibt und den Begriff des Geldes noch gar nicht entwickelt hat. So   phantasiert er in Marx&#8217; Text den Tausch Ware gegen Ware hinein, w&#228;hrend   Marx tats&#228;chlich im Unterschied zur b&#252;rgerlichen &#214;konomie betont, dass   im Kapitalismus der Tausch Ware gegen Geld (also Kauf und Verkauf) das   Normale ist.<\/p>\n<p>  Heinrich &#8222;l&#246;st&#8220; dieses Problem, indem er an vielen Stellen die Bedeutung   des Begriffs &#8222;monet&#228;re Werttheorie&#8220; verdreht und mit seinen Ansichten   &#252;ber die Bestimmung des Werts im Austausch identifiziert. Dabei hat die   Frage, ob ich Waren gegen andere Waren oder gegen Geld tausche nichts zu   tun mit der Frage, ob das quantitative Austauschverh&#228;ltnis dieses   Austauschs sich erst im Tauschakt ergibt oder seine Grundlage au&#223;erhalb   des Austauschs (im Produktionsprozess) hat.<\/p>\n<p>  Das f&#252;hrt uns zur Frage der Sozialismus-Vorstellung von Marx und Engels   im Unterschied zu der von Heinrich zur&#252;ck. Heinrich zitiert Engels   &#8222;Anti-D&#252;hring&#8220; und Marx &#8222;Kritik des Gothaer Programms&#8220;. In diesem Text   schreibt Marx: &#8222;Es herrscht hier offenbar dasselbe Prinzip, das den   Warenaustausch regelt, soweit er Austausch Gleichwertiger ist. Inhalt   und Form sind ver&#228;ndert, weil unter den ver&#228;nderten Umst&#228;nden niemand   etwas geben kann au&#223;er seiner Arbeit und weil andrerseits nichts in das   Eigentum der einzelnen &#252;bergehen kann au&#223;er individuellen   Konsumtionsmitteln. Was aber die Verteilung der letzteren unter die   einzelnen Produzenten betrifft, herrscht dasselbe Prinzip wie beim   Austausch von Waren&#228;quivalenten, es wird gleich viel Arbeit in einer   Form gegen gleich viel Arbeit in einer andern ausgetauscht.&#8220; (MEW 19, S.   20, teilweise zitiert in &#8222;Wissenschaft vom Wert&#8220;, S. 390) Es sollte aus   der Marxschen Darstellung der ersten Phase einer kommunistischen   Gesellschaft (die sp&#228;ter meist &#8222;Sozialismus&#8220; genannt wurde) klar sein,   dass Marx hier nicht &#252;ber Waren und Warenaustausch schreibt, sondern um   Produkte und ihre Verteilung, dass nur die Verteilung zun&#228;chst noch nach   dem selben Prinzip wie fr&#252;her der Warenaustausch stattfindet. Nat&#252;rlich   fand im Unterschied dazu im Stalinismus Warenkauf und -verkauf statt.   Aber das ist nur ein weiterer Beleg, dass der Stalinismus kein   Sozialismus im marxistischen Sinne war, sondern eine   &#220;bergangsgesellschaft zwischen Kapitalismus und Sozialismus. Heinrich   zitiert aus Engels&#8217; Anti-D&#252;hring sogar unter anderem den Satz: &#8222;Die   Leute machen Alles sehr einfach ab ohne Dazwischenkunft des   vielber&#252;hmten &quot;Werts&quot;.&#8220; (MEW 20, S. 288, zitiert S. 388) Es ist schwer   begreiflich, warum Heinrich nicht sieht, dass, wenn es im Sozialismus   keinen Wert mehr gibt, auch weder eine nichtmonet&#228;re noch eine monet&#228;re   Werttheorie gelten kann. Heinrich bezweifelt die Planbarkeit der   Wirtschaft, weil in k&#252;rzester Zeit ungeheure &#8222;Koordinations- und   Anpassungsleistungen&#8220; erforderlich w&#228;ren (a.a.O., S. 391) Was ist   Heinrichs Alternative? &#8222;Die monet&#228;re Werttheorie legt eher eine   genossenschaftliche Produktion nahe, deren gesamtgesellschaftliche   Koordination nicht durch eine (sowohl allwissende als auch zeitlos   reagierende) Zentrale hergestellt werden kann, sondern die eigener   vermittelnder Medien bedarf, die allerdings gesellschaftlich   kontrolliert werden m&#252;ssen, soll sich nicht wieder die alte   Warenproduktion und damit schlie&#223;lich auch das Kapitalverh&#228;ltnis   wiederherstellen.&#8220; (a.a.O.) In einer Fu&#223;note erg&#228;nzt er: &#8222;Insofern   erscheinen auch Vorstellungen eines &#8218;Marktsozialismus&#8217;, wo statt   kapitalistischer Unternehmen selbstverwaltete Genossenschaften am Markt   konkurrieren, recht problematisch.&#8220; (a.a.O., Fu&#223;note 21) Aber was   schl&#228;gt er anderes vor? Marx hatte im &#8222;Kapital&#8220; den Fr&#252;hsozialisten   Robert Owen gelobt: &#8222;es f&#228;llt Owen nicht ein, die Warenproduktion   vorauszusetzen und dennoch ihre notwendigen Bedingungen durch   Geldpfuschereien umgehen zu wollen.&#8220; (Marx, S. 109) Heinrich dagegen   glaubt, durch &#8222;Geldpfuschereien&#8220; die Warenproduktion zu &#252;berwinden und   ihre R&#252;ckkehr zu verhindern. Denn &#8222;vermittelnde Medien&#8220; m&#252;ssen zwar   nicht Geld sein &#8211; Kinokarten sind auch kein Geld. Aber Kinokarten dienen   nicht der &#8222;gesamtgesellschaftlichen Koordination&#8220;. &#8222;Vermittelnde   Medien&#8220;, die dieser Koordination dienen, sind Geld, egal wie man sie   nennt. Zu glauben, dass man solche &#8222;vermittelnden Medien&#8220; durch   &#8222;gesellschaftliche Kontrolle&#8220; daran hindern kann, wie Geld zu   funktionieren, ist ein R&#252;ckfall in den utopischen Sozialismus &#224; la   Proudhon, dessen Widerlegung eines der Ziele von Marx&#8217; &#8222;Kapital&#8220; war.   Heinrich spottet &#252;ber die &#8222;gesamtgesellschaftliche Koordination&#8220; durch   eine &#8222;Zentrale&#8220;. Nat&#252;rlich muss eine solche Koordination demokratisch   sein, um eine Neuauflage des Stalinismus zu verhindern. Aber die   Alternative dazu ist, dass sich die gesellschaftlichen Zusammenh&#228;nge   hinter dem R&#252;cken der Produzenten durchsetzen, wie Marx das im   &#8222;Fetischkapitel&#8220; des &#8222;Kapitals&#8220; (das in diesem Text auch ausf&#252;hrlich   behandelt wird) herausgearbeitet hat. Entweder die Produktion ist durch   eine gesamtgesellschaftliche Planung unmittelbar vergesellschaftet,   wobei diese Planung demokratisch sein muss und sehr dezentral sein kann   (das Zentrale kann sich auf eine Rahmenplanung beschr&#228;nken). Oder die   Produktion besteht aus individuellen Privatarbeiten (wobei es keinen   grundlegenden Unterschied ausmacht, ob die produzierenden Einheiten   kleine Handwerksbetriebe, kapitalistische Betriebe oder Genossenschaften   sind), die erst &#252;ber den Markt vergesellschaftet sind. Dann bleiben aber   Warenproduktion, Fetischcharakter der Ware, Konjunkturzyklen bestehen   und keine Geldpfuschereien und gesellschaftlichen Kontrollen k&#246;nnen die   kapitalistische Dynamik stoppen.3<\/p>\n<p>  Mit meiner Kritik an Heinrich werde ich in seinen Augen zweifellos in   die Schublade &#8222;traditioneller, weltanschaulicher Marxismus&#8220; geh&#246;ren. Ich   w&#252;rde es f&#252;r eine Ehre halten, in der gleichen Schublade wie Trotzki   oder Rosa Luxemburg untergebracht zu werden. Aber welchen Sinn macht   eine Schublade, in die au&#223;er den genannten auch rechte Sozialdemokraten   vor dem Ersten Weltkrieg oder Stalin geh&#246;ren? F&#252;r einen Menschen, der   glaubt, dass &#8222;zwei mal zwei&#8220; nicht &#8222;vier&#8220; ist (sondern &#8222;f&#252;nf&#8220; oder   &#8222;Waschmaschine&#8220; oder was wei&#223; ich), mag es Sinn machen, alle Menschen,   die glauben, dass &#8222;zwei mal zwei&#8220; &#8222;vier&#8220; ist, in eine Schublade zu   packen. Von daher mag es f&#252;r Heinrich Sinn machen, alle Menschen, die   seine Fehlinterpretation des &#8222;Kapitals&#8220; nicht teilen, in eine Schublade   zu stecken. Da ich aber glaube, im Folgenden deutlich zu zeigen, dass   Heinrichs Interpretation des &#8222;Kapitals&#8220; falsch ist, macht es keinen   Sinn, Menschen, die nicht viel mehr gemein haben, als dass sie diesen   bestimmten Fehler nicht gemacht haben (daf&#252;r andere Fehler und im Falle   Stalins noch viel Schlimmeres als Fehler) in eine Schublade zu stecken.<\/p>\n<p>  Kann man Heinrichs Lesart des Kapitals &#252;berhaupt eine   &#8218;Fehlinterpretation&#8217; nennen? Heinrich selbst hat in seiner &#8222;Wissenschaft   vom Wert&#8220; bem&#228;ngelt: &#8222;&#220;berhaupt schien mir die h&#228;ufige Rede von   &#8218;Missverst&#228;ndnissen&#8217; oder &#8218;Fehlinterpretationen&#8217; (&#8230;) die Probleme   unangemessen zu vereinfachen: auch eine &#8218;Fehlinterpretation&#8217; muss eine   Grundlage im interpretierten Text haben, ansonsten ist sie nur absurd   und dann auch keine Interpretation mehr (was nat&#252;rlich auch vorkommt).&#8220;   (a.a.O., S. 10) Aber er selbst schreibt kurz danach: Der Text ist &#8222;nicht   einfach nur gegebenes Objekt, sondern ein sich historisch ver&#228;nderndes:   seine &#220;berlieferung ist eingebettet in eine Rezeptionsgeschichte, die   bereits eine F&#252;lle von Konnotationen liefert, die nicht einfach vom Text   entfernt werden k&#246;nnen wie man Kr&#252;mel vom Papier entfernt; diese   Rezeptionsgeschichte hat vielmehr wesentlichen Anteil an der   Konstitution des Textes als &#8218;Werk&#8217;. Ebenso wenig ist der Interpret eine   tabula rasa; auch abgesehen von aller bornierten Interessiertheit, die   mit vorgefassten Urteilen an die Arbeit geht, um zu einem bereits   feststehenden Ergebnis zu gelangen, geschieht die Interpretation   notwendigerweise im Hinblick auf bestimmte wissenschaftliche und   politische Probleme, vor dem Hintergrund bestimmter   Auseinandersetzungen, in einer bestimmten Perspektive. Statt einer   blo&#223;en Enth&#252;llung ist die Interpretation ein konstruktiver Akt; sie   zeigt nicht blo&#223; auf ein vorhandenes Objekt, sie formuliert vielmehr   innerhalb bestimmter Grenzen ein neues Objekt.&#8220; (a.a.O., S. 26) Ob eine   Lesart nur eine Fehlinterpretation oder absurd ist, kann daher nicht   entschieden werden, indem man sie nur mit dem Text konfrontiert. Es   m&#252;sste auch untersucht werden, ob im Kontext der Rezeptionsgeschichte   Traditionen von Lesarten entstanden sind, die Interpretationen als   plausibel erscheinen lassen, die LeserInnen, denen diese Tradition fremd   ist, einfach nur absurd erscheinen m&#246;gen. Da eine Einbeziehung der   Rezeptionsgeschichte hier jeden Rahmen sprengen w&#252;rde, werde ich auf ein   Urteil dar&#252;ber verzichten, inwieweit Heinrichs Lesart eine   Fehlinterpretation oder &#8222;nur absurd&#8220; ist.<\/p>\n<p>  Auf der anderen Seite stellt die Bedeutung der Rezeptionsgeschichte   Heinrichs Vorwurf gegen Marx infrage, dass die widerspr&#252;chlichen   Interpretationen mit Unklarheiten des Marxschen Textes zusammenh&#228;ngen   m&#252;ssen. Dass die Verdrehung des Verh&#228;ltnisses von Produktion und   Austausch erst rund hundert Jahre nach der Ver&#246;ffentlichung des   &#8222;Kapitals&#8220; aufkam, ist schon ein Indiz, wie wenig Grundlage sie im   Marxschen Text hat. Es erforderte die geistige Ver&#246;dung durch den   Stalinismus, damit eine Lesart plausibel erscheinen konnte, die   unz&#228;hligen Aussagen von Marx widerspricht, aber eben auch der   stalinistischen Lesart.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Eine Kritik von Wolfram Klein\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[94],"tags":[270],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13513"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13513"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13513\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13513"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13513"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13513"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}