{"id":13493,"date":"2010-01-26T19:00:00","date_gmt":"2010-01-26T19:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13493"},"modified":"2010-01-26T19:00:00","modified_gmt":"2010-01-26T19:00:00","slug":"13493","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/01\/13493\/","title":{"rendered":"Jetzt erst recht: No Pasaran! Keinen Fu&#223;breit Boden f&#252;r Nazis!"},"content":{"rendered":"<p>  Der Gro&#223;aufmarsch der Nazis am 13.Februar in Dresden r&#252;ckt n&#228;her. Der   Staat kriminalisiert die AntifaschistInnen, und die   Gewerkschaftsb&#252;rokratie bekommt Angst vor der eigenen Courage.<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Es begann kaum merklich: In den s&#228;chsischen Schulen tauchten in   Nordrhein-Westfalen erstellte Comics mit dem Namen &#8222;Andi&#8220; auf. Sie   erkl&#228;ren den Sch&#252;lerInnen, dass Autonome, Trotzkisten, Stalinisten   dasselbe sind und es gef&#228;hrlich ist, sich ihnen anzuschlie&#223;en. Nazis   blockieren &#8211; das machen laut diesem Comic sowieso nur Gewaltt&#228;ter. Im   Vorfeld des 13. Februar ein eindeutiger Versuch, die Blockierer zu   kriminalisieren und ihnen Steine in den Weg zu legen.<\/p>\n<h4>  <i>von Steve K&#252;hne, Dresden<\/i><\/h4>\n<p>  Doch bei diesem &#8222;Werk&#8220; blieb es nicht. Razzien in Berlin bei &#8222;Red Stuff&#8220;   und in Dresden, in der s&#228;chsischen Landesgesch&#228;ftsstelle der Partei Die   LINKE und im &#8222;AZ Conni&#8220;. Tausende Plakate wurden beschlagnahmt,   antifaschistische Infrastruktur sollte zerschlagen und die Blockierer   einmal mehr als Straf- und Gewaltt&#228;ter verunglimpft werden.<\/p>\n<p>  Zurzeit f&#252;hrt der s&#228;chsische Landtag eine Debatte &#252;ber h&#228;rtere Strafen   im Falle von Gewalttaten gegen PolizistInnen. Die FDP verbreitet   entsprechende Anzeigen in Zeitungen, darin warnt sie ausdr&#252;cklich vor   rechten und linken Angriffen auf Uniformierte.<\/p>\n<p>  Dass der Staat so kurz vor dem 13.Februar zu derartigen Ma&#223;nahmen   schreitet, dient allein dem Zweck, die Proteste gegen den   Neo-Nazi-Aufmarsch zu behindern. Selbst die &#8222;S&#228;chsische Zeitung&#8220; vom   21.Januar musste das Offenkundige gestehen, dass die Razzien in Berlin   und Dresden den Nazis in die H&#228;nde gespielt haben. Freilich w&#252;rzt sie   ihre Feststellung mit der Warnung vor Autonomen, die, angestachelt durch   die Polizeiaktionen, nach Dresden kommen werden.<\/p>\n<h4>  Gewerkschaftsb&#252;rokratie kneift<\/h4>\n<p>  Auf der Konferenz von &#8222;No Pasaran&#8220; im November 2009 verk&#252;ndete Ralf   Hron, Vorsitzender des DGB-Bezirks Dresden-Oberelbe, vollmundig die   Unterst&#252;tzung des DGB f&#252;r die Blockaden. Auch der DGB wisse &#8222;wie man   sich hinsetzt&#8220;. Nun ist das mit der DGB-F&#252;hrung so eine Sache. Hinsetzen   ja, das kann sie, nur mit dem Aufstehen hapert es noch.<\/p>\n<p>  Und so br&#246;ckelt nun auch die Unterst&#252;tzung f&#252;r die Blockade. Nachdem die   CDU-Oberb&#252;rgermeisterin Helma Orosz die Gewerkschaften aufrief mit ihr   eine Menschenkette zu bilden, die um 13.30Uhr beginnen soll, zu einem   Zeitpunkt also, zu dem die Nazis fr&#246;hlich gr&#246;lend im Zug sitzen, lie&#223;   Ralf Hron voll Freude seine Zustimmung erkennen. Man wird also einer   Politikerin die Hand reichen, die noch vor wenigen Tagen ank&#252;ndigte,   weitere 200 Millionen in Dresden zu sparen und n&#228;chstens den Bau von   Stra&#223;en und Schulen gegeneinander abzuw&#228;gen. Dass man Nazis nur   bek&#228;mpft, wenn man auch deren pseudo-soziale Demagogie angreift, daf&#252;r   aber glaubw&#252;rdig sein muss, was man nicht ist, wenn man mit den   Sozialabbauern zusammen agiert, scheint nicht mehr zum Einmaleins der   Gewerkschaftsb&#252;rokraten zu geh&#246;ren.<\/p>\n<p>  Folgerichtig durfte die ver.di-Betriebsgruppe im Krankenhaus   Dresden-Neustadt ihren Artikel mit dem Aufruf zur Beteiligung an der   Blockade nicht in ihrer Betriebszeitung drucken und der Artikel gegen   die drohende Privatisierung des Krankenhauses fiel ebenfalls dem   zensierenden Rotstift der Gewerkschaftsb&#252;rokratie zum Opfer. Anders als   die Gewerkschaftssekret&#228;re blieb die Gewerkschaftsgruppe trotz des nicht   unerheblichen Druckes standhaft und weigerte sich, &#8222;ihre&#8220; Zeitung zu   verteilen, die laut Willen des zust&#228;ndigen Sekret&#228;rs mit einer leeren   Seite (kein Gag!) erscheinen sollte.<\/p>\n<h4>  Hilft uns der Staat?<\/h4>\n<p>  So mancher begann zu jubeln, als die &#8222;S&#228;chsische Zeitung&#8220; verlauten   lie&#223;, die Stadt Dresden werde den Nazi-Aufmarsch untersagen.   Pustekuchen! Marschieren werden sie wohl tats&#228;chlich nicht, aber eine   Kundgebung d&#252;rfen sie machen. Die sei, so die Begr&#252;ndung von staatlicher   Seite, besser zu &#252;berwachen. Ob die Polizei nun die Kundgebung oder die   Gegenaktivit&#228;ten besser &#252;berwachen wird &#8211; wir werden es sehen. Aber   bedenkt man den Polizeieinsatz des letzten Jahres, der die rechten teils   ohne Begleitung durch Dresdens Innenstadt ziehen lie&#223;, w&#228;hrend linke   GegendemonstrantInnen attackiert wurden, werden wir uns wohl auf einen   massiven Einsatz gegen GegendemonstrantInnen gefasst machen m&#252;ssen.<\/p>\n<p>  Der Staat &#8211; das Beispiel Dresden zeigt es besonders deutlich &#8211; steht   nicht auf unserer Seite. Abschiebungen, staatliche Hetze gegen   ImmigrantInnen, die immer wieder als S&#252;ndenb&#246;cke f&#252;r Arbeitslosigkeit   und Sozialabbau herhalten m&#252;ssen, s&#228;en eine Saat, die die Nazis ernten.   W&#228;re der Staat derart konsequent gegen die Nazis vorgegangen wie in den   letzten Tagen gegen die AntifaschistInnen, das Problem des 13.Februars   w&#252;rde so nicht existieren.<\/p>\n<p>  Stattdessen plant die Familienministerin den Einsatz von 2 Millionen   Euro in Programme gegen &#8222;Linksextremisten&#8220;. Der Staat hilft uns nicht im   Kampf gegen Nazis! Wir m&#252;ssen selbst etwas tun!<\/p>\n<h4>  Die Blockaden zum Erfolg machen!<\/h4>\n<p>  Nach all den Vorf&#228;llen m&#252;ssen wir jetzt erst recht gegen den   Nazi-Aufmarsch handeln! Wir m&#252;ssen gemeinsam die Aufm&#228;rsche der Nazis zu   einem Desaster werden lassen, in Dresden und &#252;berall. Doch das bedeutet   auch einen Kampf gegen das kapitalistische System, das den Nazis den   Boden bereitet. Noch viel zu wenig, fast nicht h&#246;rbar wird im Rahmen der   Blockadevorbereitungen &#252;ber die soziale Frage diskutiert. Das muss sich   &#228;ndern, wir m&#252;ssen den Menschen zeigen, dass Nazis, entgegen ihrer   Pseudo-Forderungen, f&#252;r das kapitalistische System einstehen. Wir m&#252;ssen   ihnen zeigen, dass wir dieses System ablehnen und mit ihnen, den   ImmigrantInnen, Sch&#252;lerInnen, RentnerInnen, Arbeitslosen und   ArbeiterInnen gemeinsam bek&#228;mpfen wollen und in unserem ureigensten   Interesse bek&#228;mpfen m&#252;ssen.<\/p>\n<h4>  In dem Sinne: &#8222;No Pasaran!&#8220;<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Der Gro&#223;aufmarsch der Nazis am 13.Februar in Dresden r&#252;ckt n&#228;her. 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