{"id":13481,"date":"2010-01-20T00:00:00","date_gmt":"2010-01-20T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13481"},"modified":"2010-01-20T00:00:00","modified_gmt":"2010-01-20T00:00:00","slug":"13481","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/01\/13481\/","title":{"rendered":"Sozialismus-Konferenz in Israel"},"content":{"rendered":"<p>  Ein Jahr nach dem Gaza-Krieg: Instabilit&#228;t, Polarisierung zwischen den   Klassen und zunehmendes Interesse an sozialistischen Ideen<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  &#220;ber 130 J&#252;dinnen, Juden und AraberInnen nahmen an der   &#8222;Sozialismus-Konferenz 2009&#8220; teil, die organisiert wurde von Tnu`at   Maavak Sozialisti \/ Harakat Nidal Eshtaraki (Bewegung Sozialistischer   Kampf; Schwesterorganisation der SAV in Israel)<\/p>\n<h4>  <i>Bericht von Mitgliedern der Tnua&#180;t Maavak Sozialisti \/ Harakat Nidal   Eshtaraki<\/i><\/h4>\n<p>  Ein Jahr nach dem verheerenden Angriff des israelischen Regimes auf den   Gazastreifen und vor dem Hintergrund zunehmender Militarisierung,   Instabilit&#228;t und neuer Attacken auf die<\/p>\n<p>  Lebensbedingungen der Arbeiterklasse sowie der Mittelschicht in Israel   und den besetzten Gebieten hielt Tnua&#180;t Maavak Sozialisti \/ Harakat   Nidal Eshtaraki die gr&#246;&#223;te bisher von ihr ausgerichtete &#246;ffentliche   Veranstaltung ab.<\/p>\n<p>  Rund 130 J&#252;dinnen, Juden und AraberInnen, Frauen und M&#228;nner,   Studierende, ArbeiterInnen, RentnerInnen, GewerkschafterInnen und   SozialistInnen waren trotz str&#246;menden Regens gekommen, um an der   &#8222;Sozialismus-Konferenz 2009&#8220; teilzunehmen und die j&#252;ngsten K&#228;mpfe um   gewerkschaftliche Rechte, Proteste gegen Rassismus und Diskriminierung,   den Kampf gegen ethnische Unterdr&#252;ckung sowie die Besatzungspolitik zu   diskutieren und sich mit dem Thema einer sozialistischen Alternative zu   Kapitalismus und Krieg zu besch&#228;ftigen.<\/p>\n<p>  Im vergangenen Jahr fand die &#8222;Sozialismus-Konferenz 2008&#8220; am 26.   Dezember, einen Tag bevor das israelische Regime den brutalen Krieg im   Gazasteifen begann, statt. Damals nahm Maavak Sozialisti mit ganzer   Kraft an den Antikriegsdemonstrationen teil, zu denen es in Israel vom   ersten Tag des Krieges an kam. Ein Jahr sp&#228;ter nun beteiligte sich   Maavak Sozialisti neben Hunderten von AraberInnen, J&#252;dinnen und Juden an   den beiden Demonstrationen, die auf der israelischen Seite der Grenze   zum belagerten Gazastreifen sowie im Zentrum Tel Avivs stattfanden, um   gegen die anhaltende Belagerung Gazas aufzustehen und den 1.400 Opfern   des Krieges zu gedenken. Die von der rechts-nationalen Regierung   Netanjahu ausgehende erneute Kriegsdrohung, zusammen mit der verst&#228;rkten   Repression gegen&#252;ber den Pal&#228;stinenserInnen, hat die Nationale Frage   einmal mehr in den Mittelpunkt des Interesses r&#252;cken lassen.<\/p>\n<h4>  Gemeinsame K&#228;mpfe<\/h4>\n<p>  Die Notwendigkeit des massenhaften und gemeinsamen Kampfes von J&#252;dinnen,   Juden und AraberInnen gegen Besetzung und ethnische Unterdr&#252;ckung wurde   in allen drei Workshops der Konferenz umfassend aufgegriffen und   diskutiert. Im ersten Arbeitskreis, in dem es um die anhaltenden K&#228;mpfe   und Protestbewegungen gegen die j&#252;ngsten Angriffe der Regierung ging,   hob Jafer Fareh, Kopf des Equality Center und ehemalige F&#252;hrungsfigur   des nicht anerkannten, landesweit agierenden Arabischen   Studierendenbunds in Israel, die Notwenigkeit hervor, die t&#228;glichen   sozialen K&#228;mpfe zu den akuten Problemen mit breiteren K&#228;mpfen wie zum   Beispiel gegen Rassismus, ethnische Unterdr&#252;ckung und die Besetzung zu   verkn&#252;pfen. Andere RednerInnen, darunter ArbeitnehmervertreterInnen und   AktivistInnen von Maavak Sozialisti, sprachen dar&#252;ber, wie die   Arbeitgeber den Rassismus und die Teile-und-Herrsche-Taktik in den   Betrieben anwenden. Fat`hiya Mossrawi von der   ErzieherInnen-Gewerkschaft, die j&#252;dische und arabische weibliche   Besch&#228;ftigte organisiert, gab ein Beispiel daf&#252;r, wie ArbeiterInnen   jeglichen ethnischen Hintergrunds auf Grundlage des Kampfs f&#252;r ihre   Rechte zusammen kommen k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Yaniv Klener, Vertreter des alternativen Komitees der Besch&#228;ftigten im   Gesundheitsbereich, das sich im zur Zeit laufenden Kampf f&#252;r   gewerkschaftliche Organisierung durch die Organisation &#8222;Macht den   Arbeitern&#8220; engagiert und eben noch einen siebenw&#246;chigen Streik angef&#252;hrt   hat, brachte sich ebenfalls ein. Kiril, Vertreter des k&#252;rzlich erst in   einer im S&#252;den der Stadt gelegenen Pflastersteinfabrik gegr&#252;ndeten   Arbeiterkomitees, war gekommen, um &#252;ber die dort von Statten gehende   gewerkschaftliche Organisierung durch &#8222;Macht den Arbeitern&#8220; zu   berichten, zu der es kam, nachdem man sich durch den Streik der   Besch&#228;ftigten im Gesundheitsbereich motiviert sah. Au&#223;erdem traten in   diesem ersten Workshop u.a. auch der Vertreter der Lehramtsfakult&#228;t der   Offenen Universit&#228;t und eine Vertreterin der neuen, radikalen   Widerstandsbewegung der Schwulen, Lesben und Transgender auf.<\/p>\n<h4>  Sozialistische Alternative zu Kapitalismus und Krieg<\/h4>\n<p>  Vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise und weltweit stattfindender   Angriffe auf die Lebensstandards von ArbeiterInnen wurde im zweiten   Arbeitskreis detailliert eine sozialistische Alternative zum   Kapitalismus er&#246;rtert. Die fortgesetzten neoliberalen Kampagnen mit   ihren K&#252;rzungen bei den Sozialbudgets und Attacken auf organisierte   Belegschaften hat in Israel dazu gef&#252;hrt, dass zwei Drittel der Kinder   und ein Viertel der Bev&#246;lkerung unterhalb der Armutsgrenze leben.   Verschiedene RednerInnen stellten in der Diskussion heraus, wie wenig   m&#246;glich es im Kapitalismus ist, die brennenden gesellschaftlichen   Probleme aus Armut und Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen. Es kam   aber auch zur Sprache, wie unf&#228;hig das System ist, der Nationalen Frage   zu begegnen und die nationalen Bestrebungen der einzelnen Volksgruppen   zu gew&#228;hrleisten sowie die sozialen Rechte aller Ethnien in der Region   sicherzustellen, so lang Kapitalismus und Imperialismus Bestand haben.   In der Debatte stellte Maavak Sozialisti heraus, wie dringend n&#246;tig der   Aufbau einer unabh&#228;ngigen Partei der arbeitenden Menschen als Mittel zum   Kampf f&#252;r sozialistischen Wandel ist.<\/p>\n<p>  Der letzte Workshop fand im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit f&#252;nf   verschiedenen GewerkschafterInnen der vor kurzem erst ins Leben   gerufenen Organisation &#8222;Alle macht den Arbeitern&#8220; und vom   Gewerkschaftsdachverband Histadrut statt. Allgemeines Thema war, wie die   organisierte Arbeiterbewegung in Israel organisiert werden kann. Die   kriminelle Rolle, die die F&#252;hrung von Histadrut in den vergangenen   Jahren gespielt hat, wurde von den DiskutantInnen auf dem Podium im   Besonderen aufgegriffen. Ami Vaturi und Arye Gur, die heute beide der   F&#252;hrung von &#8222;Macht den Arbeitern&#8220; angeh&#246;ren, erz&#228;hlten den   TeilnehmerInnen, wie die Histadrut-F&#252;hrung zwei unterschiedliche von ihr   gef&#252;hrte K&#228;mpfe verraten hat. Efraim Davidi, Mitglied der   Kommunistischen Partei in Israel, der &#252;ber den Hadash-Fl&#252;gel bis 2007   Mitglied der Histadrut-F&#252;hrung war, betonte, wie n&#246;tig der Aufbau einer   klassenbewussten Schicht an GewerkschafterInnen innerhalb des   Gewerkschaftsbundes selbst ist. Er sagte, dass es sich bei &#8222;Macht den   Arbeitern&#8220; um eine unn&#246;tige Spaltung der Kr&#228;fte handeln w&#252;rde, die die   organisierte Arbeiterbewegung geschw&#228;cht habe. Andere, wie etwa Inbal   Heramony, Vertreterin der Sozialarbeiterorganisation &#8222;Unsere Zukunft&#8220;,   die als Opposition innerhalb der Sozialarbeitergewerkschaft arbeitet   (die wiederum Mitgliedsgewerkschaft von Histadrut ist), beschrieben   dennoch den positiven Effekt, den die Gr&#252;ndung von &#8222;Alle macht den   Arbeitern&#8220; auf eine k&#228;mpferische Gewerkschaftst&#228;tigkeit innerhalb des   Dachverbands gehabt habe. Shay Galy, Mitglied der F&#252;hrung von &#8222;Macht den   Arbeitern&#8220; und Aktivist von Maavak Sozialisti, sprach von der dringenden   Notwendigkeit, dass die ArbeiterInnen unabh&#228;ngig von ihrer   Gewerkschaftszugeh&#246;rigkeit miteinander kooperieren. Ferner betonte er,   wie notwendig die Einheitsfront der verschiedenen Gewerkschaften im   Kampf gegen K&#252;rzungen und f&#252;r h&#246;here L&#246;hne ist. Auf diese Weise k&#246;nnten   auch die dar&#252;ber hinaus gehenden Problemstellungen angegangen werden,   mit denen arbeitende Menschen konfrontiert sind.<\/p>\n<p>  Diese Jahreskonferenz griff die dr&#228;ngenden Probleme auf, denen sich   ArbeiterInnen in der Region Israel \/ Pal&#228;stina gegen&#252;ber sehen: die   &#246;konomische Krise und wie ihr zu begegnen ist; ein drohender neuer   Krieg; K&#228;mpfe gegen Krieg, Besetzung und ethnische Unterdr&#252;ckung und die   Notwendigkeit einen sozialistischen Wandel zu erreichen. 14 verschiedene   ArbeitnehmervertreterInnen und Repr&#228;sentantInnen aus anderen K&#228;mpfen   gingen auf der Konferenz auf diese Problemfelder ein. Dar&#252;ber hinaus   profitierten viele weitere von den reichhaltigen Erfahrungen, die bei   dieser Zusammenkunft ausgetauscht wurden, was auch dazu f&#252;hrte, dass ein   praxisbezogener Leitfaden f&#252;r den Kampf f&#252;r Sozialismus in Israel, den   pal&#228;stinensischen Gebieten und den ganzen Nahen Osten gegeben wurde.<\/p>\n<p>  <b>Homepage von Tnu&quot;at Maavak Sozialisti \/ Harakat Nidal Eshtaraki: <a href=\"www.maavak.org.il\">www.maavak.org.il<\/a><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Ein Jahr nach dem Gaza-Krieg: Instabilit&#228;t, Polarisierung zwischen den<br \/>\n      Klassen und zunehmendes Interesse an sozialistischen Ideen\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[37],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13481"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13481"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13481\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13481"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13481"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13481"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}