{"id":13463,"date":"2010-02-02T00:00:00","date_gmt":"2010-02-02T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13463"},"modified":"2010-02-02T00:00:00","modified_gmt":"2010-02-02T00:00:00","slug":"13463","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/02\/13463\/","title":{"rendered":"No Pasar&#225;n &#8211; Sie werden nicht durchkommen!"},"content":{"rendered":"<p>  Wie kann der Nazi-Aufmarsch in Dresden erfolgreich gestoppt werden?<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Das bundesweite antifaschistische B&#252;ndnis &#8222;No Pasar&#225;n!&#8220; ruft dazu   auf, den faschistischen Gro&#223;aufmarsch am 13. Februar in Dresden mit   Massenblockaden zu verhindern.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Ronald Luther, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  Die &#252;ber 50 beteiligten Gruppen und Organisationen beziehen sich mit   ihrem Blockadeaufruf unter anderem auf die Verhinderung des   rechtsextremen Anti-Islam-Gipfels in K&#246;ln im September 2008. Damals   erreichten 10.000 Menschen mit Blockaden, dass sich die Rechten   &#252;ber-haupt nicht versammeln konnten. W&#228;hrend antifaschistische   Organisationen, GewerkschafterInnen und DIE LINKE zu den Blockaden   mobilisierten, demonstrierten Vertreter von Regierung und etablierten   Parteien damals fernab vom Geschehen.<\/p>\n<h4>  Gegen Nazis und gegen Arbeitsplatzvernichtung<\/h4>\n<p>  Zur Mobilisierung sind Diskussionen in den Schulen, an den Unis und in   den Betrieben sowie Veranstaltungen, &#214;ffentlichkeitsarbeit und   Stadtteilversammlungen n&#246;tig. Dabei muss aufgezeigt werden, dass nicht   MigrantInnen, sondern deutsche Unternehmer Arbeitspl&#228;tze abbauen.<\/p>\n<p>  In den Vorjahren ist es nicht gelungen, viele DresdnerInnen f&#252;r die   Antifa-Proteste zu gewinnen. Mancher arbeitslose Dresdner wird &#8211; zu   Recht &#8211; fragen, warum er gemeinsam mit Politikern demonstrieren soll,   die Hartz IV zu verantworten haben? Parteien wie CDU, SPD, FDP und Gr&#252;ne   heucheln au&#223;erdem, wenn sie einerseits gegen die NPD protestieren und   andererseits ausl&#228;ndische Familien abschieben. Darum gilt es, unabh&#228;ngig   von den etablierten Parteien zum Protest aufzurufen &#8211; und dabei den   Zusammenhang zum Sozialkahlschlag herzustellen.<\/p>\n<h4>  Massenprotest<\/h4>\n<p>  Millionen ArbeiterInnen sind in Gewerkschaften organisiert. Die   effektivsten direkten Aktionen w&#228;ren Streiks. Ein Streiktag in der   Elbstadt w&#228;re der kraftvollste Protest gegen den Aufmarsch, an dem 2009   6.000 Nazis teilnahmen. Wie sollen die Nazis denn nach Dresden kommen,   wenn sie kein Zug und kein Bus bef&#246;rdert oder wenn sie nirgendwo ihre   Autos betanken k&#246;nnen?<\/p>\n<p>  Als die Nazis in K&#246;ln ihren Anti-Islam-Gipfel durchf&#252;hren wollten,   stie&#223;en sie auf unerwartete Probleme. So waren nicht nur   Veranstaltungsr&#228;ume von Tausenden DemonstrantInnen umstellt, sondern   vielerorts waren sie zu unerw&#252;nschten Personen erkl&#228;rt worden.   Taxifahrer-Innen weigerten sich, rechtsextreme Funktion&#228;re zu bef&#246;rdern   und Kneipen schenkten kein K&#246;lsch an Nazis aus.<\/p>\n<p>  Das gibt eine Idee, was m&#246;glich w&#228;re, wenn die Gewerkschaften die Nazis   zu persona non grata erkl&#228;ren w&#252;rden. Die Gewerkschaften h&#228;tten auch die   Macht, eine ganze Region auf die Stra&#223;e zu bringen und die   antifaschistische Demonstration durch gut organisierte Ordnerdienste   gegen Polizei&#252;bergriffe und Nazi-Provokationen zu verteidigen.<\/p>\n<p>  Leider ist die heutige Gewerkschaftsf&#252;hrung hierzu nicht bereit. So   richtig es ist, aufzuzeigen, was eigentlich m&#246;glich w&#228;re, so wichtig ist   es, zu versuchen, wenigstens in einzelnen Betrieben und Bereichen   GewerkschaftsvertreterInnen f&#252;r eine solche Politik zu begeistern und   damit Beispiele zu setzen.<\/p>\n<h4>  Warum blockieren?<\/h4>\n<p>  Viele DresdnerInnen werden sich fragen, ob es nicht sinnvoller w&#228;re,   einen Tag Urlaub zu nehmen und die Stadt zu verlassen, bis der braune   Spuk wieder verschwunden ist. Aber genau dieser sitzt mit der NPD nun   schon seit zwei Legislaturperioden im s&#228;chsischen Landtag und ist   realer, als vielen lieb ist. Sachsen ist in den letzten Jahren zu einer   Hochburg der neofaschistischen Szene geworden. Das zeigten allein schon   die &#220;bergriffe faschistischer Schl&#228;gerbanden bei der An- und Abreise im   Februar 2009. Ein Bus mit Gewerkschafter-Innen wurde von Nazi-Schl&#228;gern   gezielt angegriffen. F&#252;nf Kollegen wurden verletzt, einer davon kam mit   Sch&#228;delbruch ins Krankenhaus. Wenn wir die Nazis also gew&#228;hren lassen,   dann schw&#228;cht das auch den Kampf gegen Sozialk&#252;rzungen.<\/p>\n<p>  Immer offener nehmen NPD-Funktion&#228;re zudem positiv Bezug auf die   Hitler-Diktatur. So breitete zum Beispiel der NPDler Thomas Wulff am 26.   Juli 2008 bei der Beerdigung des Nazi Friedhelm Busse eine   Hakenkreuz-Fahne auf dessen Sarg aus. Das Ziel der Neonazis: die   Abschaffung aller demokratischen Rechte sowie die vollst&#228;ndige   Zerschlagung der Arbeiterbewegung.<\/p>\n<p>  Genau deshalb m&#252;ssen Nazi-Aufm&#228;rsche generell verhindert werden. Dabei   ist kein Verlass auf die Politik oder den b&#252;rgerlichen Staatsapparat. So   konnten die Neonazis ihren Aufmarsch in Dresden im letzten Jahr gerade   deshalb weitgehend ungest&#246;rt durchziehen, weil Gegendemonstranten wegen   Polizeiabsperrungen nicht an die Aufmarsch-Strecke gelangten. Teilweise   wurden AntifaschistInnen bereits auf der Hinfahrt von der Polizei   drangsaliert.<\/p>\n<h4>  Aus der Geschichte lernen<\/h4>\n<p>  Mit dem Verlauf der Wirtschaftskrise wird auch die rechtsextreme Gefahr   steigen. Es ist daher wichtig, dass Gewerkschaften und LINKE die Lehren   aus der Geschichte ziehen. Wenn ein erneutes Erstarken der Faschisten   aufgehalten werden soll, dann m&#252;ssen Gewerkschaften und LINKE den   Widerstand gegen Krise und Nazi-Gefahr mit dem internationalen Kampf f&#252;r   eine sozialistische Demokratie verbinden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Wie kann der Nazi-Aufmarsch in Dresden erfolgreich gestoppt werden?\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[221],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13463"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13463"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13463\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13463"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13463"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13463"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}