{"id":13459,"date":"2010-01-09T00:00:00","date_gmt":"2010-01-09T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13459"},"modified":"2010-01-09T00:00:00","modified_gmt":"2010-01-09T00:00:00","slug":"13459","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/01\/13459\/","title":{"rendered":"Polizeibrutalit&#228;t beim Klimagipfel"},"content":{"rendered":"<p>  Gespr&#228;ch mit Ongoo Buyanjargal, die in Kopenhagen mitdemonstrierte. Die   Fragen stellte Aron Amm<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  Am 12. Dezember wurden fast 1.000 Demonstranten verhaftet. Warum kam es   zu den Festnahmen?<\/h4>\n<p>  Anl&#228;sslich des Klimagipfels wurde ein Gesetz erlassen, nach dem die   d&#228;nische Polizei befugt ist, pr&#228;ventiv Aktivisten festzunehmen.<\/p>\n<p>  Wir sind als CWI-Block mitgelaufen, haben Slogans wie &#8222;Save the planet,   smash the system, what we need is socialism&#8220; gerufen. Die Demonstration   mit 100.000 Teilnehmern war friedlich. Wir wurden ganz pl&#246;tzlich von der   Demo getrennt und eingekesselt, es wurden vorher weder Steine   geschmissen noch gab es andere Provokationen seitens der Demonstranten.<\/p>\n<h4>  Wie verhielt sich die Polizei, als sie Euch verhaftete?<\/h4>\n<p>  Unsere Taschen wurden durchsucht, dann wurden unsere H&#228;nde auf dem   R&#252;cken mit Kabelbindern gefesselt und wir wurden in einer Reihe nach   Geschlecht getrennt hingesetzt. Bezugsgruppen wurden weit auseinander   gesetzt.<\/p>\n<p>  Es war bereits dunkel, die Temperatur sank dementsprechend auf fast null   Grad, wir mussten in V-Form ineinander verkeilt auf dem kalten   Betonboden sitzen. Die Kabelbinder wurden zum Teil so fest um die   Handgelenke gebunden, dass sie sich ins Fleisch schnitten und die H&#228;nde   taub wurden. Mein Daumen ist noch immer taub.<\/p>\n<p>  Wir hatten weder Informationen &#252;ber den Grund noch &#252;ber die Dauer und   den Verlauf der Festnahme, wir durften nicht auf Toilette und von Essen,   Trinken und W&#228;rme konnte man nur tr&#228;umen. Du sa&#223;t unschuldig gefesselt   auf dem kalten Boden und musstest mitansehen, wie Leute um dich herum   geschlagen wurden. Viele weinten, einige bekamen Schockanf&#228;lle. Viele,   die nicht zur Toilette gelassen wurden, mussten in die Hose machen und   harrten in ihrem eigenen Urin weiter aus.<\/p>\n<p>  Nach vier Stunden wurde man abtransportiert. Dort mussten wir abermals   in der selben Stellung ausharren. Absolute Willk&#252;r entschied, ob und   wann man frei kam oder in die &#8222;H&#252;hnerk&#228;fige&#8220; gesteckt wurde.<\/p>\n<h4>  Wie haben die CWI-Mitglieder auf die Polizeigewalt reagiert?<\/h4>\n<p>  Als wir eingekesselt wurden, haben wir sofort Ketten und eine   Sitzblockade gebildet. Wir waren friedlich, wollten den Polizisten keine   M&#246;glichkeit zum Zuschlagen geben. Slogans wie &#8222;This is what democracy   looks like&#8220; wurden schnell von den anderen Demonstranten &#252;bernommen.<\/p>\n<p>  Joe Higgins, EU-Parlamentsmitglied und CWIler, &#252;bte noch am selben Abend   auf die d&#228;nische Polizei Druck aus. Nach der Verhaftung wurde eine   gutbesuchte Pressekonferenz von der schwedischen Sektion des CWI   organisiert. Es sprachen unter anderem auch Vertreter von Friends of the   Earth.<\/p>\n<h4>  Welche Schlussfolgerung ziehst du aus den Ereignissen?<\/h4>\n<p>  Klar ist, dass solche Gipfel immer mehr genutzt werden, um   Ausnahmezust&#228;nde zu legitimieren. Ziel ist die Einsch&#252;chterung der   Bev&#246;lkerung: Wer sich mit dem Staat anlegt, kriegt eins in die Fresse.<\/p>\n<p>  W&#228;hrend die Umweltzerst&#246;rung immer bedrohlichere Ausma&#223;e annimmt, setzen   sich als Staatsoberh&#228;upter getarnte Lobbyisten zusammen und zeigen sich   unf&#228;hig, die Umweltkrise zu stoppen. Wie auch? Profite gehen nun mal vor   Mensch und Natur. H&#246;chste Zeit, dieses System zu &#228;ndern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Gespr&#228;ch mit Ongoo Buyanjargal, die in Kopenhagen mitdemonstrierte. 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