{"id":13440,"date":"2009-11-12T00:00:00","date_gmt":"2009-11-12T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13440"},"modified":"2009-11-12T00:00:00","modified_gmt":"2009-11-12T00:00:00","slug":"13440","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/11\/13440\/","title":{"rendered":"Abbau bleibt Abbau"},"content":{"rendered":"<p>  Vereinbarung bei Daimler Sindelfingen<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Die spontanen Proteste der vergangenen Tage im Daimler-Werk Sindelfingen   haben das Management des Autobauers offenbar in Angst und Schrecken   versetzt. Wollte es vor kurzem noch nicht einmal mit dem Betriebsrat   &#252;ber die Verlagerung der C-Klasse-Produktion sprechen, pr&#228;sentierten   beide Seiten schon am Donnerstag einen Kompromi&#223;.<b> <\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Karl Neumann<\/i><\/h4>\n<p>  Demnach sind in Sindelfingen betriebsbedingte K&#252;ndigungen bis Ende 2019   ausgeschlossen. Das ist wahrscheinlich der l&#228;ngste Zeitraum, f&#252;r den   eine solche Zusage bislang gemacht wurde. F&#252;r die Besch&#228;ftigten, die in   den vergangenen Tagen um den Erhalt ihrer Existenzgrundlage gebangt   haben, ist das vielleicht eine gewisse Beruhigung. Eine Vermeidung von   Stellenabbau &#8211; wie vom Unternehmen und in den Medien zum Teil suggeriert   &#8211; bedeutet die Vereinbarung jedoch nicht.<\/p>\n<p>  Die Daimler-Spitze bleibt dabei: Ab 2014 wird die C-Klasse, das am   besten verkaufte Mercedes-Modell, nicht mehr in Sindelfingen, sondern in   Bremen und Tuscaloosa\/USA gefertigt. Mit dieser Entscheidung &#187;steigert   das Unternehmen seine Wettbewerbsf&#228;higkeit&#171;, freute sich Konzernchef   Dieter Zetsche. Wie das funktioniert, ist klar: In dem Werk im   US-Bundesstaat Alabama haben die Gewerkschaften nichts zu sagen, die   Einkommen sind niedriger und die Arbeitsbedingungen schlechter. Als   Dreingabe steuert der Gouverneur von Alabama 100 Millionen Dollar f&#252;r   die &#187;geschaffenen Arbeitspl&#228;tze&#171; bei. Dort sollen allerdings nur rund   1000 entstehen, w&#228;hrend in Sindelfingen etwa 4500 Besch&#228;ftigte in der   C-Klasse-Produktion t&#228;tig waren. Und auch im Bremer Werk, das die   SL-Fertigung nach Sindelfingen und seine bisherige C-Klasse-Produktion   in die USA abgeben mu&#223;, ist die Gesamtbilanz nach Ansicht kritischer   Betriebsr&#228;te negativ (siehe Interview vom 9. Dezember).<\/p>\n<p>  Der Betriebsrat und die IG Metall sprechen von insgesamt 2700   Arbeitspl&#228;tzen, die in Sindelfingen &#187;neu&#171; geschaffen werden sollen. Die   Diskrepanz zum bisherigen Besch&#228;ftigungsvolumen ist offensichtlich.   Hinzu kommt die ohnehin stattfindende Rationalisierung, so da&#223; letztlich   einige tausend Arbeitspl&#228;tze auf der Strecke bleiben d&#252;rften &#8211;   &#187;sozialvertr&#228;glich&#171; vernichtet durch Altersteilzeit und &#187;nat&#252;rliche   Fluktuation&#171;, sprich: Stellen werden nicht neu besetzt. F&#252;r Jugendliche   und die Region sind die Jobs dann f&#252;r immer verloren. Zudem wird ein   Teil der &#187;zus&#228;tzlichen&#171; Jobs durch &#187;Insourcing&#171; von an Zulieferer wie   Magna und Johnson Controls vergebene Aufgaben erreicht, was einen   entsprechenden Abbau in diesen Firmen nach sich zieht.<\/p>\n<p>  Auch f&#252;r die Sindelfinger Belegschaft selbst ist der Deal keine Garantie   auf Arbeitsplatzerhalt. Wie alle derartigen Vertr&#228;ge enth&#228;lt er eine   Revisionsklausel f&#252;r den Fall wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Vollends   problematisch ist das Bekenntnis des Betriebsrats zur &#187;kontinuierlichen   Erh&#246;hung der Wettbewerbsf&#228;higkeit und einer Steigerung der Effizienz im   Werk&#171;. &#220;bersetzt hei&#223;t das: K&#252;nftig ist es Aufgabe der   Besch&#228;ftigtenvertretung, die Vernichtung von Arbeitspl&#228;tzen selbst zu   forcieren.<\/p>\n<h5>  <i>Dieser Artikel erschien zuerst in der Tageszeitung &quot;junge Welt&quot; vom   11.12.2009<\/i><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Vereinbarung bei Daimler Sindelfingen\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13440"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13440"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13440\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13440"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13440"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13440"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}