{"id":13436,"date":"2009-12-04T12:00:00","date_gmt":"2009-12-04T12:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13436"},"modified":"2009-12-04T12:00:00","modified_gmt":"2009-12-04T12:00:00","slug":"13436","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/12\/13436\/","title":{"rendered":"Keine Ruhe in Sindelfingen"},"content":{"rendered":"<p>  Im gr&#246;&#223;ten Daimler-Werk gehen Proteste gegen Verlagerung der   C-Klasse-Produktion weiter.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  von Karl Neumann (zuerst erschienen in der jungen welt vom 4.12.2009)<\/h4>\n<p>  Die Proteste bei Daimler in Sindelfingen gegen die Verlagerung der   C-Klasse rei&#223;en nicht ab. Auch am Donnerstag kamen Tausende zu   Kundgebungen im Werk zusammen. Die B&#228;nder standen erneut stundenlang   still, nachdem bereits den gesamten Mittwoch gestreikt worden war.   Unterst&#252;tzung bekam die Sindelfinger Belegschaft von der nahegelegenen   Fabrik in Untert&#252;rkheim. Dort versammelten sich am Vormittag rund 3500   Besch&#228;ftigte in den verschiedenen Betriebsteilen zu Kundgebungen. Die   Produktion wurde mehrere Stunden unterbrochen.<\/p>\n<p>  Nachdem am Mittwoch s&#228;mtliche Schichten im mit rund 36 000 Besch&#228;ftigten   gr&#246;&#223;ten Pkw-Werk des Daimler-Konzerns durch eine spontane   Arbeitsniederlegung ausgefallen waren, demonstrierten am Donnerstag fr&#252;h   nach Betriebsratsangaben einige hundert Arbeiter mit einem Protestmarsch   von B&#246;blingen nach Sindelfingen. Danach versammelten sich mehrere   tausend Mitarbeiter zu einer Informationsveranstaltung im Werk. Allein   durch die Aktionen am Mittwoch seien 1000 Autos nicht produziert worden,   hie&#223; es.<\/p>\n<p>  &#187;Es ist nicht das Ziel, die Produk&#173;tion lahmzulegen und das Unternehmen   zu sch&#228;digen&#171;, betonte eine Sprecherin des Betriebsrats am Donnerstag   gegen&#252;ber der Presse. Getreu diesem Motto forderte die   Besch&#228;ftigtenvertretung die Kollegen nach Ende der Veranstaltung auf, an   die Arbeit zur&#252;ckzukehren. Doch nach jW-Informationen weigerten sich   Hunderte Bandarbeiter aus der C- und E-Klasse-Produktion, diesem Aufruf   Folge zu leisten, und versammelten sich wie am Vortag erneut vor dem   Sindelfinger Verwaltungsgeb&#228;ude des Konzerns.<\/p>\n<p>  &#187;Es herrscht eine gigantische Mischung aus Wut und Angst&#171;, berichtete   Betriebsratsmitglied Siegfried Deuschle am Donnerstag auf jW-Nachfrage.   &#187;Die Leute wollen, da&#223; die C-Klasse in Sindelfingen bleibt oder da&#223;   zumindest verbindliche Zusagen f&#252;r alternative Besch&#228;ftigung gemacht   werden &#8211; sie wollen jetzt wissen, was Sache ist.&#171;<\/p>\n<p>  Den Versicherungen der Konzernspitze, die Verlagerung verursache keinen   Stellenabbau, trauen die Besch&#228;ftigten offenbar nicht. &#187;Das ist doch   gelogen von vorne bis hinten&#171;, meinte Ali Yaylaci von der   oppositionellen Betriebsgruppe &#187;Alternative&#171;. Sein Kollege Mahmut Aktas,   der wie Yaylaci in der E-Klasse-Montage arbeitet, erg&#228;nzte im   jW-Gespr&#228;ch: &#187;Selbst wenn keiner gek&#252;ndigt wird, sind die Arbeitspl&#228;tze   f&#252;r unsere Kinder und f&#252;r die Region verloren.&#171; Der Betriebsrat geht   davon aus, da&#223; durch die Verlagerung, die 2014 umgesetzt werden soll,   3000 Stellen im Werk sowie 2000 weitere bei Zulieferern verlorengehen   werden.<\/p>\n<p>  &#187;Die C-Klasse ist nur der Anfang&#171;, ist Aktas &#252;berzeugt. &#187;Wenn sie die   Produktion mit dem Argument verlagern, sie sei anderswo billiger, dann   werden sie das Gleiche demn&#228;chst f&#252;r die E- und S-Klasse und auch in   vielen anderen Betrieben sagen.&#171; Deshalb m&#252;&#223;ten die Proteste konsequent   fortgesetzt werden, meinte der IG-Metall-Vertrauensmann. Betriebsrat und   IG Metall d&#252;rften &#187;die Leute nicht nur ein paar mal rausholen und dann   wieder beruhigen&#171;, forderte er.<\/p>\n<p>  Am Donnerstag legten nach Gewerkschaftsangaben auch rund 3500   Besch&#228;ftigte des Stammwerks Untert&#252;rkheim die Arbeit nieder. Allein im   Betriebsteil Mettingen beteiligten sich rund 2000 Menschen an einer   Kundgebung vor dem Tor. &#187;Die Emp&#246;rung ist auch bei uns riesengro&#223;&#171;,   beschrieb Betriebsratsmitglied Andr&#233; Halfenberg gegen&#252;ber jW die   Stimmung. Ein Teil der Mettinger Achsenproduktion w&#228;re von der   Verlagerung der C-Klasse aus Sindelfingen direkt betroffen.<\/p>\n<p>  &#187;Kundgebungen allein werden den Daimler-Vorstand nicht zur Vernunft   bringen&#171;, ist Halfenberg &#252;berzeugt. &#187;Um ihn dazu zu bringen, die   Entscheidung zur Verlagerung zur&#252;ckzunehmen, m&#252;ssen wir die Produktion   &#252;ber einen l&#228;ngeren Zeitraum lahmlegen.&#171; Er begr&#252;&#223;te es, da&#223; der   Gesamtbetriebsrat alle in den kommenden Wochen geplanten   Samstagsschichten auch in Untert&#252;rkheim abgesagt hat. F&#252;r Donnerstag   abend waren in Untert&#252;rkheim und Sindelfingen weitere Kundgebungen   geplant. Am heutigen Freitag sollen von der Sindelfinger Fabrik aus   Demonstrationsz&#252;ge in die Innenst&#228;dte von Sindelfingen und B&#246;blingen   starten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Im gr&#246;&#223;ten Daimler-Werk gehen Proteste gegen Verlagerung der<br \/>\n      C-Klasse-Produktion weiter.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13436"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13436"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13436\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13436"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13436"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13436"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}