{"id":13430,"date":"2009-11-29T00:00:00","date_gmt":"2009-11-28T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=13430"},"modified":"2012-07-18T15:58:18","modified_gmt":"2012-07-18T13:58:18","slug":"13430","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/11\/13430\/","title":{"rendered":"Kein Wandel durch Kopenhagener Klimagipfel"},"content":{"rendered":"<p>  Radikale Alternative gegen Umweltzerst&#246;rung und Klimawandel notwendig<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Vom 7. bis 18. Dezember 2009 treffen sich die Regierungschefs aus &#252;ber   180 L&#228;ndern zum &quot;Welt-Klimagipfel&quot; in Kopenhagen. Mit viel   Bombast-Rhetorik werben die Veranstalter f&#252;r ihre Konferenz, bei der ein   neues &quot;Klimaschutzabkommen&quot; verhandelt werden soll. Besonders ins Zeug   legt sich der britische Premier Gordon Brown: &quot;In jeder &#196;ra gibt es nur   ein oder zwei Momente, in denen Nationen zusammenkommen und   Vereinbarungen treffen, die Geschichte schreiben, weil sie den Gang der   Dinge ver&#228;ndern.&quot; <\/p>\n<h4>  <i>von Sebastian, Essen<\/i><\/h4>\n<p>  Auch die Gesten von Bundeskanzlerin Angela Merkel sollen viel Hoffnung   machen. Gab sie doch bereits beim letzten G8-Gipfel den Klimaschutz als   &quot;Chefsache&quot; aus und erkl&#228;rte, bei der &quot;gr&#246;&#223;ten Herausforderung f&#252;r die   Menschheit&quot; die F&#252;hrungsrolle in der EU und den G8 einzunehmen.   Geschehen ist bisher nicht viel.<\/p>\n<h4>  &quot;Viel L&#228;rm um nichts&quot; waren bereits die letzten Klimagipfel<\/h4>\n<p>  Wie ernst es die Herrschenden mit der Rettung der Welt vor   Umweltzerst&#246;rung und Klimawandel nehmen, haben die letzten   Klimakonferenzen eindrucksvoll gezeigt. Schauen wir zur&#252;ck auf die   letzten Gipfeltreffen.<\/p>\n<p>  1992 trafen sich im Rahmen der Vereinten Nationen (UN) Vertreter aller   wichtigen Staaten in Rio de Janeiro, um erstmals auf internationaler   Ebene &#252;ber die Verringerung der Emission von Treibhausgasen zu beraten.   Das Ergebnis d&#228;mpfte die Erwartungen. Man einigte sich darauf, sich ein   anderes Mal wieder zu treffen. F&#252;nf Jahre sp&#228;ter sah man sich dann in   Kyoto wieder und einigte sich auf das &quot;Kyoto&quot;-Protokoll, das in den   Folgejahren noch etliche Male korrigiert wurde.<\/p>\n<h4>  Profit durch Umweltzerst&#246;rung<\/h4>\n<p>  Die Kyoto-Vereinbarung diente fast mehr der Profitmaximierung einzelner   Konzerne als dem Umweltschutz. Nach Kyoto bl&#252;hte n&#228;mlich der Handel mit   Emissionen und &quot;Verschmutzungsrechten&quot; auf. Allein in Deutschland   &quot;verdienten&quot; Stromkonzerne wie RWE, E.on und Vattenfall so zus&#228;tzliche   acht Milliarden Euro im Jahr. Bei dem kommenden Klimagipfel soll das   Emissionshandelssystem auf weltweiter Ebene ausgebaut werden.<\/p>\n<p>  Das erkl&#228;rte Ziel, die Emissionswerte um acht Prozent gegen&#252;ber den   Werten von 1990 zu reduzieren, wurde zwar in einzelnen L&#228;ndern erreicht.   In vielen L&#228;ndern wurde die Aussto&#223;rate von CO2 allerdings auch kr&#228;ftig   erh&#246;ht. In den USA, die das Kyoto-Protokoll erst gar nicht   ratifizierten, steigerte sich der Aussto&#223; seit 1990 um &#252;ber 15 Prozent.<\/p>\n<h4>  Kein Fortschritt durch Kopenhagen<\/h4>\n<p>  Das Kyoto-Protokoll ist nur noch bis 2012 g&#252;ltig. W&#228;hrend VertreterInnen   m&#228;chtiger EU- L&#228;nder wie Deutschland und England die Konferenz nutzen   wollen, um sich als die gro&#223;en Umweltsch&#252;tzer darzustellen, sind andere   Experten aus den USA und Europa &#228;u&#223;erst skeptisch, ob es &#252;berhaupt zu   irgendeinem Beschluss kommen wird. Der Chef des Uno-Klimasekretariats   Yvo de Boer warnt, dass es beim Gipfel nicht gelingen werde, sich auf   einen rechtlich bindenden internationalen Vertrag zu einigen.<\/p>\n<p>  Das leuchtet ein: Gerade in der Krise werden sich die Unternehmen und   ihre VertreterInnen in den Regierungen nicht darauf einlassen, ihre   Profite durch &#246;kologische Auflagen schm&#228;lern zu lassen.<\/p>\n<h4>  Widerstand gegen die Klima-Killer<\/h4>\n<p>  Es ist davon auszugehen, dass beim Klimagipfel nichts als hei&#223;e Luft   produziert wird. Linke Gruppen und Umweltorganisationen mobilisieren   deshalb zu Gegenprotesten. Am 13. Dezember wird es eine zentrale   Demonstration in Kopenhagen geben, an der auch SAV- und CWI-Mitglieder   teilnehmen werden.<\/p>\n<p>  Durch den zunehmenden Aussto&#223; von Treibhausgasen durch die   kapitalistische Industrie erw&#228;rmt sich die Erde. Die Folgen sind   dramatisch: Ein Abschmelzen der Polkappen und Gletscher, das Ansteigen   des Meeresspiegels, &#220;berschwemmungen durch Hochwasser und starke   Regenf&#228;lle, eine Zunahme von Umweltkatastrophen, schweren D&#252;rren und   eine grundlegende St&#246;rung des &#214;kosystems. Was notwendig ist, ist ein   radikales Umschwenken in der Klimapolitik.<\/p>\n<h4>  Sozialismus ist Notwendigkeit<\/h4>\n<p>  Der Klimaforscher James E. Hansen hielt in einer im Juni 2008   ver&#246;ffentlichten Studie fest, dass bis sp&#228;testens 2030 die Menschheit   den Ausstieg aus der Energieerzeugung durch Kohle vollzogen haben muss,   da sonst der &quot;Point of no Return&quot;, der Kipppunkt, &#252;berschritten sein   wird.<\/p>\n<p>  Der Kapitalismus, der auf blinder Profitmehrung beruht, wird sich nicht   in eine friedliche und &#246;kologische Gesellschaft umformen lassen, in der   die Interessen von Mensch und Natur z&#228;hlen. Die Profitgier und die   Konkurrenz zwischen den Unternehmen und den Nationalstaaten   untereinander verhindern, dass das Problem des Klimawandels wirksam und   auf internationaler Ebene bek&#228;mpft werden kann.<\/p>\n<p>  H&#246;chste Zeit also dieses System zu &#252;berwinden, bevor es nicht mehr   m&#246;glich ist, die Klimakatastrophe aufzuhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Radikale Alternative gegen Umweltzerst&#246;rung und Klimawandel notwendig\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[117],"tags":[270],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13430"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13430"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13430\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13430"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13430"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13430"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}