{"id":13421,"date":"2009-12-30T00:00:00","date_gmt":"2009-12-30T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13421"},"modified":"2009-12-30T00:00:00","modified_gmt":"2009-12-30T00:00:00","slug":"13421","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/12\/13421\/","title":{"rendered":"Opel &#8211; wie weiter?"},"content":{"rendered":"<p>  F&#252;r den Erhalt aller Werke und Arbeitspl&#228;tze!<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Nach der Entscheidung des Mutterkonzerns General Motors (GM), Opel zu   behalten, &#228;u&#223;erten Betriebsr&#228;te und Politiker aller Couleur ihre   Entt&#228;uschung dar&#252;ber. Doch jetzt brauchen wir keine Worth&#252;lsen, sondern   ein internationales Kampfprogramm f&#252;r den Erhalt aller Werke und   Arbeitspl&#228;tze.<\/b><\/p>\n<h4>  <b><i>von S&#246;nke Schr&#246;der, Essen<\/i><\/b><\/h4>\n<p>  Viele deutsche Politiker und der Opel-Betriebsrat um Klaus Franz   favorisierten den &#8222;Magna-Deal&#8220;. Sie hofften, Magna w&#252;rde keinen der   deutschen Standorte (R&#252;sselsheim, Kaiserslautern, Eisenach und Bochum)   schlie&#223;en. Um Magna zu unterst&#252;tzen, sagte der Betriebsrat dem   Unternehmen den Verzicht auf L&#246;hne, Weihnachts- und Urlaubsgeld in   Milliardenh&#246;he zu.<\/p>\n<h4>  <b>Magna &#8211; die besseren Kapitalisten?<\/b><\/h4>\n<p>  Bez&#252;glich des Lohns w&#228;re der &#8222;Magna-Deal&#8220; f&#252;r die Besch&#228;ftigten also   schon mal ein schlechtes Gesch&#228;ft gewesen, zumal gleichzeitig eine   Arbeitsverdichtung zu erwarten gewesen w&#228;re. Aber w&#228;ren wenigstens die   Arbeitspl&#228;tze gesichert gewesen? Von wegen. Magna plante die Entlassung   von &#252;ber 10.000 Besch&#228;ftigten in Europa, das sind etwa genauso viele,   wie GM auf die Stra&#223;e setzen will. Auch an deutschen Standorten wie   Bochum w&#228;ren Teile der Produktion dicht gemacht worden.<\/p>\n<p>  Angesichts der weltweiten &#220;berkapazit&#228;ten in der Autoindustrie h&#228;tte die   Strategie der Betriebsrats- und Gewerkschaftsb&#252;rokraten &#8211; Verzicht auf   internationale Solidarit&#228;t unter Opel-ArbeiterInnen und   Lohnzugest&#228;ndnisse &#8211; &#252;ber kurz oder lang nicht einen einzigen   Arbeitsplatz gerettet!<\/p>\n<h4>  <b>Arbeitskampf vorbereiten<\/b><\/h4>\n<p>  Betriebsratschef Klaus Franz erz&#228;hlt stolz davon, dass er Tag und Nacht   SMS-Kontakt mit Politikern wie Angela Merkel oder dem hessischen   Ministerpr&#228;sidenten Roland Koch (CDU) habe, um sich &#252;ber die Zukunft von   Opel abzustimmen. Aber wo bleibt die Abstimmung mit den Belegschaften?<\/p>\n<p>  Jetzt sind Versammlungen in allen Werken notwendig, auf denen   ArbeiterInnen und Angestellte unabh&#228;ngig von der Konzernleitung &#252;ber die   Situation an ihrem Arbeitsplatz und die anstehenden Kampfschritte   diskutieren k&#246;nnen. Auf solchen Versammlungen sollten aus der Mitte der   Belegschaften Arbeitskampf-Leitungen gew&#228;hlt werden, die &#8211; jederzeit   rechenschaftspflichtig und abw&#228;hlbar &#8211; die Vernetzung mit KollegInnen   aus Werken &#252;ber L&#228;ndergrenzen hinweg koordinieren und einen   internationalen Protesttag vorbereiten. Der Kampf in den Werken des   Weltkonzerns GM muss international sein, damit die Belegschaften nicht   gegeneinander ausgespielt werden.<\/p>\n<h4>  <b>K&#228;mpfen bei Opel &#8211; und &#252;berall!<\/b><\/h4>\n<p>  Die Angriffe auf Opel-Besch&#228;ftigte sind kein isoliertes Ph&#228;nomen. Im   Zuge der Weltwirtschaftskrise stehen in allen Bereichen Entlassungen an,   dazu kommen die anstehenden unsozialen Ma&#223;nahmen der Regierungen. Ein   erfolgreicher Kampf der Opelaner k&#246;nnte auf alle von Entlassung und   Sozialabbau betroffenen Menschen ermutigend wirken.   Solidarit&#228;tsb&#252;ndnisse k&#246;nnten die K&#228;mpfe einer Region zusammenbringen   und die Kampfkraft steigern.<\/p>\n<h4>  <b>Verstaatlichung und Arbeiterkontrolle<\/b><\/h4>\n<p>  Doch wof&#252;r soll gek&#228;mpft werden? Die Unternehmer haben in den letzten   Jahrzehnten immer wieder gezeigt, dass sie nicht f&#228;hig sind, den   Besch&#228;ftigten bei Opel eine sichere Zukunft zu bieten. Darum geh&#246;rt der   Konzern dauerhaft in Staatshand. Dies darf jedoch nicht hei&#223;en, dass   Kanzlerin Merkel und Guido Westerwelle k&#252;nftig die Kontrolle &#252;ber   Belegschaft und Produktion haben. Die Betriebe m&#252;ssen unter der   demokratischen Kontrolle und Verwaltung von Belegschaftsvertretern,   gew&#228;hlten GewerkschaftsvertreterInnen und der Allgemeinheit stehen.<\/p>\n<p>  Au&#223;erdem muss die Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich radikal verk&#252;rzt   werden, um Arbeitspl&#228;tze zu sichern und neue zu schaffen. Dieser Kampf   muss damit einhergehen, auch in anderen Unternehmen und Branchen f&#252;r die   &#220;berf&#252;hrung in &#246;ffentliches Eigentum einzutreten. N&#246;tig ist ein Bruch   mit dem kapitalistischen System, damit nicht mehr die Profite der   Kapitalisten, sondern die Bed&#252;rfnisse von Mensch und Natur im   Vordergrund stehen.<\/p>\n<h2>  <b>Umstellung der Produktion<\/b><\/h2>\n<p>  Die Krise von Opel und die Krise der Weltwirtschaft sind kein Zufall.   Ihre Ursachen liegen im Profitsystem. Aber was ist die Alternative?<\/p>\n<h4>  <i>von S&#246;nke Schr&#246;der, Essen<\/i><\/h4>\n<p>  Seit Jahren werden deutlich mehr Autos hergestellt, als verkauft werden   k&#246;nnen. Jeder Konzern versuchte, seine Marktposition zu st&#228;rken, riesige   &#220;berkapazit&#228;ten wurden geschaffen. Nicht zum ersten Mal. Wie sagte schon   der fr&#252;here BMW-Chef Eberhard von Kuenheim: &#8222;Es gibt zu viele Autos,   aber es gibt zu wenig BMWs.&#8220;<\/p>\n<h4>  Krise aus &#220;berfluss<\/h4>\n<p>  Wenn im Mittelalter ein trockener Sommer oder eine Insektenplage die   Ernte ruinierte, kam es zu Hungersn&#246;ten, also zu Krisen, die aus Mangel   entstanden. Wenn heute die B&#228;nder stillstehen, dann ist das keine Krise,   die aus Mangel entstanden ist. Die Kapitalisten sind gezwungen, Fabriken   zu schlie&#223;en, um ihre Profitkrise zu l&#246;sen.<\/p>\n<h4>  Sinnvolle Produktion<\/h4>\n<p>  Das Krisenchaos hat seine Ursache im Marktchaos mit seinem Profitzwang   und seiner Konkurrenz. Darum geh&#246;rt die Wirtschaft der Herrschaft der   Kapitalisten entzogen. Eine demokratisch geplante Wirtschaft w&#252;rde es   erm&#246;glichen, die Produktion radikal umzustellen.<\/p>\n<p>  Bei Opel beispielsweise k&#246;nnten die Maschinen genutzt werden, um   &#246;kologisch sinnvolle &#246;ffentliche Verkehrsmittel zu bauen. Busse und   Stra&#223;enbahnen, die gen&#252;gend Platz und Komfort bieten, h&#228;ufig und in   einem gut ausgebauten Streckennetz fahren, w&#252;rden das Auto &#252;berfl&#252;ssig   und das Reisen angenehmer machen. Aber auch komplett andere Produkte   k&#246;nnten hergestellt werden. In der Wochenzeitung vom 26. Februar schrieb   Tom Adler, IG-Metall-Betriebsrat der &#8222;Alternative&#8220; im Daimler Werk   Stuttgart-Untert&#252;rkheim: &#8222;Einen Rohstoff gibt es allerdings, der im   &#220;berfluss vorhanden ist: das Wissen der FacharbeiterInnen im Autobau und   die Kreativit&#228;t von Zehn-tausenden in den Entwicklungsbereichen.&#8220; n<\/p>\n<h4>  Der Filmemacher Michael Moore &#252;ber Konversion<\/h4>\n<p>  &#8222;GM kann man nur retten, indem man GM t&#246;tet. Die Rettung unserer   wertvollen industriellen Infrastruktur ist eine andere Geschichte und   hat oberste Priorit&#228;t.<\/p>\n<p>  Wenn wir es zulassen, dass unsere Autofabriken geschlossen und   abgerissen werden, dann werden wir einst innigst w&#252;nschen, sie noch zu   haben, wenn wir erkennen, dass diese Fabriken die alternativen   Energiesysteme h&#228;tten bauen k&#246;nnen, derer wir dringend bed&#252;rfen.<\/p>\n<p>  Und wenn wir erkennen, dass der beste Weg, uns von A nach B zu   bef&#246;rdern, leichte Schienenfahrzeuge und Schnellz&#252;ge und sauberere Busse   sind, wie k&#246;nnen wir das bew&#228;ltigen, wenn wir zuvor zugelassen haben,   dass unsere Industriekapazit&#228;ten und die qualifizierte Arbeiterschaft   verschwinden?<\/p>\n<p>  Innerhalb weniger Monate stoppte GM in Flint im Jahre 1942 die   Autoherstellung und begann aus dem Stand heraus, an den Flie&#223;b&#228;ndern   Flugzeuge herzustellen, Panzer und Maschinengewehre. (&#8230;) Jetzt m&#252;ssen   wir unsere Autofabriken sofort in Fabriken f&#252;r Massentransportfahrzeuge   und alternative Energieerzeuger umfunktionieren&#8220; (1. Juni 2009).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      F&#252;r den Erhalt aller Werke und Arbeitspl&#228;tze!\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,11],"tags":[220],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13421"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13421"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13421\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13421"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13421"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13421"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}