{"id":13415,"date":"2009-12-21T00:00:00","date_gmt":"2009-12-21T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13415"},"modified":"2009-12-21T00:00:00","modified_gmt":"2009-12-21T00:00:00","slug":"13415","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/12\/13415\/","title":{"rendered":"IG-Metall-Spitze macht Unternehmervorschl&#228;ge"},"content":{"rendered":"<p>  Arbeitszeitdebatte in der IG Metall<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Die deutsche Meall- und Elektroindustrie geh&#246;rt zu den Branchen, die   am h&#228;rtesten von der Wirtschaftskrise betroffen sind. Von den fast 3,5   Millionen Besch&#228;ftigten befanden sich im zweiten Quartal dieses Jahres   durchschnittlich 950.000 in Kurzarbeit. Die Produktion liegt fast ein   Viertel unter der des Vorjahres. Nach Berechnungen der IG Metall wird   erst 2013 das Produktionsniveau von 2007 wieder erreicht werden. Wenn   man bedenkt, dass die Produktivit&#228;t weiterhin steigen wird (f&#252;r 2010   werden 2,4 Prozent vorhergesagt), wird eines ganz deutlich:   Hunderttausende Industriearbeitspl&#228;tze sind in Gefahr.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Johannes Burczyk, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  Die F&#252;hrung der IG Metall propagiert weiterhin, dass Kurzarbeit das   beste Mittel sei, um Besch&#228;ftigung zu sichern. Gemeinsam mit dem   Unternehmerverband Gesamtmetall fordert sie die Regierung auf, die Ende   des Jahres auslaufende Regelung zum Kurzarbeitergeld zu verl&#228;ngern.   Diese Regelung weitet die Bezugsdauer auf 24 Monate aus. Kurzarbeit   bedeutet, dass die Bundesagentur f&#252;r Arbeit bis zu 67 Prozent des   Nettolohns f&#252;r die ausgefallene Arbeitszeit bezahlt. Dadurch wird es den   Unternehmen erm&#246;glicht, ihre Personalkosten drastisch zu reduzieren.   Bezahlt wird das letztlich von den Lohnabh&#228;ngigen durch ihre   Sozialversicherungsbeitr&#228;ge selbst: Die Bundesagentur f&#252;r Arbeit rechnet   mit bis zu f&#252;nf Milliarden Euro zus&#228;tzlichen Kosten. Selbst einigen   Kapitalvertretern geht das zu weit. So bezeichnet der   CDU-Mittelstandspolitiker Peter Rauen die Regelung zur Kurzarbeit als   &#8222;Auspl&#252;nderung der Sozialkassen zu Gunsten der Konzerne&#8220;.<\/p>\n<h4>  Verk&#252;rzte Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich<\/h4>\n<p>  Neben der Kurzarbeit verabredeten IG Metall F&#252;hrung und Konzerne weitere   Formen der Arbeitszeitverk&#252;rzung. Der &#8222;Tarifvertrag   Besch&#228;ftigungssicherung&#8220; erm&#246;glicht es den Unternehmen, die Arbeitszeit   von 35 auf 30 Stunden pro Woche zu reduzieren. Ohne Lohnausgleich.   Betroffene KollegInnen verlieren da-durch 14 Prozent ihres Einkommens.<\/p>\n<p>  Der Bezirksleiter der IG Metall Baden-W&#252;rttemberg, J&#246;rg Hofmann, schlug   auf einer Strategiekonferenz Anfang November vor, dar&#252;ber hinaus die   Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden senken zu k&#246;nnen. Er forderte einen   &#8222;Teillohnausgleich&#8220;, der steuerbefreit bleiben m&#252;sse. Der Boss von   Gesamtmetall Kannegie&#223;er begr&#252;&#223;te diesen Vorsto&#223;: &#8222;Wir halten diesen   Vorschlag f&#252;r erw&#228;genswert &#8211; er w&#252;rde vermutlich Einsparungen bringen.&#8220;   All diese Arten der Arbeitszeitverk&#252;rzung &#8211; die auch Gegenstand der   Metall-Tarifrunde im Fr&#252;hjahr 2010 werden k&#246;nnten &#8211; haben eines gemein:   Sie gehen voll auf Kosten der Besch&#228;ftigten. Die Konzernprofite bleiben   unangetastet. Die Generallinie vom deutschen Kapital und seinem Staat,   dass &#8222;Deutschland&#8220; (gemeint sind die Konzerne) gest&#228;rkt aus dieser Krise   hervorgehen m&#252;sse, wird von der F&#252;hrung der IG Metall geteilt und   unterst&#252;tzt.<\/p>\n<h4>  Kritik am jetzigen Gewerkschaftskurs<\/h4>\n<p>  Notwendig ist aber eine drastische Arbeitszeitverk&#252;rzung, die den   Bed&#252;rfnissen der Besch&#228;ftigten und der Arbeitslosen entspricht. Die   &#8222;Initiative zur Vernetzung der Gewerkschaftslinken&#8220; (IVG) forderte auf   ihrer Konferenz im Oktober: &#8222;Angesichts der Reallohnverluste der letzten   Jahre ist ein voller Lohnausgleich notwendig. Um Arbeitsverdichtungen zu   verhindern, braucht es Personalausgleich und die Kontrolle der   Belegschaft &#252;ber die Personalplanung.&#8220;<\/p>\n<p>  Auch die Delegiertenversammlung der IG Metall Frankfurt fordert einen   Bruch mit der bisherigen Verzichtspolitik: &#8222;Arbeitszeitverk&#252;rzung   sichert und schafft Arbeitspl&#228;tze. Das sind Fakten, die nicht weg zu   diskutieren sind. Die Verzichtspolitik der letzten Jahre hat dagegen   keinen einzigen Arbeitsplatz gesichert. Nach jeder Verzichtsrunde sind   weniger Arbeitspl&#228;tze &#252;brig geblieben. (&#8230;) Diese Politik ist auf   ganzer Linie gescheitert.&#8220; Einstimmig forderten die Delegierten vom IG   Metall Vorstand; &#8222;kurzfristig eine Debatte und eine &#246;ffentliche Kampagne   zum Thema Arbeitszeitverk&#252;rzung zu organisieren&#8220;. Im Mittelpunkt soll   dabei die tarifliche Verk&#252;rzung der Wochenarbeitszeit auf deutlich unter   35 Stunden stehen &#8211; bei vollem Lohnausgleich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Arbeitszeitdebatte in der IG Metall\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11],"tags":[220],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13415"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13415"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13415\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13415"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13415"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13415"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}