{"id":13364,"date":"2009-10-30T15:00:00","date_gmt":"2009-10-30T15:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13364"},"modified":"2009-10-30T15:00:00","modified_gmt":"2009-10-30T15:00:00","slug":"13364","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/10\/13364\/","title":{"rendered":"Afghanistan: Bundeswehr-Abzug jetzt!"},"content":{"rendered":"<p>  Nicht Warlords, sondern Selbstorganisation von unten f&#246;rdern<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  In seltener Deutlichkeit dokumentiert ein aktuelles Strategiepapier des   EU-Instituts f&#252;r Sicherheitsstudien (EUISS), was es mit dem sogenannten   &#8222;westlichen Wertesystem&#8220; auf sich hat, das in Afghanistan angeblich   verteidigt wird. So solle die &#8222;globale hierarchische Klassengesellschaft   (&#8230;) die global Reichen von den Spannungen und Problemen der Armen   abschirmen.&#8220; Die Aggressoren selbst r&#228;umen also offen ein, dass die   NATO-Besatzung des geschundenen Landes ausschlie&#223;lich zur Sicherung   ihrer &#246;konomischen Vorherrschaft erfolgt.<\/p>\n<h4>  <i>von Christian Baron, Trier<\/i><\/h4>\n<p>  Die beliebten Argumente gegen ein Ende der Besatzung sind unhaltbar: nur   milit&#228;rische Pr&#228;senz stelle sicher, dass Frauen sich frei bewegen   k&#246;nnen. Ebenso w&#252;rden die Taliban wieder an die Macht gelangen, wenn die   Soldaten abz&#246;gen. Dabei gesteht selbst US-General Stanley McChrystal   ein, dass f&#252;r jeden get&#246;teten Taliban zwei neue nachkommen. Und die   Frauenrechte waren Washington bis 2001 egal. Ihr Einmarsch erfolgte aus   Rachegel&#252;sten, weil die USA dort die f&#252;r &#8222;9\/11&#8220; verantwortlich gemachten   &#8222;Terroristen&#8220; vermuteten.<\/p>\n<h4>  Afghanistan heute = Horror ohne Ende<\/h4>\n<p>  Nach dem Sturz der Taliban hat sich die Situation dramatisch   verschlechtert: die Lebenserwartung sank (von durchschnittlich 45,5 auf   43,1 Jahre), immer weniger Menschen k&#246;nnen lesen und schreiben (23,5   statt 31 Prozent) &#8211; vor allem im weiblichen Teil der Bev&#246;lkerung (12,6   statt 15 Prozent). Nach wie vor hat lediglich ein Drittel der Menschen   Zugang zu sauberem Wasser und die Wahl der korrupten Regierungsvertreter   um Hamid Karzai wurde j&#252;ngst manipuliert, der Anbau von Opium hingegen   boomt mehr denn je.<\/p>\n<h4>  Krise, Krieg und Kapitalismus<\/h4>\n<p>  Profiteur der Invasion in Afghanistan ist die R&#252;stungsindustrie. In   wirtschaftlichen Krisenzeiten dient die milit&#228;rische Aggression dem   Kapital und seinen regierenden Erf&#252;llungsgehilfen ganz besonders der   Sicherung billiger Rohstoffe und der Eroberung neuer M&#228;rkte. Das macht   Widerstand unerl&#228;sslich. Der Kampf f&#252;r eine gerechte   Weltwirtschaftsordnung muss ganz konkret mit der Forderung nach   sofortigem Abzug aller Besatzungstruppen verbunden werden.<\/p>\n<h4>  Alternativen<\/h4>\n<p>  N&#246;tig ist in Afghanistan eine Organisierung der unterdr&#252;ckten Massen,   die gegen Besatzer und Taliban gleicherma&#223;en ank&#228;mpfen kann. Die   arbeitende und verarmte Bev&#246;lkerung in den St&#228;dten und auf dem Land   sollte sich daher zu selbstst&#228;ndigen, multiethnischen   Verteidigungskomitees zusammenschlie&#223;en, die sich rasch in Komitees f&#252;r   die Organisierung des &#246;ffentlichen und wirtschaftlichen Lebens   verwandeln k&#246;nnten.<\/p>\n<p>  Im Wahlkampf-Endspurt weichten f&#252;hrende LINKE-Politiker die Forderung   der Partei nach einem sofortigen Bundeswehr-Abzug auf. So sagte Oskar   Lafontaine der S&#228;chsischen Zeitung vom 16. September, dass dies nicht   w&#246;rtlich zu verstehen sei. Aber jeder Tag, den die Bundeswehr l&#228;nger   bleibt, erschwert den Aufbau unabh&#228;ngiger Strukturen &#8211; gegen die   Warlords und Clanf&#252;hrer. Ferner meinte Lafontaine: &#8222;Das Parlament m&#252;sste   entscheiden, dann m&#252;sste die Regierung mit den Partnern &#252;ber die   Modalit&#228;ten des Abzugs verhandeln.&#8220; Mit welchen Partnern? Unsere Partner   k&#246;nnen nicht die Vertreter des Imperialismus sein. Die Aufgabe der   LINKEN besteht vielmehr darin, sich weiter f&#252;r die Forderung nach einem   sofortigen Truppenabzug stark zu machen und das Thema als einzige echte   Oppositionspartei im Bundestag, aber vor allem au&#223;erparlamentarisch in   umfangreichen Kampagnen im &#246;ffentlichen Bewusstsein zu halten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Nicht Warlords, sondern Selbstorganisation von unten f&#246;rdern\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[60,78,64],"tags":[218],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13364"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13364"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13364\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13364"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13364"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13364"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}