{"id":13356,"date":"2009-10-29T17:00:00","date_gmt":"2009-10-29T17:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13356"},"modified":"2009-10-29T17:00:00","modified_gmt":"2009-10-29T17:00:00","slug":"13356","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/10\/13356\/","title":{"rendered":"&#187;Wir stehen unter Druck, und wir sind w&#252;tend&#171;"},"content":{"rendered":"<p>  Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler rufen erneut zum Bildungsstreik. Aktionswochen   im November und Dezember. Ein Gespr&#228;ch mit Paula Rauch<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Wir dokumentieren ein Interview mit der Sch&#252;lerin Paula Rauch, das am   24.10.2009 in der jungen Welt erschien. Paula ist Aktivistin des   bundesweiten Sch&#252;lerstreiks und Mitglied der SAV:<\/p>\n<p>  <b> <\/b>    <\/p>\n<p>  <b>Am 17. Juni waren &#252;ber 270000 Sch&#252;ler und Studierende im Rahmen des   bundesweiten Bildungsstreiks auf der Stra&#223;e. Es gab eine gro&#223;e Resonanz   in der Presse &#8211; aber gab es irgendeine Verbesserung im Bildungssystem?<\/b><\/p>\n<p>  Nicht so richtig. Vergangene Woche hat die Kultusministerkonferenz (KMK)   ein Papier verabschiedet, in dem vorgegeben wird, unsere Kritik am   Bologna-Proze&#223; aufzunehmen. Aber letzten Endes wiederholen sie nur die   immer gleichen Phrasen.<\/p>\n<p>  Wir haben mit &#252;ber einer Viertelmillion Sch&#252;lern, Studierenden, Lehrern   und teilweise auch Auszubildenden zwar schon einiges an Druck aufbauen   k&#246;nnen, aber wenn wir unsere Forderungen wirklich durchsetzen wollen,   reicht es nicht, einen einzelnen Streiktag oder auch eine Aktionswoche   zu organisieren. Wir m&#252;ssen weitermachen und uns mit Gewerkschaften und   anderen Bewegungen vernetzen. Vor allem fehlt eine breite   Basisorganisierung, zum Beispiel Streikkomitees an den Schulen. Wir   d&#252;rfen den Wahlkampfversprechen nicht trauen und m&#252;ssen unsere Zukunft   selbst in die H&#228;nde nehmen.<\/p>\n<p>  <b>Nun steht der n&#228;chste Bildungsstreik vor der T&#252;r?<\/b><\/p>\n<p>  Ja, am 17. November wird es einen internationalen Auftakt geben, mit   Streiks und Demonstrationen in vielen St&#228;dten. Vom 30. November bis 4.   Dezember soll es erneut eine Aktionswoche geben, in der dezentrale   Aktionen in den Stra&#223;en und alternative Lehrveranstaltungen an den Unis   stattfinden sollen. An den Wochenenden davor und danach organisieren wir   regionale Bildungsgipfel. Der H&#246;hepunkt der Proteste wird dann die   Blockade der KMK am 10. Dezember in Bonn sein, zu der wir bundesweit   mobilisieren.<\/p>\n<p>  <b>Ist das Ganze nicht sehr kurzfristig?<\/b><\/p>\n<p>  Der 17. November ist in drei Wochen, bis dahin haben wir also noch   einiges zu tun. Das Datum war uns wichtig, weil es in einer   internationalen Aktionswoche f&#252;r bessere Bildung liegt. Neben uns   protestieren Sch&#252;lerInnen und Studierende in Italien, Frankreich und   vielen anderen L&#228;ndern.<\/p>\n<p>  Seit Dienstag streiken die Geb&#228;udereiniger &#8211; auch an den Schulen und   Universit&#228;ten &#8211; f&#252;r Lohnerh&#246;hungen. Wie verhalten sich Sch&#252;ler und   Studierende zu diesem Protest?<\/p>\n<p>  Wir unterst&#252;tzen die Geb&#228;udereiniger und sie unterst&#252;tzen uns   hoffentlich auch. Es gibt an verschiedenen Universit&#228;ten   Solidarit&#228;tsstrukturen, und nicht wenige Jugendliche kamen zum   Streikauftakt vor die TU Berlin. Wenn wir wirklich was erreichen wollen,   m&#252;ssen wir gemeinsam k&#228;mpfen. Ein Generalstreik ist ein Ziel, das auch   Gewerkschafter w&#228;hrend des Geb&#228;udereinigerstreiks gefordert haben.<\/p>\n<p>  In der Bildung wird gespart, an den L&#246;hnen, bei Jugendclubs,   Bibliotheken oder Seniorentreffs, bei den Renten und beim   Arbeitslosengeld sowieso. Und gleichzeitig bekommen Banken und Konzerne   Milliarden geschenkt, um ihre Profite auch in Zeiten der Krise zu   erhalten oder sogar zu steigern. Diese Umverteilung von unten nach oben   hat System und hei&#223;t Kapitalismus.<\/p>\n<p>  <b>Wie ist die Stimmung bei den Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern?<\/b><\/p>\n<p>  F&#252;r uns ist es nicht mehr der erste Streik. Im vergangenen Jahr im Mai   und November gab es schon Schulstreiks, jetzt im Juni den   Bildungsstreik. Allerdings ist vielen bewu&#223;t, da&#223; mit &#187;Schwarz-Gelb&#171; und   der Krise noch h&#228;rtere Zeiten auf uns zukommen. Nach Stre&#223;,   Leistungsdruck und Selektion in der Schule geht es f&#252;r viele erst mal   auf eine lange Suche, &#252;ber un- oder schlechtbezahlte Praktika, nach   einem Ausbildungs- oder Studienplatz oder eben gleich in die   Arbeitslosigkeit.<\/p>\n<p>  Wir stehen unter einem enormen Druck, und wir sind w&#252;tend. St&#228;ndig wird   uns erz&#228;hlt, wir sollten doch froh sein. Froh dar&#252;ber, da&#223; alles immer   noch schlechter wird? Zum Beispiel mit dem Turbo-Abi. Sollen wir froh   sein, da&#223; es nicht genug Lehrer gibt; da&#223; unsere Jugendclubs geschlossen   werden, w&#228;hrend f&#252;r Banken Hunderte Milliarden da sind? Sollen wir uns   freuen, da&#223; statt in unsere Zukunft in &#187;Schw&#228;nzerkn&#228;ste&#171; wie in   Berlin-Neuk&#246;lln investiert wird?<\/p>\n<h5>  Das Interview f&#252;hrte Wladek Flakin.<\/h5><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler rufen erneut zum Bildungsstreik. 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