{"id":13354,"date":"2009-10-28T00:00:00","date_gmt":"2009-10-28T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13354"},"modified":"2009-10-28T00:00:00","modified_gmt":"2009-10-28T00:00:00","slug":"13354","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/10\/13354\/","title":{"rendered":"Resolution der Arbeitszeitkonferenz"},"content":{"rendered":"<p>  F&#252;r die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich im &#246;ffentlichen Dienst<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Wir dokumentieren hier die Resolution, die am 11. Oktober 2009 auf der   Arbeitszeitkonferenz in Dortmund von ver.di-GewerkschafterInnen   beschlossen wurde. Zur Konferenz eingeladen hatte die ver.di-Linke:<\/p>\n<h4>  &#8222;Arbeitszeitverk&#252;rzung ist unsere Antwort auf Krise und   Arbeitslosigkeit!&#8220;<\/h4>\n<p>  <b>Wir die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der bundesweiten   Arbeitszeitkonferenz der ver.di-Linken erkl&#228;ren:<\/b><\/p>\n<p>  1. Unsere Antwort auf steigende Massenarbeitslosigkeit und Krise ist   eine Kampagne zur Schaffung neuer Arbeitspl&#228;tze durch   Arbeitszeitverk&#252;rzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich. ver.di   fordert auch die DGB-Gewerkschaften auf daf&#252;r gemeinsam   &#246;ffentlichkeitswirksam aktiv zu werden.<\/p>\n<p>  2. Wir fordern eine Verteilung der Arbeit auf alle. Das bedeutet neben   einer deutlichen Entgelterh&#246;hung zun&#228;chst die 35-Stunden-Woche bei   vollem Lohn- und Personalausgleich in allen Tarifbereichen durchzusetzen.<\/p>\n<p>  3. Wir fordern die ver.di-Tarifkommissionen auf die Arbeitszeit ins   Zentrum unserer tariflichen Auseinandersetzung zu stellen. Konkret hei&#223;t   dies f&#252;r die folgende Tarifrunde im &#214;ffentlichen Dienst bei Bund und   Kommunen: Mehr Geld, k&#252;rzere Arbeitszeiten, keine &#214;ffnungsklauseln.   Neben einer deutlichen Lohnerh&#246;hung sollten wir die 35-Stunden-Woche bei   vollem Lohn- und Personalausgleich zur Tarifforderung zu machen.&quot;<\/p>\n<h4>  Begr&#252;ndung:<\/h4>\n<p>  2.400 Menschen aus ver.di unterzeichneten bisher den   &quot;Arbeitszeitappell.de&quot;. Darin hei&#223;t es:<\/p>\n<p>  &quot;Arbeiten bis zum Umfallen &#8211; diese Marschrichtung geben Arbeitgeber und   Regierung vor. Rente mit 67, mehr Arbeitsdruck sowie die Verl&#228;ngerung   der tariflichen und tats&#228;chlichen Arbeitszeiten steht auf ihrer Agenda.   Die Folgen: Immer mehr &#196;ltere scheiden fr&#252;hzeitig &#8211; und mit gek&#252;rzter   Rente &#8211; aus dem Arbeitsleben aus. Jugendlichen wird die   Besch&#228;ftigungsperspektive genommen.<\/p>\n<p>  Unsere gewerkschaftliche Antwort lautet: Nein zu jeglicher   Arbeitszeitverl&#228;ngerung. Stattdessen: Arbeit umverteilen &#8211; durch eine   deutliche Reduzierung der Wochen- und Lebensarbeitszeiten.<\/p>\n<p>  Raus aus der Defensive. Es reicht nicht Arbeitgeber-Forderungen nach   unbezahlter Mehrarbeit zur&#252;ckzuweisen oder einzugrenzen. Die   mehrw&#246;chigen Streiks 2006 in den Bundesl&#228;ndern haben gezeigt, dass die   Besch&#228;ftigten in der Arbeitszeitfrage mobilisierbar sind. Eine kampflose   Ausweitung der Arbeitszeiten oder als Verhandlungsmasse bei Tarifrunden   d&#252;rfen wir nicht mehr akzeptieren. L&#228;ngere Arbeitszeiten in   Ostdeutschland und f&#252;r Beamte und Beamtinnen werden nur genutzt, um die   Besch&#228;ftigten unter Druck zu setzen und zu spalten.<\/p>\n<p>  Arbeitszeitverl&#228;ngerung bedeutet vor allem beschleunigter Personalabbau.   Die Besch&#228;ftigten haben mehr Stress, weniger Zeit f&#252;r Familie, weniger   Freizeit und geringere M&#246;glichkeiten, sich gesellschaftlich zu   engagieren. Wir treten daf&#252;r ein, gegen Arbeitszeitverl&#228;ngerung zu   mobilisieren und in Zukunft keinerlei Arbeitszeitverl&#228;ngerungen mehr   hinzunehmen.<\/p>\n<p>  Arbeitszeitverk&#252;rzung muss auf die Tagesordnung. Die Vernichtung   Tausender Arbeitspl&#228;tze im &#214;ffentlichen Dienst und in weiten Teilen der   Privatwirtschaft setzt sich fort. Darauf ist eine zentrale Antwort der   Gewerkschaften: Arbeitsumverteilung. Die Bedeutung dieser Forderung wird   in der anstehenden Rezession noch wachsen. Die Erfahrung aus den   80er-und 90er-Jahren hat gezeigt, dass die Verk&#252;rzung der Arbeitszeiten   Stellen schafft oder sichert. Sie ist von den Arbeitgebern allerdings   vielfach auch zur Flexibilisierung und Arbeitsintensivierung genutzt   worden. In den 90ern ging in einer Reihe von Betrieben die Reduzierung   der Arbeitszeiten mit Lohnverlusten einher. Wir treten&#160; f&#252;r eine   Verk&#252;rzung in gro&#223;en Schritten &#8211; zun&#228;chst f&#252;r die 35-Stunden-Woche &#8211;   sowie f&#252;r vollen Lohn- und Personalausgleich ein.<\/p>\n<p>  Das wird nur in harten Konflikten durchsetzbar sein. Wir er&#246;ffnen die   Debatte in allen Gliederungen unserer Gewerkschaft. Der Kampf um   Arbeitszeitverk&#252;rzung muss zentrales Element in Programm und Praxis von   ver.di werden.&quot;<\/p>\n<p>  Jetzt beginnen:<\/p>\n<p>  Angesichts der Folgen der kapitalistischen Krise mit drohender   steigender Massenarbeitslosigkeit sind die Gewerkschaften gefordert,   deutlich zu machen:<\/p>\n<p>  Wir zahlen nicht f&#252;r Eure Krise!<\/p>\n<p>  Das geht nur &#252;ber eine Politisierung der Auseinandersetzungen: Eine   gesellschaftliche Debatte &#252;ber die Umverteilung der vorhandenen Arbeit   auf alle ist n&#246;tig. (Dabei geht es um jede Form von Arbeit:   existenzsichernde Erwerbs-, Familien- und Sorge &#8211; wie auch ehrenamtliche   und politische Arbeit. Eine notwendige Voraussetzung daf&#252;r ist eine   deutliche Reduzierung der Erwerbsarbeitszeiten).<\/p>\n<p>  Die Reichen und Kapitalbesitzer m&#252;ssen zur Kasse gebeten werden. Damit   beginnen wir in der kommenden Tarifrunde bei Bund und Kommunen und der   zeitgleich stattfindenden Auseinandersetzung im Land in Berlin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      F&#252;r die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich im &#246;ffentlichen Dienst\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13354"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13354"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13354\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13354"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13354"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13354"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}