{"id":13353,"date":"2009-10-27T00:00:00","date_gmt":"2009-10-27T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13353"},"modified":"2009-10-27T00:00:00","modified_gmt":"2009-10-27T00:00:00","slug":"13353","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/10\/13353\/","title":{"rendered":"Streik ums &#220;berleben"},"content":{"rendered":"<p>  Poststreik in Gro&#223;britannien<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Am Donnerstag und Freitag sind die Briefk&#228;sten in Gro&#223;britannien leer   geblieben, nachdem mehr als 120000 Postbesch&#228;ftigte einem Streikaufruf   ihrer Gewerkschaft CWU gefolgt waren. Die Unternehmensf&#252;hrung des noch   staatlichen Postbetriebes Royal Mail rechnet wegen des Ausstands mit   Verz&#246;gerungen in der Postzustellung von rund drei Wochen. Unterdessen   hat die Gewerkschaft f&#252;r die kommende Woche drei weitere Streiktage   angek&#252;ndigt.<\/p>\n<h4>  <i>von Christian Bunke, Manchester<\/i><\/h4>\n<\/p>\n<p>  Die ganze Nacht zum Donnerstag hindurch hatten Unternehmensf&#252;hrung und   Gewerkschaft verhandelt, um einen Streik noch abzuwenden. Nach dem   Scheitern der Gespr&#228;che sprach die CWU von einer &#187;Sabotage&#171; der   Verhandlungen durch die Unternehmensspitze und Wirtschaftsminister Peter   Mandelson. Die setzen auf Konfrontation. &#220;ber Leiharbeitsfirmen wurden   30000 Arbeiter als Streikbrecher angeheuert. Die Ergebnisse dieses   Versuchs blieben jedoch mager. So erschienen beim Postdepot in   Manchester, bei dem mehrere hundert Postler besch&#228;ftigt sind, nicht mehr   als zwanzig Streikbrecher zur Arbeit.<\/p>\n<p>  Kern des Konflikts ist ein &#187;Modernisierungsprogramm&#171;, das von der   Regierung und allen Parteien im britischen Unterhaus unterst&#252;tzt wird.   Bislang hat dieses Programm Sch&#228;tzungen der Gewerkschaft zufolge schon   60000 Stellen gekostet. Anstatt zwei Postlieferungen am Tag gibt es nur   noch eine, an Feiertagen und Sonntagen werden keine Briefk&#228;sten mehr   geleert. Zahlreiche Postfilialen wurden insbesondere im l&#228;ndlichen Raum   geschlossen.<\/p>\n<p>  In den vergangenen Wochen und Monaten reagierten die Postbesch&#228;ftigten   in ganz Gro&#223;britannien regelm&#228;&#223;ig mit lokal begrenzten Streiks auf von   ihnen als Mobbing empfundene Ma&#223;nahmen des Managements. So waren Postler   regelm&#228;&#223;ig gezwungen worden, unbezahlte &#220;berstunden zu leisten. &#187;Wenn   sie sich dann beschweren, werden sie ganz ohne Bezahlung nach Hause   geschickt&#171;, kritisierten Vertreter der CWU-Gewerkschaft.<\/p>\n<p>  Alle Parteien im britischen Unterhaus sind sich grunds&#228;tzlich dar&#252;ber   einig, die Royal Mail privatisieren zu wollen. Einen ersten Versuch der   Regierung mu&#223;te Minister Mandelson im Sommer jedoch angesichts des   Widerstandes in der britischen &#214;ffentlichkeit aufgeben, zumal in Zeiten   wirtschaftlicher Krise kein Privatunternehmen der Regierung ein   angemessenes &#220;bernahmeangebot machen wollte.<\/p>\n<p>  Die Privatisierungspl&#228;ne richten sich auch direkt gegen die   Gewerkschaft. Kenneth Clarke von der Konservativen Partei erkl&#228;rte, eine   Privatisierung sei die einzige M&#246;glichkeit, die &#187;gewerkschaftliche   &#220;bermacht&#171; bei der Royal Mail zu brechen. In der vergangenen Woche kam   au&#223;erdem ein &#187;Dokument f&#252;r eine gewerkschaftsfreie Zukunft&#171; ans Licht.   Teil dieses detaillierten und offenbar von der Regierung abgesegneten   Plans zur Zerschlagung der CWU bei Royal Mail ist unter anderem, die   Rechte von Vertrauensleuten im Betrieb massiv zu beschneiden.   Gewerkschaftliche T&#228;tigkeit w&#228;hrend der Arbeitszeit soll ihnen k&#252;nftig   verboten werden.<\/p>\n<p>  Der Arbeitskampf und mehr noch der aggressive Kurs der   Unternehmensspitze hat nun jedoch &#8211; sehr zur Belustigung der Streikenden   &#8211; zu einer Spaltung unter den F&#252;hrungskr&#228;ften gef&#252;hrt. Die mittleren   Manager f&#252;hlen sich von der obersten Chefetage gemobbt, weil sie zu   unbezahlter Mehrarbeit w&#228;hrend der Streiktage gezwungen werden.<\/p>\n<\/p>\n<h6>  <i>Dieser Artikel erschien zuerst in der jungen Welt vom 24.10.2009<\/i><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Poststreik in Gro&#223;britannien\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17,46],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13353"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13353"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13353\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13353"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13353"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13353"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}