{"id":13350,"date":"2009-10-25T00:00:00","date_gmt":"2009-10-25T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13350"},"modified":"2009-10-25T00:00:00","modified_gmt":"2009-10-25T00:00:00","slug":"13350","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/10\/13350\/","title":{"rendered":"Bezahlt wird nicht!"},"content":{"rendered":"<p>  Welche Aufgaben f&#252;r den Widerstand?<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Nach den Wahlen kommt das Zahlen&#8230; Jahrelang haben Unternehmer,   Manager, Spekulanten eine gro&#223;e Sause veranstaltet. Jetzt wol-len sie   die Zeche prellen und Besch&#228;ftigten und Erwerbslosen die Rechnung   zuschanzen. AktivistInnen in Betrieben, Gewerkschaften, sozialen   Bewegungen, LINKE-Anh&#228;nger und SozialistInnen haben keine Zeit zu   verlieren, eine kraftvolle Protest- und Streikbewegung aufzubauen. Daf&#252;r   brauchen wir dringend inhaltliche Debatten, Organisierung und   Aktivierung.<\/p>\n<h4>  <i>von Aron Amm, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  Kanzlerin Angela Merkel wiegelt ab: niemand m&#252;sse einen &#8222;Eissturm&#8220;   f&#252;rchten. Aber auch wenn offen ist, wann Steuerumverteilungen, weitere   &#8222;Flexibilisierungen&#8220; des Arbeitsmarktes und K&#252;rzungen bei Gesundheit,   Pflege und Rente anstehen, wird das Kapital angesichts der Krise darauf   pochen, dass seine Wunschregierung keine &#8222;halben Sachen&#8220; macht. Zudem   drohen in den n&#228;chsten Wochen bereits serienweise Entlassungen und ein   Kahlschlag in den Kommunen.<\/p>\n<p>  Die Gewerkschaften sind immer noch die potenziell st&#228;rkste Kraft in der   Gesellschaft. Darum bleibt der Kampf in und um die Gewerkschaften &#8211;   gegen Co-Management, f&#252;r einen klassenk&#228;mpferischen Kurs &#8211; unabdingbar.   Gleichzeitig m&#252;ssen Initiativen von unten ergriffen werden. Denn die   Zeit dr&#228;ngt.<\/p>\n<h4>  Streiks und Betriebsbesetzungen<\/h4>\n<p>  Belegschaften d&#252;rfen sich nicht gegeneinander ausspielen lassen. Darum   m&#252;ssen Vertrauensleute- und Betriebsr&#228;tekonferenzen eingefordert werden.   Zur selben Zeit k&#246;nnen aber auch Schritte zur Schaffung von regionalen   Widerstandskomitees wie das Aachener &#8222;Solidarit&#228;tsnetzwerk zur   Verteidigung von Arbeitspl&#228;tzen&#8220; hilfreich sein. Hier k&#246;nnen Erfahrungen   ausgetauscht, Solidarit&#228;t organisiert und auf betriebs&#252;bergreifende   Demonstrationen und Streiks hingearbeitet werden.<\/p>\n<p>  Das einzige, was Arbeitspl&#228;tze retten kann, ist der Kampf um   Arbeitspl&#228;tze. Wenn ganze Werke vor dem Aus stehen, dann reichen   Mahnwachen und symbolische &#8222;F&#252;nf-vor-zw&#246;lf&#8220;-Aktionen nicht aus. In   dieser Situation sind Betriebsbesetzungen der einzige Weg.<\/p>\n<h4>  Massenproteste gegen kommunale K&#252;rzungen<\/h4>\n<p>  Viele Jugend- und Sozialeinrichtungen stehen bereits vor dem Aus. Darum   gilt es, Betroffene, AnwohnerInnen, Gewerkschaften, LINKE-Mitglieder   zusammenzubringen, B&#252;ndnisse zu initiieren, in den Stadtteilen zu   mobilisieren und gegen die Rotstift-Politik Sturm zu laufen. Das sollte   damit verbunden werden, f&#252;r bedarfsgerechte Haushalte zu k&#228;mpfen. Daf&#252;r   braucht es Versammlungen, auf denen AnwohnerInnen, Vereine, Kitas,   Schulen und andere den eigentlichen Bedarf feststellen.<\/p>\n<h4>  Jetzt vorbereiten: Generalstreik gegen Generalangriff<\/h4>\n<p>  Bei der IG-Metall-Jubelveranstaltung zugunsten der SPD in Frankfurt am   Main forderten Gewerkschaftslinke am 5. September einen Generalstreik   als &#8222;wirksamste Waffe gegen den Generalangriff, der uns bevorsteht&#8220;. Das   sei nicht &#8222;auf Kommando&#8220; m&#246;glich, sondern m&#252;sse &#8222;vorbereitet und in den   Gewerkschaften durchgesetzt werden&#8220;. Ein eint&#228;giger Generalstreik w&#252;rde   die Kapitalisten (trotz Krise) nicht nur &#246;konomisch treffen, sondern der   arbeitenden Bev&#246;lkerung ihre eigene Kraft sichtbar und sp&#252;rbar machen.   Darum ist es eine zentrale Aufgabe, auf betrieblicher Ebene f&#252;r diesen   Schritt zu werben und in gewerkschaftlichen Strukturen Antr&#228;ge   einzubringen.<\/p>\n<h4>  Systemfrage<\/h4>\n<p>  Wenn Kapitalbesitzer Betriebe schlie&#223;en, weil sie sich nicht genug   Rendite versprechen, dann muss die &#220;berf&#252;hrung dieser Betriebe in   &#246;ffentliches Eigentum gefordert werden. Wenn Kommunalpolitiker auf leere   Kassen verweisen, dann muss mit dem Finger auf die Verm&#246;gen der Reichen   und Konzerne gezeigt werden. Wenn Hartz V geplant wird, dann muss die   Verteilung der Arbeit auf alle bei vollem Lohn- und Personalausgleich   dagegen gestellt werden. Es gilt also, beim Aufbau des Widerstands auch   &#252;ber grundlegende gesellschaftliche Alternativen, &#252;ber eine   sozialistische Perspektive zu diskutieren.<\/p>\n<h4>  Ans&#228;tze und Aufgaben<\/h4>\n<p>  In den n&#228;chsten Wochen stehen mit der Auto-Koordination, dem Treffen des   ver.di-Netzwerks, der Arbeitszeit-Konferenz und der Zusammenkunft der   Gewerkschaftslinken (siehe Spalte) relevante Termine an. Die   Bildungsstreik-Konferenz im September war inhaltlich und zahlenm&#228;&#223;ig   (mit weniger als 50 TeilnehmerInnen) leider schwach; damit ist es sehr   offen, was sich in der geplanten Aktionswoche Mitte November tun wird.<\/p>\n<p>  Wichtig wird die bundesweite Aktionskonferenz vom B&#252;ndnis &#8222;Wir zahlen   nicht f&#252;r Eure Krise!&#8220; vom 13. bis 15. November in Stuttgart. Schon in   den kommenden Wochen sollten sich AktivistInnen f&#252;r Widerstands- und   Streikkomitees gegen Entlassungen einsetzen und Proteste gegen kommunale   K&#252;rzungen lostreten. Von der Aktionskonferenz k&#246;nnte ein bundesweites   Signal f&#252;r einen eint&#228;gigen Generalstreik ausgehen und daran ankn&#252;pfend   der Druck in den Gewerkschaften intensiviert werden.<\/p>\n<p>  Eine Nagelprobe f&#252;r den Widerstand k&#246;nnte auch die im Winter beginnende   Tarifrunde f&#252;r Bund und Kommunen werden. Es ist zu bef&#252;rchten, dass die   Arbeitgeber hier eine Offensive f&#252;r &#8222;Verzicht in Zeiten von Krise und   Haushaltsl&#246;chern&#8220; starten.<\/p>\n<p>  Der italienische Dramatiker Dario Fo schrieb vor 35 Jahren ein St&#252;ck, in   dem Frauen aus Wut &#252;ber Wucherpreise einen Supermarkt pl&#252;ndern. Das   St&#252;ck tr&#228;gt den Titel: &#8222;Bezahlt wird nicht!&#8220; Wenn die Herrschenden uns   heute die Rechnung f&#252;r die Krise ihres Systems pr&#228;sentieren, dann muss   genau das unsere Losung sein: &#8222;Bezahlt wird nicht!&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Welche Aufgaben f&#252;r den Widerstand?\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11,78],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13350"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13350"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13350\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13350"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13350"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13350"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}