{"id":13336,"date":"2009-10-07T00:02:00","date_gmt":"2009-10-07T00:02:00","guid":{"rendered":".\/?p=13336"},"modified":"2009-10-07T00:02:00","modified_gmt":"2009-10-07T00:02:00","slug":"13336","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/10\/13336\/","title":{"rendered":"&#8222;Maschinen und wir bleiben hier&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>  500 Gewerkschafter gingen am 5. Oktober f&#252;r den Erhalt von KBA Metal   Print in Stuttgart auf die Stra&#223;e<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  von Ursel Beck<\/h4>\n<p>  &#8222;Die KBA-MetalPrint GmbH verf&#252;gt nicht nur &#252;ber eine hochqualifizierte   und flexible, sondern auch &#252;ber eine gut organisierte, kampferfahrene   und wenn es sein muss, kampfbereite Belegschaft&#8220; So steht es in der   j&#252;ngsten Ausgabe des VKL-Infos bei MetalPrint. Diese Kampfbereitschaft   hat die Belegschaft in den letzten Jahren mehrmals unter Beweis gestellt   und erfolgreich mehrere Erpressungsversuche abgewehrt. Und erst recht   will die Belegschaft gegen die drohende Werksschlie&#223;ung k&#228;mpfen.   &#8222;Maschinen und wir bleiben hier&#8220; und &#8222;Wer mit uns nicht rechnet, hat   sich verrechnet&#8220;, stand unmissverst&#228;ndlich auf Transparenten am 5.10.09.   Anl&#228;sslich eines Arbeitsgerichtstermins legten die Arbeiter und Azubis   von MetalPrint an diesem Tag um 14.00 Uhr die Arbeit nieder und   marschierten durch die Stuttgarter Innenstadt vors Arbeitsgericht.   Unterst&#252;tzt wurde die Belegschaft von GewerkschafterInnen-Delegationen   von Bosch, Daimler, Porsche, Coperion, Alcatel, Behr und von   ver.di-Bezirksgesch&#228;ftsf&#252;hrer Bernd Riexinger.<\/p>\n<p>  Dass der K&#246;nig&amp;Bauer; Druckmaschinen-Konzern nicht sofort die Schlie&#223;ung   des Stuttgarter Werkes f&#252;r Anlagen f&#252;r Blechdruck- und Lackierung   ank&#252;ndigt, erkl&#228;rt sich offensichtlich aus der Angst vor der   Belegschaft. Mehrere Redner bei der Kundgebung vor dem Arbeitsgericht   erkl&#228;rten jedoch, dass hinter den geplanten 70 Entlassungen die   beabsichtigte Schlie&#223;ung des Werkes bzw. seine Reduktion auf eine   &#8222;Verkaufsbude&#8220; stehe. Weil der Betriebsrat den geplanten K&#252;ndigungen   nicht zustimmt, will die Gesch&#228;ftsleitung per Arbeitsgericht eine   Einigungsstelle erzwingen. Dadurch soll die tarifliche   Schlichtungsstelle, die der Betriebsrat einberufen hat, unterlaufen   werden.<\/p>\n<p>  &#8222;Wenn diese Leute meinen, dass 70 Menschen entlassen werden m&#252;ssen, dann   sollen sie mit gutem Beispiel voran gehen&#8220; erkl&#228;rte der   Betriebsratsvorsitzende Manfred Jansen bei der Kundgebung vor dem   Arbeitsamt.<\/p>\n<p>  KBA MetalPrint ist kein Einzelfall. Das wurde in den   Solidarit&#228;tserkl&#228;rungen aus den verschiedenen Betrieben deutlich.   Joachim Nitsch, VK-Leiter von Daimler Sindelfingen erkl&#228;rte, dass die   Demonstration am 5.10. keine einmalige Aktion sein werde. &#220;berall krache   es. Bei Daimler in Sindelfingen st&#252;nden durch die geplante Verlagerung   der C-Klasse 6.000 Arbeitspl&#228;tze auf der Kippe. &#8222;Egal ob 70 oder 6.000   jeder Arbeitsplatz verdient es verteidigt zu werden&#8220;, so Joachim Nitsch.   Thomas W&#246;rner vom Autozulieferer Behr in Feuerbach erkl&#228;rte, wenn die   Chefs glaubten, die Belegschaften h&#228;tten aus Angst vor Arbeitslosigkeit   die Hosen voll, dann h&#228;tten sie sich geschnitten. Man werde den   Unternehmern den Zahn ziehen, dass sie jetzt mit Belegschaften machen   k&#246;nnten, was sie wollten. Der Metaller k&#252;ndigte einen hei&#223;en Herbst und   Fr&#252;hling an. Stefan Koch, VK-Leiter von Coperion erk&#228;rte unter starkem   Beifall Erpressung sei ein Verbrechen und geh&#246;re nicht vors   Arbeitsgericht. F&#252;r den Vertrauensk&#246;rper von Bosch Feuerbach &#252;berbrachte   Getrud Moll solidarische Gr&#252;&#223;e. Sie berichtete, dass bei Bosch dieses   Jahr 350 Stellen abgebaut wurden und die Besch&#228;ftigungssicherung Ende   des Jahres auslaufe. Und es sei eine Schande, wenn die Unternehmer die   Gewinne der Vergangenheit nicht nutzen w&#252;rden, um die Arbeitspl&#228;tze zu   sichern. Christa Hourani erkl&#228;rte, dass der Vertrauensk&#246;rper der   Daimler-Zentrale solidarisch hinter den Kolleginnen und Kollegen von KBA   Metal Print st&#252;nden. Betriebsseelsorger Guido Lorenz &#252;bergab dem   Betriebsrat eine Salami als zweifaches Symbol. Einerseits f&#252;r die   Salamitaktik der Gesch&#228;ftsleitung aber vor allem daf&#252;r, dass die   Belegschaft sich zurecht nicht die Wurst vom Brot nehmen lasse. Bernd   Riexinger vom ver.di-Bezirk Stuttgart erkl&#228;rte, dass die Krise zu   Steuerr&#252;ckg&#228;ngen der &#246;ffentlichen Haushalte f&#252;hre und diese durch   Haushaltssperren, Stellenstreichungen und K&#252;rzungen bei Kinderg&#228;rten   weitergeben und damit uns alle treffe. Deshalb gehe der Kampf nicht nur   um einen Betrieb sondern um die ganze Region. &#8222;Zwei gro&#223;e Gewerkschaften   k&#246;nnen einiges bewegen, lasst uns gemeinsam k&#228;mpfen&#8220;, so Bernd Riexinger   am Ende seiner Rede.<\/p>\n<p>  In der Tat k&#246;nnte die Demonstration f&#252;r den Erhalt von KBA Metal Print   der Anfang sein f&#252;r einen hei&#223;en Herbst im Mittleren Neckarraum. Bereits   ab 13.10. sind t&#228;gliche Demonstrationen von Metall-Belegschaften des   Kreis Esslingen in der Stuttgarter Innenstadt geplant.<\/p>\n<p>  Hinzu kommt, dass es in der Bev&#246;lkerung eine enorme Wut &#252;ber geplante   kommunale K&#252;rzungen gibt, zumal das Establishment im S&#252;dwesten mehrere   Milliarden Euro Steuergelder f&#252;r das Prestigeobjekt Stuttgart 21 sinnlos   vergraben will. Jede Gemeinderatssitzung seit der Kommunalwahl im Juni   war bisher von Protesten begleitet.<\/p>\n<h4>  Fotos von Roland H&#228;gele von der Demonstration gibt es in der Rubrik   Aktuelles 5.10.09 unter<\/h4>\n<h4>  <a href=\"http:\/\/www.action-stuttgart.de\/\">http:\/\/www.action-stuttgart.de\/<\/a><\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      500 Gewerkschafter gingen am 5. 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