{"id":13326,"date":"2009-09-27T20:00:00","date_gmt":"2009-09-27T20:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13326"},"modified":"2009-09-27T20:00:00","modified_gmt":"2009-09-27T20:00:00","slug":"13326","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/09\/13326\/","title":{"rendered":"Westerwelle in Regierung: Jetzt klar machen zum Widerstand!"},"content":{"rendered":"<p>  Stillhalteabkommen zwischen Unternehmern und Regierung bringt   Schwarz-Gelb an die Regierung &#8211; und ist hiermit beendet!<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Es wird eine Mehrheit im Bundestag f&#252;r eine Regierungskoalition aus   CDU, CSU und FDP geben. Es gibt aber keine Mehrheit in der Bev&#246;lkerung   f&#252;r eine solche Regierung &#8211; und auch f&#252;r eine Fortsetzung der Gro&#223;en   Koalition gibt es unter den W&#228;hlerInnen keine Mehrheit.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Sascha Stanicic<\/i><\/h4>\n<p>  Die Wahlbeteiligung ist um f&#252;nf Prozentpunkte auf 72 Prozent gefallen   und damit die historisch niedrigste Wahlbeteiligung bei einer   Bundestagswahl. Damit ist die Gruppe der Nichtw&#228;hlerInnen gr&#246;&#223;er als   jede W&#228;hlergruppe einer der Parteien. Das interessiert die aber wenig,   weil ihnen egal ist, wie viele Menschen aus dem Stimmvolk sie w&#228;hlen,   Hauptsache, sie ergattern die gew&#252;nschten Posten, P&#246;stchen und Di&#228;ten.<\/p>\n<p>  Die Regierung wurde abgew&#228;hlt. Das ist die Hauptbotschaft der Wahl. Sie   wurde abgew&#228;hlt, weil sie zentrale Projekte verfolgte und fortgesetzt   hat, die in der Bev&#246;lkerung keine Mehrheit haben: Rente ab 67,   Fortsetzung der Agenda 2010-Politik und von Hartz IV, Privatisierung der   Bahn, Kriegseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Doch die neue   Regierung wird diese Politik nicht nur fortsetzen, sondern &#8211; wegen der   Folgen der kapitalistischen Weltkrise und der Beteiligung der &#8216;kleinen   Partei des gro&#223;en Kapitals&#8217; FDP &#8211; versch&#228;rfen. So funktioniert   Demokratie im Kapitalismus.<\/p>\n<p>  Die SPD erlebt das schlechteste Ergebnis ihrer Nachkriegsgeschichte,   weil sie in der Kontinuit&#228;t der Schr&#246;der-Jahre f&#252;r die Entwicklung von   neuer Armut, Lohndr&#252;ckerei, Bildungsnotstand etc verantwortlich gemacht   wird, sich von ihr aber mehr Menschen abwenden, als von der CDU\/CSU,   weil es eigentlich andere Erwartungen an eine Partei, die sich   sozialdemokratisch nennt, gab.<\/p>\n<p>  Dass die FDP, deren neoliberaler Marktradikalismus eigentlich am ehesten   als eine krisenverursachende Politik betrachtet wird (sogar die   Financial Times Deutschland wollte nicht zur Wahl der FDP aufrufen, weil   diese zu wenig Regulierung in der Wirtschaft zulassen will), so deutlich   zulegt, hat sicher damit zu tun, dass die Partei seit 1998 in keiner   Bundesregierung vertreten war, sich sozialpolitisch etwas gel&#228;utert und   wirtschaftspolitisch kompetent pr&#228;sentiert. Vor allem aber damit, dass   es in den letzten Monaten ein Stillhalteabkommen zwischen Arbeitgebern   und Regierung gab, das darauf hinaus lief, dass die Bosse gegen die   Ausweitung der Kurzarbeiterregelungen auf Entlassungen weitgehend   verzichtet &#8211; bis zum Wahltag, l&#228;nger nicht. So sind die Folgen der   Weltwirtschaftskrise bisher abgefedert worden und hat sich in einem   langweiligen und inhaltsleeren Wahlkampf nicht die soziale Polarisierung   in eine politische Polarisierung nieder geschlagen, wie es in den   n&#228;chsten Monaten und Jahren der Fall sein wird.<\/p>\n<p>  DIE LINKE hat mit &#252;ber zw&#246;lf Prozent eine deutliche Steigerung im   Vergleich zum Abschneiden der gemeinsamen Kandidatur von Linkspartei.PDS   und WASG im Jahr 2005 geschafft. Das ist ein Erfolg, der sie zur   viertst&#228;rksten Partei macht. Dieser Erfolg wurde m&#246;glich, weil sie   diesmal deutlicher die soziale Frage in den Mittelpunkt ger&#252;ckt hat, als   oftmals in vergangenen Wahlk&#228;mpfen. Doch hat DIE LINKE ihr Potenzial bei   weitem nicht ausgesch&#246;pft und konnte die in Umfragen erzielten Werte von   14 Prozent nicht erreichen. Es sollte der Parteif&#252;hrung auch zu denken   geben, dass sie in einer im ZDF am Wahlabend ver&#246;ffentlichten Umfrage   bei der Glaubw&#252;rdigkeit auf Platz Drei hinter Gr&#252;nen und FDP liegt.<\/p>\n<p>  Es wird sich nun zeigen, ob der Anpassungskurs der Parteif&#252;hrung an SPD   und Gr&#252;ne, der in Th&#252;ringen, Brandenburg und im Saarland wahrscheinlich   zu Regierungseintritten der LINKE f&#252;hren wird, in der gemeinsamen   Bundestagsopposition nun beschleunigt wird. Leider ist damit zu rechnen,   wenn man die neue Tonlage in der Afghanistan-Politik betrachtet oder   h&#246;rt, wie Gregor Gysi DIE LINKE am Wahlabend einen Korrekturfaktor   nennt, der weniger gebraucht wird, wenn die SPD sich endlich   re-sozialdemokratisiert. Das sollte f&#252;r alle Parteimitglieder, die in   der LINKE keine Neuauflage der SPD aus den 70er Jahren wollen, sondern   eine k&#228;mpferischePartei, die eine sozialistische Ver&#228;nderung der   Gesellschaft anstrebt und sich den au&#223;erparlamentarischen Bewegungen und   K&#228;mpfen verpflichtet f&#252;hlt, eine Warnung sein. Die kritischen Stimmen   zum Kurs von Lafontaine und Gysi waren in den letzten Wochen sehr leise,   als es um die Regierungsbeteiligungen auf L&#228;nderebene ging.   Offensichtlich trauten sich so manche Linke in der LINKE wegen der   anstehenden Bundestagswahlen nicht, dem Vorwurf der Schm&#228;lerung der   Wahlchancen ausgesetzt zu werden. Aber jetzt kommt es darauf an, die   Partei darauf zu orientieren gegen die anstehenden Angriffe von   Regierung und Unternehmern durch k&#228;mpferische Kampagnen auf den Stra&#223;en,   in den Nachbarschaften, Betrieben und Bildungseinrichtungen zu reagieren   &#8211; und nicht durch gemeinsame parlamentarische Initiativen mit SPD und   Gr&#252;ne, die dann in der Regel zu einer Weichsp&#252;lung der origin&#228;ren   LINKE-Positionen f&#252;hren werden. Daf&#252;r muss in der Partei gestritten   werden.<\/p>\n<p>  Positiv am Wahlergebnis ist das schlechte Abschneiden der faschistischen   Kandidaturen, sowohl im Bund als auch bei der Brandenburger   Landtagswahl. Das wird NPD und DVU schw&#228;chen, aber die Bedrohung durch   gewaltt&#228;tige &#220;bergriffe von Nazis nicht sinken lassen, da es m&#246;glich   ist, dass gerade die gewaltbereiten Teile der rechtsextremen Szene sich   darin best&#228;tigt f&#252;hlen, dass die Schwerpunktsetzung auf Wahlen und   Parlamentsarbeit falsch ist und sie sich wieder auf den &#8216;Kampf um die   Stra&#223;e&#8217; konzentrieren werden.<\/p>\n<p>  Es ist geradezu ein Skandal, wenn der DGB-Vorsitzende Michael Sommer im   Fernsehinterview am Wahlabend betont, dass die Gewerkschaften mit der   neuen Regierung zusammen arbeiten werden, anstatt die Millionen   Gewerkschaftsmitglieder darauf vorzubereiten, dass gro&#223;e Mobilisierungen   und K&#228;mpfe n&#246;tig sein werden, um die zu erwartenden Angriffe auf   Arbeitnehmerrechte und die sozialen Sicherungssysteme zur&#252;ck zu   schlagen. Aber genau darauf kommt es an: nach dem Wahlkampf ist vor dem   Klassenkampf! Regierung und Unternehmer werden den Klassenkampf von oben   forcieren, es kommt darauf an, dass dem Klassenkampf von unten entgegen   gesetzt wird und eine politische Alternative zum Krisenkapitalismus   aufgezeigt wird.<\/p>\n<h4>  Ausf&#252;hrliche Analysen und Artikel zu den Bundes- und Landtagswahlen   erscheinen in den n&#228;chsten Tagen und in der Oktober-Ausgabe der   &#8216;Solidarit&#228;t&#8217;<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Stillhalteabkommen zwischen Unternehmern und Regierung bringt<br \/>\n      Schwarz-Gelb an die Regierung &#8211; und ist hiermit beendet!\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[78],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13326"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13326"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13326\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13326"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13326"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13326"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}