{"id":13325,"date":"2009-09-26T00:01:00","date_gmt":"2009-09-25T22:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=13325"},"modified":"2012-05-15T15:07:46","modified_gmt":"2012-05-15T13:07:46","slug":"13325","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/09\/13325\/","title":{"rendered":"DIE LINKE vor der Bundestagswahl"},"content":{"rendered":"<p>  Zwischen Forderung nach politischem Streik und Aufweichung der   Afghanistan-Position<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Die Linkspartei hat nach den j&#252;ngsten Umfragen gute Karten, am 27.   September ein zweistelliges Ergebnis einzufahren. Die Wahlplakate heben   sich nicht nur farblich (dank des satten Rot) von den anderen im   Bundestag vertretenen Parteien ab, sondern stechen auch auf Grund klarer   Aussagen wie &#8222;Reichtum besteuern!&#8220;, &#8222;Mehr Geld f&#252;r Bildung, nicht f&#252;r   Banken!&#8220; oder &#8222;Raus aus Afghanistan!&#8220; hervor. Hunderttausenden von   Besch&#228;ftigten, Erwerbslosen, Jugendlichen und RentnerInnen gibt das   Hoffnung, dass eine deutlich gest&#228;rkte LINKE im Bundestag in der   n&#228;chsten Legislaturperiode dem Widerstand gegen die K&#252;rzungspolitik   R&#252;ckhalt geben kann. Diese Chance muss unbedingt genutzt werden.   Allerdings ist das ohne Gew&#228;hr. Es gibt in der hei&#223;en Wahlkampfphase   sogar Anzeichen, dass die Parteispitze einen anderen Weg einschlagen   will.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Aron Amm, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  Im Wahlkampf-Endspurt gab es widerspr&#252;chliche politische Aussagen von   Oskar Lafontaine und weiteren prominenten Parteimitgliedern. Zum einen   hat Lafontaine seine Unterst&#252;tzung f&#252;r den politischen Streik erneuert,   zum anderen weichte er die bisherige Afghanistan-Position der LINKEN in   einigen &#196;u&#223;erungen auf.<\/p>\n<h4>  Politischer Streik<\/h4>\n<p>  Einmal mehr zeigten sich Spitzenpolitiker der etablierten Parteien   j&#252;ngst &#252;ber Lafontaine erbost. Der Vorsitzende der   CSU-Mittelstands-Union, Hans Michelbach, warf Lafontaine   &#8222;verfassungsfeindliches Verhalten&#8220; vor. Auch der   Gr&#252;nen-Fraktionsgesch&#228;ftsf&#252;hrer Volker Beck schimpfte gegen&#252;ber   Handelsblatt.com heftig und meinte, Politiker d&#252;rften sich nicht so wie   der Partei- und Fraktionsvorsitzende der LINKEN auff&#252;hren.<\/p>\n<p>  Was war geschehen? Oskar Lafontaine hatte im Hamburger Abendblatt am 19.   September seine Unterst&#252;tzung f&#252;r den politischen Streik erneuert: &#8222;Wenn   Ma&#223;nahmen wie Hartz IV oder die Rente mit 67 verabschiedet werden und   die gro&#223;e Mehrheit der Bev&#246;lkerung dagegen ist, dann kann sie den   Verkehr oder die Produktion lahmlegen.&#8220;<\/p>\n<p>  Solche Haltungen unterscheiden die Linkspartei von den anderen   Bundestagsparteien. Auch bei den Auslandseins&#228;tzen besteht ein   Alleinstellungsmerkmal. So hei&#223;t es im Bundestagswahl-Programm: &#8222;DIE   LINKE fordert, die Bundeswehr sofort aus Afghanistan abzuziehen&#8220; und   &#8222;keine Auslandskriegseins&#228;tze der Bundeswehr zuzulassen &#8211; auch nicht   unter UN-Mandat.&#8220; Pl&#246;tzlich schlagen Oskar Lafontaine und andere jedoch   neue T&#246;ne an. Wollen sie von der bisherigen Forderung nach einem   sofortigen Truppenabzug aus Afghanistan abr&#252;cken? M&#246;chten sie der SPD   signalisieren, dass DIE LINKE bereit w&#228;re, zur Bildung einer gemeinsamen   Bundesregierung in nicht all zu ferner Zukunft Grundsatzpositionen &#252;ber   Bord zu werfen?<\/p>\n<h4>  Afghanistan<\/h4>\n<p>  Jeder Tag, den ausl&#228;ndische Soldaten l&#228;nger am Hindukusch bleiben, ist   ein Tag zuviel. Selbst der Kommandeur der internationalen Truppen,   Stanley McChrystal, musste eingestehen, dass es mit der angeblichen   Legitimation der Truppenpr&#228;senz nicht weit her ist. Das Vorgehen gegen   die Taliban f&#252;hrt nicht zu einer Schw&#228;chung von Al Qaida und Konsorten,   sondern zu ihrer St&#228;rkung. Nichts anderes meint McCrystal, wenn er   vorrechnet: Zehn minus zwei Taliban ergibt zwanzig Taliban.<\/p>\n<p>  Diese Woche ist auf Grund der verheerenden Lage in Afghanistan sogar ein   offener Streit zwischen McChrystal und dem Wei&#223;en Haus entbrannt. Die   milit&#228;rische F&#252;hrung warnte in einer internen Lageeinsch&#228;tzung vor einer   Niederlage, sollten nicht Zehntausende weiterer Soldaten entsendet   werden (womit Erinnerungen an Vietnam immer lebendiger werden!). Dieses   eigentlich vertrauliche Papier gab das Milit&#228;r offenbar gezielt an die   Washington Post und andere Presseorgane weiter und forderte damit   US-Pr&#228;sident Barack Obama offen heraus.<\/p>\n<h4>  Massaker in Kundus<\/h4>\n<p>  Nach dem von der Bundeswehr angeordneten Massaker in Kundus Anfang   September reagierte die Bundestagsfraktion der LINKEN schnell,   beantragte eine Aktuelle Stunde im Parlament und rief zu einer   Protestkundgebung vor dem Brandenburger Tor auf. Damit unterstrich sie,   dass DIE LINKE als einzige im Bundestag vertretene Partei die   Bundeswehreins&#228;tze ablehnt.<\/p>\n<p>  Leider belie&#223;en es Fraktions- und Parteispitze dabei. So konnten sie   zwar im Wahlkampf Boden gut machen, aber verpassten eine Chance, der   Antikriegsbewegung wirksam unter die Arme zu greifen. N&#246;tig gewesen w&#228;re   es, Mitglieder und Anh&#228;ngerInnen zu mobilisieren, den Widerstand gegen   den Afghanistan-Einsatz in die Betriebe, Schulen und Stadtteile zu   tragen und andere oppositionelle Kr&#228;fte auf gemeinsame Proteste und   Demonstrationen anzusprechen.<\/p>\n<h4>  Abzug aus Afghanistan &#8211; nicht &#252;bermorgen, sondern schnellstm&#246;glich,   vielleicht in einem Jahr oder gar nicht?<\/h4>\n<p>  W&#228;hrend die LINKE-F&#252;hrung mit ihrer Reaktion auf das Kundus-Massaker im   Wahlkampf punkten konnte, r&#252;cken f&#252;hrende Parteimitglieder kurz vor dem   27. September aber von der Forderung nach einem sofortigen Abzug der   Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan ab. So erkl&#228;rte Partei- und   Fraktionschef Oskar Lafontaine am 16. September in der S&#228;chsischen   Zeitung: &#8222;Sofort hei&#223;t nat&#252;rlich nicht kopflos.&#8220; In das gleiche Horn   blies Bundesgesch&#228;ftsf&#252;hrer Dietmar Bartsch im Tagesspiegel: &#8222;Raus aus   Afghanistan&#8220; hie&#223;e f&#252;r ihn nicht &#8222; &#252;bermorgen raus aus Afghanistan&#8220;.   W&#252;rde die SPD den &#8222;schnellstm&#246;glichen&#8220; Abzug beschlie&#223;en, w&#228;re das &#8222;ein   erheblicher Schritt&#8220;. Und der verteidigungspolitische Sprecher, Paul   Sch&#228;fer, &#228;u&#223;erte gegen&#252;ber Spiegel Online: &#8222;Ein Abzug kann innerhalb   eines Jahres umgesetzt werden. Es sollte jedenfalls nicht viel l&#228;nger   dauern.&#8220;<\/p>\n<p>  Bei Wahlkampfauftritten in diesen Tagen, wie zum Beispiel in K&#246;ln,   bringt Lafontaine zun&#228;chst seine Argumente gegen die Afghanistan-Politik   der Bundesregierung vor, um dann im Verlauf seiner Rede nachzuschieben,   dass man sich vor einer Abstimmung im Parlament nat&#252;rlich   kompromissf&#228;hig zeigen m&#252;sste.<\/p>\n<p>  Lafontaine sagt der S&#228;chsischen Zeitung auch: &#8222;Das Parlament m&#252;sste   entscheiden, dann m&#252;sste die Regierung mit den Partnern &#252;ber die   Modalit&#228;ten des Abzugs verhandeln.&#8220; Aber wen meint er mit &#8222;den   Partnern&#8220;? Sind die USA oder Gro&#223;britannien, sind die Regierungen   imperialistischer Staaten unsere &#8222;Partner&#8220; oder die unterdr&#252;ckten Massen   in Afghanistan? Letztere sehen die ausl&#228;ndischen Truppen zu Recht nicht   als Befreier sondern als Besatzer. Aber braucht es nicht f&#252;r eine   &#220;bergangszeit Hilfe beim Aufbau von Verwaltung, Polizei, Justiz? Die   F&#246;rderung dieser staatlichen Strukturen, woran die Bundeswehr mitwirkt,   dient nicht den Interessen der afghanischen Bev&#246;lkerung. Sie spielt nur   korrupten Stammesf&#252;hrern, der derzeitigen Regierung unter Hamid Karzai   und anderen Kr&#228;ften, die bereit sind, gegen&#252;ber dem Westen eine   Vasallenrolle zu spielen, in die H&#228;nde. Ans&#228;tze zur Selbstorganisation   von unten, zu unabh&#228;ngigen Strukturen von afghanischen ArbeiterInnen und   Bauern haben viel bessere Entstehungs- und Entwicklungschancen, wenn die   Bundeswehr und alle ausl&#228;ndischen Truppen abgezogen sind.<\/p>\n<h4>  Exit-Strategie?<\/h4>\n<p>  Die parlamentarische Gesch&#228;ftsf&#252;hrerin der LINKEN-Bundestagsfraktion,   Dagmar Enkelmann, pl&#228;dierte am 8. September in der jungen Welt f&#252;r eine   &#8222;breite &#246;ffentliche Diskussion &#252;ber eine Exit-Strategie&#8220;. Eine solche   &#8222;Exit-Strategie&#8220; hat der US-Imperialismus im Irak eingeschlagen:   Warlords und Clanf&#252;hrer wurden bestochen, Besatzungssoldaten   vor&#252;bergehend geschont, arbeitslose Iraker an der Waffe ausgebildet.   Krieg und Besatzung wurden damit nicht beendet, sondern gingen in eine   neue Runde.<\/p>\n<p>  SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier hat in seinem   &#8222;Zehn-Punkte-Plan&#8220; f&#252;r Afghanistan ebenfalls eine &#8222;Exit-Strategie&#8220;   propagiert. Damit vollzog er keinen grundlegenden Kurswechsel, zeigte   aber an, dass die SPD bereit ist, sich in dieser Frage zu bewegen.   Lafontaine griff Steinmeiers Verlautbarungen sogleich auf und gab sich   zuversichtlich, dass beide Seiten sich aufeinander zubewegen k&#246;nnten &#8211;   wenn er das auch noch sehr verklausuliert formulierte: &#8222;Offenkundig   kommt so langsam auch bei den anderen Parteien an, dass der   Bundeswehreinsatz in Afghanistan beendet werden muss.&#8220;<\/p>\n<p>  Der Tagesspiegel interpretierte das folgenderma&#223;en: &#8222;Bei der Linkspartei   wird aus dem &quot;sofortigen&quot; Afghanistan-Abzug ein &quot;schnellstm&#246;glicher&quot;.   Bewegt sie sich in Richtung Regierungsverantwortung?&#8220; Spiegel Online   mutma&#223;te, dass nun &#8222;auch bei Afghanistan, dem vermeintlichen Casus Belli   einer rot-rot-gr&#252;nen Zusammenarbeit auf Bundesebene, Kompromisse m&#246;glich   sind&#8220;.<\/p>\n<h4>  Ignoranz von Parteibeschl&#252;ssen<\/h4>\n<p>  Die Afghanistan-Frage ist in der Tat eine Schl&#252;sselfrage, der &#8222;Casus   Belli&#8220;, bei der DIE LINKE den Rubikon &#252;berschreiten m&#252;sste, sollte sie   sich im Bund Rot-Gr&#252;n ernsthaft andienen wollen. Solange das explizite   Nein zu Auslandseins&#228;tzen aufrechterhalten bleibt, werden die   Herrschenden jedenfalls Himmel und H&#246;lle in Bewegung setzen, um eine   Einbeziehung der Linkspartei in eine Bundesregierung zu vereiteln.<\/p>\n<p>  Aber auch bei einzelnen anderen Themen &#252;berraschen Spitzenfunktion&#228;re   ihre Mitglieder derzeit mit inhaltlichen Neubestimmungen &#8211; die   bisherigen Beschlusslagen widersprechen. So schreiben Oskar Lafontaine   und Gregor Gysi in ihrem B&#252;rgerbrief: &#8222;Ohne uns g&#228;be es weder die   Abwrackpr&#228;mie noch die Verl&#228;ngerung des Kurzarbeitergeldes &#8211; links   wirkt!&#8220; Ursel Beck, Sprecherin der LINKEN im Ortsverband   Stuttgart-Bad-Cannstatt und SAV-Mitglied, antwortete darauf, dass sie   diesen Brief nicht verteilen wird. &#8222;Seit wann ist DIE LINKE f&#252;r die   Abwrackpr&#228;mie?&#8220;, fragt Ursel Beck. In ihrem <a href=\"\/media\/m\/20090926125420beck_buergerbrief.rtf\">Antwortbrief<\/a>   schreibt sie zudem: &#8222;Mit Kurzarbeit werden die Krisenlasten auf die   arbeitende Bev&#246;lkerung abgew&#228;lzt. Laut Institut f&#252;r Arbeitsmarkt- und   Berufsforschung (IAB) in N&#252;rnberg betragen die Einkommensverluste der   1,1 Millionen KurzarbeiterInnen in diesem Jahr drei Milliarden Euro.   Obendrein m&#252;ssen die Unternehmer ab dem siebten Monat keinerlei   Sozialversicherungsbeitr&#228;ge mehr bezahlen.&#8220;<\/p>\n<h4>  Regierungsbeteiligungen<\/h4>\n<p>  Bei den Verhandlungen im Saarland und in Th&#252;ringen demonstriert DIE   LINKE tagt&#228;glich, dass sie fast um jeden Preis in die Regierung m&#246;chte.   So erkl&#228;rte sich Bodo Ramelow in Th&#252;ringen zum Verzicht auf den   Ministerpr&#228;sidentenposten bereit und stellte nicht einmal inhaltliche   Vorbedingungen auf. So zeigte sich DIE LINKE im Saarland daf&#252;r offen,   die 3.500 Arbeitspl&#228;tze im Bergbau zu kassieren und die Besch&#228;ftigten   mit einer Auffanggesellschaft, was &#8211; wie in vielen anderen F&#228;llen   geschehen &#8211; einem Tod auf Raten gleichkommt, zu vertr&#246;sten.<\/p>\n<p>  Auch in Brandenburg hofft die Linkspartei auf Regierungsverhandlungen   mit der SPD nach der Landtagswahl am 27. September. Selbst in   Schleswig-Holstein k&#246;nnte sich nach dem kommenden Wahlsonntag die Frage   einer Koalition von SPD, Gr&#252;nen, S&#252;dschleswigschen W&#228;hlerverband (SSW)   und LINKE stellen.<\/p>\n<p>  Im Bund steht Rot-Rot-Gr&#252;n nach dieser Bundestagswahl nicht zur Debatte   &#8211; allein schon wegen der aktuellen Beschlusslage der Linkspartei zu   Afghanistan. Allerdings m&#252;ssen die oben zitierten &#196;u&#223;erungen von   Lafontaine und Co. in dieser und anderen politischen Fragen alle   Mitglieder und Unterst&#252;tzerInnen der Partei alarmieren. Mit weiteren   programmatischen Rechtsverschiebungen k&#246;nnte die LINKE-F&#252;hrung die   Weichen auf eine Regierungsbeteiligung im Bund stellen wollen. Es   existiert die Gefahr, dass Rot-Rot-Gr&#252;n im Bund schon vor 2013 akut   werden k&#246;nnte. Denkbar ist, dass es am 27. September f&#252;r Schwarz-Gelb   nur auf Grund von &#220;berhangmandaten reicht oder dass es doch zu einer   Neuauflage der Gro&#223;en Koalition kommt, obwohl diese nach allen Umfragen   bei einer Mehrheit der Bev&#246;lkerung &#228;u&#223;erst unbeliebt ist. Angesichts   drohender Massenentlassungen, sozialem Kahlschlag bei Bund und Kommunen   und einer Unternehmeroffensive in Richtung Lohnsenkungen und   &#8222;Flexibilisierung&#8220; des Arbeitsmarktes sind versch&#228;rfte   Klassenauseinandersetzungen unausweichlich. Dadurch k&#246;nnte das   Haltbarkeitsdatum der neuen Bundesregierung stark verk&#252;rzt werden. Und   Diskussionen &#252;ber Rot-Rot-Gr&#252;n schon im Verlauf der Legislaturperiode   aufs Tableau bringen. Auch in der SPD, bei der nach einer Wahlpleite am   27. September Politiker wie Andrea Nahles, Sigmar Gabriel und Klaus   Wowereit mehr Gewicht bekommen k&#246;nnten; alles politische Kr&#228;fte, die   sich einer Einbeziehung der Linkspartei gegen&#252;ber offener zeigen. Zu   Recht warf die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung k&#252;rzlich die Frage   auf, warum die SPD &#8211; wenn sie sich denn 2013 eine Koalition mit der   Linkspartei vorstellen k&#246;nnte &#8211; dazu nicht auch schon 2011 oder 2012   bereit sein sollte.<\/p>\n<p>  Wie SAV-Mitglieder wiederholt erkl&#228;rt haben, w&#252;rde eine Beteiligung der   LINKEN an Regierungen mit b&#252;rgerlichen Parteien wie Gr&#252;ne und SPD &#8211; ob   in Kommunen, auf L&#228;nderebene oder im Bund &#8211; zwangsl&#228;ufig zur Beteiligung   an Arbeitsplatz- und Sozialabbau f&#252;hren. Auch ein Klaus Wowereit oder   eine Andrea Nahles in der Parteispitze w&#252;rden am Charakter der SPD   nichts essenziell &#228;ndern. Davon abgesehen, dass der angebliche   SPD-&#8220;Linke&#8220; Wowereit in Berlin seit Jahren eine rechte Politik betreibt.   Berlin, genau wie die SPD\/PDS-Regierung in Mecklenburg-Vorpommern   1998-2006, f&#252;hrt vor Augen, was vom Argument des &#8222;kleineren &#220;bels&#8220;   wirklich zu halten ist. Jede heutige Regierung ist einem massiven Druck   der Unternehmerseite ausgesetzt. Regierungen, die nicht bereit sind, die   Konfrontation mit dem Kapital einzugehen und das System nicht in Frage   stellen, werden zwangsl&#228;ufig Sozialk&#252;rzungen und Privatisierungen   exekutieren. Berlin und Mecklenburg-Vorpommern beweisen dar&#252;ber hinaus,   dass die Beteiligung an SPD-Regierungen die Unterst&#252;tzung f&#252;r eine linke   Partei untergr&#228;bt; in beiden F&#228;llen halbierte sich die absolute   Stimmenzahl fast nach der ersten Legislaturperiode.<\/p>\n<h4>  Kurswechsel ja &#8211; aber Richtung k&#228;mpferischer, sozialistischer Politik!<\/h4>\n<p>  Die S&#252;ddeutsche Zeitung stellte am 23. September fest: &#8222;In Interviews   bekennt Lafontaine, die Gro&#223;e Koalition sei &quot;f&#252;r die Bev&#246;lkerung und vor   allem f&#252;r die Arbeitnehmer besser als Schwarz-Gelb&quot;&#8220;. Diese Aussage   werden viele teilen. Es ist aber bedenklich, wenn die Linkspartei das   vertritt. Lafontaine sollte vielmehr bei jedem Auftritt auf Marktpl&#228;tzen   oder in TV-Talkshows betonen, dass nach der Bundestagswahl Angriffe auf   die Arbeiterklasse in nie dagewesenem Ma&#223;e zukommen &#8211; egal ob   Schwarz-Gelb oder Schwarz-Rot die Regierung bilden. Statt auf Parlamente   und Regierungsbeteiligungen fixiert zu sein, muss DIE LINKE alle Kr&#228;fte   mobilisieren, um K&#228;mpfe zu unterst&#252;tzen, zu initiieren oder   voranzutreiben. Offensiv m&#252;sste sie jetzt f&#252;r die Vorbereitung eines   eint&#228;gigen Generalstreiks gegen den Generalangriff von Regierung und   Unternehmer eintreten. Daf&#252;r, dass die Gewerkschaften die Politik des   Co-Managements beenden und entschlossenen Widerstand gegen das Kapital   organisieren. DIE LINKE darf nicht l&#228;nger auf kapitalistische Parteien   schielen, sondern muss sich unmissverst&#228;ndlich daf&#252;r stark machen, dass   die Krise sozialistisch gel&#246;st wird.<\/p>\n<p>  SAV-Mitglieder haben sich aktiv am Wahlkampf der Linkspartei beteiligt   und werden sich weiter f&#252;r den Aufbau einer politischen Alternative zu   den b&#252;rgerlichen Parteien engagieren. Um auf diesem Weg aber   weiterkommen zu k&#246;nnen, gilt es, bei den Gliederungen der LINKEN, bei   Linksjugend [&quot;solid] und anderen Strukturen vor Rechtsverschiebungen und   Regierungsbeteiligungen zu warnen und Vorschl&#228;ge zu machen, wie nach der   Bundestagswahl die Partei in Richtung einer k&#228;mpferischen und   sozialistischen Kraft weiter aufgebaut werden kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Zwischen Forderung nach politischem Streik und Aufweichung der<br \/>\n      Afghanistan-Position\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[60,25],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13325"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13325"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13325\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13325"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13325"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13325"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}