{"id":13319,"date":"2009-09-25T00:00:00","date_gmt":"2009-09-24T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=13319"},"modified":"2012-05-15T15:07:56","modified_gmt":"2012-05-15T13:07:56","slug":"13319","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/09\/13319\/","title":{"rendered":"DIE LINKE &#8211; w&#228;hlen, eintreten, ver&#228;ndern!"},"content":{"rendered":"<p>  Am Sonntag DIE LINKE w&#228;hlen &#8211; aber vor allem selbst aktiv werden!<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Trotz kapitalistischer Weltkrise legt DIE LINKE in den Meinungsumfragen   nicht zu. Sie liegt zwischen neun und elf Prozent und kommt nicht an   ihren H&#246;chststand von 14 Prozent heran. Bei den Europa-Wahlen im Juni   konnte sie nicht einmal das Ergebnis der Bundestagswahl von 2005   erreichen. Darauf angesprochen, sagt Oskar Lafontaine in der Regel, dass   die Menschen zu Beginn einer Krise nun einmal verunsichert seien. Hier   und da werden aus der Parteif&#252;hrung auch &#8222;Fl&#252;gel-k&#228;mpfe&#8220; f&#252;r die   Schw&#228;che der Partei verantwortlich gemacht. Dabei tr&#228;gt sie selber die   Verantwortung und riskiert mit ihrem Kurs das Scheitern eines wichtigen   und hoffnungsvollen Projekts f&#252;r den Aufbau einer neuen politischen   Interessenvertretung f&#252;r Lohnabh&#228;ngige, Erwerbslose, Jugendliche und   RentnerInnen. Die SAV ruft auf, am 27. September DIE LINKE zu w&#228;hlen und   macht Vorschl&#228;ge f&#252;r einen erfolgreichen Wahlkampf.<\/p>\n<h4>  <i>von Sascha Stanicic, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  DIE LINKE ist die einzige Partei mit der Chance auf einen Einzug in den   Bundestag, die sich gegen Privatisierungen, Sozialabbau, Hartz IV,   Lohnk&#252;rzungen und Arbeitsplatzvernichtung einsetzt und wichtige   Reformforderungen wie Einf&#252;hrung einer Reichensteuer, massive   &#246;ffentliche Investitionsprogramme und Ausstieg aus der Atomenergie   aufstellt. Und mehr: Sie vertritt einen antikapitalistischen Anspruch   und stellt das Profitmaximierungs-Dogma in Frage. Damit unterscheidet   sie sich deutlich von allen anderen im Bundestag vertretenen Parteien.<\/p>\n<p>  Die Linkspartei hat im Bundestag in den letzten Jahren eine Reihe   sinnvoller Initiativen gestartet &#8211; von Gesetzentw&#252;rfen f&#252;r einen   Mindestlohn bis zur Opposition gegen die Beteiligung der Bundeswehr am   Afghanistan-Krieg. F&#252;r keine Initiative hat sie eine Mehrheit gefunden.   Sie hat Argumente gegen Sozialabbau und Arbeitsplatzvernichtung einem   Massenpublikum zug&#228;nglich gemacht. Allein ihre Existenz hatte vor dem   Einbruch der Weltwirtschaftskrise die politischen Kr&#228;fteverh&#228;ltnisse im   Land verschoben und geholfen, das Bewusstsein breiter Teile der   Bev&#246;lkerung gegen den Neoliberalismus zu festigen. DIE LINKE im   Bundestag war eine Ermutigung f&#252;r GewerkschafterInnen, soziale   Bewegungen und AktivistInnen &#8211; unabh&#228;ngig davon, was sie real machte.   Sie wirkte, wie es Lothar Bisky ausdr&#252;ckte, &#8222;qua Existenz&#8221;.<\/p>\n<h4>  LINKE w&#228;hlen!<\/h4>\n<p>  All das sind gute Gr&#252;nde, der Partei DIE LINKE am 27. September die   Stimme zu geben. Je st&#228;rker DIE LINKE abschneidet, desto mehr wird die   Bundestagwahl als ein Votum gegen das Abladen der Krisenkosten auf die   Masse der Bev&#246;lkerung betrachtet werden und desto schwieriger wird es   f&#252;r die zuk&#252;nftige Bundesregierung sein, eine Agenda 2020 durchzusetzen.   Denn eine starke LINKE im Bundestag wird AktivistInnen in Gewerkschaften   und sozialen Bewegungen eher motivieren, aktiven Widerstand zu leisten &#8211;   beziehungsweise w&#252;rde umgekehrt ein schwaches Ergebnis der LINKEN   Selbstbewusstsein f&#252;r einen vor&#252;bergehenden Zeitraum untergraben und von   den Kapitalisten und b&#252;rgerlichen Parteien als Signal f&#252;r eine   antisoziale Offensive gesehen werden. Deshalb ruft die SAV dazu auf, DIE   LINKE zu w&#228;hlen &#8211; in Ost und West, mit Erst- und Zweitstimme.<\/p>\n<h4>  LINKE ver&#228;ndern!<\/h4>\n<p>  Doch die Politik von Gregor Gysi und Oskar Lafontaine geht in die   falsche Richtung. Sie sch&#246;pfen das f&#252;r eine neue Arbeiterpartei   bestehende Potenzial bei Weitem nicht aus und setzen die Zukunft der   Partei aufs Spiel. Die Partei hat v&#246;llig unzureichend und falsch auf die   kapitalistische Weltwirtschaftskrise reagiert. Die Krise hat dazu   gef&#252;hrt, dass die Kapitalisten und ihre Regierungen gezwungen waren, zur   Rettung ihres Systems weitgehende staatliche Interventionen in die   Wirtschaft zu unternehmen. Auf den ersten Blick haben sie damit Konzepte   der LINKE-F&#252;hrung &#252;bernommen. Diese hebt sich kaum mehr vom derzeitigen   Mainstream in der Wirtschaftspolitik ab. Sie fordert zwar richtigerweise   die Verstaatlichung aller Banken, ohne aber die Marktwirtschaft   grundlegend f&#252;r gescheitert zu erkl&#228;ren. Ihre Forderung nach   Mitarbeiterbeteiligung von bis zu 49 Prozent in Unternehmen bel&#228;sst die   Entscheidungsmehrheit bewusst bei der Kapitalseite und f&#252;hrt im   Zweifelsfall dazu, dass die beteiligten Belegschaften in die   betriebswirtschaftliche Profitlogik getrieben werden. Statt eine klare   sozialistische Alternative zur Krise anzubieten, verharrt sie in   Vorschl&#228;gen, den Kapitalismus besser zu managen, als es die Kapitalisten   und ihre Parteien tun. Damit l&#228;sst auch die Wirkung &#8222;qua Existenz&#8221;   zwangsl&#228;ufig nach. Die Krise ist ein Test f&#252;r DIE LINKE, den sie bisher   nicht bestanden hat.<\/p>\n<h4>  Regierungsbeteiligungen<\/h4>\n<p>  In der Partei bestimmt der Fl&#252;gel die Richtung, der auf   Regierungskoalitionen mit der SPD setzt. Es ist gut und richtig, dass   Lafontaine eine Koalition mit der SPD auf Bundesebene zum jetzigen   Zeitpunkt ausschlie&#223;t. Es ist aber falsch, dass der rot-rote Senat in   Berlin immer noch besteht und die Parteif&#252;hrung in anderen Bundesl&#228;ndern   diesem Beispiel folgen will. Wie in Berlin in den letzten Jahren   geschehen, w&#252;rden solche Regierungsbeteiligungen im Rahmen des   Kapitalismus zur Exekutierung von Sozialabbau und Privatisierungen   f&#252;hren. Der Gedanke, sie seien im Vergleich zu Regierungen mit   CDU-Beteiligungen das &#8222;kleinere &#220;bel&#8221;, &#252;bersieht, dass solche   Regierungen dem Druck des Kapitals ausgesetzt sind und sich letztlich   entscheiden m&#252;ssen, auf welcher Seite sie stehen. Die Beteiligung an   solchen Regierungen schw&#228;cht deshalb immer die Arbeiterbewegung und   soziale K&#228;mpfe und untergr&#228;bt die Perspektive von qualitativen   gesellschaftlichen Ver&#228;nderungen. Deshalb treten SAV-AktivistInnen in   der LINKEN gemeinsam mit vielen Basismitgliedern daf&#252;r ein, dass die   Linkspartei sich an keiner Regierung mit pro-kapitalistischen Parteien   wie SPD und Gr&#252;nen, egal ob in Bund, L&#228;ndern oder Gemeinden, beteiligt.<\/p>\n<h4>  Parlamentarische Fixierung<\/h4>\n<p>  In den Parlamenten allein kann DIE LINKE kaum etwas durchsetzen. Nur auf   der Basis von Massenbewegungen k&#246;nnen die anderen Parteien gezwungen   werden, parlamentarischen Initiativen der LINKEN zuzustimmen oder diese   teilweise aufzugreifen, wie bei der Abschaffung von Studiengeb&#252;hren im   Land Hessen. Die Existenz der linken Landtagsfraktion war hier ein   riesiger Vorteil, aber entscheidend waren die Streiks und   Demonstrationen der Studierenden.<\/p>\n<p>  Die parlamentarische Fixierung, die inneren b&#252;rokratischen Strukturen,   die allzu h&#228;ufige Abwesenheit (oder Alibi-Anwesenheit) bei Protesten   untergr&#228;bt das Potenzial f&#252;r DIE LINKE bei der Bundestagwahl. Das f&#228;ngt   damit an, dass wenige Mitglieder wirklich begeistert und motiviert sind   und dementsprechend Schwierigkeiten haben, andere Menschen zu begeistern   und zu aktivieren. Damit fehlt in den Betrieben, Nachbarschaften,   Schulen und Hochschulen ein wichtiger Transmissionsriemen, der f&#252;r einen   Wahlerfolg entscheidend ist.<\/p>\n<h4>  Kurswechsel n&#246;tig<\/h4>\n<p>  Mit einem k&#228;mpferischen und sozialistischen Wahlkampf k&#246;nnte die Partei   den September nutzen, um ein deutlich besseres Ergebnis zu erzielen, als   es die Umfragen zur Zeit prognostizieren, und um Tausende neue   AktivistInnen zu gewinnen. Aber vor allem ist ein Kurswechsel n&#246;tig,   damit nach der Bundestagswahl &#8211; wenn es zu massiven Angriffen, zu   Entlassungswellen und zu Gegenwehr kommen wird &#8211; eine Partei da ist, die   die Krise des Systems zu einem Aufschwung f&#252;r den Sozialismus nutzen   kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Am Sonntag DIE LINKE w&#228;hlen &#8211; aber vor allem selbst aktiv werden!\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[25],"tags":[217],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13319"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13319"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13319\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13319"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13319"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13319"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}